Stadtwerke Konstanz beantragen Förderung für vollelektrische Fähre

Konstanz. Die Stadtwerke Konstanz haben beim Bund einen Förderantrag für die Elektrifizierung der Fähre „Tábor“ eingereicht. Das Projekt sieht vor, das bestehende Fährschiff auf einen vollständig batterieelektrischen Antrieb umzurüsten und am Fährhafen Konstanz-Staad die dafür erforderliche Lade- und Energieinfrastruktur zu errichten.

Die Fähre Tabor bei der Hafeneinfahrt
Foto: Stadtwerke Konstanz

Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 12 Millionen Euro. Die Stadtwerke Konstanz beantragen die Förderung im Rahmen des Bundesprogramms „Grüne Binnenschifffahrt“. „Die Fähre ‚Tábor‘ erbringt fast ein Drittel der Verkehrsleistung der Fährverbindung Konstanz-Meersburg. Mit der Elektrifizierung des Schiffs könnte der Dieselverbrauch der Fähr-Flotte künftig deutlich reduziert werden“, sagt Dr. Norbert Reuter, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz.
 
„Die Fähre zwischen Konstanz und Meersburg ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer regionalen Verkehrsinfrastruktur. Sie verbindet Menschen, Unternehmen und zwei Landkreise miteinander. Mit der Elektrifizierung der ‚Tábor ‘ wollen wir zeigen, dass Klimaschutz und leistungsfähige Mobilität zusammengehören“, erklärt Oberbürgermeister Uli Burchardt. „Ein Projekt dieser Größenordnung ist für unsere Stadt ein bedeutender Schritt. Deshalb ist die Unterstützung durch den Bund von entscheidender Bedeutung.“
 
Für den Fährebetrieb geht es dabei um mehr als die Elektrifizierung eines einzelnen Schiffes: „Wir entwickeln damit ein neues Energieversorgungskonzept für unseren Fährebetrieb“, so Reuter. „Die Herausforderung besteht darin, die hohen elektrischen Leistungen innerhalb kürzester Zeit zuverlässig bereitzustellen und gleichzeitig den bestehenden Fahrplan unverändert aufrechterhalten zu können. Mit dem Förderantrag schaffen wir die Grundlage, dieses anspruchsvolle Vorhaben wirtschaftlich umsetzen zu können.“
 
Zum Projektantrag
 
Das beantragte Projektvolumen beträgt rund 12 Millionen Euro und umfasst sowohl den Schiffsumbau als auch die erforderliche landseitige Lade- und Energieinfrastruktur. Der Förderantrag sieht eine Förderung von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten vor. Eine Entscheidung über die Bewilligung steht noch aus. Erst nach Vorliegen des Förderentscheids und der erforderlichen weiteren Beschlüsse können die Stadtwerke Konstanz über die tatsächliche Umsetzung entscheiden.
  
Anspruchsvolles technisches Vorhaben
 
Der geplante Umbau der Fähre „Tábor“ ist anspruchsvoll und geht weit über den Austausch der bisherigen Dieselaggregate hinaus. „Vorgesehen sind leistungsfähige Batteriesysteme mit einer Speicherkapazität von rund 3,6 Megawattstunden, eine neue elektrische Energieverteilung sowie umfangreiche Anpassungen der technischen Anlagen an Bord“, erklärt Christoph Witte, technischer Leiter des Fährebetriebs und Geschäftsführer der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB).
Die Energieversorgung soll über eine Schnellladeinfrastruktur am Fähranleger in Konstanz-Staad erfolgen. Während der Aufenthalte zum Be- und Entladen soll die Fähre innerhalb weniger Minuten nachgeladen werden. Ergänzend ist eine Ladeeinrichtung am Nachtliegeplatz vorgesehen. „Mithilfe eines stationären Batteriespeichers an Land wollen wir die begrenzte Netzanschlussleistung ausgleichen und die für die kurzen Ladezeiten benötigte hohe Leistung bereitstellen“, so Witte.
 
Zudem soll die 2004 in Dienst gestellte Fähre im Zuge des Projekts umfassend modernisiert werden. Die Voith-Schneider-Propeller bleiben Bestandteil des Antriebskonzepts. Die bisher zur Stromerzeugung eingesetzten Dieselmotoren sollen im regulären Betrieb durch die Energieversorgung aus Batterien ersetzt werden. Christoph Witte: „Die Fähre ‚Tábor‘ ist technisch und wirtschaftlich ein leistungsfähiges Schiff, das wir noch viele Jahre einsetzen wollen. Deshalb ist es sinnvoll, die vorhandene Substanz zu erhalten und die Antriebstechnik grundlegend zu modernisieren.“

(Erstellt am 27. Oktober 2026 10:30 Uhr / geändert am 27. Oktober 2026 10:32 Uhr)