Gesucht: kreative und innovative Ideen für das Grenzbachareal

Mit dem vom Gemeinderat beschlossenen Umzug des Technologiezentrums Konstanz (TZK) von der Blarerstraße auf das Siemensareal ergibt sich die Chance, eine zentrale Fläche neu zu denken, zu ordnen und zu nutzen. Mit Jahresbeginn 2022 startet die Zwischennutzung der bestehenden Gebäude durch eine städtische Kindertageseinrichtung, dem Café Mondial, der Kunstschule Konstanz sowie weiterer Büro- und Lagerflächen.
  

Konzeption Workshopverfahren
Konzeption Workshopverfahren

  
Im Zeitraum von April bis Juli 2021 führte das Amt für Stadtplanung und Umwelt ein Planungsverfahren durch – im engen Dialog mit drei erfahrenen Planungsbüros, örtlichen Fachleuten, VertreterInnen aus Politik & Verwaltung, potenziellen NutzerInnen und interessierten BürgerInnen. Das Ziel: ein stimmiges Gesamtkonzept für das Grenzbachareal, das städtebauliche, nutzungsstrukturelle, wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen einbezieht.
  

Offen, kreativ, quirlig - Rezept für das Grenzbachareal gefunden

Planungsverfahren Grenzbachareal - Bericht zur Sitzung des Begleitgremiums

Schrägluftbild Grenzbachareal
© Stadt Konstanz, Jury Sitzung Grenzbachareal

  
Auftaktworkshop, Zwischenpräsentation mit Ideenworkshop und nun die finale Sitzung des Begleitgremiums. Das mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ geförderte Planungsverfahren am Standort des ehemaligen Technologiezentrums Konstanz hat gezeigt, wie Bürgerbeteiligung auch in Zeiten von Corona funktionieren kann – und gleichzeitig einen spannenden Siegerentwurf für die zukünftige Entwicklung des Areals am Standort des ehemaligen Technologiezentrums im Stadtteil Paradies hervorgebracht.

„Aus anfänglicher Skepsis ist eine Offenheit, Neugierde und auch Akzeptanz entstanden“ berichtet eine direkte Anwohnerin des Grenzbachareals. Das Interview ist Teil eines weiteren Video-Clips mit den Stimmen der direkten AnwohnerInnen und beteiligten Akteure zum Planungsverfahren am Grenzbachareal. Gezeigt wurde das kurze Video als Einstieg in die Sitzung des Begleitgremiums, das sich am vergangenen Mittwoch mit den finalen Entwürfen der Planungsteams auseinandersetzen durfte.

Drei Arbeiten mit unterschiedlichen Ansätzen machen die Entscheidung nicht leicht

„Alle drei Arbeiten bieten in ihrer Unterschiedlichkeit nachvollziehbare und gut durchgearbeitete Lösungsansätze für die gestellte Planungsaufgabe“ stellt Prof. Theilig als Vorsitzender des Begleitgremiums fest, nachdem die Planungsteams dem Begleitgremium ihre Entwürfe präsentiert haben.
Im anschließenden Meinungsaustausch diskutierte das mit externen Fachgutachtern, GemeinderätInnen sowie VertreterInnen der Verwaltung besetzte Gremium nochmals intensiv die Vorzüge und Nachteile der drei Arbeiten. Der Entwurf des Berliner Büros Kaden + Lager  (Arbeitsgemeinschaft mit einenkel Landschaftsarchitekten, Leipzig) wurde von der Fachjury für seine angemessenen Umgang mit der Umgebungsbebauung gelobt, gleichzeitig wurde jedoch bemängelt, dass es nicht gelungen sei, „der Identität des Ortes nachhaltig und aus dem bisherigen Kontext heraus gerecht zu werden“. Der Entwurf des Konstanzer Büros Bächlemeid  (zusammen mit Koeber Landschaftsarchitektur, Stuttgart) überzeugte das Gremium aufgrund seiner außerordentlichen städtebaulichen und architektonischen Qualitäten. „Jedoch bestehen Zweifel, ob der Entwurf angesichts des äußerst hohen formalen Anspruchs, der skizzierten Prozeßhaftigkeit nicht in gewisser Weise widerspricht.“ fasst Prof. Theilig die Diskussion zusammen.

Entwurf des Schweizer Planungsteams überzeugt die Fachjury am meisten

Genau hier liegen die Stärken der Arbeit des jungen Schweizer Büros Studio Trachsler Hoffmann  aus Zürich, die gemeinsam mit Bernhard Zingler als Landschaftsarchitekt den Prozess zur Entwicklung des Areals in den Vordergrund stellen und damit die Fachjury am meisten überzeugen konnten. Nach ihrer Vorstellung wird sich das Grenzbachareal unter Beteiligung verschiedenster Akteure Stück für Stück hin zu einem offenen, kreativen und quirligen Quartier mit einer zentralen Freifläche – dem Forum – entwickeln. Indem Bestandsgebäude teilweise erhalten, umgewidmet und wiederverwendet werden, wird der „Re-Use-Gedanke“ im Sinne nachhaltiger Stadtentwicklung gelebt. Ein mit Passagen gegliederter Neubau soll das Areal mit der Bautypologie des gründerzeitlichen Paradies verknüpfen. Das als „Arche“ bezeichnete Gebäude ermöglicht einen bunten Mix an Nutzungen, indem es wie ein „Regal“ befüllt werden kann, Raum für zukünftige Wohn- und Arbeitsformen bietet und so das „leise aber präzise Gerüst für die Bühne des urbanen Lebens" bietet.
„Der prozesshafte Ansatz dieser Arbeit bietet enormes Potential für die weitere Entwicklung“, zeigt sich Bürgermeister Langensteiner-Schönborn zufrieden mit dem einstimmigen Ergebnis des Begleitgremiums. Nun gelte es den Ansatz gemeinsam, auch mit den Menschen aus der direkten Nachbarschaft, weiter zu entwickeln. „Der Zeitraum der Zwischennutzung bietet uns hierzu die Möglichkeit ohne Zeitdruck etwas Einzigartiges zu entwickeln“ freut sich auch Marion Klose, Amtsleiterin im Amt für Stadtplanung und Umwelt über das Resultat des Planungsverfahrens.

Ausstellung der Arbeiten

Die Verfahrensbeiträge werden von Montag, 12.07.2021 bis Freitag, 30.07.2021 jeweils zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros im Technischen Rathaus / Verwaltungsgebäude Untere Laube 24 ausgestellt.
Ende September (das exakte Datum wird noch bekannt gegeben) ist darüber hinaus geplant, das gesamte Verfahren sowie die dabei entstandenen Ergebnisse im Rahmen eines Nachbarschaftsfestes unter Beteiligung der Zwischennutzer auf dem Grenzbachareal zu präsentieren.
  
 
 


  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  

  
  
  

  
  
  

Visualiserung Studio Trachsler-Hoffmann mit Bernhard Zingler Landscape Projects

Die Beiträge der Planungsteams

  
Kaden + Lager (3. Rang)

  
Bächlemeid (2. Rang)

  
Studio Trachsler-Hoffmann (1. Rang)

Zwischenpräsentation 19.05.2021 - Konzepte beraten und diskutieren

Nachdem beim Auftaktworkshop am 16. April die BürgerInnen ihre Wünsche und Ideen für das Grenzbachareal eingebracht haben und die Planungsteams sich bei einer Ortsbegehung selbst ein Bild vom Wettbewerbsgebiet machen konnten (siehe Video-Clip zur Ortsbegehung), fand am 19. Mai der mit Spannung erwartete nächste Termin im Planungsverfahren statt. In einer öffentlichen Zwischenpräsentation haben die Planungsteams ihre ersten Entwürfe für das Grenzbachareal vorgestellt und diese mit dem Begleitgremium und interessierten BürgerInnen diskutiert und weiterentwickelt.

„Es freut mich sehr, dass die Planungsteams ganz unterschiedliche Ansätze für die Bearbeitung der Aufgabenstellung verfolgen“, stellte Prof. Andreas Theilig, Mitglied des beratenden Begleitgremiums zu Beginn der Diskussionsrunde fest. Während das Büro Kaden+Lager aus Berlin (Arbeitsgemeinschaft mit einenkel Landschaftsarchitekten, Leipzig) die bestehenden Gebäude komplett abreißen und die Fläche mit einer aufgelockerten Bebauung beplanen, schlägt das Konstanzer Büro baechlemeid (zusammen mit Koeber Landschaftsarchitektur, Stuttgart) vor, prägende Gebäudeteile zu erhalten, aufzustocken und diese mit Neubauten zu einem Ensemble mit drei Höfen und einer durchgehenden Fußwegverbindung zu ergänzen. Das Studio Trachsler-Hoffmann aus Zürich (in Zusammenarbeit mit Bernhard Zingler LSP) verfolgt ebenfalls einen hybriden Ansatz, bei dem sich das Grenzbachareal nach und nach zu einem „Forum am Grenzbach“ entwickeln soll.

Neben dem Lob für die kreativen Ideen und Planungsansätze gab es von Seiten des Begleitgremiums und den weiteren TeilnehmerInnen aber auch die ein oder andere kritische Rückfrage an die Planungsteams sowie Anregungen für die nun folgende zweite Bearbeitungsphase. „Der Workshop mit dem konstruktiven Austausch war ein wichtiger Baustein im Prozess“, freut sich Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn: „Es zeigt sich, dass das vom Land geförderte interaktive Online-Workshopverfahren im Rahmen des Programms „Flächengewinnung durch Innenentwicklung“ einen ausgezeichneten Austausch ermöglicht, um die Ergebnisse, auf die wir gespannt sind, gemeinsam mitzugestalten“.


Unter folgenden Links können Sie die Dokumentation zur Zwischenpräsentation mit den Anmerkungen des Begleitgremiums sowie die Präsentationen der Planungsteams herunterladen:

  

Graphic Recording Zwischenpräsentation 19.05.2021
Die drei Entwürfe im Überblick

Rückblick: Auftaktworkshop am 16. April 2021

  
Beim interaktiven Online-Workshop am 16. April 2021 stand neben der Informationsvermittlung zum Verfahren und den Rahmenbedingungen zur Entwicklung des Areals der Dialog zwischen der Bürgerschaft, den drei Planungsteams und allen beteiligten Fachleuten und Institutionen im Mittelpunkt.

Nach einem kurzen Videoclip zum Grenzbachareal konnten die rund 70 TeilnehmerInnen ihre Vision für das Grenzbachareal mittels einer „Postkarte aus der Zukunft“ beschreiben. Anschließend arbeiteten die TeilnehmerInnen in Kleingruppen an virtuellen Pinnwänden zu den Themen Städtebau & Freiraum, Nutzungsmischung und Mobilität.  Aus den spannenden Diskussionen ergaben sich wichtige Anregungen und Hinweise für die drei Planungsteams, die sich während des Workshops in Form einer kurzen Büropräsentation vorstellten. Moderiert wurde der Workshop von der Konstanzer Agentur “Die Regionauten“, die zusammen mit Sigrun Blick vom Büro “Die Bauhelfer“ das Verfahren begleiten. Die Graphic-Recorderin Svenja Mix fasste die Ergebnisse während des Workshops zu einem bunten Bild zusammen.

„Das war ein rundum gelungener Auftakt, bei dem der gemeinsame Wunsch deutlich wurde, dass auf dem Grenzbachareal ein besonderer, vielfältiger und kreativer Ort entsteht“, so das Fazit zur Veranstaltung von Marion Klose, Amtsleiterin im Amt für Stadtplanung und Umwelt. „Nun sind wir natürlich gespannt, wie die Planungsteams die Anregungen in ihren Entwürfen umsetzen.“

Unter folgenden Links können Sie die Dokumentation zum Auftaktworkshop sowie die
Folien aus der gezeigten Präsentation herunterladen:

  

Graphic Recording Auftaktworkshop am 16. April 2021
Graphic Recording Auftaktworkshop am 16. April 2021

Hintergrund: Das Grenzbachareal als Modellprojekt

  
Das Programm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ des Landes Baden-Württemberg fördert innovative Vorhaben, die in besonderem Maße den Zielen der qualitätvollen Innenentwicklung, der Flächeneffizienz sowie der Schaffung attraktiver, kompakter Siedlungsmuster mit zukunftsweisenden ressourceneffizienten Strukturen beitragen. „Für uns in Konstanz ist diese Förderung Auszeichnung und Ansporn zugleich“, bekräftigt Marion Klose, Leiterin des Amts für Stadtplanung und Umwelt. Gerade die Lage im gründerzeitlich geprägten Stadtteil „Paradies“ biete der Stadt ein seltenes Potential, mit diesem Projekt eine zukunftsweisende Nutzungsmischung von Wohnen, Arbeiten und Leben innerhalb der gewachsenen Strukturen zu entwickeln.

„Das Workshopverfahren bietet dabei die Möglichkeit, im Austausch zwischen Planungsteams, den zukünftigen NachbarInnen und NutzerInnen, dem Begleitgremium sowie den städtischen Beteiligten, gemeinsam Konzepte zu entwickeln, damit am Grenzbachareal ein vielfältiger und kreativer Ort entsteht“, erläutert die Amtsleiterin die geplante Vorgehensweise.  

Weitere Informationen finden Sie im Bürgerinformationssystem der Stadt Konstanz:

Fragen dazu?

Hannes Munk

Amt für Stadtplanung und Umwelt
E-Mail: hannes.munk@konstanz.de
Telefon: +49 7531 900-5564


    
        
Gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“