Manuelles Verkehrsmanagement an Hochlasttagen
Seit 2015 beauftragt die Stadt Konstanz die Verkehrskadetten Konstanz-Hegau (VK) mit der Durchführung des manuellen Verkehrsmanagements an Hochlasttagen.
Was ist manuelles Verkehrsmanagement und warum wird es gemacht?
Das manuelle Verkehrsmanagement (kurz mVM) wird eingesetzt, wenn sehr viele Fahrzeuge gleichzeitig in die Stadt hinein- oder herausfahren, das Straßennetz oder einzelne Kreuzungen drohen zu überlasten und größere Parkanlagen (Stellplätze und Parkhäuser) beinahe voll sind. Sein Hauptziel ist es, einen verlässlichen und pünktlichen Stadtbusverkehr sicherzustellen und dauerhaft freie Rettungswege zu gewährleisten. So sorgt das mVM dafür, dass der öffentliche Verkehr möglichst planmäßig fährt und Einsatzkräfte auch an besonders verkehrsreichen Tagen handlungsfähig bleiben.
- Mit dem manuellen Verkehrsmanagement kommen Mitarbeitende der Verkehrskadetten zum Einsatz, die dann den Verkehr an sogenannten Hochlasttagen unterstützend leiten und lenken.
- In diesen Situationen werden Autofahrende frühzeitig ab- und weitergeleitet oder auf alternative Routen und Parkmöglichkeiten hingewiesen. So wird vermieden, dass sich wartende Fahrzeuge in störungsanfälligen Straßenbereichen wie der Laube, der Bodanstraße und auf dem Kreisverkehr am Lago oder im Bereich Konzilstraße, Fischmarkt und Bahnhofplatz aufstauen und dort den Verkehrsfluss blockieren.
- Die Dauer der Maßnahmen hängt ausschließlich von der aktuellen Verkehrssituation ab. Die Verkehrslenkung bleibt so lange bestehen, wie sie zur Entlastung des Straßennetzes nötig ist, und wird sofort beendet, sobald wieder genügend Stellplätze verfügbar sind. In der Praxis dauert dies meist fünf bis fünfzehn Minuten; in besonderen Fällen kann es auch länger sein, wenn es die Lage erfordert.
- Das mVM ergänzt die bestehende Verkehrssteuerung und arbeitet eng abgestimmt mit Polizei, Stadtverwaltung und Verkehrsunternehmen. Die eingesetzten Kräfte unterstützen die Verkehrsführung durch Orientierung, Hinweise und situationsgerechte Lenkung auf Grundlage der jeweils bestehenden Verkehrsrechtlichen Anordnung der Straßenverkehrsbehörde.
- Als „Hochlasttag“ bezeichnet die Stadt Tage mit besonders viel Verkehr. Das betrifft fast alle einkaufsstarken Samstage, den 01. August (Schweizer Nationalfeiertag), die Adventstage und verschiedene Brückentage. In Summe sind das etwa 60 Hochlasttage im Jahr.
Wer entscheidet, welche Maßnahmen wann getroffen werden müssen?
Die Strategie der Verkehrslenkung wurde durch die Verwaltung gemeinsam mit dem Fachplanungsbüro für Verkehrsmanagement (Splus – Schlatter Sicherheitsberatungen, Konstanz) erarbeitet. Das Fachplanungsbüro hat hierfür einen Maßnahmenkatalog entwickelt, der für unterschiedliche Verkehrssituationen jeweils passende Handlungsalternativen vorsieht.
- Dieser Maßnahmenkatalog wird jährlich durch Splus in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung überprüft und an gegebenenfalls veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Dabei erfolgt auch eine Abstimmung mit den jeweils betroffenen Institutionen. Die konkrete Anordnung der Einsätze und Maßnahmen auf Grundlage dieses Maßnahmenkatalogs erfolgt durch die zuständige Verkehrsbehörde.
- Zur Umsetzung des manuellen Verkehrsmanagements werden die Verkehrskadetten an den jeweiligen Einsatztagen gesondert eingewiesen und organisatorisch vorbereitet. Auf Basis der angeordneten Maßnahmen können sie die Verkehrsführung situativ anpassen und Maßnahmen wie das zeitweise Unterbrechen und anschließende Wiederfreigeben von Zufahrten umsetzen. Die vor Ort eingesetzten Kräfte erhalten hierzu klare Anweisungen durch den zuständigen Einsatzleiter, der sich am definierten Maßnahmenkatalog orientiert.
- Zur Unterstützung der Lageeinschätzung und Entscheidungsfindung werden neben einer ständigen Beobachtung durch die Einsatzleitung der Verkehrskadetten auch Telematikdaten, Verkehrssensorik und Web-Kameras zur Verkehrsbeobachtung herangezogen, um die aktuelle Verkehrssituation fortlaufend bewerten und Maßnahmen bedarfsgerecht anpassen zu können.
Wohin soll der Autoverkehr fahren, wenn durch die Verkehrskadetten gesperrt wird? Welche Alternativen gibt es?
Um Parksuchverkehr in der Innenstadt zu vermeiden, wird der Autoverkehr mit Ziel Innenstadt frühzeitig über das dynamische Parkleitsystem der Stadt Konstanz sowie über mobile digitale Anzeigetafeln informiert, sobald die innerstädtischen Stellplätze ausgelastet sind. In diesen Fällen wird gezielt auf freie Parkkapazitäten auf der rechtsrheinischen Seite hingewiesen, die gut an den öffentlichen Verkehr angebunden sind.
Als alternative Parkräume auf der rechtsrheinischen Seite stehen zur Verfügung:
- das Parkhaus im Seerhein-Center – Anbindung an die Innenstadt über den Stadtbusverkehr an der Haltestelle Zähringerplatz
- das Parkhaus am Benediktinerplatz - samstags zusätzlich der Parkplatz am Landratsamt – Anbindung an die Innenstadt über die Stadtbuslinien 6 und 13/4 bzw. 4/13
- das Parkhaus an der Europabrücke – Anbindung an die Innenstadt über die Buslinien 6 sowie 4/13 bzw. 13/4, wobei das Parkhaus an der Europabrücke samstags zusätzlich durch die Linie CS (Line-Eid-Straße – Bahnhof Konstanz – Line-Eid-Straße) erschlossen wird.
Die Information über diese Parkräume erfolgt einheitlich und übersichtlich über das Parkleitsystem der Stadt Konstanz. So werden Autofahrende frühzeitig orientiert und gezielt zu verfügbaren Stellplätzen geführt. Darüber hinaus wird empfohlen, insbesondere an Hochlasttagen möglichst auf den öffentlichen Personennahverkehr auszuweichen. Wer nicht vollständig auf das Auto verzichten möchte, kann dieses an einem günstig gelegenen P+R-Standort abstellen und mit Bahn oder Bus weiter nach Konstanz fahren.
- aus Richtung Zürich bestehen halbstündliche Direktverbindungen mit dem IR75; alternativ verkehrt der IC8 mit Umstieg auf die S14 oder S44
- aus Richtung St. Gallen verkehren stündlich der RE1 sowie die S1 mit kurzen Umsteigezeiten in Kreuzlingen
- aus Richtung Ravensburg besteht stündlich eine Verbindung mit der Linie 700
- aus Richtung Allensbach, Radolfzell und Singen verkehren halbstündlich die S6 (Seehas) sowie stündlich die Schwarzwaldbahn
- zusätzlich besteht eine stündliche Katamaranverbindung ab Friedrichshafen direkt nach Konstanz
Ergänzend dazu stehen innerhalb der Stadt sowie in der Region weitere gut nutzbare Angebote zur Verfügung:
- das dicht getaktete Busangebot der Stadtwerke Konstanz („Roter Arnold“)
- das sehr gut ausgebaute Radwegenetz in Deutschland und der Schweiz, das insbesondere für kurze und mittlere Wege eine attraktive Alternative darstellt
Welche Änderungen ergeben sich aus der Einführung des C-Konzeptes für den Bereich Bahnhofplatz und den ehemaligen Innenstadt-Ring?
Mit der Einführung des C‑Konzeptes wurde die Verkehrsführung in der Konstanzer Innenstadt neu strukturiert. Auch unter diesen neuen Rahmenbedingungen bleibt das Ziel des manuellen Verkehrsmanagements, die Leistungsfähigkeit des innerstädtischen Verkehrsnetzes an Tagen mit hohem Aufkommen zu sichern, den öffentlichen Verkehr zu stabilisieren und sensible Bereiche der Innenstadt zu entlasten. Durch die Sperrung eines Teils des Bahnhofplatzes für den motorisierten Individualverkehr verändern sich die Verkehrsflüsse im gesamten Innenstadtbereich sowie die Erreichbarkeit einzelner Parkhäuser. Dadurch müssen auch die Verkehrslenkungsmaßnahmen im manuellen Verkehrsmanagement entsprechend angepasst werden.
- Verlagerung der Verkehrsströme
- Durch die fehlende Durchfahrtsmöglichkeit am Bahnhofplatz verlagern sich die Verkehrsströme in der Innenstadt auf die Achse Laube – Rheinsteig. Der Durchgangsverkehr von der Schweiz über Allmannsdorf und Staad in Richtung Mainau bzw. Fähre soll dabei von der A7 kommend geradeaus über die Neue Rheinbrücke geführt werden. Die Bodanstraße und die Konzilstraße dienen künftig überwiegend der Erschließung der angrenzenden Innenstadtbereiche und Parkhäuser. Gleichzeitig bilden sie zusammen mit dem Bahnhofplatz die zentralen Linien des städtischen Busverkehrs, mit dichtem Takt und häufigen Wendefahrten rund um den Lago‑Kreisel. Der Innenstadtring bleibt insgesamt weiterhin das wichtigste Erschließungsnetz für Einsatz- und Rettungskräfte von Zoll, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.
- Erreichbarkeit der Parkhäuser
- Durch das C‑Konzept ist die Zufahrt zu einzelnen Parkhäusern stärker gebündelt und klarer strukturiert. Die Parkhäuser Marktstätte und Fischmarkt sind nun ausschließlich über die Konzilstraße erreichbar. Diese Bündelung erleichtert die Verkehrssteuerung und verringert sowohl Suchverkehr als auch Ausweichbewegungen in den angrenzenden Innenstadtbereichen. Die Ausfahrt aus dem Bereich Hafenstraße / Lago erfolgt grundsätzlich über die Bodanstraße – sowohl in Richtung Norden als auch in Richtung Schweiz. Damit übernimmt diese Achse eine zentrale Rolle für den geordneten Abfluss des Verkehrs aus der Innenstadt.
- Verkehrslenkungsmaßnahmen an Hochlasttagen
- An Tagen mit außergewöhnlich hohem Verkehrsaufkommen kommen zusätzlich lageabhängige Maßnahmen des manuellen Verkehrsmanagements zum Einsatz. Ziel ist es, Rückstaus zu vermeiden, stark belastete Knotenpunkte zu entlasten und die Leistungsfähigkeit des gesamten Verkehrssystems zu erhalten. An solchen Hochlasttagen kann der aus der Bodanstraße kommende Verkehr in Richtung Schweiz ergänzend über die Laube geführt werden. Dafür wird in der Laube die nördlichste der drei Wendespuren genutzt, um Fahrzeuge in die Gartenstraße und weiter zur Europastraße abzuleiten. Diese Maßnahme soll vor allem den Verkehrsabfluss über die Bodanstraße beschleunigen, den Knoten Schnetztor sowie die Ableitungsachse über die Alte Rheinbrücke entlasten und so deren Leistungsfähigkeit zugunsten des Abflusses aus der Konzilstraße sichern.
Die Maßnahme wird ausschließlich aktiviert, wenn es die Verkehrslage erfordert. In besonderen Situationen – etwa bei starken Verkehrsspitzen oder kurzfristigen Störungen – kann ergänzend eine Ableitung über den Bahnhofplatz erfolgen. Diese Verkehrsführung ist bewusst zurückhaltend gestaltet: Fahrzeuge werden dort nur in Schrittgeschwindigkeit geführt. Zudem ist die Leistungsfähigkeit dieser Route begrenzt, da im Bereich der Rheinbrücke nur eingeschränkte Kapazitäten zur Verfügung stehen. Entsprechend kann nur ein kleiner Teil des Gesamtverkehrs über diesen Weg abgewickelt werden.
- An Tagen mit außergewöhnlich hohem Verkehrsaufkommen kommen zusätzlich lageabhängige Maßnahmen des manuellen Verkehrsmanagements zum Einsatz. Ziel ist es, Rückstaus zu vermeiden, stark belastete Knotenpunkte zu entlasten und die Leistungsfähigkeit des gesamten Verkehrssystems zu erhalten. An solchen Hochlasttagen kann der aus der Bodanstraße kommende Verkehr in Richtung Schweiz ergänzend über die Laube geführt werden. Dafür wird in der Laube die nördlichste der drei Wendespuren genutzt, um Fahrzeuge in die Gartenstraße und weiter zur Europastraße abzuleiten. Diese Maßnahme soll vor allem den Verkehrsabfluss über die Bodanstraße beschleunigen, den Knoten Schnetztor sowie die Ableitungsachse über die Alte Rheinbrücke entlasten und so deren Leistungsfähigkeit zugunsten des Abflusses aus der Konzilstraße sichern.
- Weitere Ableitungen und Entflechtungen
- Zur zusätzlichen Stabilisierung des Verkehrsflusses wird der Verkehr aus der Konzilstraße bei Bedarf über die Alte Rheinbrücke, die Spanierstraße und anschließend in die Europastraße geleitet. Ergänzend kann der abfließende Verkehr aus der Innenstadt je nach Lage über die Laube geführt werden, um die zentralen Verkehrsachsen gleichmäßiger auszulasten.