Luftbild Planungsgebiet © Amt für Liegenschaften und Geoinformation, Stadt Konstanz

  
Döbeles Vergangenheit
 
Das Döbele war bis zum Abschluss des „Tägermoosvertrags“ zwischen der Schweiz und dem Großherzogtum Baden 1878 Schweizer Territorium. Die frühere Zusammengehörigkeit findet sich auch in der Namensgebung der Gewanne auf deutscher Seite – Döbele – und Schweizer Seite – Döbeli – wieder.
 
Im Laufe der Zeit befanden sich unterschiedliche Bebauungen auf dem heutigen Döbele, darunter eine „Couvert- und Papyrolinfabrik“, (bis 1973), verschiedene
Lager- und Werkhallen und eine Tankstelle. Bis heute sind auf dem Döbele Messen und Jahrmärkte beheimatet.
 
Bereits 1905 gab es einen Vorschlag von Paul Jordan für eine Wohnbebauung auf dem Döbele. 1966 plante ein Konstanzer Unternehmer ein 20-stöckiges Wohnhochhaus mit Parkhaus, Turn- und Markthalle. Wie auch die in den 2000er Jahren angestellten Überlegungen, ein temporäres Parkhaus auf dem Döbele zu erstellen, fand keines dieser Projekte den Weg in die Realisierung.
 
Durch den Bau der Grenzbachstraße wurde das Döbele zu einem bedeutenden Konstanzer Stadteingang.
 
Die Fläche des Döbele ist linksrheinisch eine der letzten nicht bebauten innerstädtischen Flächen, für die der Konstanzer Gemeinderat 2012 die Durchführung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs beschlossen hat.
 
  

© Stadt Konstanz

  
Döbeles Zukunft
 
Aus dem 2013-2014 durchgeführten städtebaulichen Ideenwettbewerb mit vorgeschalteter Bürgerbeteiligung (3,2 MB) ging das Team des Konstanzer Büros bächlemeid architekten stadtplaner bda in Zusammenarbeit mit Stötzer Landschaftsarchitekten aus Freiburg als erster Preisträger hervor. Der Entwurf schlägt vor, die Bebauung des Paradieses durch zwei Blockränder auf dem Döbele zu ergänzen. Mitte 2014 beschloss der Konstanzer Gemeinderat die Weiterbearbeitung des Wettbewerbsergebnisses durch den 1. Preisträger.
 
In der Folge wurden Fragen zur Hochwassergefahr, zu Vergabe und Recht, zu zeitgemäßer Mobilität usw. vertieft untersucht. Um das Döbele auch funktional in den Stadtkörper und die umliegenden Stadtviertel Paradies und Stadelhofen einzubinden und die Chance zu nutzen, diese durch die neue Bebauung ebenfalls aufzuwerten, wurde 2020 eine Bürgerbefragung zum Anwohnerparken am Döbele durchgeführt.

Der Döbele Parkplatz wird zum ökologischen und sozialen Wohngebiet entwickelt

Als eine der letzten größeren und zusammenhängenden innerstädtischen Konstanzer Flächen bildet das Döbele-Areal einen wichtigen Baustein des Handlungsprogramms Wohnen. Ziel der Entwicklung ist, ein sozial und funktional durchmischtes Stadtquartier mit hohem Anteil an gefördertem Wohnungsbau zu schaffen.
  

  
  
Wichtige Grünstrukturen für das Areal und die Umgebung   
  
Die Weiterentwicklung des Ergebnisses des städtebaulichen Ideenwettbewerbs von 2014 berücksichtigt weitgehend die prägende grüne Rahmung des Areals aus großkronigen Linden und Platanen. Diese dienen als wichtige Grün- und Lebensräume und als Leitstrukturen für Vögel und Fledermäuse.
  

Bestehender Straßenverlauf wird erhalten
  
Der bestehende Straßenverlauf kann ebenfalls weitgehend berücksichtigt werden. Zur Stärkung des ÖPNV und zur Optimierung des Verkehrsflusses werden eigene Busspuren geprüft.
 
Angelehnt an die Blockrandbebauung des in der Gründerzeit entstandenen, benachbarten Stadtteils Paradies, ist die neue Bebauung ebenfalls als Blockrandbebauung mit begrünten Innenhöfen geplant.
 
Das geplante Mobilitätshaus soll unterschiedliche alternative Mobilitäts- und Serviceangebote anbieten. Diese sind z.B. Infrastruktur für Elektromobilität, Car-Sharing-Angebote, Fahrradservicestation, und TINK.

  

© Amt für Liegenschaften und Geoinformation, Stadt Konstanz und © Bächlemeid Architekten, Konstanz

Boulevard als Treffpunkt und Verbindung zu Grünräumen
 
Der zentral zwischen den beiden Bebauungen liegende Boulevard für Fuß- und Radverkehr hat das Potential ein Freiraum zu werden, der Treffpunkt und Austausch fördert. Nicht nur für Bewohner des neuen Quartiers, sondern auch für die angrenzenden, bestehenden Quartiere. Mit einer Querung der Grenzbachstraße und des Grenzbachs wird er zur direkten Verbindung ins Döbeli (CH), einem wichtigen Naherholungs- und Freizeitgebiet für die linksrheinischen Stadtteile der Stadt Konstanz.
 

Breit gefächertes Wohnraumangebot
 
Mindestens 50% der Wohnungen werden als geförderter Mietwohnungsbau erstellt. Die Weiteren Wohnungen werden an Bewerber vergeben, die sich mit Konzepten für ihre Bebauung bei der Stadt Konstanz bewerben können. Die Auswahl der Konzepte und unterschiedliche Wohnformen für vielfältige Zielgruppen fördern die angestrebte Generationenvielfalt und Mischung der Bewohnerstruktur für ein lebendiges Quartier.
 
Leitlinien Konzeptvergabe (1,4 MB)

Auf dieser Basis hat der Gemeinderat der Stadt Konstanz in seiner Sitzung am 15.07.2021 die Verwaltung beauftragt, das Bebauungsplanverfahren weiterzuführen.

© Amt für Liegenschaften und Geoinformation, Stadt Konstanz und © Bächlemeid Architekten, Konstanz