Aktuelle Öffnungszeiten und Preise des Gewölbekeller im Kulturzentrum am Münster

  • Montags: geschlossen
  • Dienstag bis Freitag: 10 - 18 Uhr
  • Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 10 - 17 Uhr
  • Eintritt 5 €, erm.3 €  (SchülerInnen, Studierende, Auszubildende, Gruppen ab 10 Personen) | freier Eintritt für Kinder u. Jugendliche bis 18 Jahren / Studierende mit Kulturticket | 1. Sonntag im Monat freier Eintritt für alle

Der Gewölbekeller ist bis Ende 2025 belegt. Bewerbungen für Ausstellungen ab 2026 werden von Oktober bis Dezember 2024 entgegengenommen.

Ausstellung im Gewölbekeller im Kulturzentrum am Münster

„Psychiatrie und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten am Beispiel Zwiefalten 1933 – 1945“

Plakat zur Ausstellung

Die Ausstellung wurde vom Forschungsbereich Geschichte und Ethik in der Medizin des ZfP Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm, für das Württembergische Psychiatriemuseum erarbeitet und beinhaltet die Ergebnisse vieler Jahre der Forschung. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der ehemaligen Heilanstalt Zwiefalten. Sie wurde im Rahmen der NS-„Euthanasie“ zu einer sogenannten „Zwischenanstalt“ für die bei Münsingen gelegene Tötungsanstalt Grafeneck. Zugleich bekam die ehemalige Heilanstalt Zwiefalten seitens des Stuttgarter Innenministeriums ab 1939 mehrere unterschiedliche Funktionen zugeordnet: Beispielsweise wurde sie zur Sammeleinrichtung für jüdische Psychiatriepatient*innen aus Württemberg. Die Ausstellung fokussiert deutlich auf lokale und regionale Aspekte des Nationalsozialismus, auch um die Geschichte vor Ort greifbarer zu machen.

Die Geschichte der Zwiefalter Heilanstalt im Nationalsozialismus ist auch eng mit derjenigen der badischen Psychiatrie verflochten. Dies betrifft nicht nur die „Aktion T4“ und die Tötungsanstalt Grafeneck. Zwiefalten wurde auch für mehrere badische Anstalten, unter diesen die Heil- und Pflegeanstalt bei Konstanz, zur „Zwischenanstalt“. Im September 1939 wurde die badische Pflegeanstalt Rastatt mit rund 600 Patient*innen und mitsamt Personal nach Zwiefalten „evakuiert“. Sie wurden ab Februar 1940 die ersten Menschen, die von Zwiefalten aus nach Grafeneck deportiert und ermordet wurden.

Die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ steuert lokal vorhandene Informationen zu Menschen aus Konstanz bei, die über die „Zwischenanstalt“ Zwiefalten nach Grafeneck deportiert wurden.
 
Ausstellungszeitraum: 21. Januar – 1. März 2026
Öffnungszeiten: Di. – Fr. 10 – 18 Uhr / Sa., So. und Feiertag: 10 – 17 Uhr
Ort: Kulturzentrum am Münster – Gewölbekeller, Wessenbergstraße 43, 78462 Konstanz

Beschreibung des Gewölbekellers:

Der historische Gewölbekeller mit seinen mittelalterlichen Bauelementen bietet einen einmaligen Rahmen für zeitgenössische Kunst im Kulturzentrum am Münster. Er ist Projektraum für Gespräch, Austausch und künstlerische Reflexion und Treffpunkt für Kunstinteressierte und KünstlerInnen.

Als 1998 der Neubau des Kulturzentrum am Münster entstand, wurden im Foyer sowie im Untergeschoss Teile der alten Bausubstanz des Kellers integriert. Erhalten sind die heute noch über einen Kellerhals von der Katzgasse aus, sowie über das im Inneren des Gebäudes liegende Treppenhaus zugänglichen Kellergewölbe. Der fast quadratische Keller weist ein großes Kreuzgratgewölbe auf; das Wackenmauerwerk wurde immer wieder ergänzt und erneuert. Genutzt wurde er wohl als Kohlenkeller und Lagerraum.

Heute bietet der historische Gewölbekeller mit seinen mittelalterlichen Bauelementen auf etwa 70 m² einen einmaligen Rahmen für zeitgenössische Kunst im Kulturzentrum am Münster. Auf Grund seines außergewöhnlichen Charakters hat der Raum sich zu einem beliebten Ausstellungsraum in der Stadt entwickelt. Der Gewölbekeller steht für Kunstschaffende der freien Kulturszene aus Konstanz und der Region für Kunstprojekte zur Verfügung.

Veranstalter der Ausstellungen ist das Kulturamt der Stadt Konstanz, das gemeinsam mit den beteiligten Künstlern und Künstlerinnen die besonderen Zusammenspiele von Raum und Kunst entwickelt. Einen mittelalterlichen Gewölbekeller mit moderner Kunst zu bespielen, ist herausfordernd und reizvoll zugleich. So sind die Ausstellungen im Gewölbekeller unter dem Motto »Kunst im Gewölbe« ebenso künstlerische Auseinandersetzung mit dem historischen Raum selbst. Dieser dient ebenso als Projektraum für Gespräch, Austausch und künstlerische Reflexion und ist Treffpunkt für Kunstinteressierte und Kunstschaffende.

Als zentraler Ort in der Stadt leistet der Gewölbekeller in Zeiten wachsender Mobilität der Menschen einen kleinen Beitrag zur Verortung von Kunst und Kultur in einem lokalen Umfeld. Das wiederum trägt zur Identifikation mit der eigenen Stadt, zur Orientierung und zu einem Gefühl von Sicherheit und Gemeinsamkeit bei.