Jungerhalde-West wird umgesetzt
Modellquartier für bezahlbaren Holzbau
Das Konzept für das Neubauquartier haben Stadt Konstanz, WOBAK und HTWG im Rahmen der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg entwickelt. Ziel ist es, unter realen Rahmenbedingungen geförderten Wohnungsbau in Holz wirtschaftlich tragfähig zu entwickeln.
Dazu wurden unterschiedliche Entwurfskonzepte und Holzbausysteme bewertet, Grundrisse optimiert und Anforderungen aus Architektur, Tragwerk, Bauphysik, Brand- und Schallschutz, technischer Gebäudeausrüstung und Energiekonzept zusammengeführt. Die Erkenntnisse sind in die städtebauliche Planung und den Bebauungsplan eingeflossen.
Ziel war, die Rahmenbedingungen des Seriellen Bauens auszuloten, um kostengünstigen, nachhaltigen und geförderten Wohnungsbau in Holz konkurrenzfähig zu entwickeln. Die Ergebnisse des Förderprojektes und weitere Infos zum Projekt gibt es über die Website der Stadt Konstanz.
Rund 130 förderfähige Wohnungen
Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst eine Fläche von ca. 2,23 ha. Das Grundstück liegt als Siedlungsarrondierung am Ortsausgang von Allmannsdorf, westlich angrenzend an das Garten-Center Spiegel. Zwei Drittel der Fläche stehen für die bauliche Entwicklung zur Verfügung; das verbleibende Drittel bildet den Übergang zur freien Landschaft. Es wird von Bebauung frei bleiben und durch ökologische und grüngestalterische Maßnahmen aufgewertet werden.
Auf dem zu bebauenden Grundstücksteil sind zehn Wohngebäude sowie ein kombiniertes Feuerwehrgeräte- und Quartiersparkhaus vorgesehen. Insgesamt sollen ca. 130 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von ca. 9.000 m² entstehen. Die Grundrisse sind so geplant, dass alle Wohnungen förderfähig sind. „Die Jungerhalde-West wird einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Konstanzer mit bezahlbarem Wohnraum leisten“, so WOBAK-Geschäftsführer Jens-Uwe Götsch.
Hoher ökologischer Anspruch
Der ökologische Anspruch des Quartiers zeigt sich nicht nur in der geplanten Holzbauweise. Das integrierte Mobilitätskonzept umfasst neben den Kfz-Stellplätzen im Quartiersparkhaus auch rund 300 Fahrradstellplätze, von denen jeweils etwa zehn Prozent für Lastenräder und Besucherfahrräder außerhalb der Wohngebäude errichtet werden sollen.
Das Quartier kann zentral oder dezentral über Wärmepumpen mit Trinkwarmwasser und Wärme versorgt werden. Voraussichtlich werden die Gebäude im ambitionierten Standard „Effizienzhaus 40“ errichtet.
Mit dem Abschluss des Forschungsprojekts und der nun erfolgten planungsrechtlichen Grundlage des Bebauungsplans soll das Projekt in seine praktische Umsetzung gebracht werden. In den nächsten Planungsschritten werden die technischen Details, die Wahl der Energieversorgung, die Holzbausysteme und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit weiter konkretisiert. Ab 2028 kann jetzt die Umsetzung des Quartiers starten.
