Neues Neurozentrum am Hegau-Bodensee-Klinikum Singen

Zum 1. November 2026 gründet das Hegau-Bodensee-Klinikum Singen ein Neurozentrum. Neurologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie bündeln darin ihre Kompetenzen für die Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems.

Vier Männer in weißen Arztkitteln in einem Raum mit medizinischen Apparaturen
Chefarzt und Direktor des Zentrums für Diagnostische und Interventionelle Radiologie Prof. Dr. med. Markus Juchems, Leitender Arzt Sektion Neuroradiologie Prof. Dr. med. Fatih Seker, Chefarzt Neurologie Prof. Dr. med. Christof Klötzsch, Chefarzt Neurochirurgie Prof. Dr. med. Sven Gläsker. Bild: GLKN

Das Hegau-Bodensee-Klinikum (HBK) Singen gründet zum 1. November 2026 ein Neurozentrum. Darin arbeiten die Klinik für Neurologie unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Christof Klötzsch, die Klinik für Neurochirurgie unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Sven Gläsker und die Sektion Neuroradiologie unter Leitung von Prof. Dr. Fatih Seker künftig noch enger zusammen. Die Neuroradiologie ist Teil des Zentrums für Diagnostische und Interventionelle Radiologie unter Leitung von Chefarzt und Direktor Prof. Dr. Markus Juchems.

Wenn ein Gefäß im Gehirn plötzlich verstopft oder platzt, nach einem Unfall Kopf oder Wirbelsäule verletzt sind oder eine Erkrankung über Jahre Denken und Bewegung beeinträchtigt: In all diesen Situationen kann es entscheidend sein, dass Neurologen, Neurochirurgen und Neuroradiologen schnell und abgestimmt zusammenarbeiten. Im Neurozentrum am HBK greifen die dafür notwendigen Fachdisziplinen ineinander – im Notfall ebenso wie bei geplanten Behandlungen.

Prof. Dr. Christof Klötzsch, Chefarzt der Klinik für Neurologie, sagt: „Für Patientinnen und Patienten ist entscheidend, dass bei komplexen neurologischen Erkrankungen die richtigen Spezialisten früh zusammenkommen. Ob eine medikamentöse Behandlung, ein Kathetereingriff oder eine Operation notwendig ist, lässt sich oft nur im Zusammenspiel der verschiedenen Fachrichtungen beurteilen. Genau dafür schafft das Neurozentrum die passenden Strukturen.“

Gemeinsame Behandlungspfade, regelmäßige fachübergreifende Konferenzen und ein enger Austausch sollen dazu beitragen, auch komplexe Erkrankungen möglichst umfassend vor Ort zu behandeln. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das kurze Abstimmungswege und klare Entscheidungen sowohl im akuten Notfall als auch bei einer geplanten Behandlung. Bei neurologischen Notfällen ist dabei insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der Zentralen Notaufnahme ein wichtiger Bestandteil der Versorgung. Dadurch können notwendige Schritte schneller aufeinander abgestimmt und Verlegungen in weit entfernte Zentren in vielen Fällen vermieden werden.

Die Gründung des Neurozentrums ist der nächste Schritt in der gezielten Weiterentwicklung des HBK. In den vergangenen Jahren wurden dort wichtige spezialisierte Strukturen aufgebaut und erweitert: Neben der etablierten Klinik für Neurologie mit spezialisierter Schlaganfall-Einheit (zertifizierter Stroke Unit) wurde die Neurochirurgie zu einer eigenständigen Klinik weiterentwickelt und die interventionelle Neuroradiologie etabliert. Rund 800 Schlaganfallpatientinnen und -patienten werden jährlich auf der Stroke Unit umfassend versorgt.

Das Neurozentrum gewinnt auch mit Blick auf die Veränderungen der Krankenhauslandschaft an Bedeutung. Das Land Baden-Württemberg setzt in der Restrukturierungsprozess auf stärker spezialisierte Leistungsangebote, definierte Qualitätsvoraussetzungen und die Vernetzung von Klinikstandorten. Neurologie mit der Stroke Unit, Neurochirurgie und Neuroradiologie gehören dabei ausdrücklich zu den komplexen Versorgungsleistungen, die auf Ebene größerer Versorgungsregionen geplant werden.

Prof. Dr. Moritz Wente, Direktor Medizin und Pflege des GLKN, sagt: „Mit dem Neurozentrum stärken wir den Standort Singen gezielt für eine Medizin, die zunehmend Spezialisierung und enge fachübergreifende Zusammenarbeit verlangt. Gleichzeitig denken wir die Versorgung verbundweit und beziehen die Kompetenzen des Klinikums Konstanz mit ein. So schaffen wir eine Struktur, die den Anforderungen der künftigen Krankenhauslandschaft gerecht wird und die neurologische Versorgung in unserer Region langfristig stärkt.“

Mit dem Neurozentrum führt der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz die medizinische Schwerpunktbildung am HBK Singen weiter fort. Ziel ist es, spezialisierte neurologische, neurochirurgische und neuroradiologische Kompetenz für die Menschen in der Region eng miteinander zu verbinden und zugleich die Zusammenarbeit innerhalb des gesamten Gesundheitsverbunds weiterzuentwickeln

(Erstellt am 29. Oktober 2026 12:39 Uhr / geändert am 29. Oktober 2026 12:48 Uhr)