Altstadt

Baumbeschriftungen

Foto: Claudia Zimmer (CH-Wetzikon)

der speicher

Künstlerin: Rebecca Koellner (*1968)
Entstehung: 2022
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten, hinter dem Bootsverleih (Altstadt)

Die Zeichenmotive der Arbeit „der speicher“ leitet die Künstlerin von dem Konzilgebäude Konstanz ab, das ab 1391 für über 500 Jahre als Umschlagplatz von Handelswaren diente. Die lyrischen Texte beziehen sich auf kollektive Gedanken und Erinnerungen und fragen nach: Woraus schöpfen wir Kraft? Wem oder was können wir vertrauen? Wie kann uns die kollektive und persönliche Geschichte unterstützen, die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu bewältigen? Koellners erste eigenen lyrischen Texte an Bäumen entstanden unter dem Titel „Jil“ in Konstanz im Jahr 2016. 2020 folgte die Serie „Tag und Nacht“. Hier arbeitete sie zum ersten Mal mit einer Nachleuchtfarbe, die auch bei „der speicher“ zum Einsatz kam. Diese Farbe speichert tagsüber das Licht und leuchtet dadurch im Dunkeln.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Über die Gewohnheit, nach Michel de Montaigne

Künstler: Rebecca Koellner (*1968)
Entstehung: 2014
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten (Altstadt)
 
Die Beschriftungen der Bäume im Stadtgarten und an der Seestraße gehören zu einer dreiteiligen Werk: Die Künstlerin bezieht sich hier auf den Philosophen Michel de Montaigne (1533–1592) und die Schriftstellerin Virginia Woolf (1882–1941). Von beiden ließ sich die Künstlerin zum Thema Gewohnheit inspirieren. Ebenso wie Montaigne hinterfragt sie in Form von Textzeilen, die den literarischen Werken von Montaigne und Woolf entstammen, unsere Haltung zu Menschen, Tieren und Pflanzen. Die Texte wurden mit „Arbo-Flex“, einer Stammschutzfarbe, auf die Baumstämme aufgetragen.

Brunnen

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Blätzlebrunnen

Künstler: Ernst Thomann (*1910 - †2009)
Baujahr: 1968
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Augustinerplatz 
 
Der Brunnen erinnert mit verschiedenen Figuren in typischen Narrenhäs an die große Bedeutung der Fasnacht in Konstanz. Dargestellt sind ein Blätzlebue mit Laterne und Narrenpritsche in den Händen, ein kleiner Blätz sowie ein Hemdglonker, der in Richtung Rathaus eine lange Nase macht. Der Brunnen wurde durch Stadt, BürgerInnen und Blätzlebuebezunft finanziert.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Kaiserbrunnen

Künstler: Hans Baur, Bildhauer (*1829 - †1897)
Neugestaltung: Ehepaar Rumpf
Baujahr: 1897
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Marktstätte (Altstadt)

Hier auf der Marktstätte stand bereits zuvor ein Brunnen, der jedoch ersetzt werden musste. Dieser zeigte ursprünglich vier Kaiserstandbilder, die die vier deutschen Dynastien vertraten: Heinrich III. (Salier), Friedrich Barbarossa (Hohenstaufen), Maximilian I. (Habsburg) und Wilhelm I. (Preußische Hohenzollern). Sein heutiges Aussehen erhielt der Kaiserbrunnen erst im Zuge der Neugestaltung. Der ursprüngliche Figurenschmuck wurde im Zweiten Weltkrieg abgebaut und als Material für die Rüstungsindustrie genutzt. In der heutigen Gestaltung sind zahlreichen Anspielungen auf die Konstanzer Vergangenheit zusehen, wie beispielsweise ein dreiköpfiger Pfau, jeder Kopf gekrönt mit einer Tiara. Dieser bezieht sich auf die Zeit vor dem Konstanzer Konzil, als drei Päpste gleichzeitig Anspruch auf den Heiligen Stuhl erhoben. Bei den karikaturesken Kaiserporträts handelt es sich heute um Otto den Großen, Friedrich Barbarossa und Maximilian I. Die vierte Nische zeigt jedoch nicht mehr Preußens Kaiser Wilhelm I. sondern eine fast geschlossene, zweiflügelige Tür mit einer Friedenstaube davor.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Karl-Steuer-Brunnen

Künstler: Kurt Grabert
Baujahr: 1998
Standort: Wessenbergstraße/Zollernstraße 
 
Während der deutschen Revolution 1848/49 rief der Mannheimer Advokat Friedrich Hecker am 12. April 1848 das liberale Bürgertum zum Sturm gegen die Residenz in Karlsruhe auf. Unter seiner Führung zogen der heute sogenannte „Heckerzug“ von verschiedenen Orten Südbadens aus in Richtung Karlsruhe los und sollte eine zentrale Revolution anstoßen. Der Aufstand scheiterte jedoch. Der Heckerzug wurde in einzelnen Gefechten bei Kandern, Freiburg und Steinen niedergeschlagen. Hecker und viele AnhängerInnen flohen in die Schweiz, einige von ihnen wanderten später nach Amerika aus. Trotz des Scheiterns und der Flucht wurde vor allem Friedrich Hecker zum Symbol des südwestdeutschen Strebens nach Freiheit. Das Relief am Balkon des Bürgersaals stellt diese revolutionären Ereignisse dar. Allerdings ist unklar, ob Hecker dort tatsächlich die erste deutsche Republik ausrief.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Konstanzer Triumphbogen

Künstler: Peter Lenk (*1947)
Baujahr: 1991
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Untere Laube auf der Höhe Torgasse (Altstadt)
 
Der „Konstanzer Triumphbogen“ auch bekannt als „Lenk-Brunnen“ wurde wie die Imperia nicht ohne Kritik angenommen. Der Brunnen ist mit verschiedenen Figuren geschmückt, darunter menschliche Erdferkel, Babys, grimmige Alte, Rocker, eine leichtbekleidete Fischerin, aber auch ein Bischof und eine beleibte Matrone. Insgesamt gibt es 30 Figuren zu entdecken, die realen, zum Zeitpunkt der Entstehung oft noch lebenden Vorbildern nachempfunden sein sollen. So kann man auch den im Konstanzer Konzil abgesetzten Papst Johannes XXIII. mit einer Kutsche umstürzen sehen. Zum Unmut der Kirchen fallen mit ihm auch zwei nackte Hübschlerinnen, die zur Zeit des Konzils übliche Bezeichnung einer Prostituierten, aus der Kutsche. Die satirischen Figuren spielen aber auch auf den Autoverkehr in der Stadt an. Sein Standort auf dem Mittelstreifen der Hauptdurchgangsstraße „Laube“, damals die wichtigste Transitstrecke in die Schweiz, gehört auch heute noch zu den viel befahrenen Straßen der Stadt.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Metzgerle Brunnen

Künstler: Adolf Schmid (*1906 - †1991)
Baujahr: 1980
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Bodanplatz (Altstadt)
 
Das Original der Figur stammt aus dem Jahr 1599 und stand schon an mehreren Orten in der Altstadt, die Bezug zum Beruf des Metzgers hatten. 1924 wurde die Figur an das Rosgartenmuseum übergeben. Der heutige Metzgerle-Brunnen erinnert mit seiner Kopie der Figur an die frühere Nutzung des Bodanplatzes als Rinder- und Fleischmarkt.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Münsterbrunnen

Künstler: Franz Gutmann (*1928)
Erstaufstellung: 1963
Wiederaufstellung: 2015
Standort: Münsterplatz (Altstadt)
 
Die Brunnenschale hat einen Durchmesser von 5 m und ist 40 cm tief. Auf dem Brunnenstock befinden sich waagrecht angebracht zwei Figuren, die Adam und Eva darstellen. Diese sollen an den stetigen Fluss zwischen Leben und Tod erinnern. Die schlichte Brunnenschale fügt sich dezent in das Bild des Münsterplatzes ein und korreliert durch seine waagerechte Form mit dem vertikalen aufstrebenden Münster. Im Zuge der Neugestaltung des Platzes wurde der Brunnen ohne geplante Wiederaufstellung entfernt und für zehn Jahre eingelagert. Viele BürgerInnen wünschten sich den Brunnen jedoch zurück. Dafür sprach auch die Tatsache, dass dort bereits im 16. Jahrhundert ein Brunnen nachgewiesen werden konnte. Es fand sich eine klare Mehrheit für die Wiederaufstellung, die 2015 mit einem kleinen Fest gefeiert wurde

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Trichterbrunnen

Künstler: Uli Blomeier-Zillich(*16.3.1944) und Christoph Blomeier (*24.1.1937)
Baujahr: 1989
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Fischmarkt (Altstadt)
 
Der Brunnen, ein übergroßer Trichter mit Betongestellt, bezieht sich auf die Bezeichnung des Seegebiets vor der Stadt als „Konstanzer Trichter“. Die Bucht erhielt ihren Namen von der trichterförmigen Mündung des Seerheins, die Obersee mit Untersee verbindet. Die Gestaltung des Brunnens mit seinen klaren Linien ist vergleichbar mit dem Fischmarktgebäude nebenan, das ebenfalls von Christoph Blomeier entworfen wurde.

Bushaltestelle

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Chinesische Bushaltestelle

Künstler: Baumeister der Partnerstadt Suzhou
Baujahr: 2007
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Konzilstraße (Altstadt)
 
2004 unterschrieben VertreterInnen der Stadt Suzhou in China und der Stadt Konstanz eine Absichtserklärung, die eine Zusammenarbeit auf den Gebieten Gewässerschutz, Medizin, Berufsausbildung, Kultur und Tourismus sowie eine Kooperation zwischen den Hochschulen vorsieht. Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit beider Städte schenkte Suzhou der Stadt Konstanz eine Bushaltestelle im traditionellchinesischen Pavillon-Stil. Obwohl die Millionenstadt Suzhou erheblich größer als Konstanz ist, gibt es Gemeinsamkeiten: Beide Städte besitzen eine historische Altstadt, liegen nah am Wasser und sind beliebte Reiseziele. Vor allem Wasser ist das Element, das die beiden Städte verbindet und den Ausgangspunkt für die Projektpartnerschaft bildete.

Denkmäler

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Berlinstein

Baujahr: 1977
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Obere Laube, Höhe Schnetztor 

Berlinsteine finden sich in vielen westdeutschen Städten und dienten im Kalten Krieg als Zeichen der Verbundenheit mit Berlin. Der Stein gibt die zur damaligen Zeit kürzeste Entfernung von Konstanz in die Hauptstadt an. Diese beträgt 727 km und ist als Inschrift festgehalten. Der Standort wurde bewusst gewählt, denn BesucherInnen aus der Schweiz sollten den Stein bei ihrer Einreise als Erstes erblicken. In der Zeit vor der Wiedervereinigung erschien Berlin als gesamtdeutsche Hauptstadt undenkbar. Das politische Geschehen war damals derart aufgeheizt, dass ein solches Zeichen der Verbundenheit als nötig angesehen worden war.
 

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Elserdenkmal

Künstler: Markus Daum
Baujahr: 2009
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Schwedenschanze 10, Garten des Sozialzentrums von Wessenberg 
 
Johann Georg Elser (1903–1945) führte am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein Sprengstoffattentat auf Adolf Hitler und nahezu die gesamte nationalsozialistische Führungsspitze aus. Dieses scheiterte allerdings knapp. Nach dem fehlgeschlagenen Attentat versuchte Elser über die grüne Grenze an der Schwedenschanze in Konstanz in die Schweiz zu fliehen. Dort wurde er jedoch festgenommen und gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Konzentrationslager Dachau ermordet. Elser lebte von 1925 bis 1929 in Konstanz. Als Erinnerung an den Widerstandskämpfer wurde 2009 die Büste Elsers im Garten des Sozialzentrum Wessenberg errichtet und trägt die Inschrift „Ich habe den Krieg verhindern wollen“.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Handloser-Denkmal

Künstler: Prof. F. Dietsche
Baujahr: 1907
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten 
 
Die seitlich vergoldete Stele zeigt auf der Vorderseite ein Relief mit einer Inschrift: „Dem Andenken Handlosers gewidmet“. Nachträglich folgte in den 80er-Jahren die Ergänzung „Königlicher Musikdirektor und Leiter der 114er- Regimentsmusik 1872–1905“. Der Musikdirektor war bereits zu Lebzeiten sehr beliebt. Man wollte ihm nach seinem Tod im Jahr 1905 ein durch Spenden finanzierte Gedenktafel setzen. Es folgte eine regelrechte Spendenflut und statt der geplanten Tafel konnte das Denkmal im Stadtgarten nahe des Musikpavillons errichtet werden, in dem die beliebten Sonntagskonzerte unter Leitung Handlosers stattfanden. Der Musikpavillon wurde in den 30er-Jahren durch die heutige Konzertmuschel ersetzt.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Hieronymus von Prag Gedenktafel

Entstehung: 1883
Standort: Obere Laube 73
 
Der böhmische Reformator Hieronymus von Prag teilte das Schicksal von Jan Hus. Auch er wurde 1415/16 aufgrund seiner ketzerischen Haltung zur Kirche eingekerkert und im Mai 1416 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Gedenktafel hängt heute an dem Haus, in dem er eingesperrt worden war. Wie bei der zur Gedenktafel für Jan Hus am Haus des Hus-Museums ist auch hier ein Bild des Reformators von Inschriften in Tschechisch und Deutsch umrahmt. Diese gibt an, dass die Gedenktafel 1883 von Landsleuten gestiftet wurde und sich hier der Kerker des „böhmischen Reformators Mag. Hieronymus von Prag im Jahre 1415-1416“ befand.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Jan Hus Denkmal

Künstler: Adéla Kaèabová
Baujahr: 2015
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Untere Laube, Höhe Lutherkirche (Altstadt)
 
Zur Zeit des Konstanzer Konzils befand sich hier in der Nähe ein Stadttor, durch das Jan Hus und Hieronymus von Prag auf ihrem Weg zu ihrer Hinrichtungsstätte geführt wurden. Anlässlich des 600. Jahrestages der Verbrennung von Jan Hus bereiteten Studierende der Mittelschule für Steinmetzkunst und Bildhauerei im tschechischen Hořice Entwürfe für Denkmäler vor. Die Stadt Konstanz wählte daraus die Skulptur der damals 21-jährigen Adéla Kačabová aus Nová Paka mit dem Titel „Der Weg zur Versöhnung“ aus.
Bei Messen war es zu dieser Zeit üblich, dass die Gläubigen nur die Hostie, also das Brot, das den Leib Christi symbolisierte, empfingen. Den das Blut Christi symbolisierenden Wein durften nur Priester empfangen. Die Idee der Kelchkommunion kam von Hus‘ Freund und Prediger Jakoubek aus Stříbro in der Zeit, als Jan Hus schon in Konstanz war. Während der hussitischen Messen wurde also auch Laien Wein gespendet – und der Kelch wurde zum Symbol der Hussiten. Die Stele ist ein Geschenk der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche an die Stadt Konstanz.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Jan Hus Gedenktafel

Entstehung: 1878
Standort: Hussenstraße 64
 
Die Gedenktafel der Fassade des Hus-Museums stammt aus dem 19. Jahrhundert. Neben einem Bild von Jan Hus trägt sie die Inschrift „Gewidmet von seinen Landsleuten 1878“ und „Herberge des böhmischen Reformators Mag. Johannes Hus im Jahre 1414“ in Deutsch und Tschechisch. Eine ähnlich gestaltete Tafel erinnert an der UnterenLaube an Hus‘ Mitstreiter Hieronymus von Prag . Das Fachwerkhaus am Schnetztor, in dem sich das Hus-Museum befindet, war der Überlieferung nach die Herberge von Johannes Hus vor seiner Verhaftung im November 1414. Das Hus-Museum zeigt seit 1980 die Dauerausstellung über Jan Hus, der in Konstanz an vielen Orten präsent ist.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal

Künstler: Emil Einhart (†1881)
Baujahr: 1879-1880
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten (Altstadt)
 
Die Kolossalbüste des deutschen Kaisers Wilhelm I. aus carrarischem Marmor war ein Geschenk des Bildhauers Emil Einhart zur Einweihung des Stadtgartens 1879. Sie stand jedoch zunächst im Rathaushof, bis sie 1880 ihren heutigen Standort im Stadtgarten erhielt. Hier wurde sie auch um den Sockel ergänzt, gestiftet vom Konstanzer Verschönerungsverein. Die Büste zeigt den deutschen Kaiser in antiken Gewändern, welche damals als Zeichen der Verehrung galten.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Obelisk zum Gedenken an Konstanzer NS-Opfer

Standort: Bahnhofstraße Ecke Sigismundstraße 
Entstehungsjahr: 2004

Der Obelisk wurde zur Erinnerung an während des Nationalsozialismus ermordeten Konstanzer Jüdinnen und Juden in der Nähe der alten Synagoge aufgestellt. Auf ihm befindet sich neben den Namen der Opfer auch die Inschrift „Am 22. Oktober 1940 wurden 108 jüdische Einwohner von Konstanz nach Frankreich in das Internierungslager Gurs deportiert. Von dort wurden diejenigen, die noch am Leben waren, ab August 1942 in die Konzentrationslager Auschwitz und Sobibor abtransportiert und ermordet.“ Diese Inschrift ist in Deutsch, Englisch, Französisch und Hebräisch verfasst.

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Partnerschaftssäule

Künstler: Thomas Schreiner (*1969)
Baujahr: 1997
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten
 
Mit etwas Abstand zur Büste von Kaiser Wilhelm I. wurde 1997 die Partnerschaftssäule aufgestellt. Der Bildhauer Thomas Schreiner schenkte der Stadt das Werk, das die Städtepartnerschaften der Stadt Konstanz symbolisiert. Auf der Infotafel vor der Säule sind die Partnerstädte benannt und auf der Stele ihre Wappen abgebildet. Das Wappen der Stadt Konstanz liegt auf einem Musiknotenband und steht für den auf Zusammenhalt durch Musik und Freundschaft.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Stolperstein

Initiator: Gunter Demning
Baujahr: seit 2005
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer
 
Seit 2005 verlegt die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ Gedenksteine in der Stadt, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Die quadratischen Tafeln aus Messing mit abgerundeten Ecken und Kanten wurden händisch mit Schlagbuchstaben eingefügten Lettern beschriftet. Sie werden von einem Betonwürfel mit einer
Kantenlänge von 96 × 96 mm und einer Höhe von 100 mm getragen. Die Verlegung der Steine findet üblicherweise vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der Verfolgten statt. In Konstanz wurden bisher 309 Stolpersteine (Stand August 2026) in der Innenstadt und in den Stadtteilen verlegt – jährlich kommen neue hinzu. Eine Karte mit allen Orten gibt es unter www.stolpersteine-konstanz.de. Die ehrenamtliche Arbeit der Initiative wird von der Stadt Konstanz finanziell gefördert.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

WAHRHEIT - Jan Hus Denkmal

Künstler: Jerry Koza, Adam Jirkal und Martin Papcún
Baujahr: 2015
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Sankt-Stephans-Platz 17, Bürgersaal (Altstadt)
  
„Wahrheit. Za Pravdu.“ – Diese Worte werfen ihren Schatten auf die Fassaden des ehemaligen Franziskanerklosters in Konstanz und an die Bethlehemskapelle in Prag. Das Werk besteht aus einem an der Fassade befestigten Tableau mit Blöcken, aus denen die jeweiligen Buchstaben ausgefräst wurden. Der Konstanzer Teil des Kunstwerks wurde anlässlich des 600. Jahrestages der Verbrennung von Jan Hus und zum Gedenkens daran enthüllt. Das Prager Gegenstück mit den Worten „Za Pravdu“ wurde kurze Zeit später eingeweiht.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Zeppelindenkmal

Künstler: Karl Albiker (*16.6.1878 Ühlingen - †26.2.1961 Ettlingen)
Baujahr: 1920
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Gondelhafen 

Das Denkmal wurde anlässlich des Gedenkens an Graf Ferdinand von Zeppelin, Ehrenbürger der Stadt Konstanz, in Auftrag gegeben. Es stellt Wieland den Schmied, eine germanische Sagengestalt dar. Zeppelin verstarb 1917 in Berlin und wurde u.a. wegen seinem Beitrag zu den Luftangriffen im ersten Weltkrieg als Nationalheld verehrt. Aus vielen Bewerbungen wurde die Skulptur des Rodin-Schülers Karl Albiker ausgewählt. Wieland der Schmied, dem griechischen Dädalus ähnelnd und der durch mutiges und kluges Handeln die Feinde und Lüfte bezwingt, wurde damals als Symbol für einen deutschen Helden und damit als passendes Denkmal für Zeppelin angesehen. Heute kann die Figur auch kritisch betrachtet werden: In der Sage wird Wieland von König Nidhad gefangen um Schmiedearbeiten herzustellen. Damit dieser nicht fliehen kann, werden ihm die Sehnen in den Kniekehlen durchtrennt. Aus Rache vergewaltigt Wieland daraufhin die Tochter des Königs, tötet dessen Söhne und entkommt mithilfe selbstgeschmiedeter Flügel.

Fresken

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Blätzlebuebe

Künstler: Lothar Zwintscher (Restauration)
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Schnetztor 
 
Bei der Restauration des Schnetztors in den 80er-Jahren wurden Freskofragmente eines pausbäckigen Engels freigelegt. Die Konstanzer Blätzlebuebe-Zunft beauftragte daraufhin den Maler und Grafiker Lothar Zwintscher die Fresken wiederherzustellen. Da sich auf der anderen Seite ebenfalls Farbspuren fanden, die auf ein zweites Bild hinwiesen, kopierte Zwintscher den wiedergefundenen Engel spiegelverkehrt. So wachen nun zwei Blätzlebuebe über der Tordurchfahrt des Schnetztores, das die südlichste Stadtbegrenzung des 14. Jahrhunderts markiert und heute Heimat der Konstanzer Blätzlebuebe-Zunft ist. 

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Rathaus Fassaden-Fresken

Künstler: Ferdinand Wagner (*1819 - †1881) & Hermann Fröschle (Gehilfe)
Entstehungsjahr: 1593
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Rathaus, Seite Kanzleistraße 
 
Die bilderreiche Fassade des Rathauses ist Teil fast jeder Stadtführung. Auch wenn die Fassade bereits 1593 im venezianischen Renaissance-Stil umgestaltet wurde, entstanden die historischen Fresken erst 1864. Hier sind Szenen und Personen aus der Stadtgeschichte dargestellt. So ist neben den Porträts von Ambrosius Blarer, Ulrich Zasius, Ignaz Heinrich von Wessenberg und Marie Ellenrieder auch ein Bilderfries abgebildet, das den Friedensschluss Friedrich Barbarossas mit den Städten der Lombardei (Frieden von Konstanz 1183), den Besuch Friedrichs II. (1212), die Belehnung des Hohenzollern Friedrich mit der Mark Brandenburg (1417), sowie den Kampf der protestantischen Stadtbevölkerung gegen die Truppen des katholischen Kaisers Karls V. (1548) zeigt.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Weberfresken

Entstehungszeit: 14. Jh.
Standort: Münsterplatz 5 im Haus zur Kunkel
 
In der Stube im zweiten Obergeschoss zeigt vom Eingang aus gesehen die linke Wand den Zyklus der Weberinnen, dessen Freilegung 1864 bekannt wurde. Der Zyklus der Weberfresken gab dem Gebäude „Zur Kunkel“ seinen Namen: Als „Kunkel“ wird im süddeutschen Raum ein Spinnrocken, ein Teil des Spinnrades, bezeichnet. Ein solcher ist mehrfach in den 21 Bildfeldern zu sehen, die verschiedene Arbeitsschritte und Werkzeuge des Textilproduktion zeigen. Auf der gegenüberliegenden Wand der Weberfresken wurde 1936 die Bildererzählung eines Ritterromans wiederentdeckt. 1988 konnte dieser als Parzival-Zyklus bestimmt werden, leider ist er nicht so gut erhalten wie die Weberfresken. Zu sehen sind Episoden aus dem Leben des Parzival aus den Büchern zwei bis sechs des insgesamt 16 Bände umfassenden Werkes von Wolfram von Eschenbach. Das Haus zur Kunkel ist heute das einzige Gebäude mit erhaltenen Wandmalereien zu dieser Geschichte.

Installationen

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Circus Maximus

Künstler: Karl-Heinz Brasch
Baujahr: 2011
Standort: Rathaus Innenhof

„Circus Maximus“ ist ein kinetisches Kunstwerk, das aus weggeworfenen oder aussortierten Dingen hergestellt ist. Das Kunstwerk aktiviert sich per Bewegungsmelder und bildet verschiedene Konstanzer Themen ab, wie zum Beispiel den See, die Fasnacht, das Sea Life Center und das Rathaus. Die Skulptur wurde auf der Brunnenverkleidung installiert.

© Kulturamt Konstanz 

Licht - frisch geschnitten

Künstler: Markus Brenner (*1963)
Baujahr: 2010
Eigentümer: Union Investment
Standort: Lago, Bodanstraße 1, Aufzug

Im Konstanzer Einkaufszentrum Lago wird der Aufzug zum Projektor: Die zwei gläsernen Fahrstühle projizieren mit ihrem Licht Formen und Figuren auf eine Flanke aus Metall. Durch die Löcher in der Metallverblendung fällt Licht auf die Außenhaut der Aufzugsverglasung und während der Fahrt kann man Formen, Gesichter, Vögel oder Strichcodes erkennen. Auch Fische lassen sich entdecken – ein bekanntes Motiv des Künstlers. Die Kunstinstallation bietet dabei eine kleine Pause von Kommerz und die Gelegenheit, im Einkaufstrubel mal abzuschweifen.

Kruzifixe

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Kruzifix in der Hieronymusgasse

Baujahr: 1923
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Hieronymusgasse
 
Das 4,15 m hohe, aus Forlenholz gefertigte Kruzifix mit dem 1,16 m hohen Christuskorpus gehörte einst zu der Pfarrkirche St. Paul und dem angrenzenden Kirchfriedhof, der durch die Auflösung der Pfarrei 1813 geschlossen wurde. Das Friedhofskreuz blieb jedoch noch 90 Jahre bestehen und wurde dadurch zum Wegkreuz. 1923 musste das Kreuz aufgrund fortschreitender Verwitterung ersetzt werden. AnwohnerInnen sammelten damals zusammen mit dem Pfarramt St. Stephan 16.000 Reichsmark für ein neues Kruzifix, das an Ostern 1923 aufgestellt wurde. Bis heute wurde das Kreuz mehrfach restauriert und steht unter Denkmalschutz. Die letzte Restaurierung wurde 2013 von der Kolpingfamilie initiiert.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Kruzifix in der Torgasse

Eigentümer: Land Baden-Württemberg
Standort: Ecke Torgasse/ Laube 
 
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts stand das aus Holz gefertigte Kreuz mit seinem spätbarocken Korpus an der Straße, über die die Trauerzüge zum Schottenfriedhof zogen. Das Totenkreuz galt als Zeichen der Erlösung. Das genaue Entstehungsjahr ist unbekannt. In den 20er-Jahren musste das Kruzifix einem Turnplatz weichen und wurde an die Ecke Torgasse / Laube versetzt. Neue Aufmerksamkeit erhielt das Kreuz in den 90er-Jahren, als Nonnen es mit einem Tuch verhängten, um gegen den neu aufgestellten und umstrittenen Lenk-Brunnen zu protestieren: Der Heiland sollte den Anblick des Brunnens nicht ertragen müssen.

Reliefs

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Fischweib

Künstler: Werner Gürtner (*1907 - †1991)
Baujahr: 1957
Standort: Fischmarkt 2, neben dem Alten Konstanzer Rathaus
 
Das Betonbild des Fischweibs war ursprünglich an der Wand des alten Fernmeldeamts am Fischmarkt angebracht. Im Zuge der Neugestaltung des Fischmarkts in den 1980er Jahren wurde das Relief beim Abriss des Gebäudes aufwendig aus der Fassade gelöst und eingelagert. Nach der Neugestaltung wurde es jedoch nicht wieder an einer Fassade angebracht. Erst 2003 wurde das Fischweib wieder in der Nähe des Fischmarkts, neben dem Alten Rathaus direkt am Bahnübergang zum Konzil aufgestellt.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Hecker-Relief

Künstler: Johannes Grützke (*1937)
Entstehungsjahr: 1998
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Bürgersaal, Sankt-Stephans-Platz 17
 
Während der deutschen Revolution 1848/49 rief der Mannheimer Advokat Friedrich Hecker am 12. April 1848 das liberale Bürgertum zum Sturm gegen die Residenz in Karlsruhe auf. Unter seiner Führung zogen der heute sogenannte „Heckerzug“ von verschiedenen Orten Südbadens aus in Richtung Karlsruhe los und sollte eine zentrale Revolution anstoßen. Der Aufstand scheiterte jedoch. Der Heckerzug wurde in einzelnen Gefechten bei Kandern, Freiburg und Steinen niedergeschlagen. Hecker und viele AnhängerInnen flohen in die Schweiz, einige von ihnen wanderten später nach Amerika aus. Trotz des Scheiterns und der Flucht wurde vor allem Friedrich Hecker zum Symbol des südwestdeutschen Strebens nach Freiheit. Das Relief am Balkon des Bürgersaals stellt diese revolutionären Ereignisse dar. Allerdings ist unklar, ob Hecker dort tatsächlich die erste deutsche Republik ausrief.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Stadttheater Halbrelief

Künstler: Franz Xaver Hermann (*1760 - †1839)
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadttheater (Altstadt)
 
Das Halbrelief von Franz X. Hermann am Stadttheater zeigt die Verbannung des Hanswursts von der Bühne. Der Hanswurst war bis Ende des 18. Jahrhunderts eine Figur im Theater, die das eigentliche Stück durch Späße und Albernheiten unterbrach ohne oftmals zur Handlung des Stücks beizutragen. Im Zuge der Aufklärung verschwand das Hanswurst Theater von der Bühne, da das Theater Weiterentwicklung anstrebte und nach Regeln geformte Reime den Späßen des Hanswursts vorzog.

1790 entstand das Relief an der Fassade des Stadttheaters und zeigt seitdem die Verbannung der Figur des Hanswursts von der Bühne. Am unteren Rand des Bildes lassen sich die Spaßmacher erkennen, wie sie von der Bühne fallen. Im Hintergrund bäumt sich das Dichterpferd Pegasus auf und läutet so die Wende in der Theaterkunst ein.

Die Bühne des Konstanzer Stadttheaters gilt als älteste durchgehend bespielte Bühne Deutschlands.

Sgraffito

© Kulturamt Konstanz 

Sgraffitos und Wandbilder


Künstler: Hans Sauerbruch (1910 -1996)
Entstehungszeit: zwischen 1950 und 1990
Standort: verschiedene Orte v.a. in der Altstadt

Hans Sauerbruch zählt zu den renommiertesten KünstlerInnen, deren Werke im öffentlichen Raum in Konstanz zu sehen sind. Von 1950–1990 fertigte Sauerbruch etwa 100 Sgrafittos, die seitdem die Fassaden in der gesamten Stadt zieren. Sgraffiti ist eine Technik, bei der das Motiv in den auf die Wand aufgetragenen Putz geritzt wird. Die plastischen, künstlerischen Reliefs sind vor allem in Italien verbreitet, aber auch in Mitteleuropa zu finden. In Konstanz hat Hans Sauerbruch unter anderem zahlreiche Hausnamen an den Häusern der Altstadt gestaltet.

Skulpturen

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Bello

Baujahr: 2010
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Rathaus Innenhof, Ausgang Blätzleplatz 

Die Skulptur des Hundes war ein Geschenk der Stadt Fontainebleau an die Stadt Konstanz zum 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft im Mai 2010. Der Hund ist eine Replik eines der Hunde, die im Garten des Château de Fontainebleau den Brunnen der Diana, der Göttin der Jagd, umringen. Der Hund symbolisiert damit Freundschaft, Verbundenheit und Treue – ganz im Sinne der Städtepartnerschaft.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Eisenskulptur Fahrradbrücke

Künstler: Jörg Siegele (*1952)
Entstehung: 1991
Standort: Fahrradbrücke 
 
Die Skulptur ist Teil einer Skulpturen-Gruppe, die anlässlich der Einweihung der Fahrradbrücke im Herosé-Park aufgestellt wurde. Diese eine Skulptur fand jedoch ihren Platz nicht wie die anderen im Herosé-Park, sondern auf der anderen Seite der Brücke auf einer kleinen Verkehrsinsel. Auf den aus Holz und Eisen gefertigten Stelen präsentieren sich den BetrachterInnen verschiedene Formen, die spitzen Schnäbeln, Hörnern, Krallen oder Tentakeln ähneln.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Grat-Drehen-Stöcke-Senkrecht-Einfallen-Formationen-Senken

Künstler: Peter Kamm (*1958)
Baujahr: 1996
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten
 
Die Skulptur sollte ein erster Beitrag zur nie realisierten Kunstmeile Konstanz-Kreuzlingen sein. Vor diesem Hintergrund erwarb die Stadt 1996 die Skulptur aus rotem Eifelsandstein. Die raue, an vielen Stellen scheinbar aufbrechende Oberfläche bietet eine spannungsreiche Optik und Raum für Assoziationen. Zunächst auf dem Platz zwischen Yachthafen, Gastronomieund Gewerberäumen in der Hafenstraße aufgestellt, erhielt sie etwa ein Jahr später ihren heutigen Platz südlich im Stadtgarten.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Heilige Familie (alt)

Künstler: Ferdinand Schratt (*1712 - †1779)
Baujahr: ca. 1760
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Wessenbergstraße 41 - Innenhof (Altstadt)
 
Die Heilige Familie im Stil des Rokokos zeichnet sich eine bewegte Körperhaltung und einen stark betonten Faltenwurf der Kleidung aus. Die Figur des Joseph hat eine Höhe von 1,82 m und steht auf einem 48 cm hohen Sockel. Die Heilige Familie stand ursprünglich auf dem Vorplatz zur Mariensäule  zwischen Hofhalde und Pfalzgarten. 1928 wurde die Figurengruppe aufgrund ihres schlechten Zustands – Rorschacher Sandstein ist sehr witterungsanfällig – durch die heutige Skulptur von Jakob Wilhelm Fehrle ersetzt und in den Innenhof des Wessenberghauses verlegt. Im Unterschied zur neuen Figurengruppe, sind die Familie näher zusammengerückt und enger miteinander verbunden.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Heilige Familie (neu)

Künstler: Jakob Wilhelm Fehrle (*1984 - †1974)
Baujahr: 1928
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Hofhalde (Altstadt)
 
Die ab 1928 „neue“ Heilige Familie war Teil des Gesamtkonzepts des Pfalzgartens. Dieser wurde 1989 für die 900-Jahr-Feier des Münsters umgestaltet und die ursprüngliche Treppe entfernt, sodass man nun zu den Figuren aufschauen muss. Die Skulptur besteht aus Beton und fügt sich trotz des moderneren Werkstoffs gut ein. Die eher traditionelle Darstellung der Heiligen Familie unterscheidet sich in ihrer Anordnung von der alten Skulptur. Joseph, mit Beutel in der Hand als Ernährer dargestellt, steht etwas abseits, in Kontrast zur engen Verbundenheit zwischen Mutter und Kind.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Hl. Johannes von Nepomuk

Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Rheintorturm
Entstehungsdatum: 19. Jhd.

Eine Statue des heiligen Johannes von Nepomuk ist jeweils an Stephanskirche, am Münsterkreuzgang, am Rosgartenmuseum und hier am Rheintorturm zu finden. Die Figur ersetzte vermutlich hier am Rheinsteig die Statue, die heute im Münsterkreuzgang steht. Der böhmische Priester Johannes von Nepomuk befand sich mit dem Herzog Wenzel in kirchenpolitischem Streit. Angeblich ließ der Herzog den Geistlichen von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau stürzen, da Nepomuk sich weigerte, ein Beichtgeheimnis an den Herzog zu verraten. Nach seiner Heiligsprechung 1729 durch Papst Benedikt XIII. wurde er zum Schutzpatron von Brücken. Auch in Konstanz führte ursprünglich durch den Rheintorturm die alte Rheinbrücke.

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The Scientists

Künstler: Joep van Lieshout (*1963)
Baujahr: 2002
Eigentümer: HTWG Konstanz
Standort: HTWG Campus
 
Das markante Kunstwerk besteht aus drei großen, orangefarbenen Figuren und steht im Innenhof der HTWG zwischen dem F-Gebäude und der Bibliothek. Die Figuren repräsentieren die verschiedenen Aspekte des akademischen Lernens: die wissenschaftliche Forschung, Reflexion und Entdeckung. Sie können allerdings auch als Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wissenschaftlicher Forschung interpretiert werden.

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Kunstgrenze

Künstler: Johannes Dörflinger (*1941)
Baujahr: 2006-2007
Eigentümer: Stadt Konstanz und Stadt Kreuzlingen
Standort: Grenzübergang Klein Venedig (Altstadt)
 
Mit der Einweihung der Kunstgrenze schrieben die Städte Konstanz und Kreuzlingen ein neues Kapitel ihrer Geschichte und ersetzten den trennenden Grenzzaun durch eine verbindende Kunstinstallation. Die insgesamt 22 jeweils 8 m hohen Skulpturen wurden direkt auf der Grenze bzw. jeweils zwei auf deutschem und Schweizer Gebiet platziert. Die Tatsache, dass die Skulpturen nicht an, sondern tatsächlich auf der Grenze stehen, macht das Projekt einzigartig und zur ersten Kunstgrenze weltweit. Die Skulpturen zeigen die in abstrahierter Form wiedergegeben Trümpfe des Tarots, deren Motive für grundlegende Eigenschaften und Erfahrungswege der menschlichen Existenz stehen. Die Johannes-Dörflinger-Stiftung finanzierte die Skulpturen der Kunstgrenze einschließlich ihrer Beleuchtung und schenkte sie im Rahmen des Einweihungsfestes den Städten Konstanz und Kreuzlingen. Erst 1939, in der Zeit des Nationalsozialismus, wurde die zuvor über Jahrhunderte unbefestigte Grenze mit einem Grenzzaun versehen. Der Grenzabschnitt auf Klein Venedig entstand zwar erst in den 50er- und 60er-Jahren, steht jedoch stellvertretend für die Grenze zwischen den beiden Städten als Ganzes.

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Prometheus

Künstler: Werner Gürtner (*1907 - †1991)
Baujahr: 1959
Standort: Webersteig, an der HTWG Wand zur Rheinseite

Prometheus ist ein Symbol für wissenschaftlichen und technischen Fortschritt und passt damit sehr gut an die Fassade des 1959 neugebauten Hörsaals des damaligen Staatstechnikums Konstanz, der heutigen HTWG Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung. Der Überlinger Künstler gestaltete die Figur flach, um die Materialität der aus Metall bestehenden Skulptur hervorzuheben und eine Betrachtung von der Seite sowie aus der Ferne zu ermöglichen. Von Gürtner stammt auch das Fischweib am Fischmarkt.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Schwurhand

Künstler: Franz Gutmann (*1928)
Baujahr: 1990
Standort: Torgasse im Torbogen zur Laube (Altstadt)
 
Die Bodenskulptur besteht aus Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger, die zum Schwur gespreizt aus dem Boden ragen. Sie verweist auf die vielen gerichtlichen und staatsanwaltlichen Institutionen in der Umgebung. Franz Gutmann schuf ebenfalls den Münsterbrunnen.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Verkehrssäule

Künstler: Burkhard Beyerle (*1930)
Baujahr: 1986
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Neugasse (Altstadt)
 
„Verkehrszeichen-Kunstwerke“ sollten ursprünglich an verschiedenen Orten in Konstanz Aufstellung finden, was aber nie realisiert werden konnte. Damit ist die Verkehrssäule in der Neugasse das einzige individuelle Verkehrszeichen in Konstanz und zeigt hier den Übergang zur Fußgängerzone an. Aufgestellt wurde die Säule nach der Umgestaltung der Neugasse. Die aufgesägten grünen Schaufeln, die die Spitze der Stahlsäule krönen, sollen laut dem Künstler das Ende der Grabungsarbeiten markieren.

© Kulturamt Konstanz 

Taktiles Stadtmodell

Künstler: Egbert Broerken
Baujahr: 2010
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Münsterplatz 

Im Maßstab 1:650 und mit einem Durchmesser von 1,50 m vermittelt das taktile Modell auch sehbehinderten Menschen einen Eindruck der Stadt Konstanz aus der Vogelperspektive durch Ertasten. Der Künstler entwickelte Stadtmodelle wie dieses in Zusammenarbeit mit LehrerInnen und SchülerInnen einer Blindenschule für verschieden Städte in ganz Deutschland. Das Konstanzer Modell ist eine Schenkung des Rotary Club Konstanz.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

WELT-MENSCHEN

Künstler und Eigentümer: Enzo Stragapede (1942*) und Ursula Stragapede-Didra (*1947)
Standorte und Baujahre:
- Hafenstraße 9 vor dem Sea-Life Centre (2002)
- Hafenstraße 2 neben dem Konzilsgebäude (2007)
 
Das Künstlerehepaar Ursula Stragapede-Didra und ihr Mann Enzo Stragapede fertigen gemeinsam die WELT-MENSCHEN, die seit 2002 den öffentlichen Raum der Stadt Konstanz schmücken. Der ersten Aufstellung der Skulpturen am Sea-Life Centre folgten noch einige mehr an verschiedenen Standorten in der Stadt. Auch auf der Insel Reichenau finden sich zwei Werke des Künstlerehepaars. Die WELT-MENSCHEN stehen alle in unmittelbarer Nähe zum See, da die Figuren ein offenes, freies und respektvolles Miteinander symbolisieren. Der See verbindet drei Länder und steht daher selbst für ein Miteinander ohne Grenzen zwischen den Völkern. Die WELT-MENSCHEN demonstrieren diese Verbundenheit der Nationen und sollen im Zeitalter der Globalisierung und der multikulturellen Gesellschaft zu einem friedlichen Zusammenleben der Völker aufrufen. Seit 2009 fertigt das Künstlerehepaar die aus Stahl, Beton und Holz bestehenden Figuren im Haus der WELT-MENSCHEN in der Rauhgasse. Die Malereien entstehen auf Acrylbasis.

Statuen

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Handwerkskammer Figuren

Künstler: W. Deetien
Baujahr: 1914
Eigentümer: Handwerkskammer Konstanz
Standort: Webersteig 3

Die überlebensgroßen Skulpturen vor der Handwerkskammer sind ein der Arbeit gewidmetes Denkmal. Hier stehen keine Adligen oder verdiente BürgerInnen im Mittelpunkt, sondern das Handwerk. Die Figuren verweisen auf die Funktion des Hauses, das früher ein Ausstellungshaus für das heimische Handwerk und dessen Erzeugnisse gewesen ist. Heute befindet sich hier der Hauptsitz der Handwerkskammer Konstanz, die die Interessen aller Handwerksbetriebe in den Landkreisen Konstanz, Rottweil, Tuttlingen, Waldshut und dem Schwarzwald-Baar-Kreis vertritt.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Imperia

Künstler: Peter Lenk (*1947)
Baujahr: 1993
Standort: Konstanzer Hafen (Altstadt)
 
Die 9 m hohe und 18 t schwere Betonfigur „Imperia“, die sich auf dem Sockel des alten Konstanzer Hafenturms in 4 Minuten einmal um sich selbst dreht, sorgte bei ihrer Aufstellung für viel Diskussion. Das Projekt wurde vom Fremdenverkehrsverein und den Bodensee-Schiffsbetrieben angestoßen und im April 1993 im Rahmen eines Hafenfests enthüllt: Die Skulptur zeigt eine spärlich bekleidete Kurtisane mit tiefem Dekolleté und nur notdürftig geschlossenem Umhang. Auf ihren Händen sitzt – nach Aussage des Künstlers – jeweils ein Gaukler: Die linke Figur trägt dabei die Insignien des Papstes und die rechte die des Kaisers. Als Vorlage für die Skulptur diente eine Figur aus der Erzählung von Honoré de Balzac „La belle Impéria“ – eine der vielen Kurtisanen, die sich während des Konstanzer Konzils in der Stadt aufhielten. Heute ist die Imperia ein Wahrzeichen der Stadt. Im August 2025 wurde sie zum Kulturdenkmal ernannt und steht nun unter Denkmalschutz.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Mariensäule

Künstler: Caspar Gras (*1585 - †1674)
Baujahr: 1631
Eigentümer: 1/3 Stadt Konstanz, 1/3 Land Baden-Württemberg, 1/3 Münsterbauverwaltung
Standort: Pfalzgarten Münster (Altstadt)
 
Die Mariensäule im Pfalzgarten wurde im Zusammenhang mit dem Sieg der kaiserlichen und polnischen Heere über die Türkei im Jahr 1683 errichtet und eingeweiht. Auftraggeber war der Bischof Franz Johann von Prassberg. Die Madonna ist dem Ikonentypus der Hodegetria nachempfunden und wurde schon zwei Jahre zuvor für den Mariae-End-Altar im Konstanzer Münster gefertigt. Von dort wurde sie im Rahmen einer Restaurierung entfernt und auf der Säule im Pfalzgarten angebracht. Sie ist mit goldenem Zepter und Krone ausgestattet und hält das Jesuskind im linken Arm, welches wiederum den Reichsapfel als Zeichen der weltlichen Macht in der Hand hält. Die Madonna steht mit einem Fuß auf einer Mondsichel, als Zeichen für den Sieg über die Türkei.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Stadttheater Figuren

Künstler: Paul Diesch (*1884 - †1953)
Baujahr: 1930
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Konzilstraße 11, Dach des Stadttheaters 
 
In den 1930er-Jahren wurde das Gebäude „Stadttheater“ um einen Bühnenturm erweitert. Im Zuge des Umbaus wurden die Figuren auf den Turm, jeweils an die Ecken gesetzt und repräsentieren die Kunst des Schauspiels sowie Musiktheaters. Das Gebäude wurde Anfang des 17. Jahrhunderts als Gymnasium des Konstanzer Jesuitenklosters errichtet. Es hatte eine Aula, die u. a. für Schülertheater genutzt wurde. So gilt die Bühne als älteste durchgehend bespielte Bühne Deutschlands und ist auch heute noch die Hauptspielstätte Spielstätte des Theater Konstanz.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Standbilder am Rheinsteig

Künstler: Xaver Reich (*1815 - †1881) und Hans Baur (*1829 - †1897)
Baujahr: 1863
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Am Rheinsteig zwischen Rheintorturm und Pulverturm (Altstadt)
 
Die vier Statuen, jeweils knapp 3 m hoch, zeigen die Bischöfe von Konstanz, Konrad († 975) und Gebhard II. († 995) geschaffen von Xaver Reich. Außerdem noch Berthold I., Herzog von Zähringen († 1078) und Leopold, Großherzog von Baden († 1852), geschaffen von Hans Bauer. Die Statuen standen ursprünglich auf den Brückenpfeilern der 1861 eröffneten Eisenbahnbrücke. Die Standbilder waren paarweise angeordnet und am südlichen sowie nördlichen Brückenkopf aufgestellt. Dabei standen die zwei Geistlichen im Süden und die beiden weltlichen Herrscher im Norden der Brücke. In den 1930ern wurde die Rheinbrücke durch eine neue, tragfähigere Brücke ersetzt und sich gegen eine erneute Aufstellung der Statuen entschieden. Die hohen Kosten und der Stil der Standbilder wurden nicht mehr als zeitgemäß angesehen. Seit 1938 stehen die Standbilder an ihrem heutigen Standort auf der Ufermauer am Rheinsteig.

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Sonnenjüngling

Künstler: Stadelhofer, Emil (*1872 - †1961)
Baujahr: 1910
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: hinterer Innenhof des Rathauses (Altstadt)
  
Der Sonnenjüngling erinnert nicht zufällig an Michelangelos David. Der Schöpfer des Jünglings, der aus Wollmatingen stammende Emil Stadelhofer, reiste 1902 nach seinem Studium wie viele KünstlerInnen seiner Zeit nach Rom. Dabei besuchte er auch Florenz, wo Michelangelos David zu sehen ist. Der Sonnenjüngling wird in einer ähnlichen Körperhaltung dargestellt, ist allerdings mit einer Größe von 1,70 m deutlich kleiner. Stadelhofer verbrachte insgesamt acht Jahre in Italien. In dieser Zeit entstand auch der Sonnenjüngling. Ein weiteres Kunstwerk des Künstlers ist der Löwenbrunnen in Wollmatingen.

Urban-Art

© Hochbauamt Konstanz | Fotograf: Emin Hasirci

Unterführung Bärengraben

Künstler: Emin Hasirci (*1982)
Baujahr: 2017
Standort: Unterführung linksrheinisch Alte Rheinbrücke

Nach Erfolg der ersten Urban-Art-Aktion im Rahmen des Konziljubiläum in der rechtsrheinischen Unterführung der Rheinbrücke wurde auch diese Seite neu gestaltet. Im Herzen der Gestaltung stehen illustrative, wandfüllende, Konstanz-typische Motive. Die Unterführung wurde dadurch zu einen lebendigen Farbraum verwandelt. Dadurch sollte sich die Aufenthaltsqualität aber auch vor allem das Sicherheitsgefühl an dieser Stelle verbessern.

Wetterfahne

© Kulturamt Konstanz | Fotograf: Michael Schrodt

Wetterblätz

Künstler: Eugen Hotz (*13.2.1917 Baar - †29.3.2000 Baar)
Baujahr: 1979
Standort: Schnetztor (Altstadt)
 
Die Wetterfahne aus Kupfer wurde von Eugen Hotz entworfen und war eine Spende der Ostschweizer Räbezunft. Bei Westwind schaut der Wetterblätz in Richtung Baar, dem Heimatdorf von Hotz und dem Sitz der Räbezunft.