August Deusser. 1870-1942. Kunst für immer - und immer nur Kunst!

30. November 2019 bis 19. April 2020

Cover des Flyers August Deusser
Cover des Flyers August Deusser

Eröffnung am Freitag, den 29. November um 19 Uhr im Wolkensteinsaal im Kulturzentrum am Münster

Es sprechen:

Dr. Barbara Stark, Leiterin der Städtischen Wessenberg-Galerie

Prof. Dr. Dirk Boll, Stiftungsrat der Deusser-Stiftung und Präsident von Christie's EMEA

Dr. Kerstin Bitar, Kunsthistorikerin Zürich

Der Kölner Maler August Deusser, 1870 in Köln geboren und 1942 in Konstanz am Bodensee gestorben, zählte in den künstlerisch bewegten Jahren zwischen der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und dem Ersten Weltkrieg zu den herausragenden Vorkämpfern für die Durchsetzung der Moderne im Rheinland.

August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz); Reiterpaar (Kürassieroffizier mit Dame zu Pferde), 1910-1911; Deusser-Stiftung, Schweiz
August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz); Reiterpaar (Kürassieroffizier mit Dame zu Pferde), 1910-1911; Deusser-Stiftung, Schweiz
August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz); Siegburg; 1911; Antonie Deusser-Stiftung Bad Zurzach
August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz); Siegburg; 1911; Deusser-Stiftung, Schweiz
August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz); Siegburg; 1911; Deusser-Stiftung, Schweiz
August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz); Das blaue Pferd, 1913-1917; Antonie Deusser-Stiftung Bad Zurzach
August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz); Selbstbildnis im blauen Rock (Selbstbildnis 1911, Selbstporträt III), 1911; Deusser-Stiftung, Schweiz
August Deusser (1870 Köln - 1942 Konstanz); Selbstbildnis im blauen Rock (Selbstbildnis 1911, Selbstporträt III), 1911; Deusser-Stiftung, Schweiz

Erste Erfolge feierte Deusser ab 1897 mit seinen Historien- und Militärgemälden. Vor allem die Darstellung von Kavallerie-Soldaten bei ihren militärischen Übungen faszinierte ihn, das Thema Pferd und Reiter sollte ihn lebenslang beschäftigen. 1902 heiratete er die vermögende Malerin Elisabeth Eugenie Albert. Von nun an war er finanziell unabhängig und wandte sich einer impressionistisch beeinflussten Freilichtmalerei zu. Aus dieser Umorientierung erwuchs zugleich sein entschiedenes kulturpolitisches Engagement.

Von zentraler Bedeutung wurde 1908 der Sonderbund, eine Ausstellungsinitiative, die er zusammen mit Julius Bretz, Max Clarenbach, Walter Ophey, Wilhelm Schmurr und anderen ins Leben rief. Bis 1911 fanden die jährlichen Ausstellungen des Sonderbund‘ in Düsseldorf statt und erregten aufgrund der neuartigen Präsentation und durch den Einbezug französischer Avantgardekünstler Aufsehen. Da die Stadt Düsseldorf eine weitere Ausrichtung der Ausstellung verweigerte, wurde die letzte, epochemachende Sonderbund-Ausstellung 1912 in Köln durchgeführt. In die Sonderbundjahre fällt auch die bedeutendste Schaffensphase von August Deusser. Ohne sich vom Gegenstand zu lösen, entwickelte er in Anlehnung an die Kunst des Neoimpressionismus, der Fauves und Cézannes eine eigenständige künstlerische Handschrift.

1917 wurde August Deusser außerordentlicher Professor für Historienmalerei an der Düsseldorfer Kunstakademie, musste sein Amt jedoch 1924 aus gesundheitlichen Gründen niederlegen und gab seine künstlerische Tätigkeit 1930 ganz auf.

Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Schweizer Deusser-Stiftung und dem Museum Goch am Niederrhein entstand, zeigt August Deussers künstlerische Entwicklung und legt den Schwerpunkt der Präsentation auf die für den Maler und Kunstpolitiker bedeutsamen Jahre 1908 bis 1912. Werke seiner engsten Weggefährten des Düsseldorfer Sonderbund‘ werden in die Darstellung einbezogen.

Öffentliche Führungen

Sonntag, 8. Dezember, 29. Dezember, 5. Januar, 2. Februar, 16. Februar, 1. März, 22. März, 5. April und 19. April jeweils 11 Uhr

Mittwoch, 18. Dezember , 8. Januar, 22. Januar, 22. Januar, 12. Februar, 19. Februar, 11. März, 25. März, 8. April und 15. April jeweils 15 Uhr

Happy Hour

Wir bieten Ihnen eine Abendführung durch die Ausstellung und servieren zur Einstimmung einen Apéritif.

Eine verbindliche Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist erforderlich!
Telefon +49 7531 900-2913 oder Mail an Katharina.Schlude@konstanz.de

Kostenbeitrag: 5,- Euro

Dienstag, 17. Dezember, 14. Januar, 4. Februar , 10. März und 14. April jeweils 19 Uhr

Veranstaltungen

"Von August Deusser bis Ai Weiwei. Wie tickt der Kunstmarkt heute?

Podiumsdiskussion mit Dr. Nicole Fritz (Leiterin der Kunsthalle Tübingen), Carolin Scharpff-Striebich (Betriebswirtin uns Sammlerin), Dorothea Strauss (Kunsthistorikerin uns Leiterin der Abteilung Corporate Social Responsibility der Mobiliar) sowie Dr. Barbara Stark (Leiterin Städtische Wessenberg-Galerie)

Moderation: Prof. Dr. Dirk Boll, Kulturmanager und Präsident von Christie's EMEA

Donnerstag, 23. Januar 2020 um 19 Uhr in der Städtischen Wessenberg-Galerie im Kulturzentrum am Münster
Der Eintritt ist frei

Um Anmeldung wird gebeten: Telefon +49 7531 900-2913 oder Mail an Katharina.Schlude@konstanz.de


"Kunst-Krimi-Abend - Kommen Sie mit auf Tätersuche!"

Zum 11. Mal stellen wir Ihnen Kriminalgeschichten vor, bei denen Diebstahl, Fälschung und andere finstere Taten aus der Kunstwelt im Zentrum der Handlung stehen. Galerieleiterin Barbara Stark stellt neue und ältere Kunstkrimis vor und Sie dürfen bei einem Glas Wein raten: Wer war der Täter?

Dienstag, 11. Februar 2020 um 19 Uhr in den Räumen der Wessenberg-Galerie
Kostenbeitrag 3,- Euro

Um Anmeldung wird gebeten: Telefon +49 7531 900-2913 oder Mail an Katharina.Schlude@konstanz.de

Familien-Führungen

Spielerische Führung durch die Ausstellung für Kinder ab 5 Jahren mit Begleitung

Familienkarte 7,- Euro

Sonntag, 5. Januar  und 22. März jeweils 14.30 Uhr

Familien-Zeit

Gemeinsame Werkbetrachtung mit anschließender praktischer Arbeit für Kinder ab 5 Jahren und ihre Begleitung. Dauer 1,5 bis 2 Stunden.

Familienkarte 7,- Euro

Sonntag, 26. Januar um 14.30 Uhr

Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts

Kabinettausstellung im 2. OG
Seit 10. November 2018

Johann Jakob Biedermann (1763 - 1830); o.T. (Landschaft am Thunersee, Schadau); ohne Jahr; Öl auf Leinwand © Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz

Ignaz Heinrich von Wessenberg sammelte nicht nur religiöse Kunst, sondern auch Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Vor allem Werke von Johann Jakob Biedermann, Joseph Mosbrugger und Johann Georg Volmar, mit denen er zum Teil persönlich bekannt war, gelangten in seine Kollektion. Biedermann und Mosbrugger scheint er durch Ankäufe und gezielte Aufträge regelmäßig unterstützt zu haben. Joseph Mosbrugger war gebürtiger Konstanzer und kehrte nach einem längeren Studienaufenthalt in München in seine Heimatstadt zurück. Biedermann stammte aus Winterthur, zog 1802 an den Bodensee, wo er bis 1807 und nochmals von 1814 bis 1824 in unmittelbarer Nachbarschaft von Wessenberg lebte.

Biedermann war ein Meister des kleinen Formats. In seinen Darstellungen verzichtete er auf Pathos und Hintergründigkeit. Seine Landschaftsbilder zeigen eine weitgehend unberührte, durchsonnte Natur, die von Kühen, Schafen und Hirten bevölkert wird. Auffallendes Merkmal seiner Bilder sind die glatte Maltechnik, eine gewisse Buntfarbigkeit und die klar umrissene Erscheinung der Landschaft.

Joseph Mosbruggers Gemälde folgen wiederkehrenden Schemata. Entweder eröffnet sich dem Blick von erhöhtem Standpunkt die weite Landschaft oder aber er nähert sich flach vom Wasser kommend dem Ufer. Auch in seinen Bildern dominiert die Naturidylle, doch die Staffageelemente wie ans Ufer gezogene Kähne, Frauen im Gespräch oder Bäume und Gesträuch sind letztlich austauschbar. Das „Hexenhäuschen bei Bregenz" ist zweifellos eine seiner spektakulärsten Kompositionen.

Mosbrugger besorgte nach Wessenbergs Tod 1860 die Inventarisierung von dessen Sammlung und erstellte einen ersten Führer durch die Galerie, der 1863 erschien.
Erworben mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH (Logo)

Bild: Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Erworben mit Mitteln der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH.

Gestiefelt und gespornt

Hans Meid und die Pferde

Kabinettausstellung im 2. Stock
Seit 7. Mai 2018

Hans Meid (1883 - 1957); Circus IV; 1912; Radierung © Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz

Hans Meid (1883 Pforzheim - 1957 Ludwigsburg) zählt zu den herausragenden deutschen Graphikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Bereich der Druckgraphik, vor allem der Radierung, und der Buchillustration entwickelte er einen eigenen impressionistischen Stil und kann auf diesem Gebiet gleichberechtigt neben Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt genannt werden.

Hans Meids erzählerische Bildwelten entführen den Betrachter in Gegenwelten, er ist ein virtuoser Schilderer tagheller Heiterkeit und nächtlichen Schattendaseins. Er entführt uns an Orte und Zeiten, die vom expressiven Pathos des Barocks bestimmt sind, von der überschwänglichen Lebensfreude des Rokoko oder der existentiellen Abgründigkeit der Romantik. Galante Herren und schöne Damen in Schleifenkleidern bevölkern seine rückwärts gewandten Szenerien, aber auch immer wieder - Pferde.

Seit Urzeiten war das Pferd enger Partner des Menschen. Es war unverzichtbar in der Landwirtschaft, verband Städte und Länder und entschied Kriege. Hans Meid lässt das edle Tier im schwungvollen Trab Kutschen durch sonnige Landschaften ziehen, Pferde galoppieren durch Zirkusarenen und dienen als vierbeiniges Turngerät flinker Artistinnen. Pferde werden bei amourösen Abenteuern zu Komplizen, im Krieg sind sie treue Kameraden und last but not least avancieren sie zum stolzen Sinnbild der herausragenden Stellung ihres Reiters, der gestiefelt und gespornt vom hohen Ross herab die Welt beherrscht.

Spätestens mit dem Ende des Ersten Weltkriegs endete in Europa der kentaurische Pakt zwischen Pferd und Mensch. Hans Meid jedoch hielt dem Pferd in seiner Kunst bis zuletzt die Treue. Eine kleine Auswahl seiner Pferdebilder finden Sie in unserer Kabinettausstellung.