Fragen dazu?

Kulturamt Konstanz
Telefon +49 7531 900-988

Kulturtafel

Das kulturelle Leben in Konstanz ist vielfältig und bunt - aber nicht alle BürgerInnen können daran in gleichem Maße teilhaben.

Den HSG beim Handball anfeuern, einen Abend im Kino verbringen oder ein Theaterstück besuchen: Für viele ist das aufgrund der damit verbundenen Kosten nicht möglich. Die Konstanzer Kulturtafel möchte das ändern und vermittelt deshalb kostenlose Eintrittskarten an Menschen mit geringem Einkommen. Das Schöne dabei: Alle Karten werden gespendet, entweder von den Veranstaltern direkt oder von Privatpersonen, die z.B. ihr Abonnement einmal nicht wahrnehmen können. So bleiben ungenutzte Plätze nicht leer - und die Kultur profitiert gleich mit!

Hier können Sie sich den Flyer der Kulturtafel herunterladen:

Wie arbeiten wir?

  • Gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Team bauen wir eine Gäste-Datei auf.
  • Veranstalter und private Spender stellen uns kostenlos Karten zur Verfügung - immer nach eigenem Ermessen, einmalig oder regelmäßig.
  • Diese Karten bieten wir unseren Gästen interessenspezifisch an. Kommt die Vermittlung zustande, werden die Karten an der Abendkasse hinterlegt und können dann ganz einfach dort abgeholt werden.
  • Jede Karte ist ein Geschenk - deshalb legen wir Wert auf Verbindlichkeit!

Die Kulturtafel steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Andreas Osner.

Die Kulturtafel bei Facebook

Kulturtafel Spenden

Spenden

Sparkasse Bodensee
IBAN-Nr. DE66690500010000
071886
BIC SOLADES1KNZ
Zweck: Kulturamt/ Kulturtafel

Aktuelles

Was gibt es Neues von der Kulturtafel? Hier finden Sie aktuelle Informationen über die Entwicklung des Projekts. Oder Sie besuchen uns auf Facebook - dort veröffentlichen wir regelmäßig Fotos und berichten von unserer Arbeit. 

© Susanne Smajic

26.06.2018: Susanne Smajic übernimmt Ehrenpatenschaft

Susanne Smajic ist eine Konstanzer Künstlerin der freien Kulturszene in den Sparten Druckgraphik & Illustration. Ihr neues Atelier befindet sich im Neuwerk Konstanz.

16.05.2018: Kulturtafeln Bodensee Treffen

Die Idee der Kulturtafel verbreitet sich auch am Bodensee stetig weiter. Am 16.05. trafen sich daher das Team der Kulturtafel Konstanz mit der Ticket-Tafel Ravensburg, Herr Föhr aus Friedrichshafen und Herr Engelhardt aus Singen in den Räumen der Konstanzer vhs.
Themen waren die gemeinsame Vernetzung, ein reger Austausch und Dialog und der Aufbau von Kulturtafeln in Friedrichshafen und Singen.
Eine tolles Treffen, das so auch nun regelmäßig wiederholt wird!

© SEA LIFE

20.11.2017: Ein neuer Spender!

Ein neuer Veranstalter konnte für die Kulturtafel gewonnen werden: das SEA LIFE Konstanz!
Karten für freie Eintritte liegen im Kulturamt für Gäste der Kulturtafel bereit.

© Jeremias Heppeler

27.10 2017: Jeremias Heppeler übernimmt Ehrenpatenschaft

Jeremias Heppeler, freier Texter, Filmemacher und intermedial arbeitender Künstler, ist der Gewinner des »Förderpreis der Stadt Konstanz - Junge Kunst!« 2017 in der Sparte Bildende Kunst.

8. August 2016: Emin Hasirci übernimmt Ehrenpatenschaf

Der stadtbekannte Graffiti-Künstler Emin Hasirci übernimmt eine Ehrenpatenschaft für die Kulturtafel. Zukünftig wird er mit seinem Namen für das Projekt werben und Gästen der Kulturtafel die Möglichkeit geben, an Street-Art-Workshops ohne Kostenbeteiligung teilzunehmen. Herzlich Willkommen in unserem Team!

7. Juni 2016: Neues Büro in der Laube (Büro wurde wieder aufgelöst)

Ab heute sind wir nicht mehr nur im Kulturamt, Wessenbergstraße 39, anzutreffen, sondern auch im Bürgerbüro in der Laube!
Jeden Dienstag (und jeden zweiten Montag im Monat) besetzen wir dort von 16-18 Uhr den Raum der Tatenbörse, vermitteln Karten und stehen für Fragen aller Art zur Verfügung!

19. Mai 2016: Wo stehen wir?

Die Kulturtafel hat einige Meilensteine überwunden...das ist jetzt neu!
Wir haben ein tolles Team von Ehrenamtlichen für die Initiative gewinnen können, das uns zukünftig bei der Kartenvermittlung und der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen wird.
Wer uns besuchen möchte, darf dies jederzeit im Kulturamt tun, oder auch im Raum der Tatenbörse in der Laube - da sich die Bürozeiten ab Juni ändern, werden wir diese Anfang des nächsten Monats bekanntgeben. Das Amt dient als Anlaufstelle für Interessierte aller Art!
In Zukunft werden wir mit einer speziellen Kulturtafel-Software unsere Arbeit verrichten - damit der stetig wachsenden Gäste- und Veranstalterzahl nichts im Wege steht. Schon gar kein Papierstau.

9. März 2016: Wir haben unsere erste Ehrenpatin gewinnen können!

Neben weiteren Institutionen und Vereinen wie der Zimmerbühne und dem HSG wird uns zukünftig auch die Sängerin und Künstlerin Natascha Flamisch unterstützen.

24. Februar 2016: Die Kartenvermittlung läuft an!

Wir freuen uns sehr, dass neben den Kulturinstitutionen und Sozialpartnern, die große Bereitschaft zeigen, uns mit Kartenkontingenten oder in der Werbung zu unterstützen, auch erste Gäste auf die Kulturtafel aufmerksam werden. Am Mittwoch haben wir die ersten Karten für ein Konzert der Musikschule vermittelt und gemerkt: Wer gibt, dem wird gegeben. Und sei es nur ein gutes Gefühl bei der Sache...

16. Februar 2016: Die Kulturtafel kann erste Erfolge verzeichnen!

Die Tourist-Information Konstanz wird zu unserem ersten Kooperationspartner: Sie stellt uns ein Kontingent an Gutscheinen für Stadtführungen zur Verfügung, welche wir schon bald an Gäste der Kulturtafel Konstanz vermitteln werden. Vielen Dank für die Unterstützung!

© Kulturtafel Bamberg

10. Februar 2016: Wir freuen uns sehr, dass die Kulturtafel Bamberg uns als Partner und Mentor beratend zur Seite steht!

In Bamberg wurde die Kulturtafel im Jahr 2010 als Kooperationsprojekt von dem Evangelischen Dekanat und der Diakonie Bamberg-Forchheim initiiert. Die Resonanz ist durchweg positiv - Bamberg hat schon über 10000 Karten an Gäste vermitteln können und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen versehen.

16. Januar 2016: Das Kulturtafel-Team stellt sich vor

7. Januar 2016: Die Kulturtafel nimmt ihre Arbeit auf!

Neues Jahr, neues Projekt: Konstanz bekommt eine Kulturtafel! Nach monatelanger Planung und Vorbereitung beginnen wir heute ganz offiziell mit der Arbeit. Dazu zählt der Aufbau eines Netzwerks, die Konzeption einer Gäste-Datenbank und natürlich viel Öffentlichkeitsarbeit. Wir hoffen, dass Sie unsere Plakate und Flyer schon bald an verschiedenen Orten in Konstanz sehen!

Gast werden

Sie möchten Kultur in Konstanz erleben?

Gäste können grundsätzlich alle Menschen werden, die über ein geringes Einkommen verfügen: Neuankömmlinge und Alteingesessene, Junge und Alte sind herzlich willkommen! Die Registrierung in unserer Datenbank ist ganz einfach: Sie müssen dazu nur unser Anmeldeformular (PDF) ausfüllen und zusammen mit einem Einkommensnachweis bei uns einreichen - entweder per Mail oder persönlich im Kulturamt. Sobald wir ein passendes Angebot für Sie haben, kontaktieren wir Sie telefonisch und hinterlegen die Karten bei Interesse direkt an der Abendkasse. Sie müssen sich dort nicht noch einmal ausweisen. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!    

Was gilt als geringes Einkommen?

Wir orientieren uns an der Armutsgrenze der Europäischen Union. Derzeit gelten folgende Richtwerte:

  • 980,- € 1-Personen-Haushalt
  • 1.300,- €   2-Personen-Haushalt
  • + 300,- €   für jedes weitere Kind

Dazu zählen:

  • Menschen, die ALG II oder Sozialgeld beziehen
  • Menschen außerhalb des Erwerbslebens, die Grundsicherung bekommen
  • Menschen, die Vollzeit arbeiten, aber trotzdem nicht mehr verdienen
  • Selbstständige und Freiberufler
  • Auszubildende

Als Einkommensnachweise können vorgelegt werden:

  • Bescheide zu ALG I und ALG II
  • Bescheide zur Grundsicherung
  • Rentenbescheide
  • Sozialpass
  • Einkommensteuerbescheid vom Finanzamt
  • Lohnabrechnung, wenn man in einem Beschäftigungsverhältnis steht

Unterstützer werden

Sie sind von der Idee begeistert? Dann unterstützen Sie uns!

Ob Kino, Theater, Konzert oder Sportevents: Die Kulturtafel Konstanz vermittelt Karten aus den unterschiedlichsten kulturellen Bereichen. Sie konnten nicht alle Karten für das von Ihnen organisierte Event verkaufen? Wir freuen uns über Restkarten, die Sie der Kulturtafel kostenfrei überlassen. Natürlich sind auch Freikarten herzlich willkommen!

Sie haben ein Abo fürs Theater? Oder schon Zirkuskarten gekauft, und jetzt ist spontan etwas dazwischengekommen? Wenn Sie an einem Termin verhindert sind, freuen wir uns über Ihre einmalige Kartenspende. Für Sie ist die Weitergabe ganz unkompliziert: Kontaktieren Sie uns telefonisch oder per Mail und wir kümmern uns um die Vermittlung Ihrer Karte. So bleibt Ihr Platz nicht leer und Sie machen jemandem eine große Freude. Alternativ können Sie unsere Arbeit natürlich auch mit einer Geldspende unterstützen. Eine Spendenquittung senden wir Ihnen auf Wunsch selbstverständlich gerne zu!

Hier können Sie den Flyer zur Kulturtafel herunterladen:

Ehrenamt

Engagement willkommen! 

Wir freuen uns über regelmäßige tatkräftige Unterstützung: Ob bei der Pflege der Gästedatei, am Telefon bei der Vermittlung von Karten oder bei der Kontaktaufnahme mit Kulturschaffenden und Konstanzer Bürgern zu bestimmten Anlässen: Die Kulturtafel Konstanz ist ein Projekt von und für KonstanzerInnen, das erst durch das Engagement vieler lebt.
 
Kontaktieren Sie uns - wir freuen uns über neue Mitstreiter!

Häufige Fragen

Hier haben wir Ihnen die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt. Ist die Antwort auf Ihre Frage nicht dabei? Kontaktieren Sie uns!

Was genau ist das Ziel der Konstanzer Kulturtafel? 

Die Konstanzer Kulturtafel hat drei Ziele: Erstens möchten wir das vielfältige Kulturangebot der Stadt für alle Menschen öffnen, zweitens den Zusammenhalt und die Solidarität in Konstanz fördern und drittens die hiesige Kulturszene stärken und ihren Beitrag zur sozialen Integration aller BürgerInnen hervorheben.

Woher kommt die Idee?

Die Idee, das Tafelprinzip auch im kulturellen Bereich umzusetzen, ist nicht neu: Seit einigen Jahren gibt es Kulturtafeln oder -logen in mehreren deutschen Städten, z.B. in Bamberg, Schweinfurt oder Hamburg, in z.T. ganz unterschiedlicher Trägerschaft. Das Konzept hat sich in Groß- und Kleinstädten gleichermaßen bewährt, sodass es hoffentlich bald noch mehr derartige Einrichtungen geben wird. Die Kulturtafel Konstanz arbeitet eng mit der Kulturtafel Bamberg zusammen und bedankt sich für die vielen Hinweise und Tipps.

Im Kulturbereich herrscht prinzipiell Geldmangel - schadet die Kulturtafel nicht den kulturellen Einrichtungen, indem sie kostenlose Karten vermittelt?

Nein. Wir vermitteln nur Karten, die nicht verkauft oder genutzt werden - den Veranstaltern soll kein Verlust entstehen. Im Gegenteil, es hat sich gezeigt, dass viele Gäste der Kulturtafel das Angebot nur für einen bestimmten Zeitraum in Anspruch nehmen und im Anschluss gerne für die Karten bezahlen. Wir möchten aber auch zeigen, dass Kultur kein Privileg einer begüterten Gruppe ist, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration leistet. Das stärkt wiederum die Rolle der Kulturschaffenden.   

Haben Sie auch Angebote für Flüchtlinge und MigrantInnen, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen?

Ja, wir richten uns explizit auch an Menschen, die neu in Konstanz sind und noch kein oder erst wenig Deutsch sprechen. Wie jeder andere Gast auch, können Sprachanfänger entscheiden, was sie besonders interessiert: Wer sich sprachlich unsicher fühlt, kann zum Beispiel Sportevents oder musikalische Darbietungen besuchen. Um Flüchtlingen und MigrantInnen die Teilnahme am kulturellen Leben zu erleichtern, arbeiten wir derzeit an mehrsprachigen Flyern.  

Werden die Karten einzeln oder paarweise vermittelt?

Normalerweise bieten wir unseren Gästen jeweils zwei Karten an - die Begleitperson ist natürlich frei wählbar und muss auch nicht bei der Kulturtafel registriert sein. Gerade von Privatspendern erreichen uns ab und zu aber auch Einzelkarten, dann kann jeder Gast entscheiden, ob er Lust hat, die Veranstaltung auch alleine zu besuchen.

Wie kurzfristig kann ich meine Karte zur Vermittlung freigeben?

Grundsätzlich gilt: Je früher, desto besser! Trotzdem kann immer mal etwas spontan dazwischenkommen. Wir bemühen uns dann, auch kurzfristig jemanden zu finden.

Was geschieht, wenn mir eine Karte vermittelt wurde, ich aber doch nicht zur Veranstaltung gehen kann?

Jede Karte ist ein Geschenk - deshalb legen wir Wert auf Verbindlichkeit. Wenn doch einmal etwas dazwischenkommen sollte, sagen Sie uns bitte so früh wie möglich Bescheid. Wir werden dann versuchen, Ihre Karte kurzfristig weiterzuvermitteln. 

Prominente Paten

Nicht nur über Tickets und Werbung von Seiten der Institutionen und Vereine dürfen wir uns freuen - auch einige prominente KünstlerInnen unterstützen die Kulturtafel Konstanz und verbreiten die Idee über ihre Netzwerke. 

© Susanne Smajic

Susanne Smajic

Susanne Smajic ist eine Konstanzer Künstlerin der freien Kulturszene in den Sparten Druckgraphik & Illustration. Ihr neues Atelier befindet sich im Neuwerk Konstanz.
 
Warum unterstützen Sie die Kulturtafel Konstanz als Ehrenpate?
Für mich sind Kunst, Musik, Theater, Kultur ein wichtiger und höchst bereichernder Teil des Lebens. Wenn ich dazu beitragen kann, bei meinen Mitmenschen Interesse dafür zu wecken, tue ich das gerne.

Wie möchten Sie das kulturelle Leben in Konstanz erleben?
Aufgeschlossen, offen, kritisch, solidarisch, hinterfragend, aber auch zugänglich gestaltet für viele Interessierte durch alle Altersgruppen.

Wo sehen Sie Kultur-Bedarf in Konstanz?

Ich habe den Eindruck, Konstanz macht das schon ziemlich gut: Mit Kunst & Kultur hinein in die Schulen & Hochschulen, Kinder & junge Leute rein ins Museum, die Ausstellung, das Theater, das Konzert. Meiner Meinung nach können praktisch alle Bereiche des Lernens darüber vermittelt werden. Eine gute Kunst-Kultur-Vermittlung kann ein prägendes Erlebnis sein.

Was war Ihr bislang schönstes Kultur-Erlebnis?

Davon gibt es zahlreiche für mich in den letzten 12 Jahren, seit ich in Konstanz lebe.
Das Konzil-Jubiläum von 2014-18 war sicher eins davon.
Und: Ich habe immer das Gefühl gehabt, in den Kultur-Institutionen der Stadt auf offene Ohren zu stoßen, Ideen austauschen zu können, im konstruktiven Gespräch zu sein und dadurch wertvolle Projekte zu realisieren. Das ist wohl mein schönstes Erlebnis in dieser Stadt: Künstlerisch mit gestalten zu dürfen.

www.susanne-smajic.de

© Jeremias Heppeler

Jeremias Heppeler

Jeremias Heppeler, freier Texter, Filmemacher und intermedial arbeitender Künstler, ist der Gewinner des »Förderpreis der Stadt Konstanz - Junge Kunst!« 2017 in der Sparte Bildende Kunst.
 

Warum unterstützen Sie als Künstler die Kulturtafel Konstanz als Ehrenpate und wie sind Sie auf die Initiative aufmerksam geworden?
„Ich habe ein einfach Credo, dass ich mir in der Vergangenheit immer wieder auf die Fahnen geschrieben habe: Kunst darf nichts und niemanden ausschließen. Das ist inhaltlich zwar nicht immer möglich, aber verwaltungstechnisch durchaus. Deshalb finde ich es besonders wichtig, dass auch Menschen, die finanziell vielleicht nicht so gut aufgestellt sind, die Chance haben, Konzerte, Theater und Ausstellungen zu besuchen. Da müssen wir als Gesellschaft irgendwie Wege finden - und das beginnt im kleinen. Darum ist die Kulturtafel ein wirklich gute und wichtige Sache. Ich selbst weiß von diesem Projekt noch gar nicht so lange und habe online davon erfahren - auch deshalb möchte ich mich engagieren, dass wir ein wenig mehr Aufmerksamkeit generiere können."
 
Wie sind Sie zur Arbeit im kulturellen Bereich gekommen?
„Von kleinauf hatte ich eine große Faszination für Popkultur und Literatur. Ich habe mich früh an den Plattenschrank und die Bücherregale meines Vaters gewagt und dann schon als kleiner Pimpf Dinge versucht zu hören und zu lesen, die ich keinen Millimeter verstanden habe. Die Neugier ist aber geblieben und zwar bis in mein Studium der Germanistik. Weil ich parallel dazu schon als Kulturjournalist gearbeitet habe, hatte ich es irgendwann satt immer nur über die Arbeit anderer zu schreiben. Aus diesem Ungenügen heraus habe ich meine erste Ausstellung konzipiert."
 
Wie möchten Sie das kulturelle Leben in Konstanz erleben und mitgestalten?
„Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn natürlich gibt es eine Menge Ideen, die mir durch den Schädel schwirren, aber an jeder kulturellen Veranstaltungen hängt auch immer ein verwaltungstechnischer Rattenschwanz. Allerdings habe ich als Förderpreisträger das große Glück, dass ich einer Menge dieser zunächst wirren Ideen tatsächlich umsetzen kann. Dabei liegen mit der Premiere meines Dokumentarfilms „Allein mir fehlt der Glaube" und der Eröffnung meiner Ausstellung „Im Antlitz der Bytes" zwei Großprojekte nur wenige Tage zurück - daran möchte ich unbedingt anknüpfen. Darüber hinaus gestaltet man aber auch als Besucher und Rezipient das Kulturleben mit - und da bin ich ganz klarer Fan von Institutionen wie dem Zebra Kino oder dem Kulturladen. Darüber hinaus habe ich das Gefühl, dass das Konstanzer Kulturleben in der Vergangenheit an Vielfalt, aber auch an Durchschlagskraft gewonnen hat. Das ist sicherlich auch der Verdienst von Menschen und Kämpfern wie Felix Strasser."
 
Was war Ihr bislang schönstes Kultur-Erlebnis?
„Auch da gibt es natürlich mehrere Seiten. Als Rezipient war es vermutlich ein Konzert der Einstürzenden Neubauten in München. Mein Vater, selbst Totalfan und ich standen in der vordersten Reihe und das hat sich schnell als mittelgute Idee herausgestellt. Irgendwann während der Show hielt Soundfrickler N. U. Unruh einen Stahlträger in eine aufgestellte Flugzeugturbine, der dabei losgelassene Sound ist unbeschreiblich. Ein Gefühl zwischen Tinnitus und absoluten Hörerlebnis, das ich bis heute nicht vergessen habe. Als Kunstschaffender war es vielleicht die Auszeichnung mit dem Motion Picture 2.0 Award im ZKM Karlsruhe, den ich gemeinsam mit meinem Kollegen Jörg Locher und unserem Schauspiel-Quartett entgegen nehmen konnte. Besonders besonders war dabei die Tatsache, dass im selben Atemzug Brian Eno für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde und nur wenige Meter vor uns saß!"

Natascha Flamisch (Foto: © Elke Schnell)

Natascha Flamisch

Die gebürtige Österreicherin Natascha Flamisch ist eine international gefeierte und ausgezeichnete Jazz- und Bluessängerin, die seit vielen Jahren regelmäßig in Konstanz auftritt. Sie unterstützt die Kulturtafel von ganzem Herzen und möchte die Idee einer frei zugänglichen Kultur weitertragen. Ein Interview.
 
Warum unterstützen Sie als Sängerin und Künstlerin die Kulturtafel Konstanz als Ehrenpatin und wie sind Sie auf die Initiative aufmerksam geworden?

Entdeckt habe ich die Kulturtafel zufällig in einem online Zeitungsartikel und ich habe SOFORT auf »Email« geklickt, denn ich wusste: das möchte ich unbedingt unterstützen!
Ich habe immer die Hoffnung, dass die Menschen die in meine Konzerte kommen, für ein paar Stunden ihren Alltag und all ihre Probleme vergessen können.
Kunst, Kultur und Musik sollten nicht an finanzielle Möglichkeiten gebunden sein! Denn DAS sind die Dinge, die uns die Kraft und die Lebensfreude bringen, alles andere bewältigen zu können. Hier tankt die Seele auf und das brauchen wir alle!
 
Was war Ihr bislang schönstes Kultur-Erlebnis?

Zu sehen, dass die Musik mir Freunde aus vielen Kulturen auf der ganzen Welt geschenkt hat! Die Sprache ist nicht so wichtig wie das Gefühl füreinander.
 
Wo treten Sie ganz besonders gerne auf, wenn Sie in Konstanz sind?
Ich liebe das Jazzdowntown Festival vom Hospiz in Konstanz: 25 Bands in 25 Locations - die ganze Nacht - hier prickelt die Stadt vor unbändiger Lebensfreude!

Emin Hasirci (Foto: © Yuhki C. Oka 2015)

Emin Hasirci ist freischaffender Kommunikationsdesigner und Graffiti-Künstler und hat gemeinsam mit der Stadt Konstanz schon Projekte wie »Signals Under Traffic« durchgeführt. Auf seiner Homepage gibt er Einblick in seine zahlreichen Arbeiten. Ein Interview.

 
Warum unterstützen Sie als Künstler die Kulturtafel Konstanz als Ehrenpate und wie sind Sie auf die Initiative aufmerksam geworden?
Ich war spontan begeistert für die Idee: Alle Menschen sollen an Kultur teilhaben können. Einen kleinen Beitrag zur Erfüllung dieses Menschenrechts zu leisten auf unkomplizierte Weise finde ich toll!
Auf die Initiative wurde ich aufmerksam durch einen Besuch im Konstanzer Kulturbüro.
 
 
Wie möchten Sie das kulturelle Leben in Konstanz erleben und mitgestalten?
Kultur in Konstanz möchte ich als ein breitgefächertes Angebot erleben, das möglichst vielschichtig Menschen anspricht. Ich möchte das kulturelle Leben mitgestalten, vor allem durch Kunst im öffentlichen Raum, die einerseits das Stadtbild aufwertet und andererseits Menschen zur Kommunikation mit der Kunst und untereinander anregt. 
Eine konkrete Idee zur Unterstützung der Kulturtafel: Ein Teil der Teilnehmer eines Street-Art Workshops, die ich regelmäßig anbiete, nimmt ohne finanziellen Aufwand teil.
 
Wo sehen Sie Kultur-Bedarf in Konstanz?
An wenig beachteten Orten, wie zum Beispiel dem Schänzle-Areal, könnte durch gute kulturelle Ideen sicherlich ein großer Mehrwert für Bürger und Besucher entstehen.
Bedeutsam hierbei wäre, dass die Interessen des Publikums nicht außer Acht gelassen werden. Mir persönlich wäre wichtig, dass die Kultur die Menschen tatsächlich anspricht und dass die mögliche Teilhabe angenommen wird.
 
Was war Ihr bislang schönstes Kultur-Erlebnis?
Da gibt es viele. Eines davon war sicherlich das Urban-Art Event »Signals Under Traffic«, welches ich gemeinsam mit der Stadt an der Marktstätte realisierte. Das schönste daran war, zu erleben, dass sehr viele Menschen interessiert stehen blieben, in den Austausch traten und das Projekt sichtbar annahmen.