Daseinsvorsorge für Konstanz und die Region

Unternehmensgruppe Stadtwerke investiert 2026 rund 50 Millionen Euro

Zwei Gebäude bei Sonnenschein von vorne fotografiert.
Foto: SWK

Die Unternehmensgruppe Stadtwerke Konstanz investiert im Jahr 2026 rund 50 Millionen Euro in Projekte, die insbesondere die Nachhaltigkeit und die Daseinsvorsorge stärken. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Stromnetze, um die Energie- und Mobilitätswende voranzubringen. Weitere Investitionen fließen vor allem in die Bereiche Telekommunikation und Energielösungen sowie in die Tochtergesellschaften Konstanz Mobil GmbH (KMG), Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) und Bädergesellschaft Konstanz (BGK).
 
Schwerpunkt Energienetze, Telekommunikation und Energielösungen
Mit rund 27 Millionen Euro entfällt der größte Teil der Investitionen auf die Energie-Infrastruktur, davon allein 21 Millionen Euro auf die Stromnetze. „Die Strommenge wird kontinuierlich wachsen, etwa durch mehr Solarenergie, Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und Wärmenetze. All diese Bausteine benötigen ein starkes Stromnetz als Grundlage“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Gordon Appel. „Deshalb ist ein deutlicher Ausbau der Netzkapazitäten notwendig.“ Ein zentrales Projekt ist die Fertigstellung des neuen Umspannwerks Weiherhof.
Im Bereich Telekommunikation investieren die Stadtwerke rund 4,5 Millionen Euro, unter anderem in die Erweiterung des Glasfasernetzes und den Ausbau von Hausinstallationen zur Bereitstellung von Highspeed-Internet für die Konstanzer Bürgerinnen und Bürger.
 
Investitionen der Tochtergesellschaften
Die KMG stärkt die Mobilitäts-Infrastruktur: Geplant sind unter anderem Ausgaben in Höhe von 350.000 Euro für dynamische Fahrgastanzeigen an Haltestellen des „Roten Arnolds“ sowie rund 296.000 Euro für die Umsetzung zusätzlicher Ladepunkte in der E-Zone und weiterer Stromladestationen. Etwa 8,7 Millionen Euro fließen in die Komplettsanierung der Tiefgarage Augustinerplatz.
Die KMG als jüngste Tochter der Stadtwerke-Unternehmensgruppe ist ein Bestandteil der Unternehmensstrategie und wurde aufgrund europarechtlicher Vorgaben gegründet. Sie ermöglicht der Stadt Konstanz, die Stadtbusleistungen ab 2027 über eine sogenannte Inhouse-Vergabe weiterhin durch das eigene kommunale Unternehmen erbringen zu lassen – und damit Einfluss auf Qualität und Angebot des ÖPNV zu behalten. Die Übernahme der Innenstadtparkhäuser schafft zusätzliche Einnahmen, die für die Anschubfinanzierung des Parkhauses Europabrücke sowie für Ergebnisbeiträge zur Deckung der Defizite im ÖPNV und in den Bädern genutzt werden können.
Die BSB investieren insgesamt rund eine Million Euro, unter anderem in eine Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher in der Werft Friedrichshafen (230.000 Euro). Die BGK plant mit rund 1,4 Millionen Euro, davon 400.000 Euro für eine neue Eventsauna in der Bodensee-Therme Konstanz. Details zu diesem Projekt folgen in den kommenden Wochen.
 
Transformationsaufgaben erfordern Mut und Weitsicht
Die Klimaschutzziele von EU, Bund, Land und Stadt erfordern tiefgreifende Veränderungen. Vor allem die energiewirtschaftlichen Bereiche, die rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes der Stadtwerke-Gruppe erwirtschaften, stehen vor großen Aufgaben. Die Erlöse aus dem Erdgasgeschäft werden in den kommenden Jahren zurückgehen, gleichzeitig müssen die Stromnetze massiv ausgebaut werden. Auch zentrale Wärmenetze sollen künftig eine Alternative zu Öl- und Gasheizungen bieten. Darüber hinaus wird die Dekarbonisierung in allen Geschäftsfeldern vorangetrieben – vom Umstieg auf Elektrobusse im ÖPNV bis hin zu neuen Antriebstechnologien für die Fährschiffe. „Abwarten ist für uns als auch die Stadt Konstanz als 100-prozentige Eigentümerin der Stadtwerke-Gruppe angesichts dieser Aufgaben keine Option“, betonen die Geschäftsführer Dr. Norbert Reuter und Gordon Appel. „Die Transformation muss entschieden und umsichtig umgesetzt werden.“ Mit den notwendigen Investitionen gehen unternehmerische Risiken einher, doch sie sind unverzichtbar für eine nachhaltige Zukunft. „Alle sind sich der Dimension dieser Aufgaben sehr bewusst und überprüfen diese auch regelmäßig, um im gegebenen Fall auch gegensteuern zu können“, so die beiden Geschäftsführer der Stadtwerke.
 
Weichen wurden durch Gremien gestellt
„Mit diesen Investitionen stärken wir unsere Stadt und auch die Region“, so die Geschäftsführer. „Sie bedeuten auch eine hohe regionale Wertschöpfung und damit Geld, das vor Ort bleibt.“ Der Aufsichtsrat und der Gemeinderat haben die strategische Ausrichtung des Unternehmens in den vergangenen Jahren intensiv begleitet und die Weichen für die kommenden Schritte gestellt. Die hieraus entwickelten Strategien sind beschlossen, und ihre Umsetzung ist bereits weit vorangeschritten – mit teilweise großer Beachtung in der Branche wie etwa bei der Wärmenetzplanung. Die Geschäftsführung bedankt sich deshalb bei allen Akteuren, zuvorderst dem Gemeinderat und dem Aufsichtsrat, sowie allen Mitarbeitenden, dass die gemeinsam beschlossenen Strategien und Ziele mit ganzer Kraft getragen und vorangetrieben werden. „Das Geld ist gut in die Zukunft von uns allen investiert“.
 
Hintergrund: Unternehmensgruppe Stadtwerke - Breites Leistungsspektrum
Die Stadtwerke Konstanz GmbH (SWK) umfasst sechs Geschäftsbereiche. Hinzu kommen sechs weitere Bereiche in den 100-prozentigen Tochtergesellschaften:
 
Stadtwerke Konstanz Mobil GmbH (KMG)
Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB)
Bodensee-Hafengesellschaft mbH (BHG)
Bädergesellschaft Konstanz mbH (BGK)
 
Alle Bereiche sind in einer steuerlichen Organschaft zusammengeführt. Das bringt erhebliche Vorteile für die Stadt Konstanz: wirtschaftlich starke Bereiche gleichen Verluste aus ÖPNV und Bädern aus, zudem entstehen Skaleneffekte durch zentrale Shared Services.

(Erstellt am 13. Januar 2026 13:49 Uhr / geändert am 13. Januar 2026 13:51 Uhr)