Sicherer unterwegs zu Fuß und mit dem Rad

Arbeitskreis berät über Konzilstraße, verkehrsberuhigte Bereiche und S-Pedelecs

Blaue Bodenmarkierung auf grauem Pflasterstein mit der Aufschrift "BITTE RÜCKSICHT" und Piktogrammen für Fußgänger und Radfahrer in einem blauen Kreis. Im oberen Bereich befindet sich ein Warnschild mit dem Symbol für spielende Kinder. Die Markierung weist auf gemeinsame Nutzung des Verkehrsraums durch verschiedene Verkehrsteilnehmer hin.

Der Arbeitskreis Rad- und Fußverkehr startete am 4. Februar in das neue Jahr. Erstes Thema: die Verbesserung der Verkehrsführung in der Konzilstraße. Im Moment sind dort die Flächen für Fuß- und Radverkehr beengt und es kommt zu zahlreichen Konflikten. Durch die Sperrung des Bahnhofplatzes für den privaten Autoverkehr hat der Verkehr in der Konzilstraße bereits abgenommen, die Zahl der Busse bleibt allerdings hoch. Umweltingenieurin Hanna Zantl-Kupferschmidt stellte im Arbeitskreis ihre Masterarbeit vor, welche sie als Studentin an der HTWG verfasst hat. Die von ihr untersuchten Optionen reichten von geringfügigen Anpassungen der Konzilstraße bis zum Bau ganz neuer Infrastruktur. Für die kurz- bis mittelfristige Umsetzung ergeben sich laut der Masterarbeit zwei Vorzugsvarianten: Eine Fahrradstraße würde bei geringem Aufwand komfortables Radfahren erlauben, dabei aber den Busverkehr ausbremsen. Mit etwas mehr baulichem Aufwand könnte die Fahrbahn erweitert werden, um den Radverkehr auf Schutzstreifen zu führen und Bussen das Überholen zu ermöglichen. In beiden Varianten profitiert der Fußverkehr von breiten Gehwegen ohne Radverkehr. Die vorliegende Arbeit stellt für die Verwaltung eine Grundlage für die Überlegungen zur künftigen Entwicklung der Konzilstraße dar.
 
Weiter informierte die Verwaltung über den Stand der Umsetzung geplanter verkehrsberuhigter Bereiche, sowie über denkbare zukünftige Ausweitungen. Viele Straßen im Stadtgebiet könnten prinzipiell mit geringem Aufwand verkehrsberuhigt werden, um Fußverkehr zu schützen und aus einer Verkehrsfläche einen Aufenthaltsraum zu machen. Die Erfahrung zeigt: In verkehrsberuhigten Bereichen wird im Durchschnitt deutlich langsamer gefahren als in Tempo-30-Zonen – selbst wenn die Straße bereits schmal ist. Im Arbeitskreis wurde darauf hingewiesen, dass dabei Radrouten beachtet werden sollten.
 
Zum Abschluss wurde im Arbeitskreis ein Vorschlag der Verwaltung für das Wegenetz für S-Pedelecs diskutiert. Diese sehen aus wie Fahrräder, können aber mit elektrischer Unterstützung bis zu 45 km/h schnell fahren. Erkennbar sind sie an einem kleinen Nummernschild. Grundsätzlich müssen sie wie Motorroller auf der Straße fahren. Bestimmte Radwege und Fahrradstraßen können aber freigegeben werden – allerdings nur dort, wo wenig Fußverkehr unterwegs ist. Der Arbeitskreis hatte in der Vergangenheit grundsätzlich befürwortet, die Nutzung von S-Pedelecs durch Freigaben ausgewählter Strecken zu fördern. Die Verwaltung schlägt nun vor, außerorts bestimmte Geh- und Radwege entlang von Landesstraßen für S-Pedelecs freizugeben. Voraussetzungen sind u.a. eine Mindestbreite von 2,50 m und dass dort wenig Menschen zu Fuß unterwegs sind. Innerorts wird unter anderem die Freigabe der Fahrradstraße zwischen Döbele und Zähringerplatz vorgeschlagen, dort gilt eine Begrenzung auf 30 km/h.
Nicht freigegeben zum Schutz werden hingegen Wege mit viel Fußverkehr. Das betrifft beispielsweise den gemischten Fuß- und Radweg entlang der Bahn zwischen Petershauser Straße und Haltepunkt Wollmatingen sowie die Fuß- und Radwege auf der Schänzlebrücke. S-Pedelecs müssen demnach parallel verlaufende Straßen nutzen.
Die Vorschläge zu Radwegen außerorts und zur Fahrradstraße wurden im Arbeitskreis befürwortet. Die Frage der Freigabe der Geh- und Radwege auf der Schänzlebrücke für S-Pedelecs wurde im Arbeitskreis kontrovers diskutiert, das Stimmungsbild fiel hier unentschieden aus.

(Erstellt am 13. Februar 2026 11:16 Uhr / geändert am 13. Februar 2026 11:18 Uhr)