Neuer Bahnhofplatz & C-Konzept
Was sich in Konstanz verändert hat – und was das bedeutet
Der neue Bahnhofplatz ist ein zentraler Baustein für ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept. Wie wirkt sich das auf die Mobilität in der Stadt aus? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Wie fällt die Bilanz für den neuen Bahnhofplatz aus?
Der neue Bahnhofplatz ist ein Gewinn für Konstanz. Der Bahnhof ist barrierefrei erreichbar, der Platz ist deutlich sicherer geworden und bietet mehr Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig entsteht eine repräsentative „Adresse“ der Stadt. Derzeit fahren noch mehr Autos über den Platz als langfristig vorgesehen. Erlaubt ist die Zufahrt nur Autofahrenden mit Ausnahmegenehmigung.
Wie sieht die künftige Mobilität am Bahnhofplatz aus?
Die KonstanzerInnen legen einen hohen Anteil an Wegen zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus und mit der Bahn zurück. Der Umbau des Bahnhofplatzes stärkt diese umweltfreundlichen Verkehrsarten. Die Erreichbarkeit des Bahnhofplatzes bleibt erhalten. Die Herausforderung liegt in der dauerhaften Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs – hier benötigen Kommunen wie Konstanz Unterstützung von Bund und Land.
Warum wurde der Bahnhofplatz jetzt umgebaut?
Der Bahnhofplatz ist Ausgangspunkt des C-Konzepts. Früher fuhr der Verkehr im Ring („O“) um die Altstadt – störanfällig und belastend für sensible Bereiche. Das C-Konzept unterbricht diesen Ring und ordnet den Verkehr neu, um mehr Raum für Busse, Radfahrende und FußgängerInnen zu schaffen.
Die südöstliche Innenstadt rund um Bahnhof und Hafen ist touristischer Schwerpunkt und Visitenkarte der Stadt. Der frühere Bahnhofplatz war baulich marode und vor allem an Spitzentagen überlastet. Mit Dunkelampeln wurde damals auf die kaum mögliche Querung reagiert. Deshalb beschloss der Gemeinderat, nach dem Umbau des Rheinsteigs mit der Realisierung des C-Konzepts am Bahnhofplatz weiterzumachen.
Wurden die Fußgängerströme an der Bodanstraße berücksichtigt?
Ja, die Fußgängerströme wurden berücksichtigt. An sechs Tagen pro Woche funktioniert das Zusammenspiel gut. An starken Einkaufstagen zeigt sich ein anderes Verhalten: Viele Autofahrende halten freiwillig, um FußgängerInnen queren zu lassen – rücksichtsvoll, aber verkehrsverlangsamend. Zusätzlich treffen zu bestimmten Zeiten viele Bahnfahrgäste gleichzeitig ein und queren Richtung Lago. Diese Erfahrungen flossen in die Optimierung der Fußgängerüberwege ein, mit dem Ziel einer besseren Koordination der Querungen.
Braucht es ein Fahrradparkhaus am Bahnhof?
Die bereits heute vorhandene Anzahl abgestellter Fahrräder kann nicht auf den Gehwegen und Plätzen untergebracht werden. Der Bedarf an Fahrradabstellplätzen rund um den Bahnhof ist offensichtlich.
Ein Fahrradparkhaus verknüpft Fahrrad, Bus und Bahn optimal und entlastet den öffentlichen Raum. Bund, Land und das Schweizer Agglomerationsprogramm fördern solche Anlagen, da an vielen Bahnhöfen Nachholbedarf besteht. Zahlreiche Städte haben Fahrradparkhäuser realisiert. Auch Konstanz hat dafür Bedarf.
Wie viel Raum bekommen FußgängerInnen in der Stadt?
Der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege ist deutlich gestiegen – ein Zeichen, dass Konstanz „auf kurzen Wegen“ funktioniert. Einzelhandel, Kultur- und Freizeitangebote sind gut erreichbar. Konstanz gestaltet sein Zentrum bewusst wirtschaftlich stark, klimagerecht und sozial verträglich. Die Qualität öffentlicher Räume ist entscheidend für die Attraktivität. Das Ziel ist, vor allem Menschen mit Einschränkungen und SeniorInnen sichere Wege zu bieten.
Welche Rolle spielt der Bahnhof als Drehscheibe?
Der Bahnhofplatz bündelt als zentraler Knotenpunkt Bus, Bahn, Fahrrad und weitere umweltfreundliche Mobilitätsformen. Der Haupteingang ist barrierefrei mit dem Platz verbunden. Der Platz ist Aufenthaltsort für Gäste, zum Ankommen und zum Verweilen mit Gastronomie.
Bleibt die Altstadt weiterhin für alle gut erreichbar?
Die Altstadt bleibt für AnwohnerInnen, Lieferverkehr und Menschen mit Einschränkungen erreichbar.
An Spitzentagen stößt die historische Stadtstruktur an Grenzen. Hier braucht es eine aktive Steuerung, perspektivisch durch digitale Lösungen.
Für TagestouristInnen wurde bereits ein attraktives Parkangebot am Europaquartier geschaffen. Mit dem Parkhaus Europabrücke, guter Busanbindung, Sharing-Optionen und Angeboten wie einem Wasserbus an Spitzentagen entstehen attraktive Alternativen.
