Handlungsprogramm Wohnen
Die Entwicklungen seit 2022 im Überblick
Wie gelingt es, ausreichend Wohnraum für alle zu schaffen? Das Handlungsprogramm Wohnen der Stadt Konstanz gibt Antworten auf diese zentrale Frage. Die Stadt verfolgt das Ziel, Konstanz für alle Bevölkerungsschichten attraktiv und lebenswert zu halten. Im Fokus steht, neue Wohnbauflächen zu entwickeln, Baurecht zu schaffen und konkrete Projekte in verschiedenen Stadtteilen umzusetzen. Die Karte anbei veranschaulicht die Wohnbauflächen des Handlungsprogramms Wohnen mit ihrem jeweiligen Entwicklungsstand. Sie bietet einen kompakten Überblick darüber, wie sich der Wohnungsbau im gesamten Stadtgebiet entwickelt und wo Konstanz aktuell steht.
Das zeigt die Karte
Zur besseren Einordnung wird ein Ampelsystem verwendet: Grün kennzeichnet Flächen, auf denen Wohnprojekte bereits fertiggestellt sind oder deren Planung so weit abgeschlossen ist, dass Wohnungsbau möglich ist. Gelb steht für Flächen mit geschaffenem Baurecht oder in konkreter Vorbereitung. Rot steht für frühe Planungsphasen. Die Darstellung macht sichtbar, dass sich die Entwicklung auf mehrere Stadtteile verteilt und Planung zunehmend in konkrete Umsetzung übergeht. Der Wohnungsbau konzentriert sich nicht auf einzelne Standorte, sondern erfolgt an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet – ein zentrales Ziel des Handlungsprogramms Wohnen.
Mehrere auf der Karte grün markierte Flächen stehen exemplarisch für diese Entwicklung. In Quartieren wie Bücklestraße, Ravensberg, Marienweg, Weiherhof oder Am Horn sind Wohnprojekte bereits realisiert oder die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Sie zeigen, dass langfristige Planung in konkreter Umsetzung mündet und so kontinuierlich Wohnraum entsteht.
Die Bilanz seit 2022
Die Zielvorgabe ist, bis 2035 insgesamt 7.900 neue Wohnungen in der Stadt zu realisieren. Die Bilanz der vergangenen Jahre zeigt, dass Konstanz diesen Weg konsequent verfolgt. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen wurden seit 2022 643 Wohnungen fertiggestellt und 413 neue Projekte genehmigt. Gleichzeitig spiegelt sich der bundesweite Einbruch im Wohnungsbau auch in Konstanz wider – insbesondere zeitverzögert in den Baufertigstellungszahlen.

Konstanz setzt weiter auf langfristige Vorbereitung
Entscheidend sind die langfristigen Vorarbeiten, die im Rahmen des Handlungsprogramms Wohnen seit 2014 geleistet wurden und werden: Flächensicherung, Grunderwerb, umfangreiche Planungsprozesse und die Schaffung von Baurecht –das bedeutet, die rechtlichen Voraussetzungen herzustellen, damit auf einem Grundstück gebaut werden darf. Diese Schritte sorgen dafür, dass Konstanz handlungsfähig bleibt und Wohnungsbau möglich ist, wenn sich die Rahmenbedingungen wieder verbessern.
Eine wichtige Rolle spielt dabei weiterhin die städtische Wohnungsbaugesellschaft WOBAK, die insbesondere im geförderten Wohnungsbau einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung breiter Bevölkerungsschichten leistet.
Baugenehmigungen: Grundlage für die kommenden Jahre
Ein Blick auf die Entwicklung der Baugenehmigungen zeigt, dass Konstanz auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleibt. Zwar ist der konjunkturelle Einbruch sichtbar, zugleich deutet sich zuletzt wieder eine Belebung an. Die vorliegenden Genehmigungen zeigen, dass zahlreiche Projekte vorbereitet sind und in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden können.
Wohnungsbau wirkt zeitverzögert
Zwischen Planung, Genehmigung und Fertigstellung liegen oft mehrere Jahre. Umso wichtiger ist es, langfristig zu denken – genau darauf ist das Handlungsprogramm Wohnen ausgerichtet. Weitere Informationen zum Handlungsprogramm Wohnen gibt es unter konstanz.de/stadt+gestalten/bauen+_+wohnen/handlungsprogramm-wohnen.
Die Entwicklung an drei Beispielen
5/7 Jungerhalde West:
Status: Planungen laufen (Konzept- und Qualifizierungsphase). Fläche: ca. zwei Hektar. Geplant: 130 Wohnungen (WOBAK). Besonderheit: Modellprojekt der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg, wissenschaftliche Begleitung durch die HTWG.
3/16 Quartier Bücklestraße:
Mit dem Projekt „Bücklepark“ entsteht auf dem ehemaligen Industrieareal an der Bücklestraße ein neues urbanes Stadtquartier in zentraler Lage von Konstanz.
Status: Baubereit. Baubeginn: Frühjahr 2026. Grundlage: Bebauungsplan „Bücklestraße-Süd, 1. Änderung“ (April 2024). Geplant: Ca. 600 Wohnungen. Geförderte Wohnungen: 200 (WOBAK). Freifinanziert: Ca. 400 (Bücklepark GmbH). Besonderheit: 20.000 Quadratmeter Grünfläche. Fertigstellung: Voraussichtlich 2032.
3/13 Weiherhof:
Status: Fertig. Grundlage: Bebauungsplan „Weiherhof-Nord, 4. Änderung. Baubeginn: November 2022. Fertigstellung: April 2025. Gebaut: Drei Gebäude mit 5 bis 8 Geschossen und 145 Wohneinheiten, davon 33 gefördert. Fläche: ca. 8.000 Quadratmeter. Besonderheiten: Pflegewohnen / Wohnen im Alter, Gewerbe, begrünte Bereiche mit Kinderspielplätzen.
Das Handlungsprogramm Wohnen im Kontext
„Schwarmstädte“ wie Konstanz gehören weiterhin bundesweit zu den Kommunen mit einer hohen Nachfrage nach Wohnraum. Gleichzeitig haben die Folgen der Coronavirus-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, stark gestiegene Bau- und Energiekosten sowie die veränderte Zinslandschaft den Wohnungsbau bundesweit spürbar gebremst. Auf diese Situation kann die Stadt durch das Handlungsprogramm Wohnen reagieren. Es wurde 2014 vom Gemeinderat beschlossen und 2018 weiterentwickelt. Ziel des Programms ist nach wie vor, Konstanz für alle Bevölkerungsschichten attraktiv und lebenswert zu halten, indem mittel- und langfristig bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.
Im Fokus: Wohnraum für Familien - Prämie für Umzug in kleinere Wohnung
Die Stadt Konstanz beteiligt sich am Landesprogramm „Wohnflächenbonus BW“, das Umzüge aus zu großen in kleinere Wohnungen finanziell belohnt. Ziel ist, bestehenden Wohnraum besser zu nutzen und so Wohnungen für Familien freizugeben. Wer seine Wohnfläche um mindestens 15 m² reduziert und innerhalb von Konstanz umzieht, kann eine Prämie von bis zu 6.750 Euro erhalten. Berücksichtigt werden Umzüge, die nach dem 01.11.2025 erfolgen. Die Grundprämie beträgt 2.700 Euro. Zusätzlich gibt es 90 Euro pro weiterem Quadratmeter Wohnflächenreduktion. Das Programm richtet sich an MieterInnen und an Wohnungs- baugesellschaften, die Umzüge innerhalb ihres Bestands fördern möchten.
Teilnahme bis 31.12.2026
Das Programm läuft zunächst bis 31.12.2026. Weitere Informationen gibt es unter konstanz.de/stadt+gestalten/bauen+_+wohnen/handlungsprogramm-wohnen/wohnflaechenbonus.
Im Fokus: Baugemeinschaften - Konstanz setzt auf gemeinschaftliche Wohnformen
Konstanz fördert Baugemeinschaften als festen Bestandteil der städtischen Wohnraumentwicklung.Im Projekt Am Horn befindet sich die Stadt in enger Abstimmung mit dem erfolgreichen Bewerber der Ankerausschreibung. Im Anschluss ist eine Anliegerausschreibung für weitere Baugemeinschaften vorgesehen. Das Grenzbachareal ist aktuell ausgeschrieben und bietet eine konkrete Beteiligungsmöglichkeit. Das Projekt Marienweg wird derzeit für eine Ausschreibung vorbereitet.
Im neuen Stadtteil Hafner sind ebenfalls falls Flächen für Baugemeinschaften vorgesehen. Diese werden im Rahmen der weiteren Entwicklung vorbereitet und zu gegebener Zeit ausgeschrieben. Beide Angebote sowie ein Newsletter zum Thema sind zu finden unter konstanz.de/stadt+gestalten/bauen+_+wohnen/privat+bauen/baugemeinschaften. Die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das gemeinschaftliche Bauen ist die Wohnbaukoordination, erreichbar unter gemeinsambauen@konstanz.de.


