Nahwärmenetzprojekt Litzelstetten

Im April 2026 hatte die Ortsverwaltung Haus-, Wohnungs- und BaugrundstückseigentümerInnen in Litzelstetten angeschrieben, um das Interesse an einem möglichen Nahwärmenetz zur zentralen Wärmeversorgung in Erfahrung zu bringen. Dabei wurde abgefragt, wer sich vorstellen könnte, Haus oder Wohnung zeitnah an ein Nahwärmenetz anzuschließen oder einen Anschluss für eine spätere Wärmeversorgung durch das Nahwärmenetz legen zu lassen. Dank einer guten Rückmeldequote der Eigentümer und Eigentümerinnen konnte eine erste aussagekräftige Auswertung vorgenommen werden.
Für etwa die Hälfte der Liegenschaften konnten Daten erfasst werden, die Rücklaufquote war damit erfreulich hoch. Etwa 80 % haben Interesse an einem Anschluss bekundet, je zur Hälfte mit sofortigem Wärmebezug bzw. Aktivierung, wenn die bestehende Heizung getauscht werden muss. Lediglich 20 % hatten kein Interesse – ein Großteil davon, weil bereits eine neue Wärmepumpe am Haus installiert ist.
Aus dem in der Umfrage ermittelten Nutzwärmebedarf und der für die Anschlüsse benötigten Trassenlänge des Wärmenetzes lässt sich die Energiedichte in Kilowattstunden pro laufendem Meter (kWh/lfm) bestimmen – ein wichtiger Schwellenwert, von dem die Wirtschaftlichkeit des Netzes abhängt. Eine Vorstudie hat ein Gesamtnetz von 18 km Länge und eine Energiedichte von 830 kWh pro Laufmeter ergeben – ein Wert, der deutlich über der Schwelle für eine wirtschaftliche Umsetzung liegt und damit auch auf Interesse bei potenziellen Investoren stoßen dürfte. Eine parallel beauftragte Studie hat zudem ergeben, dass für Litzelstetten die Seewärme eine ideale Möglichkeit zur Wärmegewinnung ist.
Wärme aus dem See
Dabei dient der See als Wärmequelle für eine Großwärmepumpe, die Wärme in die Leitung des Nahwärmenetzes einspeist. Um einen wirtschaftlich vertretbaren Wärmepreis zu erreichen, sollte die Wärmepumpe mit Strom betrieben werden, der direkt in der Nähe der Heizzentrale erzeugt wird. Der nächste kritische Meilenstein ist daher die Ortsbestimmung eines Betriebsgebäudes und einer Photovoltaik-Großanlage. In Abstimmung mit den Ämtern der Stadt Konstanz wurden bereits geeignete Flächen identifiziert. Ebenso wurden schon erste Gespräche bezüglich der Standorte für Heizzentrale, Photovoltaikanlage, Leitungsrechte und Kooperationsbereitschaft geführt.
Das positive Ergebnis für ein regeneratives Wärmenetz in Litzelstetten, die hohe Anschlussbereitschaft und die sich daraus ergebende Wirtschaftlichkeit stimmen positiv und ermutigen die Projektbeteiligten, intensiv und zielstrebig an einer Umsetzung weiterzuarbeiten. Sobald geklärt ist, dass bau- und umweltrechtlich dem Wärmenetz an den vorläufig ins Auge gefassten Standorten keine grundsätzlichen Hürden im Weg stehen, strebt der Ortschaftsrat mit dem Arbeitskreis Energie und eventuell interessierten Projektpartnern eine öffentliche Informationsveranstaltung an, bestenfalls noch in diesem Jahr.
Der Ortschaftsrat mit dem Arbeitskreis Energie und der Ortsverwaltung bedankt sich herzlich bei allen Eigentümern und Eigentümerinnen, die an der Umfrage teilgenommen haben.