Nicht nur Restmüll im Restmüll
Auf dem Gelände der Entsorgungsbetriebe Stadt Konstanz (EBK) wurde diese Woche im Rahmen einer Restmüll-Sortieranalyse genau hingesehen: Stichproben des gesammelten Restmülls wurden sortiert, gewogen und analysiert. Die letzte entsprechende Analyse fand im Jahr 1996 statt. Die EBK sind darum sehr gespannt auf die aktuellen Ergebnisse.
Zur Auswahl der Stichproben
Die Sortieranalyse ist ein standardisiertes Verfahren: Es sind keine Rückschlüsse auf die genauen Standorte und Adressen der untersuchten Tonnen möglich. Die betroffenen Abfallbehälter sind dennoch repräsentativ. Ob Ein- oder Mehrfamilienhaus, ländlicher oder städtischer Raum: Die Auswahl der untersuchten Abfallbehälter spiegelt die Siedlungsstruktur des Landkreises wider und ermöglicht so Rückschlüsse auf das Entsorgungsverhalten der Konstanzerinnen und Konstanzer.
Zum Verfahren
Die Inhalte der Tonnen wurden von Hand in mehr als 25 verschiedene Abfallarten sortiert. Darunter sind unter anderem organische Abfälle, Papier, Kunststoffe, Metalle, Problemstoffe und viele weitere Abfallarten. Dieses standardisierte Verfahren ermöglicht vergleichbare Ergebnisse auch über Konstanz hinaus.
Viele Fehlwürfe im Restmüll!
Zum Abschluss der Analyse ist klar: Es ist längst nicht nur Restmüll im Restmüll. Bei einem großen Anteil der falsch entsorgten Abfälle handelt es sich um Organik, also Essensreste und andere Bioabfälle, die teilweise sogar noch verpackt im Restmüll entsorgt wurden. Aber auch viele andere eigentlich verwertbare Abfälle sind in den untersuchten Tonnen gefunden worden: Altpapier, Verpackungen aus Kunststoff und Metall, Elektroabfälle, Bauschutt und sogar Schadstoffe. Es drängt sich der Eindruck auf, als würde man alles, was in Haushalten zu finden ist, auch in den Restmülltonnen wiederentdecken.
Abfalltrennung ist nachhaltig
Warum ist Abfalltrennung überhaupt wichtig? Die richtige Abfalltrennung ist einer der wichtigsten Schritte einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Nur wenn Kunststoff, Papier und andere Wertstoffe in den richtigen Behältern entsorgt werden, können sie auch verwertet werden. Und Verwertung ist immer nachhaltiger als die Entsorgung im Restmüll.
Abfalltrennung ist Klimaschutz
Der Restmüll wird zur Kehrichtverbrennungsanlage in Weinfelden transportiert und dort ohne weitere Sortierung verbrannt. Auch wenn die dabei entstehende Energie zur Wärmeversorgung und Stromproduktion genutzt wird, ist das Wertstoffrecycling immer besser, da Ressourcen geschont werden und weniger CO2 emittiert wird.
Abfalltrennung ist gesetzliche Pflicht
Die Abfalltrennung ist ein einfacher, aber sehr wirksamer Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Sie ist darum nicht nur liebgewonnenes Klischee der Deutschen, sondern seit vielen Jahren gesetzliche Pflicht.
Falsche Entsorgung ist gefährlich
Gleichzeitig kann die falsche Entsorgung brandgefährlich sein: Elektrogeräte, vor allem solche mit Lithium-Ionen-Akkus, sorgen immer wieder für Brände in Entsorgungsanlagen, da sie leicht entzündbar sind. Entsprechende Geräte, Akkus und Batterien gehören darum niemals in den Restmüll, sondern können sicher auf den Wertstoffhöfen und teilweise im Handel zurückgegeben werden.
Annahmen bestätigt, Abschlussbericht folgt
Die Annahme, dass ein großer Anteil der im Restmüll entsorgten Abfälle noch hätte recycelt werden können, wird durch die ersten Eindrücke der Sortieranalyse bestätigt. Durch das Wissen, bei welchen Abfällen die Sortierung noch schwerfällt, können die EBK gezielt auf Verbesserungen hinwirken, wie zum Beispiel beim Bioabfall. Der detaillierte Abschlussbericht der Sortieranalyse wird in vier bis sechs Wochen vorliegen. Entsprechende Informations- und Beratungsangebote werden folgen.
Bis dahin können sich die Konstanzerinnen und Konstanzer mit allen Entsorgungsfragen an die EBK Abfallberatung wenden. Viele Informationen werden auch online bereit gestellt.