Mit Sicherheit mehr Spaß

Die Jahreshauptkontrolle der Konstanzer Spielplätze

Ein Mann in einer blauen Fleecejacke steht vor einem großen Holzspielgerät in Form eines Schiffs auf einem Spielplatz. Er hält einen Schraubendreher in der rechten Hand und sticht damit in eine Holzverbindung an der Dachkante des Geräts, um das Holz auf Fäulnis zu prüfen. Im Hintergrund sind kahle Bäume, eine Grünfläche und ein bewölkter Himmel zu sehen. Das Holzgerät weist Graffiti auf.
Carsten Petschkuhn von den Technischen Betrieben Konstanz (TBK) prüft bei der Jahreshauptkontrolle die Kettenverbindungen der Schaukelnam Spielplatz Schänzle. Der Holzschnitzel-Fallschutz unter den Schaukeln gehört ebenfalls zu den Kontrollpunkten.

Nicht nur Autos müssen durch den TÜV, sondern auch Spielplätze: Bei der aktuellen Jahreshauptkontrolle werden Geräte und Gelände auf offene und versteckte Mängel inspiziert.

Ortstermin Sportpark Schänzle-Spielplatz: Carsten Petschkuhn nimmt die Skateanlage in Augenschein. Was ihm gleich auffällt, sind fehlende Schrauben, die die sogenannten Skatesmart-Platten im Fahrbereich sichern und ersetzt werden müssen. Hervorgetretene Schrauben dreht er wieder rein, morsche Holzteile werden ausgetauscht. An einigen Stellen des Fahrbelags sind Dellen und Risse zu sehen. Sind diese Beschädigungen zu tief, ersetzt er die einzelne Platte, damit sich Kinder und Jugendliche nicht verletzen.
 
Jahresinspektion im Frühling
Seit zehn Jahren arbeitet Carsten Petschkuhn gemeinsam mit seinem Kollegen Cengiz Tezer im Team der Technischen Betriebe Konstanz (TBK), das für Spielplätze, Parkbänke und sonstiges Stadtmobiliar zuständig ist. Es sorgt für den sicheren Betrieb der 63 öffentlichen Spielplätze in Konstanz und der 20 öffentlichen Spielplätze in den Ortsteilen. Carsten Petschkuhn hat sich für diese Aufgabe zum „Qualifizierten Spielplatzprüfer“ in Sachkundelehrgängen fortgebildet. Auftraggeber der TBK ist das Amt für Stadtplanung und Umwelt (ASU), das die Spielplätze und die sich darauf befindenden Spielgeräte plant und gestaltet.
In die Verantwortung des ASU fallen auch die Neuanschaffung von Spielgeräten und die Behebung größerer Schäden.
Neben den wöchentlichen Sichtkontrollen durch die Stadtreinigung werden alle Spielplätze viermal im Jahr operativ kontrolliert. Zum Frühlingsanfang erfolgt die Jahreshauptkontrolle. „Wir prüfen dann alles auf Herz und Nieren“, berichtet Carsten Petschkuhn.
Die Jahreshauptinspektion beinhaltet die Kontrolle der Funktion, Stabilität, ausgeführter Reparaturen und vor allem Verschleiß der Geräte und des Spielplatzbodens. Auf seinem Tablet hakt Carsten Petschkuhn die einzelnen Kontrollpunkte akribisch ab. Er hält Schäden fest, dokumentiert Reparaturen und Austausche und trägt die nächsten anstehenden Maßnahmen ein. Kleine Reparaturen führt der gelernte Zimmermann selbst ohne Kostenrechnung durch, größere Reparaturen meldet er dem ASU. Dieses beauftragt dann entweder das TBK Team oder bei größeren Maßnahmen eine entsprechende Fachfirma. Anschließend prüft Carsten Petschkuhn die ordnungsgemäße Durchführung solcher Reparaturen. Ebenfalls kontrolliert und dokumentiert er die Arbeiten, die die Kollegen und Kolleginnen der Grünpflege, der Abteilung Straßenunterhaltung/Verkehrswesen und der Stadtreinigung auf den Spielplätzen vornehmen. Der große Spielplatz am Schänzle weist viele Kontrollpunkte auf. Mit
einem langen Schraubenzieher sticht Carsten Petschkuhn zum Beispiel in überlappende Holzecken des Spieleschiffs, ob sich Fäulnis darunter verbirgt. Aber alles ist in Ordnung.
Beim riesigen Klettergerüst Spaceball XL öffnet er die Deckel der Seilverbindungen.
Die Spannschrauben der Seile müssen auf Zug bleiben und die Bolzen sicher sitzen. Bei den
Korbschaukeln prüft er ebenfalls die Bolzen und den Verschleiß der Kettenglieder.
Ein kritischer Blick gilt auch dem Sandkasten. Mit Spezialmaschinen wird der Sand regelmäßig durchgesiebt und gereinigt. Alle zwei Jahre wird der Sand komplett ausgetauscht. Oberstes Ziel: Die Verkehrssicherheit muss immer gewahrt bleiben. „Wenn ein Spielgerät nicht mehr sicher sein sollte, wird es von uns gesperrt. Auch ganze Spielplätze sperren wir, wenn es nötig ist“, erklärt Carsten Petschkuhn.
 
Zertifizierte Materialien
Neben den Spielgeräten wird das Spielplatzgelände intensiv kontrolliert. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Fallschutz des Untergrunds. Carsten Petschkuhn testet den mit Holzschnitzeln bedeckten Boden am Spieleschiff. Mindestens 30 cm tief sollte der Schraubenzieher im Boden verschwinden, besser noch 40 cm. Ebenso begutachtet er den Zustand der Fallschutzgittermatten der Schaukeln und der Fallschutzkiesel unter den Schaukeln. Die Kiesel müssen gerundet sein, damit sie sich nicht verdichten und hart werden. „Eltern können sicher sein, auf Spielplätzen werden nur zertifizierte Geräte und Materialien eingesetzt
und Originalteile für Reparaturen verwendet“, betont Carsten Petschkuhn. „Für uns ist es wichtig, Sicherheit zu geben, ohne den Spielespaß zu verderben.“
 
Was bieten Konstanzer Spielplätze?
In der Stadt Konstanz stehen Kindern und Jugendlichen auf 63 Spielplätzen vielfältige Spielflächen zur Verfügung. Alle Spielplätze besitzen eine Grundausstattung an Spielgeräten wie zum Beispiel Rutsche, Sandspielfläche, Schaukel und Sitzgelegenheiten und bieten ein vielfältiges, abwechslungsreiches und altersgerechtes Spielangebot.
In der Regel sind sie dem Wohnumfeld zugeordnet und gut zu Fuß erreichbar. Darüber hinaus bietet die Stadt Konstanz in allen Stadtteilen Spielflächen in besonderer Lage an, die einen größeren Einzugsbereich aufweisen. Diese Spielplätze sind größer, verfügen über eine vielfältigere Ausstattung und sind für verschiedene Altersgruppen geeignet. Hierzu gehören
in den Ortsteilen der Spielplatz im „Gewann Moos“ (Dettingen, Ortsrandlage) und in Wallhausen und Dingelsdorf die Spielplätze in den Strandbädern. Weitere sehr schöne Spielplätze mit attraktiver Ausstattung befinden sich auf der Insel Mainau (gebührenpflichtig), dem Georg-Elser-Platz, Grünspange Weiherhof, „Im Stadl" und dem Siedlerweg in Egg. Darüber hinaus sind alle Schulhöfe in der unterrichtsfreien Zeit zum Spielen geöffnet.
Entsprechend den Altersgruppen der SchülerInnen sind sie mit passenden Spieleinrichtungen ausgestattet. In allen Stadtteilen sind Bolzplätze und Spielwiesen vorhanden. An geeigneten Standorten wurden Streetballanlagen und Skateanlagen eingerichtet. Eine Übersichtskarte mit den Standorten findet sich über das Geoportal unter konstanz.de

Ein Mann in einer blauen Fleecejacke steht vor einem großen Holzspielgerät in Form eines Schiffs auf einem Spielplatz. Er hält einen Schraubendreher in der rechten Hand und sticht damit in eine Holzverbindung an der Dachkante des Geräts, um das Holz auf Fäulnis zu prüfen. Im Hintergrund sind kahle Bäume, eine Grünfläche und ein bewölkter Himmel zu sehen. Das Holzgerät weist Graffiti auf.
Carsten Petschkuhn von den Technischen Betrieben Konstanz (TBK) prüft bei der Jahreshauptkontrolle die Kettenverbindungen der Schaukelnam Spielplatz Schänzle. Der Holzschnitzel-Fallschutz unter den Schaukeln gehört ebenfalls zu den Kontrollpunkten.
(Erstellt am 17. April 2026 09:17 Uhr / geändert am 17. April 2026 10:03 Uhr)