Konstanzer Innenstadt: Stabil, attraktiv und im Wandel

94 Prozent leben gern in Konstanz – und die Stadt arbeitet daran, dass das so bleibt

Passanten in der Innenstadt
(Bild: MTK / Dagmar Schwelle)

Die Konstanzer Innenstadt zieht jährlich Hunderttausende Besucher an, steht aber wie viele Innenstädte vor strukturellen Herausforderungen. Die Stadtverwaltung gibt einen Einblick in Daten, laufende Maßnahmen und die Perspektiven für die Zukunft.
 
Vielfältige Besuchergruppen, starke Anziehungskraft
 
Die Innenstadt lebt von ihrer Vielfalt – an Angeboten ebenso wie an Gästen. Konstanzerinnen und Konstanzer, Tagesbesucherinnen und -besucher aus dem regionalen Umland, Einkaufende aus der Schweiz sowie nationale und internationale TouristInnen besuchen die Stadt aus den unterschiedlichsten Gründen: Einkaufen, Gastronomie, Kultur, Dienstleistungen, Freizeit oder einfach das Flanieren in einer der schönsten Altstädte Deutschlands.
 
Die Zahlen belegen die Anziehungskraft: 2024 verzeichnete Konstanz 1.157.482 Übernachtungen, davon 21,7 Prozent von ausländischen Gästen. Und laut einer aktuellen Studie des Instituts für Handelsmanagement der Universität St. Gallen ist Konstanz das beliebteste Einkaufsziel der deutschsprachigen SchweizerInnen – was die überregionale Bedeutung von Konstanz eindrücklich unterstreicht.
 
Was die Bürgerinnen und Bürger sagen
 
Die Zufriedenheit mit der Innenstadt spiegelt sich auch in der Meinung der Einwohnerinnen und Einwohner wider. Im bundesweiten Urban Audit 2024 gaben 94 Prozent der Befragten an, gerne in Konstanz zu leben – ein Spitzenwert im deutschlandweiten Städtevergleich.
79 Prozent zeigten sich mit dem Einzelhandelsangebot zufrieden, ein Drittel sogar sehr zufrieden.
 
Stärken, die tragen
 
Mit rund 450 Einzelhandelsgeschäften – viele davon inhabergeführt – verfügt die Innenstadt über einen ausgewogenen Mix, der in dieser Form in vielen Städten kaum noch zu finden ist. Die Einzelhandelszentralität liegt bei 137,5. Das bedeutet: Konstanz zieht deutlich mehr Kaufkraft an, als in der Stadt selbst vorhanden ist. Etablierte Veranstaltungen wie das Seenachtfest, der Weihnachtsmarkt oder verkaufsoffene Sonntage sind zusätzliche Publikumsmagnete.
 
Neue touristische Highlights werten die Stadt als Erlebnisdestination weiter auf und sprechen neue Besuchergruppen an: das bald fertiggestellte Asisi-Panorama und der aktuell samstags verkehrende Wasserbus zwischen Bodenseeforum und Hafen.
 
Erreichbarkeit bleibt eine dauerhafte Aufgabe
 
Die geografische Lage zwischen Bodensee, Seerhein und Schweizer Grenze bringt besondere Herausforderungen für die Erreichbarkeit mit sich – Herausforderungen, die zahlreiche mittelalterliche Städte in ähnlicher Form kennen. Die Stadt Konstanz investiert jährlich rund 500.000 Euro in den Einsatz von Verkehrskadetten, insbesondere an sogenannten Hochlasttagen mit besonders viel Verkehr. Das kürzlich eröffnete Parkhaus Europabrücke mit seinen 750 Stellplätzen soll hier zusätzlich entlasten.
 
Ein kontinuierliches, verwaltungsübergreifendes Verkehrs- und Baustellenmanagement trägt dazu bei, die Erreichbarkeit zu sichern – wie zuletzt am Bahnhofplatz und in der Zollernstraße zu sehen war. Derzeit mit Blick auf künftige Maßnahmen der Verkehrslenkung in der politischen Diskussion: der Einstieg in ein digitales Verkehrsmanagement.
 
Baustellen als Investition in die Zukunft
 
Einschränkungen durch Bauprojekte sind für Handel und BesucherInnen deutlich spürbar. Die Neugestaltung des Stephansplatzes etwa führt während der Bauphase zu Beeinträchtigungen in der Wessenberg- und Hussenstraße. Langfristig entsteht dort jedoch ein moderner, einladender Stadtraum, der die Aufenthaltsqualität der gesamten Innenstadt nachhaltig steigern wird. Ähnliches gilt für die Sanierung des Augustinerparkhauses: Eine spürbare Belastung in der Parksituation, die aber eine notwendige Investition in die Infrastruktur darstellt und Zukunftsfähigkeit sichert.
 
Gemeinsam gestalten
 
Die Stadt Konstanz ist sich bewusst: Viele Faktoren, die die Innenstadt beeinflussen – Konjunktur, Mieten, Energiekosten, Konsumtrends – liegen nicht in kommunaler Hand. Umso wichtiger ist das Zusammenwirken aller Beteiligten. Zweimal jährlich tauscht sich die Stadtspitze direkt mit dem Konstanzer Einzelhandel aus. Strategische Fragen werden darüber hinaus regelmäßig in städtischen Gremien behandelt.

Konkrete Impulse und Vorschläge von Handel, Gastronomie, Hotellerie und weiteren Unternehmen und Gewerbetreibenden aus unserer attraktiven Innenstadt sind ausdrücklich willkommen. Bernd Stephan, stellvertretender Wirtschaftsförderer, hierzu: „Unsere Innenstadt ist ein gemeinsames Projekt – und das meinen wir wörtlich. Oberbürgermeister, Baudezernat, Wirtschaftsförderung und die MTK ziehen dabei an einem Strang. Wir sind gemeinsam für die Betriebe und die Menschen in Konstanz da – und nehmen Wünsche, Ideen und Anregungen jederzeit gerne entgegen."

(Erstellt am 22. April 2026 12:23 Uhr / geändert am 22. April 2026 13:20 Uhr)