Rückenwind für die Wärmewende
Gemeinderat beschließt Investition in den Ausbau von Wärmenetzen
Der Gemeinderat der Stadt Konstanz hat in seiner Sitzung vom 23.04.2026 einen wegweisenden Beschluss gefasst: Die Stadt stärkt die Eigenkapitalbasis der Stadtwerke Konstanz GmbH mit insgesamt 30 Millionen Euro – verteilt über einen Zeitraum von 15 Jahren (2027 bis 2041). Ziel ist es, den Ausbau klimafreundlicher Wärmenetze in geeigneten Konstanzer Stadtgebieten zu ermöglichen.
Eine Investition in die Zukunft
Die kommunale Wärmeplanung, die der Gemeinderat bereits im Januar 2024 beschlossen hatte, sieht den Neubau überwiegend erneuerbar betriebener Wärmenetze in geeigneten Stadtquartieren vor. Die Stadtwerke gehen für die kommenden 15 Jahre von einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 550 Millionen Euro aus. Um diese Investitionen stemmen zu können, braucht es eine solide Eigenkapitalbasis.
Die städtischen Mittel sollen je zur Hälfte als Gesellschafterdarlehen und als Kapitalzuführung fließen. Ein wesentlicher Baustein der Gesamtfinanzierung ist zudem die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), über die bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten gedeckt werden können.
Oberbürgermeister Uli Burchardt betonte die wirtschaftliche Dimension des Vorhabens: „Wärmenetze sind das Geschäftsmodell der Zukunft in der Wärmeversorgung. Wir geben also nicht einfach nur Geld für den Klimaschutz aus – wir investieren in unser Unternehmen und in ein Geschäftsmodell, mit dem unsere Kinder Geld verdienen werden.“
Gordon Appel, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz, wertet den Beschluss als wichtigen Schritt für die Wärmewende in Konstanz: „Der Gemeinderatsbeschluss ist ein starkes Signal an die Bürgerinnen und Bürger: Die Wärmewende in Konstanz ist finanzierbar und kommt bei den Menschen vor Ort an. Wir wollen möglichst vielen eine verlässliche, bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung anbieten. Mit dem Beschluss schaffen wir die Grundlage, damit aus Plänen umsetzbare Projekte werden.“
Solide Finanzierungsstruktur
Die Wärmenetze werden durch eigens gegründete Projektgesellschaften errichtet und betrieben, an denen neben den Stadtwerken weitere Gesellschafter mit Kapital und Kompetenz beteiligt sind. Rund 70 Prozent der verbleibenden Investitionskosten sollen fremdfinanziert werden – über Bankdarlehen, Förderkredite sowie Bürgerbeteiligungsmodelle wie Genussscheine oder Nachrangdarlehen. Die restlichen 30 Prozent entfallen auf Eigenkapital der Gesellschafter.
Der auf die Stadtwerke Konstanz entfallende Eigenkapitalanteil beträgt rund 59 Millionen Euro – 30 Millionen davon trägt die Stadt über den nun beschlossenen Grundsatzbeschluss bei, weitere 29 Millionen sollen die Stadtwerke aus eigener Kraft erwirtschaften.
Nächste Schritte
Die Verwaltung wird konkrete Verträge ausarbeiten und diese im vierten Quartal 2026 zur Beschlussfassung vorlegen. Erste Mittel werden für den Doppelhaushalt 2027/2028 eingeplant. Voraussetzung für jede Auszahlung sind Projektbeschlüsse des Stadtwerke-Aufsichtsrats, positive Förderbescheide, die Gründung der Projektgesellschaften sowie vorliegende Businesspläne mit Wirtschaftlichkeits- und Risikobetrachtungen.
