Infoveranstaltung „Zukunft Wärme" am 10. Juni
Am Mittwoch, den 10. Juni 2026, findet im Bodenseeforum die Infoveranstaltung „Zukunft Wärme" der Stadtwerke Konstanz und der Stadtverwaltung statt. Beginn ist um 18.30 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr.
Die Veranstaltung findet in zwei Blöcken statt: Ab 18:30 Uhr wird im Rahmen eines Vortragsblocks über die Wärmwendestrategie und deren Umsetzung informiert und der Querbezug zu den Bundesrahmenbedingungen hergestellt. Im Anschluss stehen die Teilnehmenden mit ihren jeweiligen Fragestellungen im Mittelpunkt: An Thementischen wird es Gelegenheit geben, sich zu den bereits konkreter in Planung befindlichen Wärmenetzen zu informieren, sich zu typischen Hürden im Mehrparteienhaus auszutauschen oder mit kompetenten AnsprechpartnerInnen über den rechtlichen Rahmen und die Förder- und Beratungsmöglichkeiten zu sprechen. Auch die Möglichkeit zur Anmeldung für eine kostenlose Energieberatung ist vorgesehen.
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für Getränke und Snacks ist gesorgt.
Turbulente Zeiten für die Wärmewende
Auf der einen Seite treibt der Irankrieg die Kosten fossiler Brennstoffe auch ganz ohne eine weitere Steigerung der CO<sub>2</sub>-Bepreisung nach oben, was auch Konstanzer Haushalte vermehrt zu spüren bekommen. Auf der anderen Seite werden auf Bundesebene rechtliche Grundlagen der Wärmewende zur Disposition gestellt.
Vor diesen Hintergründen betont OB Uli Burchardt: „Die Wärmewende braucht Klarheit. Und sie braucht Vertrauen. Die politischen Rahmenbedingungen ändern sich derzeit fast täglich. Das schafft Unsicherheit. Umso wichtiger ist es, offen zu informieren, zuzuhören und Orientierung zu geben. Wir werden aktuell vielleicht nicht jede Frage sofort beantworten können. Trotzdem kann ich einen interessanten Abend mit vielen wichtigen Antworten zum Thema Wärmewende versprechen.“
Schreiben des OB an Bundesregierung
Mit der Sorge, dass unklare Rahmenbedingungen die Wärmewende vor Ort ausbremsen könnten, wird sich Oberbürgermeister Uli Burchardt zudem direkt an die Bundesregierung und VertreterInnen der Regierungsfraktionen wenden. Eine wesentliche Befürchtung besteht darin, dass der angekündigte Ersatz des Gebäudeenergiegesetzes durch ein „Gebäudemodernisierungsgesetz“ neue Verunsicherung schafft und somit stark kontraproduktiv auf die gerade erfolgreich anlaufende Wärmewende wirkt. Eine Wärmewende, die lokale Wertschöpfung, eine steigende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und letztlich auch Klimaschutz erst ermöglicht.
Konstanz und seine Stadtwerke bleiben auf Kurs
Die Unsicherheiten auf Bundesebene ändern nichts am grundsätzlichen Kurs der Stadt. Der Gemeinderat hat 2024 die kommunale Wärmeplanung beschlossen. Diese zeigt auf, dass sich bis zur Hälfte des Wärmebedarfs künftig über erneuerbar betriebene Wärmenetze decken ließe, während für alle weiteren Bedarfe gebäudespezifische Lösungen wie zum Beispiel Wärmepumpen vorgesehen sind.
„Die Wärmewende ist keine Frage des Ob, sondern des Wie und Wann. Konstanz hat die Hausaufgaben gemacht – mit einer fundierten Wärmeplanung, klaren Zielen und dem Willen, unsere Stadt unabhängiger von fossilen Energien zu machen. Diese Grundlage ist stark und daran ändert auch eine bundespolitische Hängepartie nichts. Wir nutzen die Zeit und arbeiten weiter", sagt Philipp Baumgartner, Leiter des Amts für Klimaschutz.
Auch die Stadtwerke Konstanz schließen sich dem an und unterstreichen die Bedeutung einer größeren Orientierung an realistischen und kosteneffizienten Wegen zur Wärmewende. Anstatt in einem insgesamt rückläufigen Wärmemarkt in jedem Gebiet alle Optionen offen zu halten, fordert Gordon Appel, Co-Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz: „Wir müssen bereit sein, Gebiet für Gebiet und mit den notwendigen Übergangsfristen Entscheidungen zu treffen und diese auch gemeinsam verlässlich umzusetzen. Regionale Wärmequellen wie der Bodensee bieten beste Voraussetzungen für eine sichere und zukunftsfähige Wärmeversorgung. In ein und demselben Gebiet Millioneninvestitionen in Stromnetze (für Wärmepumpen), Wärmenetze (für erneuerbare Wärme) und den weiteren Erhalt von Gasnetzen (für begrenzt verfügbare grüne Gase) zu stecken, wäre volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Irrsinn, der uns alle teuer zu stehen käme.“
Informationen zur Wärmewende in Konstanz sind unter konstanz.de/waermewende abrufbar.
