Entscheidung zur Zukunft des grenzüberschreitenden Flohmarkts

Die Organisation und Durchführung des grenzüberschreitenden 24h-Flohmarkts wird durch die Marketing und Tourismus Konstanz GmbH (MTK) nicht weiter fortgeführt. Ausschlaggebend sind die erheblich gestiegenen Risiken und Sicherheitsanforderungen bei Großveranstaltungen und das finanzielle Defizit.
Die MTK hatte große Anstrengungen unternommen, um den grenzüberschreitenden 24h-Flohmarkt als Großveranstaltung nach der Coronapandemie wieder zu reaktivieren. Aufgrund der Sicherheitsauflagen musste der 24h-Flohmarkt zudem aus der Innenstadt in den Hafen und nach Klein Venedig umziehen. Das Großevent war jedoch auch 2026 – das zweite Jahr in Folge – hoch defizitär. Gleichzeitig verursachten die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen einen immer höheren organisatorischen, personellen und finanziellen Aufwand. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen und angesichts des geforderten Sparkurses sowie knapper öffentlicher Mittel ist eine weitere Umsetzung durch die MTK für die Zukunft daher nicht mehr machbar. Dies wurde auch in der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung deutlich.
Die Bombendrohung während des diesjährigen Flohmarkts hat die besonderen Herausforderungen nochmals vor Augen geführt. Dank der professionellen Zusammenarbeit von Polizei, Einsatzkräften, Sicherheitsdiensten, Behörden und dem MTK-Team konnte die Lage sicher bewältigt werden. Sie hat jedoch zugleich gezeigt, welche Verantwortung und finanziellen Risiken mit einer Veranstaltung dieser Größenordnung verbunden sind. Diese sind in der bisherigen Veranstaltungsform derzeit nicht verantwortbar. Zu diesem Entschluss war der MTK-Aufsichtsrat nach einer umfangreichen und herausfordernden internen Nach- und Aufbereitung der vergangenen Events durch den Veranstalter gekommen.
Oberbürgermeister Uli Burchardt: „Ich bedauere sehr, dass der beliebte Konstanzer Flohmarkt künftig nicht mehr stattfindet. Über viele Jahre war er ein beliebtes Format – nicht nur bei den Konstanzerinnen und Konstanzern, sondern auch bei vielen Menschen von außerhalb. Rund 80.000 BesucherInnen haben ihn in den letzten Jahren jeweils besucht. Für die MTK als Veranstalterin war der Flohmarkt in den letzten Jahren mit immer mehr Verantwortung, Kosten und Risiken verbunden. Vor allem aber sind bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung die Anforderungen an die Sicherheit aller Beteiligten erheblich gestiegen. Die Bombendrohung beim letzten Flohmarkt hat uns noch mal unmissverständlich gezeigt: Der Flohmarkt ist in dieser Form nicht mehr verantwortbar und nicht mehr tragbar. Verkleinern kann man ihn aber auch nicht, das würde nicht funktionieren. Ich stehe deshalb hinter dem Beschluss des MTK-Aufsichtsrats, der diese schwierige Entscheidung verantwortungsvoll und nach sorgfältiger Abwägung getroffen hat. Jetzt ist der Weg offen für etwas Neues – und es gilt, gemeinsam nach vorne zu schauen und neue Formate für Konstanz zu erfinden.“
Ziel ist es, Formate zu prüfen, die zur Stadt, zu den Anforderungen an Sicherheit und Organisation sowie zu den finanziellen Rahmenbedingungen passen.
An einem möglichen alternativen Konzept zum Flohmarkt, z. B. für ein Stadt- oder Hafenfest, wird gearbeitet.
Die MTK bedankt sich bei allen Partnern, Einsatzkräften, Vereinen, Helferinnen und Helfern sowie den Standbetreibenden und Gästen, die den grenzüberschreitenden Flohmarkt über viele Jahre begleitet und unterstützt haben. Die Partner in der Schweiz wurden hierüber bereits informiert.