Gemeinderat beschließt Klimaanpassungskonzept für Konstanz
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 22. Oktober das Klimaanpassungskonzept der Stadt Konstanz beschlossen. Am 4. November wird es bei einer öffentlichen Veranstaltung abends im Konzil vorgestellt.
Das Klimaanpassungskonzept
Die Stadt weiß jetzt genauer, wo es in den Quartieren heiß, trocken und überflutungsgefährdet ist. Mit dem Klimaanpassungskonzept hat sie einen Fahrplan, um Hitze und Starkregen gezielt zu begegnen. Das Konzept trägt den Titel „Konzept zu nachhaltiger integrierter Klimawandelanpassung und natürlichem Klimaschutz für die Stadt Konstanz“ (KLAK). Konstanz hat damit eine gesetzliche Pflicht erfüllt, die das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg für Große Kreisstädte vorschreibt. Zugleich ist der Beschluss Voraussetzung dafür, dass die Stadt bei künftigen Maßnahmen höhere Fördersätze erhält. Für die Konzepterstellung hat sie Zuwendungen aus dem Bundesprogramm ANK-DAS-A.1 sowie Konnexitätsmittel vom Land erhalten, sodass keine städtischen Mittel notwendig waren. Die Klimaanalyse und Verwundbarkeitsuntersuchung wurden über das Landesprogramm KLIMOPASS gefördert.
Wo es in Konstanz eng wird
Die Temperaturen steigen auch in Konstanz. Die fünf wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen waren in den letzten 10 Jahren. Besonders betroffen sind die dicht bebaute und stark versiegelte Altstadt sowie Gewerbegebiete. Dort heizt sich die Luft in Hitzephasen stark auf, und auch nachts kühlt es teils kaum ab. Eine Klimaanalyse mit einer Rasterauflösung von 5 Metern zeigt die Situation für das gesamte Stadtgebiet. Hinzu kommen Starkregen, Hochwasser am Bodensee und am Seerhein, Trockenheit für Bäume und Grünflächen sowie Erosion.
Das Konzept benennt thermische Hotspots, Problemzonen im Wohnumfeld und im Tagesaufenthalt sowie Defizite bei Grünflächen als vorrangige Handlungsschwerpunkte. Außerdem berücksichtigt es, wie stark einzelne Bevölkerungsgruppen betroffen sind, etwa ältere Menschen, Kinder unter sechs Jahren und Menschen mit geringem Einkommen.
Was das Konzept vorsieht
Das Konzept umfasst drei Bausteine: eine Klimawirkungsanalyse, eine Analyse der Betroffenheit und einen Maßnahmenkatalog, der auf die Konstanzer Verhältnisse zugeschnitten ist. Die Maßnahmen gliedern sich in fünf Handlungsfelder:
Grün- und FreiräumeÖffentliche Plätze und MobilitätsräumeWassersensible SiedlungsstrukturSiedlungsstruktur und GebäudeKommunikation und Steuerung
Drei Konzeptpläne vertiefen die Themen nächtliches Kaltluftsystem, hitzesensible Stadtentwicklung und Überflutungsvorsorge. Eine Strategie zur Verstetigung, zum Controlling und zur Kommunikation soll sicherstellen, dass Klimaanpassung dauerhaft in Planungen und Entscheidungen einfließt.
Was bereits geschieht
Viele Maßnahmen laufen schon. Baumquartiere im öffentlichen Raum werden schrittweise saniert und neu bepflanzt. Am Stephansplatz soll bis Ende 2027 aus einer nahezu vollständig versiegelten Fläche ein kühlerer Platz mit 26 neuen Bäumen, Sitzgelegenheiten, Sprühvernebler und Trinkbrunnen entstehen. Die Stadt verfügt inzwischen über 25 Brunnen mit Trinkwasser, davon sind 12 Trinkbrunnen. Temporäre Sommerorte am Augustinerplatz, am Pfalzgarten und am Bodanplatz boten an heißen Tagen Schatten und Verdunstungskühle.
Auch das Starkregenrisikomanagement läuft parallel. Es soll bis Ende 2027 mit einem Handlungskonzept abgeschlossen sein und die Ergebnisse in das Controlling des Klimaanpassungskonzepts einspeisen.
Ein Umsetzungsfahrplan mit Haushaltsbezug
Ein Umsetzungsfahrplan orientiert sich an der aktuellen Finanzplanung und ordnet die priorisierten Maßnahmen zeitlichen Horizonten zu. Er bündelt Maßnahmen, die in den Teilhaushalten bereits eingeplant sind. Zusätzliche Mittel wurden wegen der aktuellen Haushaltslage nicht angemeldet. Über Mittel für weitere Maßnahmen entscheidet der Gemeinderat im Rahmen künftiger Haushaltsberatungen.
Beteiligung der Bürgerschaft
Bei der Erarbeitung wirkten Vertreterinnen und Vertreter lokaler Institutionen und Organisationen mit. Die Öffentlichkeit war bei zwei Beteiligungsformaten eingebunden. Dort konnten Teilnehmende konkrete Maßnahmen im Stadtraum verorten und Prioritäten setzen. Ihre Hinweise sind in die Priorisierung des Maßnahmenkatalogs eingeflossen.
Infoveranstaltung zum Klimaanpassungskonzept
Am Mittwoch, den 04.11.2026, findet eine öffentliche Abschlussveranstaltung statt, um das Klimaanpassungskonzept der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Veranstaltung findet von 18 bis 20 Uhr im Konzil (Sigismund-Saal) statt. Es werden die zentralen Inhalte und Ziele des Konzepts sowie die geplanten Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels präsentiert. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich über laufende Maßnahmen und die nächsten Schritte zur Umsetzung zu informieren. Zur besseren Planung wird um unverbindliche Anmeldung bis zum 02.11. gebeten unter https://eveeno.com/klak-konstanz.
