Arbeitskreis Rad- und Fußverkehr gestaltet die Mobilität von morgen

Klimamobilitätsplan, Ausbau des Radverkehrsnetzes und neue Impulse für die Zusammenarbeit: In Konstanz arbeiten Stadtverwaltung, Gemeinderat und Interessenverbände gemeinsam an einer attraktiven und sicheren Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr

Zwei Radfahrer und zwei Fußgänger teilen sich einen von Bäumen gesäumten Weg im Gegenlicht der Abendsonne. Im Hintergrund sind weitere Radfahrende zu erkennen. Die stimmungsvolle Aufnahme zeigt urbane Alltagsmobilität in grüner Umgebung.

Wie kann Konstanz das Radfahren und Zufußgehen weiter stärken? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Arbeitskreis Rad- und Fußverkehr bei seiner Sitzung am 1. Oktober 2026. Im Mittelpunkt standen die Vorstellung des Klimamobilitätsplans der Stadt Konstanz und die Weiterentwicklung der Arbeitsweise des Gremiums. Der Austausch zeigte, wie unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht werden, um die Förderung einer nachhaltigen und aktiven Mobilität voranzubringen.
 
Klimamobilitätsplan setzt wichtige Impulse
Ein Schwerpunkt der Sitzung war die Vorstellung des Klimamobilitätsplans (KMP), der dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt werden soll. Das Instrument des Landes Baden-Württemberg zeigt auf, welche CO₂-Einsparungen durch Maßnahmen im Verkehrsbereich erreicht werden können. Darüber hinaus eröffnet es Möglichkeiten für höhere Fördersätze bei Maßnahmen nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG).
 
Für den Rad- und Fußverkehr greift der Klimamobilitätsplan die bestehenden Handlungsprogramme der Stadt auf. Zwei der fünf verpflichtend umzusetzenden Schlüsselmaßnahmen setzen dabei konkrete Ziele: Das Radverkehrsnetz soll auf mindestens 15 Kilometern verbessert und bis Ende 2035 sollen mehr als 7,5 Kilometer neue verkehrsberuhigte Bereiche eingerichtet werden. Im Radverkehr entspricht das in etwa der Menge in den vergangenen 10 Jahren umgesetzten Maßnahmen. Bei den verkehrsberuhigten Bereichen entspricht das einer Steigerung um 35 % gegenüber dem Bestand.
 
Die anschließende Diskussion machte deutlich, welche Aspekte bei der weiteren Umsetzung besondere Aufmerksamkeit verdienen und wichtige Anregungen für die städtische Mobilitätsplanung liefern: Bedarfsgerechte Fahrradabstellanlagen in Wohnquartieren, eine Infrastruktur, die auch den zunehmenden Einsatz von Lastenrädern und Spezialrädern berücksichtigt sowie die sichere und attraktive Gestaltung verkehrsberuhigter Bereiche. Auch die Belange des Fußverkehrs und die Transparenz bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen wurden angesprochen.
 
Arbeitskreis entwickelt seine Zusammenarbeit weiter
Neben den fachlichen Themen nahm der Arbeitskreis seine eigene Arbeitsweise in den Blick. Auf Grundlage eines vorausgegangenen Workshops wurden Vorschläge diskutiert, wie die gemeinsame Arbeit noch zielgerichteter und nachvollziehbarer gestaltet werden kann.
 
Geplant ist unter anderem, bei Bedarf Ortsbesichtigungen durchzuführen. Auch unterschiedliche Arbeitsmethoden, thematische Arbeitsgruppen und eine stärkere Einbindung des Arbeitskreises in die Priorisierung von Maßnahmen wurden angeregt. Ein jährlicher Überblick über den Umsetzungsstand der Handlungsprogramme Rad- und Fußverkehr könnte dabei helfen, Entwicklungen und Fortschritte systematisch nachzuvollziehen.
 
Darüber hinaus soll neuen Mitgliedern der Einstieg in die Arbeit des Gremiums erleichtert werden. Die Vorschläge verfolgen ein gemeinsames Ziel: den fachlichen Austausch zu stärken und die Beratung zu konkreten Maßnahmen noch wirksamer zu gestalten.

(Erstellt am 30. Oktober 2026 12:23 Uhr / geändert am 30. Oktober 2026 12:25 Uhr)