Was die Schneckenburg, das Bodenseeforum und den Hafen verbindet
Am Sonntag, den 13. 09.2026, öffnen in Konstanz historische Orte ihre Türen. Unter dem bundesweiten Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ richtet sich der Blick in Konstanz auf die Besonderheit von Wasserwegen, Häfen und umgenutzten Bauwerken. Der Bodensee ist seit Jahrhunderten Verkehrsweg, Versorgungsquelle und verbindendes Element der internationalen Bodenseeregion. Über ihn wurden Ideen, Waren und Baumaterialien ausgetauscht. Als „grün-blaue Infrastruktur“ prägt der See bis heute Wirtschaft, Kultur und Identität der Menschen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Liechtenstein.
Konstanz liegt geografisch und kulturell im Zentrum dieser Region. Die Stadt verdankt ihrer Lage am Ausfluss des Rheins aus dem Obersee schon früh ihre Entwicklung und Bedeutung. Beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals stehen deshalb Bauten und Anlagen am Bodensee und am Seerhein im Mittelpunkt.
Wandel am Seerhein
Am Seerhein wird sichtbar, wie sich Stadt und Infrastruktur verändern. Das Ufer war über Jahrhunderte kaum befestigt, bevor es um 1800 stärker in den Blick der Stadtentwicklung rückte. Später prägten textile und chemische Betriebe das rechte Seerheinufer. Wo einst Stoffe bedruckt, Zeltplanen gewebt und Holzessig destilliert wurden, befinden sich heute Wohn- und Gewerbequartiere.
Historische Relikte wie die Schneckenburg und Stromeyersdorf erinnern an frühere Epochen und die Konstanzer Industriegeschichte. Zugleich zeigen sie, wie langlebige Bauwerke neue genutzt werden können.
Best Practice: Bodenseeforum
Das Bodenseeforum steht beispielhaft für eine junge Umnutzung: Aus einer ehemaligen Produktionsstätte für Solarmodule wurde 2016 ein städtisches Kongress- und Veranstaltungshaus sowie der Sitz der IHK Hochrhein-Bodensee. Um 12 Uhr wird dort der Tag des offenen Denkmals gemeinsam mit dem Sommerfest zum zehnjährigen Bestehen des Bodenseeforums eröffnet.
Vom Stadthafen auf den Pilgerweg
Der Konstanzer Wasserbus verbindet das Bodenseeforum mit dem zweiten Schwerpunkt des Tages: dem Hafen. Der Stadthafen war mittelalterlicher Stapelplatz, Fernhandels- und Verkehrsdrehscheibe, Eisenbahnfährhafen des Industriezeitalters und ist heute BSB-Hafen und Flaniermeile.
Die historische Automobilfähre im Stadthafen erinnert an den maritimen Brückenschlag nach Meersburg, der 1928 begann. Eine Fährverbindung zwischen Meersburg und Allmannsdorf-Staad ist bereits für das Mittelalter belegt. Auch Jakobspilger nutzten diese Verbindung auf dem Weg von Ulm nach Einsiedeln. Die Lorettokapelle und das Konstanzer Münster markieren Stationen des Schwabenwegs, eines länderübergreifenden Netzwerks auf dem Weg nach Santiago de Compostela.
Den Abschluss des „Tag des offenen Denkmals“ in Konstanz bildet eine musikalisch begleitete Abendführung durch die Krypta und die Mauritiusrotunde des Münsters.
Weitere Infos zum Programm gibt es unter konstanz.de/tag-des-offenen-denkmals.