Mit der Familie in Quarantäne

Tipps der städtischen Erzieherinnen und Erzieher

Spielzeug

Eine feste Tagesstruktur ist nicht nur im Kindergarten oder der Schule wichtig, sondern auch daheim. Sie bietet Eltern und Kindern Sicherheit. So kann der Tag zum Beispiel mit dem gemeinsamen Frühstück starten und dabei eine Uhrzeit vereinbart werden, wann das Mittag- und Abendessen ansteht. Je nach Alter des Kindes, kann das auch gemeinsam mit diesem besprochen werden und mit ein wenig Training im Lesen der Uhrzeit verknüpft werden. Für kleinere Kinder kann ein Ritual eingeführt werden, das die Essenzeit ankündigt, beispielsweise ein bestimmtes Lied oder eine Klingel. Durch gestaltete Übergänge können sich die Kinder darauf einstellen, dass die Spielzeit gleich vorbei ist, weil es Essen gibt.
 
Eventuell kann es auch hilfreich sein, konkrete Zeiten festzulegen, in denen man sich gezielt mit den Kindern beschäftigt und solche, in denen sich die Kinder alleine beschäftigen. Mit den älteren Kindern kann gemeinsam ein Wochenplan gestalten und aufgeschrieben oder gezeichnet (z.B. Symbole) werden. Oft hilft es auch schon, am Vortag den kommenden Tag grob zu planen. Manche Kinder brauchen etwas „Vorlauf“, um sich auf neue Situationen einstellen zu können und fühlen sich so nicht vor vollendete Tatsachen gestellt, was die Situation deutlich entspannen kann. Wichtig ist, dass trotz klarer Struktur die Flexibilität nicht leiden darf. Denn grade die Flexibilität ist derzeit gefragter denn je, um auf die Bedürfnisse der Kinder und auch auf die eigenen, direkt und soweit es möglich ist, reagieren zu können.
 
Rituale als wiederkehrende Tätigkeiten geben den Kindern einen Rahmen, an dem sie sich orientieren können. Das können schon ganz kleine Dinge sein, wie z.B. die Art, die Kinder morgens zu wecken oder abends ins Bett zu bringen (Buch lesen, Hörspiel hören, Geschichten ausdenken und gegenseitig erzählen oder ein Lied singen). Wenn der Ablauf immer derselbe ist, kann ein gemeinsames Decken des Tischs ebenfalls ritualisiert werden. Kinder helfen in der Regel sehr gerne im Alltag mit, fühlen sich dann nützlich und als Teil der Gemeinschaft. Hierfür sollte nur genügend Zeit zur Verfügung sein, da Tätigkeiten so auch mal länger dauern können. Ist das mal nicht möglich und wird mit eingeführten Ritualen „gebrochen“, so sollte das begründet werden. Um beim Beispiel des Tischdeckens zu bleiben: „Heute Mittag decke ich schnell den Tisch, weil ich merke, dass wir alle schon ziemlich hungrig sind. Heute Abend kannst du mir gerne wieder helfen.“ Wichtig ist, dass Eltern auf sich vertrauen und wissen, dass sie ihr Kind kennen und auf die Signale achten können. Eltern sollten dabei jedoch nicht zu streng mit sich sein. Die Situation ist für alle neu und auch ein Kind spürt diese Verunsicherung. Wenn das Kind Fragen zur aktuellen Situation hat, sollten diese beantwortet werden. Am Ende gilt: Es gibt nicht den idealen Weg, mit dieser Situation umzugehen und daher gibt es auch keine konkrete „Gebrauchsanweisung“, was wann am besten zu tun ist.