Vom sicheren Zebrastreifen bis zum Rheinsteig
Zehn Jahre nach der Übernahme der Leitung des Arbeitskreises Rad- und Fußverkehr durch den Radverkehrsbeauftragten Gregor Gaffga hat die Stadt Konstanz eine positive Bilanz ihrer Rad- und Fußverkehrsförderung gezogen. Anlass war die dritte Sitzung des Arbeitskreises im Jahr 2026, in der neben aktuellen Projekten und Unfallhäufungsstellen insbesondere die Entwicklung des Arbeitskreises und die Wirksamkeit der beschlossenen Handlungsprogramme im Mittelpunkt standen.
Klare Prioritäten - klare Maßnahmen
Die vergangenen Jahre zeigen deutlich: Der eingeschlagene Weg war richtig. Mit dem Handlungsprogramm Radverkehr und dem Handlungsprogramm Fußverkehr verfügt Konstanz über klare Prioritäten und eine verbindliche Maßnahmenplanung. Aus diesen wurden konkrete Planungen entwickelt, Fördermittel in erheblichem Umfang eingeworben und zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt.Die Ergebnisse sind heute im gesamten Stadtgebiet sichtbar – sowohl durch viele kleinere Maßnahmen mit großer Wirkung als auch durch bedeutende Infrastrukturprojekte. Sichere Fahrradabstellanlagen, Blindenleitstreifen, Bordsteinabsenkungen, barrierefreie Querungsstellen und neue Zebrastreifen verbessern täglich Sicherheit und Komfort für tausende Menschen. Gleichzeitig wurden wichtige Hauptrouten des Radverkehrs zu leistungsfähigen Fahrradstraßen weiterentwickelt und zentrale Verbindungen nachhaltig aufgewertet.
Paradebeispiel: Rheinsteig
Ein herausragendes Beispiel ist der Rheinsteig. Mit seiner großzügigen Gestaltung bietet er heute deutlich mehr Raum für den Fuß- und Radverkehr und ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Möglich wurde die Umsetzung durch die erfolgreiche Kombination von Fördermitteln des Bundes, des Landes Baden-Württemberg und des Agglomerationsprogramms sowie durch den Eigenanteil der Stadt. Der Rheinsteig steht beispielhaft dafür, wie strategische Planung, konsequente Prioritätensetzung und die Nutzung externer Förderprogramme hochwertige öffentliche Räume schaffen können, die von der Bevölkerung selbstverständlich angenommen werden.Auch künftig bleibt die Förderung des Fuß- und Radverkehrs ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung. In der Sitzung stellte die Verwaltung den aktuellen Stand der Umsetzung des Handlungsprogramms Fußverkehr vor. Grundlage hierfür sind die vom Gemeinderat beschlossenen Maßnahmenpakete sowie frühere Beschlüsse zu Zebrastreifen und verkehrsberuhigten Bereichen. Der Arbeitskreis wird die Priorisierung der Maßnahmen für das Jahr 2027 begleiten und seine fachliche Expertise in die weitere Umsetzung einbringen.
Kurze Wege - sicherer Rad- und Fußverkehr
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Auswertung der polizeilichen Unfallhäufungsstellen. Besonders intensiv diskutiert wurde die Hafenstraße. Dort ist die Zahl der Radverkehrsunfälle im Zusammenhang mit den stillgelegten Bahngleisen im Jahr 2025 deutlich angestiegen. Der Arbeitskreis sprach sich deshalb dafür aus, den Ausbau der Gleise aus dem Straßenraum vertieft zu prüfen, um die Verkehrssicherheit nachhaltig zu verbessern.Im Rahmen der Sitzung wurde zudem die Arbeit des Arbeitskreises selbst bewertet. Die Mitglieder bescheinigten dem Gremium, dass die behandelten Themen relevant und zielführend sind, um den Fuß- und Radverkehr zu fördern. Zudem zeigten sie sich zufrieden, mit der Möglichkeit, ihre Perspektiven einzubringen. Die Ergebnisse des arbeitskreisinternen Workshops sollen zudem dazu dienen, die Arbeitsweise und Wirksamkeit des Arbeitskreises in Zukunft weiter zu verbessern.
Die Bilanz der vergangenen zehn Jahre zeigt eindrucksvoll, dass eine langfristige Strategie mit klaren Prioritäten erfolgreich ist. Konstanz ist eine Stadt der kurzen Wege. Viele Alltagswege können sicher und komfortabel zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, wenn die entsprechenden Angebote konsequent weiter ausgebaut werden. Dies steigert die Lebensqualität aller Generationen, stärkt die nachhaltige Mobilität und entlastet zugleich die Straßen sowie den kostenintensiven öffentlichen Nahverkehr. Die Stadt wird diesen Weg daher konsequent fortsetzen. Die Herausforderungen bleiben vielfältig – von der weiteren Verbesserung der Barrierefreiheit über zusätzliche sichere Querungsstellen bis zum Ausbau des Radverkehrsnetzes. Die bisherigen Erfolge zeigen, dass sich Investitionen in den Fuß- und Radverkehr unmittelbar in einer höheren Aufenthaltsqualität, mehr Verkehrssicherheit und einer attraktiven, lebenswerten Stadt auszahlen
