Altstadt
Baumbeschriftungen
der speicher
Künstlerin: Rebecca Koellner (*1968)
Entstehung: 2022
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten, hinter dem Bootsverleih (Altstadt)
Die Zeichenmotive der Arbeit „der speicher“ leitet die Künstlerin von dem Konzilgebäude Konstanz ab, das ab 1391 für über 500 Jahre als Umschlagplatz von Handelswaren diente. Die lyrischen Texte beziehen sich auf kollektive Gedanken und Erinnerungen und fragen nach: Woraus schöpfen wir Kraft? Wem oder was können wir vertrauen? Wie kann uns die kollektive und persönliche Geschichte unterstützen, die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu bewältigen? Koellners erste eigenen lyrischen Texte an Bäumen entstanden unter dem Titel „Jil“ in Konstanz im Jahr 2016. 2020 folgte die Serie „Tag und Nacht“. Hier arbeitete sie zum ersten Mal mit einer Nachleuchtfarbe, die auch bei „der speicher“ zum Einsatz kam. Diese Farbe speichert tagsüber das Licht und leuchtet dadurch im Dunkeln.
Über die Gewohnheit, nach Michel de Montaigne
Künstler: Rebecca Koellner (*1968)
Entstehung: 2014
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten (Altstadt)
Die Beschriftungen der Bäume im Stadtgarten und an der Seestraße gehören zu einer dreiteiligen Werk: Die Künstlerin bezieht sich hier auf den Philosophen Michel de Montaigne (1533–1592) und die Schriftstellerin Virginia Woolf (1882–1941). Von beiden ließ sich die Künstlerin zum Thema Gewohnheit inspirieren. Ebenso wie Montaigne hinterfragt sie in Form von Textzeilen, die den literarischen Werken von Montaigne und Woolf entstammen, unsere Haltung zu Menschen, Tieren und Pflanzen. Die Texte wurden mit „Arbo-Flex“, einer Stammschutzfarbe, auf die Baumstämme aufgetragen.
Brunnen
Blätzlebrunnen
Künstler: Ernst Thomann (*1910 - †2009)
Baujahr: 1968
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Augustinerplatz
Der Brunnen erinnert mit verschiedenen Figuren in typischen Narrenhäs an die große Bedeutung der Fasnacht in Konstanz. Dargestellt sind ein Blätzlebue mit Laterne und Narrenpritsche in den Händen, ein kleiner Blätz sowie ein Hemdglonker, der in Richtung Rathaus eine lange Nase macht. Der Brunnen wurde durch Stadt, BürgerInnen und Blätzlebuebezunft finanziert.
Kaiserbrunnen
Künstler: Hans Baur, Bildhauer (*1829 - †1897)
Neugestaltung: Ehepaar Rumpf
Baujahr: 1897
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Marktstätte (Altstadt)
Hier auf der Marktstätte stand bereits zuvor ein Brunnen, der jedoch ersetzt werden musste. Dieser zeigte ursprünglich vier Kaiserstandbilder, die die vier deutschen Dynastien vertraten: Heinrich III. (Salier), Friedrich Barbarossa (Hohenstaufen), Maximilian I. (Habsburg) und Wilhelm I. (Preußische Hohenzollern). Sein heutiges Aussehen erhielt der Kaiserbrunnen erst im Zuge der Neugestaltung. Der ursprüngliche Figurenschmuck wurde im Zweiten Weltkrieg abgebaut und als Material für die Rüstungsindustrie genutzt. In der heutigen Gestaltung sind zahlreichen Anspielungen auf die Konstanzer Vergangenheit zusehen, wie beispielsweise ein dreiköpfiger Pfau, jeder Kopf gekrönt mit einer Tiara. Dieser bezieht sich auf die Zeit vor dem Konstanzer Konzil, als drei Päpste gleichzeitig Anspruch auf den Heiligen Stuhl erhoben. Bei den karikaturesken Kaiserporträts handelt es sich heute um Otto den Großen, Friedrich Barbarossa und Maximilian I. Die vierte Nische zeigt jedoch nicht mehr Preußens Kaiser Wilhelm I. sondern eine fast geschlossene, zweiflügelige Tür mit einer Friedenstaube davor.
Karl-Steuer-Brunnen
Künstler: Kurt Grabert
Baujahr: 1998
Standort: Wessenbergstraße/Zollernstraße
Während der deutschen Revolution 1848/49 rief der Mannheimer Advokat Friedrich Hecker am 12. April 1848 das liberale Bürgertum zum Sturm gegen die Residenz in Karlsruhe auf. Unter seiner Führung zogen der heute sogenannte „Heckerzug“ von verschiedenen Orten Südbadens aus in Richtung Karlsruhe los und sollte eine zentrale Revolution anstoßen. Der Aufstand scheiterte jedoch. Der Heckerzug wurde in einzelnen Gefechten bei Kandern, Freiburg und Steinen niedergeschlagen. Hecker und viele AnhängerInnen flohen in die Schweiz, einige von ihnen wanderten später nach Amerika aus. Trotz des Scheiterns und der Flucht wurde vor allem Friedrich Hecker zum Symbol des südwestdeutschen Strebens nach Freiheit. Das Relief am Balkon des Bürgersaals stellt diese revolutionären Ereignisse dar. Allerdings ist unklar, ob Hecker dort tatsächlich die erste deutsche Republik ausrief.
Konstanzer Triumphbogen
Künstler: Peter Lenk (*1947)
Baujahr: 1991
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Untere Laube auf der Höhe Torgasse (Altstadt)
Der „Konstanzer Triumphbogen“ auch bekannt als „Lenk-Brunnen“ wurde wie die Imperia nicht ohne Kritik angenommen. Der Brunnen ist mit verschiedenen Figuren geschmückt, darunter menschliche Erdferkel, Babys, grimmige Alte, Rocker, eine leichtbekleidete Fischerin, aber auch ein Bischof und eine beleibte Matrone. Insgesamt gibt es 30 Figuren zu entdecken, die realen, zum Zeitpunkt der Entstehung oft noch lebenden Vorbildern nachempfunden sein sollen. So kann man auch den im Konstanzer Konzil abgesetzten Papst Johannes XXIII. mit einer Kutsche umstürzen sehen. Zum Unmut der Kirchen fallen mit ihm auch zwei nackte Hübschlerinnen, die zur Zeit des Konzils übliche Bezeichnung einer Prostituierten, aus der Kutsche. Die satirischen Figuren spielen aber auch auf den Autoverkehr in der Stadt an. Sein Standort auf dem Mittelstreifen der Hauptdurchgangsstraße „Laube“, damals die wichtigste Transitstrecke in die Schweiz, gehört auch heute noch zu den viel befahrenen Straßen der Stadt.
Metzgerle Brunnen
Künstler: Adolf Schmid (*1906 - †1991)
Baujahr: 1980
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Bodanplatz (Altstadt)
Das Original der Figur stammt aus dem Jahr 1599 und stand schon an mehreren Orten in der Altstadt, die Bezug zum Beruf des Metzgers hatten. 1924 wurde die Figur an das Rosgartenmuseum übergeben. Der heutige Metzgerle-Brunnen erinnert mit seiner Kopie der Figur an die frühere Nutzung des Bodanplatzes als Rinder- und Fleischmarkt.
Münsterbrunnen
Künstler: Franz Gutmann (*1928)
Erstaufstellung: 1963
Wiederaufstellung: 2015
Standort: Münsterplatz (Altstadt)
Die Brunnenschale hat einen Durchmesser von 5 m und ist 40 cm tief. Auf dem Brunnenstock befinden sich waagrecht angebracht zwei Figuren, die Adam und Eva darstellen. Diese sollen an den stetigen Fluss zwischen Leben und Tod erinnern. Die schlichte Brunnenschale fügt sich dezent in das Bild des Münsterplatzes ein und korreliert durch seine waagerechte Form mit dem vertikalen aufstrebenden Münster. Im Zuge der Neugestaltung des Platzes wurde der Brunnen ohne geplante Wiederaufstellung entfernt und für zehn Jahre eingelagert. Viele BürgerInnen wünschten sich den Brunnen jedoch zurück. Dafür sprach auch die Tatsache, dass dort bereits im 16. Jahrhundert ein Brunnen nachgewiesen werden konnte. Es fand sich eine klare Mehrheit für die Wiederaufstellung, die 2015 mit einem kleinen Fest gefeiert wurde
Trichterbrunnen
Künstler: Uli Blomeier-Zillich(*16.3.1944) und Christoph Blomeier (*24.1.1937)
Baujahr: 1989
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Fischmarkt (Altstadt)
Der Brunnen, ein übergroßer Trichter mit Betongestellt, bezieht sich auf die Bezeichnung des Seegebiets vor der Stadt als „Konstanzer Trichter“. Die Bucht erhielt ihren Namen von der trichterförmigen Mündung des Seerheins, die Obersee mit Untersee verbindet. Die Gestaltung des Brunnens mit seinen klaren Linien ist vergleichbar mit dem Fischmarktgebäude nebenan, das ebenfalls von Christoph Blomeier entworfen wurde.
Bushaltestelle
Chinesische Bushaltestelle
Künstler: Baumeister der Partnerstadt Suzhou
Baujahr: 2007
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Konzilstraße (Altstadt)
2004 unterschrieben VertreterInnen der Stadt Suzhou in China und der Stadt Konstanz eine Absichtserklärung, die eine Zusammenarbeit auf den Gebieten Gewässerschutz, Medizin, Berufsausbildung, Kultur und Tourismus sowie eine Kooperation zwischen den Hochschulen vorsieht. Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit beider Städte schenkte Suzhou der Stadt Konstanz eine Bushaltestelle im traditionellchinesischen Pavillon-Stil. Obwohl die Millionenstadt Suzhou erheblich größer als Konstanz ist, gibt es Gemeinsamkeiten: Beide Städte besitzen eine historische Altstadt, liegen nah am Wasser und sind beliebte Reiseziele. Vor allem Wasser ist das Element, das die beiden Städte verbindet und den Ausgangspunkt für die Projektpartnerschaft bildete.
Denkmäler
Berlinstein
Baujahr: 1977
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Obere Laube, Höhe Schnetztor
Berlinsteine finden sich in vielen westdeutschen Städten und dienten im Kalten Krieg als Zeichen der Verbundenheit mit Berlin. Der Stein gibt die zur damaligen Zeit kürzeste Entfernung von Konstanz in die Hauptstadt an. Diese beträgt 727 km und ist als Inschrift festgehalten. Der Standort wurde bewusst gewählt, denn BesucherInnen aus der Schweiz sollten den Stein bei ihrer Einreise als Erstes erblicken. In der Zeit vor der Wiedervereinigung erschien Berlin als gesamtdeutsche Hauptstadt undenkbar. Das politische Geschehen war damals derart aufgeheizt, dass ein solches Zeichen der Verbundenheit als nötig angesehen worden war.
Elserdenkmal
Künstler: Markus Daum
Baujahr: 2009
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Schwedenschanze 10, Garten des Sozialzentrums von Wessenberg
Johann Georg Elser (1903–1945) führte am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein Sprengstoffattentat auf Adolf Hitler und nahezu die gesamte nationalsozialistische Führungsspitze aus. Dieses scheiterte allerdings knapp. Nach dem fehlgeschlagenen Attentat versuchte Elser über die grüne Grenze an der Schwedenschanze in Konstanz in die Schweiz zu fliehen. Dort wurde er jedoch festgenommen und gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Konzentrationslager Dachau ermordet. Elser lebte von 1925 bis 1929 in Konstanz. Als Erinnerung an den Widerstandskämpfer wurde 2009 die Büste Elsers im Garten des Sozialzentrum Wessenberg errichtet und trägt die Inschrift „Ich habe den Krieg verhindern wollen“.
Handloser-Denkmal
Künstler: Prof. F. Dietsche
Baujahr: 1907
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten
Die seitlich vergoldete Stele zeigt auf der Vorderseite ein Relief mit einer Inschrift: „Dem Andenken Handlosers gewidmet“. Nachträglich folgte in den 80er-Jahren die Ergänzung „Königlicher Musikdirektor und Leiter der 114er- Regimentsmusik 1872–1905“. Der Musikdirektor war bereits zu Lebzeiten sehr beliebt. Man wollte ihm nach seinem Tod im Jahr 1905 ein durch Spenden finanzierte Gedenktafel setzen. Es folgte eine regelrechte Spendenflut und statt der geplanten Tafel konnte das Denkmal im Stadtgarten nahe des Musikpavillons errichtet werden, in dem die beliebten Sonntagskonzerte unter Leitung Handlosers stattfanden. Der Musikpavillon wurde in den 30er-Jahren durch die heutige Konzertmuschel ersetzt.
Hieronymus von Prag Gedenktafel
Entstehung: 1883
Standort: Obere Laube 73
Der böhmische Reformator Hieronymus von Prag teilte das Schicksal von Jan Hus. Auch er wurde 1415/16 aufgrund seiner ketzerischen Haltung zur Kirche eingekerkert und im Mai 1416 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Gedenktafel hängt heute an dem Haus, in dem er eingesperrt worden war. Wie bei der zur Gedenktafel für Jan Hus am Haus des Hus-Museums ist auch hier ein Bild des Reformators von Inschriften in Tschechisch und Deutsch umrahmt. Diese gibt an, dass die Gedenktafel 1883 von Landsleuten gestiftet wurde und sich hier der Kerker des „böhmischen Reformators Mag. Hieronymus von Prag im Jahre 1415-1416“ befand.
Jan Hus Denkmal
Künstler: Adéla Kaèabová
Baujahr: 2015
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Untere Laube, Höhe Lutherkirche (Altstadt)
Zur Zeit des Konstanzer Konzils befand sich hier in der Nähe ein Stadttor, durch das Jan Hus und Hieronymus von Prag auf ihrem Weg zu ihrer Hinrichtungsstätte geführt wurden. Anlässlich des 600. Jahrestages der Verbrennung von Jan Hus bereiteten Studierende der Mittelschule für Steinmetzkunst und Bildhauerei im tschechischen Hořice Entwürfe für Denkmäler vor. Die Stadt Konstanz wählte daraus die Skulptur der damals 21-jährigen Adéla Kačabová aus Nová Paka mit dem Titel „Der Weg zur Versöhnung“ aus.
Bei Messen war es zu dieser Zeit üblich, dass die Gläubigen nur die Hostie, also das Brot, das den Leib Christi symbolisierte, empfingen. Den das Blut Christi symbolisierenden Wein durften nur Priester empfangen. Die Idee der Kelchkommunion kam von Hus‘ Freund und Prediger Jakoubek aus Stříbro in der Zeit, als Jan Hus schon in Konstanz war. Während der hussitischen Messen wurde also auch Laien Wein gespendet – und der Kelch wurde zum Symbol der Hussiten. Die Stele ist ein Geschenk der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche an die Stadt Konstanz.
Jan Hus Gedenktafel
Entstehung: 1878
Standort: Hussenstraße 64
Die Gedenktafel der Fassade des Hus-Museums stammt aus dem 19. Jahrhundert. Neben einem Bild von Jan Hus trägt sie die Inschrift „Gewidmet von seinen Landsleuten 1878“ und „Herberge des böhmischen Reformators Mag. Johannes Hus im Jahre 1414“ in Deutsch und Tschechisch. Eine ähnlich gestaltete Tafel erinnert an der UnterenLaube an Hus‘ Mitstreiter Hieronymus von Prag . Das Fachwerkhaus am Schnetztor, in dem sich das Hus-Museum befindet, war der Überlieferung nach die Herberge von Johannes Hus vor seiner Verhaftung im November 1414. Das Hus-Museum zeigt seit 1980 die Dauerausstellung über Jan Hus, der in Konstanz an vielen Orten präsent ist.
Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal
Künstler: Emil Einhart (†1881)
Baujahr: 1879-1880
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten (Altstadt)
Die Kolossalbüste des deutschen Kaisers Wilhelm I. aus carrarischem Marmor war ein Geschenk des Bildhauers Emil Einhart zur Einweihung des Stadtgartens 1879. Sie stand jedoch zunächst im Rathaushof, bis sie 1880 ihren heutigen Standort im Stadtgarten erhielt. Hier wurde sie auch um den Sockel ergänzt, gestiftet vom Konstanzer Verschönerungsverein. Die Büste zeigt den deutschen Kaiser in antiken Gewändern, welche damals als Zeichen der Verehrung galten.
Obelisk zum Gedenken an Konstanzer NS-Opfer
Standort: Bahnhofstraße Ecke Sigismundstraße
Entstehungsjahr: 2004
Der Obelisk wurde zur Erinnerung an während des Nationalsozialismus ermordeten Konstanzer Jüdinnen und Juden in der Nähe der alten Synagoge aufgestellt. Auf ihm befindet sich neben den Namen der Opfer auch die Inschrift „Am 22. Oktober 1940 wurden 108 jüdische Einwohner von Konstanz nach Frankreich in das Internierungslager Gurs deportiert. Von dort wurden diejenigen, die noch am Leben waren, ab August 1942 in die Konzentrationslager Auschwitz und Sobibor abtransportiert und ermordet.“ Diese Inschrift ist in Deutsch, Englisch, Französisch und Hebräisch verfasst.
Partnerschaftssäule
Künstler: Thomas Schreiner (*1969)
Baujahr: 1997
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten
Mit etwas Abstand zur Büste von Kaiser Wilhelm I. wurde 1997 die Partnerschaftssäule aufgestellt. Der Bildhauer Thomas Schreiner schenkte der Stadt das Werk, das die Städtepartnerschaften der Stadt Konstanz symbolisiert. Auf der Infotafel vor der Säule sind die Partnerstädte benannt und auf der Stele ihre Wappen abgebildet. Das Wappen der Stadt Konstanz liegt auf einem Musiknotenband und steht für den auf Zusammenhalt durch Musik und Freundschaft.

Stolperstein
Initiator: Gunter Demning
Baujahr: seit 2005
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer
Seit 2005 verlegt die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ Gedenksteine in der Stadt, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Die quadratischen Tafeln aus Messing mit abgerundeten Ecken und Kanten wurden händisch mit Schlagbuchstaben eingefügten Lettern beschriftet. Sie werden von einem Betonwürfel mit einer
Kantenlänge von 96 × 96 mm und einer Höhe von 100 mm getragen. Die Verlegung der Steine findet üblicherweise vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der Verfolgten statt. In Konstanz wurden bisher 309 Stolpersteine (Stand August 2026) in der Innenstadt und in den Stadtteilen verlegt – jährlich kommen neue hinzu. Eine Karte mit allen Orten gibt es unter www.stolpersteine-konstanz.de. Die ehrenamtliche Arbeit der Initiative wird von der Stadt Konstanz finanziell gefördert.
WAHRHEIT - Jan Hus Denkmal
Künstler: Jerry Koza, Adam Jirkal und Martin Papcún
Baujahr: 2015
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Sankt-Stephans-Platz 17, Bürgersaal (Altstadt)
„Wahrheit. Za Pravdu.“ – Diese Worte werfen ihren Schatten auf die Fassaden des ehemaligen Franziskanerklosters in Konstanz und an die Bethlehemskapelle in Prag. Das Werk besteht aus einem an der Fassade befestigten Tableau mit Blöcken, aus denen die jeweiligen Buchstaben ausgefräst wurden. Der Konstanzer Teil des Kunstwerks wurde anlässlich des 600. Jahrestages der Verbrennung von Jan Hus und zum Gedenkens daran enthüllt. Das Prager Gegenstück mit den Worten „Za Pravdu“ wurde kurze Zeit später eingeweiht.
Zeppelindenkmal
Künstler: Karl Albiker (*16.6.1878 Ühlingen - †26.2.1961 Ettlingen)
Baujahr: 1920
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Gondelhafen
Das Denkmal wurde anlässlich des Gedenkens an Graf Ferdinand von Zeppelin, Ehrenbürger der Stadt Konstanz, in Auftrag gegeben. Es stellt Wieland den Schmied, eine germanische Sagengestalt dar. Zeppelin verstarb 1917 in Berlin und wurde u.a. wegen seinem Beitrag zu den Luftangriffen im ersten Weltkrieg als Nationalheld verehrt. Aus vielen Bewerbungen wurde die Skulptur des Rodin-Schülers Karl Albiker ausgewählt. Wieland der Schmied, dem griechischen Dädalus ähnelnd und der durch mutiges und kluges Handeln die Feinde und Lüfte bezwingt, wurde damals als Symbol für einen deutschen Helden und damit als passendes Denkmal für Zeppelin angesehen. Heute kann die Figur auch kritisch betrachtet werden: In der Sage wird Wieland von König Nidhad gefangen um Schmiedearbeiten herzustellen. Damit dieser nicht fliehen kann, werden ihm die Sehnen in den Kniekehlen durchtrennt. Aus Rache vergewaltigt Wieland daraufhin die Tochter des Königs, tötet dessen Söhne und entkommt mithilfe selbstgeschmiedeter Flügel.
Fresken
Blätzlebuebe
Künstler: Lothar Zwintscher (Restauration)
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Schnetztor
Bei der Restauration des Schnetztors in den 80er-Jahren wurden Freskofragmente eines pausbäckigen Engels freigelegt. Die Konstanzer Blätzlebuebe-Zunft beauftragte daraufhin den Maler und Grafiker Lothar Zwintscher die Fresken wiederherzustellen. Da sich auf der anderen Seite ebenfalls Farbspuren fanden, die auf ein zweites Bild hinwiesen, kopierte Zwintscher den wiedergefundenen Engel spiegelverkehrt. So wachen nun zwei Blätzlebuebe über der Tordurchfahrt des Schnetztores, das die südlichste Stadtbegrenzung des 14. Jahrhunderts markiert und heute Heimat der Konstanzer Blätzlebuebe-Zunft ist.
Rathaus Fassaden-Fresken
Künstler: Ferdinand Wagner (*1819 - †1881) & Hermann Fröschle (Gehilfe)
Entstehungsjahr: 1593
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Rathaus, Seite Kanzleistraße
Die bilderreiche Fassade des Rathauses ist Teil fast jeder Stadtführung. Auch wenn die Fassade bereits 1593 im venezianischen Renaissance-Stil umgestaltet wurde, entstanden die historischen Fresken erst 1864. Hier sind Szenen und Personen aus der Stadtgeschichte dargestellt. So ist neben den Porträts von Ambrosius Blarer, Ulrich Zasius, Ignaz Heinrich von Wessenberg und Marie Ellenrieder auch ein Bilderfries abgebildet, das den Friedensschluss Friedrich Barbarossas mit den Städten der Lombardei (Frieden von Konstanz 1183), den Besuch Friedrichs II. (1212), die Belehnung des Hohenzollern Friedrich mit der Mark Brandenburg (1417), sowie den Kampf der protestantischen Stadtbevölkerung gegen die Truppen des katholischen Kaisers Karls V. (1548) zeigt.
Weberfresken
Entstehungszeit: 14. Jh.
Standort: Münsterplatz 5 im Haus zur Kunkel
In der Stube im zweiten Obergeschoss zeigt vom Eingang aus gesehen die linke Wand den Zyklus der Weberinnen, dessen Freilegung 1864 bekannt wurde. Der Zyklus der Weberfresken gab dem Gebäude „Zur Kunkel“ seinen Namen: Als „Kunkel“ wird im süddeutschen Raum ein Spinnrocken, ein Teil des Spinnrades, bezeichnet. Ein solcher ist mehrfach in den 21 Bildfeldern zu sehen, die verschiedene Arbeitsschritte und Werkzeuge des Textilproduktion zeigen. Auf der gegenüberliegenden Wand der Weberfresken wurde 1936 die Bildererzählung eines Ritterromans wiederentdeckt. 1988 konnte dieser als Parzival-Zyklus bestimmt werden, leider ist er nicht so gut erhalten wie die Weberfresken. Zu sehen sind Episoden aus dem Leben des Parzival aus den Büchern zwei bis sechs des insgesamt 16 Bände umfassenden Werkes von Wolfram von Eschenbach. Das Haus zur Kunkel ist heute das einzige Gebäude mit erhaltenen Wandmalereien zu dieser Geschichte.
Installationen
Circus Maximus
Künstler: Karl-Heinz Brasch
Baujahr: 2011
Standort: Rathaus Innenhof
„Circus Maximus“ ist ein kinetisches Kunstwerk, das aus weggeworfenen oder aussortierten Dingen hergestellt ist. Das Kunstwerk aktiviert sich per Bewegungsmelder und bildet verschiedene Konstanzer Themen ab, wie zum Beispiel den See, die Fasnacht, das Sea Life Center und das Rathaus. Die Skulptur wurde auf der Brunnenverkleidung installiert.
Licht - frisch geschnitten
Künstler: Markus Brenner (*1963)
Baujahr: 2010
Eigentümer: Union Investment
Standort: Lago, Bodanstraße 1, Aufzug
Im Konstanzer Einkaufszentrum Lago wird der Aufzug zum Projektor: Die zwei gläsernen Fahrstühle projizieren mit ihrem Licht Formen und Figuren auf eine Flanke aus Metall. Durch die Löcher in der Metallverblendung fällt Licht auf die Außenhaut der Aufzugsverglasung und während der Fahrt kann man Formen, Gesichter, Vögel oder Strichcodes erkennen. Auch Fische lassen sich entdecken – ein bekanntes Motiv des Künstlers. Die Kunstinstallation bietet dabei eine kleine Pause von Kommerz und die Gelegenheit, im Einkaufstrubel mal abzuschweifen.
Kruzifixe
Kruzifix in der Hieronymusgasse
Baujahr: 1923
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Hieronymusgasse
Das 4,15 m hohe, aus Forlenholz gefertigte Kruzifix mit dem 1,16 m hohen Christuskorpus gehörte einst zu der Pfarrkirche St. Paul und dem angrenzenden Kirchfriedhof, der durch die Auflösung der Pfarrei 1813 geschlossen wurde. Das Friedhofskreuz blieb jedoch noch 90 Jahre bestehen und wurde dadurch zum Wegkreuz. 1923 musste das Kreuz aufgrund fortschreitender Verwitterung ersetzt werden. AnwohnerInnen sammelten damals zusammen mit dem Pfarramt St. Stephan 16.000 Reichsmark für ein neues Kruzifix, das an Ostern 1923 aufgestellt wurde. Bis heute wurde das Kreuz mehrfach restauriert und steht unter Denkmalschutz. Die letzte Restaurierung wurde 2013 von der Kolpingfamilie initiiert.
Kruzifix in der Torgasse
Eigentümer: Land Baden-Württemberg
Standort: Ecke Torgasse/ Laube
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts stand das aus Holz gefertigte Kreuz mit seinem spätbarocken Korpus an der Straße, über die die Trauerzüge zum Schottenfriedhof zogen. Das Totenkreuz galt als Zeichen der Erlösung. Das genaue Entstehungsjahr ist unbekannt. In den 20er-Jahren musste das Kruzifix einem Turnplatz weichen und wurde an die Ecke Torgasse / Laube versetzt. Neue Aufmerksamkeit erhielt das Kreuz in den 90er-Jahren, als Nonnen es mit einem Tuch verhängten, um gegen den neu aufgestellten und umstrittenen Lenk-Brunnen zu protestieren: Der Heiland sollte den Anblick des Brunnens nicht ertragen müssen.
Reliefs
Fischweib
Künstler: Werner Gürtner (*1907 - †1991)
Baujahr: 1957
Standort: Fischmarkt 2, neben dem Alten Konstanzer Rathaus
Das Betonbild des Fischweibs war ursprünglich an der Wand des alten Fernmeldeamts am Fischmarkt angebracht. Im Zuge der Neugestaltung des Fischmarkts in den 1980er Jahren wurde das Relief beim Abriss des Gebäudes aufwendig aus der Fassade gelöst und eingelagert. Nach der Neugestaltung wurde es jedoch nicht wieder an einer Fassade angebracht. Erst 2003 wurde das Fischweib wieder in der Nähe des Fischmarkts, neben dem Alten Rathaus direkt am Bahnübergang zum Konzil aufgestellt.
Hecker-Relief
Künstler: Johannes Grützke (*1937)
Entstehungsjahr: 1998
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Bürgersaal, Sankt-Stephans-Platz 17
Während der deutschen Revolution 1848/49 rief der Mannheimer Advokat Friedrich Hecker am 12. April 1848 das liberale Bürgertum zum Sturm gegen die Residenz in Karlsruhe auf. Unter seiner Führung zogen der heute sogenannte „Heckerzug“ von verschiedenen Orten Südbadens aus in Richtung Karlsruhe los und sollte eine zentrale Revolution anstoßen. Der Aufstand scheiterte jedoch. Der Heckerzug wurde in einzelnen Gefechten bei Kandern, Freiburg und Steinen niedergeschlagen. Hecker und viele AnhängerInnen flohen in die Schweiz, einige von ihnen wanderten später nach Amerika aus. Trotz des Scheiterns und der Flucht wurde vor allem Friedrich Hecker zum Symbol des südwestdeutschen Strebens nach Freiheit. Das Relief am Balkon des Bürgersaals stellt diese revolutionären Ereignisse dar. Allerdings ist unklar, ob Hecker dort tatsächlich die erste deutsche Republik ausrief.
Stadttheater Halbrelief
Künstler: Franz Xaver Hermann (*1760 - †1839)
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadttheater (Altstadt)
Das Halbrelief von Franz X. Hermann am Stadttheater zeigt die Verbannung des Hanswursts von der Bühne. Der Hanswurst war bis Ende des 18. Jahrhunderts eine Figur im Theater, die das eigentliche Stück durch Späße und Albernheiten unterbrach ohne oftmals zur Handlung des Stücks beizutragen. Im Zuge der Aufklärung verschwand das Hanswurst Theater von der Bühne, da das Theater Weiterentwicklung anstrebte und nach Regeln geformte Reime den Späßen des Hanswursts vorzog.
1790 entstand das Relief an der Fassade des Stadttheaters und zeigt seitdem die Verbannung der Figur des Hanswursts von der Bühne. Am unteren Rand des Bildes lassen sich die Spaßmacher erkennen, wie sie von der Bühne fallen. Im Hintergrund bäumt sich das Dichterpferd Pegasus auf und läutet so die Wende in der Theaterkunst ein.
Die Bühne des Konstanzer Stadttheaters gilt als älteste durchgehend bespielte Bühne Deutschlands.
Sgraffito
Sgraffitos und Wandbilder
Künstler: Hans Sauerbruch (1910 -1996)
Entstehungszeit: zwischen 1950 und 1990
Standort: verschiedene Orte v.a. in der Altstadt
Hans Sauerbruch zählt zu den renommiertesten KünstlerInnen, deren Werke im öffentlichen Raum in Konstanz zu sehen sind. Von 1950–1990 fertigte Sauerbruch etwa 100 Sgrafittos, die seitdem die Fassaden in der gesamten Stadt zieren. Sgraffiti ist eine Technik, bei der das Motiv in den auf die Wand aufgetragenen Putz geritzt wird. Die plastischen, künstlerischen Reliefs sind vor allem in Italien verbreitet, aber auch in Mitteleuropa zu finden. In Konstanz hat Hans Sauerbruch unter anderem zahlreiche Hausnamen an den Häusern der Altstadt gestaltet.
Skulpturen
Bello
Baujahr: 2010
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Rathaus Innenhof, Ausgang Blätzleplatz
Die Skulptur des Hundes war ein Geschenk der Stadt Fontainebleau an die Stadt Konstanz zum 50-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft im Mai 2010. Der Hund ist eine Replik eines der Hunde, die im Garten des Château de Fontainebleau den Brunnen der Diana, der Göttin der Jagd, umringen. Der Hund symbolisiert damit Freundschaft, Verbundenheit und Treue – ganz im Sinne der Städtepartnerschaft.
Eisenskulptur Fahrradbrücke
Künstler: Jörg Siegele (*1952)
Entstehung: 1991
Standort: Fahrradbrücke
Die Skulptur ist Teil einer Skulpturen-Gruppe, die anlässlich der Einweihung der Fahrradbrücke im Herosé-Park aufgestellt wurde. Diese eine Skulptur fand jedoch ihren Platz nicht wie die anderen im Herosé-Park, sondern auf der anderen Seite der Brücke auf einer kleinen Verkehrsinsel. Auf den aus Holz und Eisen gefertigten Stelen präsentieren sich den BetrachterInnen verschiedene Formen, die spitzen Schnäbeln, Hörnern, Krallen oder Tentakeln ähneln.
Grat-Drehen-Stöcke-Senkrecht-Einfallen-Formationen-Senken
Künstler: Peter Kamm (*1958)
Baujahr: 1996
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Stadtgarten
Die Skulptur sollte ein erster Beitrag zur nie realisierten Kunstmeile Konstanz-Kreuzlingen sein. Vor diesem Hintergrund erwarb die Stadt 1996 die Skulptur aus rotem Eifelsandstein. Die raue, an vielen Stellen scheinbar aufbrechende Oberfläche bietet eine spannungsreiche Optik und Raum für Assoziationen. Zunächst auf dem Platz zwischen Yachthafen, Gastronomieund Gewerberäumen in der Hafenstraße aufgestellt, erhielt sie etwa ein Jahr später ihren heutigen Platz südlich im Stadtgarten.
Heilige Familie (alt)
Künstler: Ferdinand Schratt (*1712 - †1779)
Baujahr: ca. 1760
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Wessenbergstraße 41 - Innenhof (Altstadt)
Die Heilige Familie im Stil des Rokokos zeichnet sich eine bewegte Körperhaltung und einen stark betonten Faltenwurf der Kleidung aus. Die Figur des Joseph hat eine Höhe von 1,82 m und steht auf einem 48 cm hohen Sockel. Die Heilige Familie stand ursprünglich auf dem Vorplatz zur Mariensäule zwischen Hofhalde und Pfalzgarten. 1928 wurde die Figurengruppe aufgrund ihres schlechten Zustands – Rorschacher Sandstein ist sehr witterungsanfällig – durch die heutige Skulptur von Jakob Wilhelm Fehrle ersetzt und in den Innenhof des Wessenberghauses verlegt. Im Unterschied zur neuen Figurengruppe, sind die Familie näher zusammengerückt und enger miteinander verbunden.
Heilige Familie (neu)
Künstler: Jakob Wilhelm Fehrle (*1984 - †1974)
Baujahr: 1928
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Hofhalde (Altstadt)
Die ab 1928 „neue“ Heilige Familie war Teil des Gesamtkonzepts des Pfalzgartens. Dieser wurde 1989 für die 900-Jahr-Feier des Münsters umgestaltet und die ursprüngliche Treppe entfernt, sodass man nun zu den Figuren aufschauen muss. Die Skulptur besteht aus Beton und fügt sich trotz des moderneren Werkstoffs gut ein. Die eher traditionelle Darstellung der Heiligen Familie unterscheidet sich in ihrer Anordnung von der alten Skulptur. Joseph, mit Beutel in der Hand als Ernährer dargestellt, steht etwas abseits, in Kontrast zur engen Verbundenheit zwischen Mutter und Kind.
Hl. Johannes von Nepomuk
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Rheintorturm
Entstehungsdatum: 19. Jhd.
Eine Statue des heiligen Johannes von Nepomuk ist jeweils an Stephanskirche, am Münsterkreuzgang, am Rosgartenmuseum und hier am Rheintorturm zu finden. Die Figur ersetzte vermutlich hier am Rheinsteig die Statue, die heute im Münsterkreuzgang steht. Der böhmische Priester Johannes von Nepomuk befand sich mit dem Herzog Wenzel in kirchenpolitischem Streit. Angeblich ließ der Herzog den Geistlichen von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau stürzen, da Nepomuk sich weigerte, ein Beichtgeheimnis an den Herzog zu verraten. Nach seiner Heiligsprechung 1729 durch Papst Benedikt XIII. wurde er zum Schutzpatron von Brücken. Auch in Konstanz führte ursprünglich durch den Rheintorturm die alte Rheinbrücke.
HTWG Figuren
Künstler: Joep van Lieshout
Baujahr: 2002
Eigentümer: HTWG Konstanz
Standort: HTWG Campus
Die drei Figuren repräsentieren die verschiedenen Aspekte des akademischen Lernens. Eine Figur repräsentiert die wissenschaftliche Forschung, die zweite Reflexion und die dritte Entdeckung. Alternativ können die Figuren auch als Stadien der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft der wissenschaftlicher Forschung interpretiert werden.
Kunstgrenze
Künstler: Johannes Dörflinger (*1941)
Baujahr: 2006-2007
Eigentümer: Stadt Konstanz und Stadt Kreuzlingen
Standort: Grenzübergang Klein Venedig (Altstadt)
Der Grenzzaun, der die Deutsch-Schweizer Grenze markiert, war zu Beginn des 21. Jh. ein viel diskutiertes Thema. 2004 wurde über eine Kunstinstallation, die den Maschendrahtzaun ersetzen sollte, gesprochen. Bis die von Dörflinger entworfene Kunstgrenze am Grenzübergang Klein Venedig errichtet wurde, mussten einige Hürden überwunden werden. Jedoch konnte die weltweit einzige Kunstgrenze schließlich in einem großen, grenzüberschreitenden Bürgerfest am 28./29. April 2007 eingeweiht werden. Die Skulpturen der Kunstgrenze einschließlich ihrer Beleuchtung wurden von der Johannes-Dörflinger-Stiftung finanziert und im Rahmen des Einweihungsfestes den Städten Konstanz und Kreuzlingen geschenkt.
Insgesamt zieren 22 Skulpturen aus rostfreiem Edelstahl, jeweils 8m hoch, den Grenzabschnitt. Durch einen besonderen Farbauftrag changiert die metallisierend-rötliche Farbe (Kolibri-Rot) je nach Lichteinfall von einem hellen Rosa bis zu einem dunklen Violett. Die Skulpturen tragen die Namen der Großen Arkana - der Trümpfe - des Tarots mit denen sich Dörflinger seit den siebziger Jahren beschäftigt. Für die Betrachtung sind jedoch keine Kenntnisse über das System des Tarots erforderlich. In die Sockel sind die Titel der Skulpturen eingefräst.
Weitere Informationen finden sich in dem 2008 von der Johannes-Dörflinger-Stiftung herausgegebenem Buch "Kunstgrenze. Skulptur Idee Ort".
Prometheus
Künstler: Werner Gürtner (*1907 - †1991)
Baujahr: 1959
Standort: Webersteig, an der HTWG Wand zur Rheinseite (Paradies)
Der Überlinger Künstler Werner Gürtner gewann 1959 einen Wettbewerb des damaligen Staatstechnikums Konstanz zur künstlerischen Gestaltung der Fassade des neuen Hörsaals. Gürtners Prometheus als Überbringer des Feuers und Grundsteinleger der Technik verkörpert symbolhaft alle technischen Bereiche. Die Figur des Prometheus wurde von Gürtner bewusst flach gehalten, um den metallischen Charakter der Skulptur hervorzuheben und eine Betrachtung von der Seite sowie aus der Ferne zu ermöglichen.
Gürtner schuf bereits zwei Jahre zuvor ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum in Konstanz. 1957 wurde am Fernmeldeamt auf dem Fischmarkt ein Betonrelief eines Fischweibs angebracht.
Schwurhand
Künstler: Franz Gutmann (*1928)
Baujahr: 1990
Standort: Torgasse im Torbogen zur Laube (Altstadt)
Die Bodenskulptur zeigt Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger, die zum Schwur gespreizt sind. Die Finger ragen aus dem Boden heraus und verweisen auf die vielen gerichtlichen und staatsanwaltlichen Stellen in der Umgebung. Geschaffen wurde die Skultpur von dem renommierten Künstler Franz Gutmann, der auch den Münsterplatz mit seinem berühmten Münsterbrunnen bereichert hat.
Verkehrssäule
Künstler: Burkhard Beyerle (*1930)
Baujahr: 1986
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Neugasse (Altstadt)
Von Burkhard Beyerle 1986 geschaffen, erfüllt die 5,75m hohe Säule eine Doppelfunktion: Auf der einen Seite ragt dort ein 6m hohes Kunstwerk aus Gebrauchsgegenständen in die Höhe, auf der anderen Seite wird die Säule durch eine Schildertafel durchbrochen, die den Übergang in die Fußgängerzone anzeigt. Aufgestellt wurde die Säule nach der Umgestaltung der Neugasse. Die aufgesägten grünen Schaufeln, die die Spitze der Stahlsäule krönen, sollen nach Beyerle das Ende der Grabarbeiten markieren.
Die 8000 DM teure Säule ersetzt die sonst an solchen Stellen üblichen Ketten und Blumenkübel. "Verkehrszeichen-Kunstwerke", wie die Verkehrssäule, sollten zwar auch an anderen Orten in Konstanz Aufstellung finden, dieser Plan wurde jedoch nie realisiert, sodass die Säule in der Neugasse, das einzige individuelle Verkehrszeichen blieb.
Taktiles Stadtmodell
Künstler: Egbert Broerken
Baujahr: 2010
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Münsterplatz (Altstadt)
Seit 2010 steht das Bronzerelief auf dem Münsterplatz und zeigt Konstanz aus der Vogelperspektive. Im Maßstab 1:650 und mit einem Durchmesser von 1,50 Meter ermöglicht das taktile Modell einen neuen Blick auf die Stadt. Ergänzt mit Blindenschrift können hier auch sehbehinderte Menschen die Stadt ertasten. Der Künstler Egbert Broerken entwickelte vor über 20 Jahren in Zusammenarbeit mit Lehrern und Schülern einer Blindenschule solche Stadtmodelle mit optimaler Tastbarkeit. Diese stehen nun in ganz Deutschland. Das Modell ist eine Schenkung des Rotary Club Konstanz.
WELT-MENSCHEN
Künstler und Eigentümer: Enzo Stragapede (1942*) und Ursula Stragapede-Didra (*1947)
Standorte und Baujahre:
- Hafenstraße 9 vor dem Sea-Life Centre (2002)
- Hafenstraße 2 neben dem Konzilsgebäude (2007)
Das Künstlerehepaar Ursula Stragapede-Didra und ihr Mann Enzo Stragapede fertigen gemeinsam die WELT-MENSCHEN, die seit 2002 den öffentlichen Raum der Stadt Konstanz schmücken. Der ersten Aufstellung der Skulpturen am Sea-Life Centre folgten noch einige mehr an verschiedenen Standorten in der Stadt. Auch auf der Insel Reichenau finden sich zwei Werke des Künstlerehepaars. Die WELT-MENSCHEN stehen alle in unmittelbarer Nähe zum See, da die Figuren ein offenes, freies und respektvolles Miteinander symbolisieren. Der See verbindet drei Länder und steht daher selbst für ein Miteinander ohne Grenzen zwischen den Völkern. Die WELT-MENSCHEN demonstrieren diese Verbundenheit der Nationen und sollen im Zeitalter der Globalisierung und der multikulturellen Gesellschaft zu einem friedlichen Zusammenleben der Völker aufrufen. Seit 2009 fertigt das Künstlerehepaar die aus Stahl, Beton und Holz bestehenden Figuren im Haus der WELT-MENSCHEN in der Rauhgasse. Die Malereien entstehen auf Acrylbasis.
Statuen
Handwerkskammer Figuren
Künstler: W. Deetien
Baujahr: 1914
Eigentümer: Handwerkskammer Konstanz
Standort: Webersteig 3 (Altstadt)
Die in Konstanz einzigartigen, überlebensgroßen Skulpturen vor der Handwerkskammer sind ein der Arbeit gewidmetes Denkmal. Sie unterscheiden sich insofern von den meisten Denkmalen, als in diesem Fall das Handwerk im Vordergrund steht und nicht wie üblich den Adligen und verdienten Bürgern Ehre erwiesen wird. Die barocke Fassade der Handwerkskammer, vor welcher sich die Skulpturen befinden, harmonisiert mit eben jenen. Die Figuren sind Teil des Gesamtkonzepts des Gebäudes und verweisen auf die Bestimmung des Hauses. Dieses dient als Ausstellungshaus für das heimische Handwerk und dessen Erzeugnisse. Wenn man seinen Blick auf die Gerätschaften zu den Füßen des Schmiedes richtet, erkennt man ein Zahnrad, welches für den Fortschritt der Produktion zu der Zeit der Erschaffung der Figuren steht. Die Signatur auf dem Sockel zeigt den Namen des Künstlers "W. Deetien".
Imperia
Künstler: Peter Lenk (*1947)
Baujahr: 1993
Standort: Konstanzer Hafen (Altstadt)
Die 9 Meter hohe und 18 Tonnen schwere Statue stellt eine Figur aus den "Tolldreisten Geschichten" von Honoré de Balzacs dar, in der eine während des Konzils tätigen "Hübschlerinnen" einem Konzilsteilnehmer den Kopf verdreht. Die Betonfigur dreht sich auf dem Sockel des alten Konstanzer Hafenturms, der ein Überbleibsel des alten 18 m hohen Leuchtturms von 1842 ist. Die Imperia hält links und rechts zwergenhafte nackte Männlein in den Händen, von denen der Eine Symbole kirchlicher und der Andere weltlicher Macht trägt.
Nach Lenk handelt es sich jedoch nicht um Kaiser und Papst, sondern um Gaukler, die sich die Insignien weltlicher und geistlicher Macht angeeignet haben. Darüber hinaus fügt Lenk jedoch hinzu, dass er die Einschätzung, ob die echten Päpste und Kaiser Gaukler waren, der geschichtlichen Bildung des Betrachters überlasse.
Das Projekt wurde von den Bodensee-Schiffsbetrieben (damals im Besitz der Deutschen Bahn), dem Fremdenverkehrsverein der Stadt Konstanz und den Wirten angeregt. Zunächst fand die übergroße Statue einer Prostituierten einige Kritiker, konnte aber verwirklicht werden, da die Figur auf Privatgrundstück der Deutschen Bahn errichtet wurde, sodass der Stadtrat den Bau nicht verhindern konnte. Zudem sah der Denkmalschutz in der Statue keine Beeinträchtigung für die Stadtsilhouette.
Heute zählt die Imperia zu den Wahrzeichen der Stadt Konstanz und ist seit 2024 als Kulturdenkmal gelistet.
Mariensäule
Künstler: Caspar Gras (*1585 - †1674)
Baujahr: 1631
Eigentümer: 1/3 Stadt Konstanz, 1/3 Land Baden-Württemberg, 1/3 Münsterbauverwaltung
Standort: Pfalzgarten Münster (Altstadt)
Die stattliche Mariensäule im Pfalzgarten am Münster misst ab dem Podest über 12 Meter. Sie wurde im Jahre 1683 erbaut und eingeweiht, die sich obenauf befindende Madonna wurde jedoch schon 1631 von Caspar Gras geschaffen. Die dem Ikonentypus der Hodegetria nachempfundene Figur stand ursprünglich am Mariae End Altar im Münster, wurde jedoch im Rahmen einer Restaurierung des Altars entfernt und auf der, von Bischof Franz Johann von Prassberg in Auftrag gegebenen, Säule angebracht. Die Madonna trägt im linken Arm das Jesuskind. Dieses hält den Reichsapfel in einer Hand, welcher ein Zeichen für die weltliche Macht ist. Die herrschaftlich, mit goldenem Zepter und Krone, ausgestattete Madonna steht mit einem Fuß auf einer Mondsichel. Da die Mariensäule im Zusammenhang mit dem Sieg der kaiserlichen und polnischen Heere über die Türken im Jahre 1983 errichtet wurde, kann diese Geste als Symbol für den Sieg über das Böse gedeutet werden. Die Marienfigur abstrahiert oftmals ein Ereignis, und unterscheidet sich so von der üblichen Denkmalsform, welche meist ein Ereignis konkret darstellt.
Stadttheater Figuren
Künstler: Paul Diesch (*1884 - †1953)
Baujahr: 1930
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Konzilstraße 11, Dach des Stadttheaters (Altstadt)
In den 1930er-Jahren wurde das Stadttheater von den Nationalsozialisten um einen Bühnenturm erweitert und erhielt damit sein heutiges Aussehen. Im Dritten Reich bemühten sich die Nazis, mithilfe des Theaters das Bürgertum für sich zu gewinnen. Die Figuren, die auf dem Umbau aufgestellt wurden, repräsentieren die Schauspielkunst und das Musiktheater.
Die Bühne des Konstanzer Stadttheaters gilt als älteste durchgehend bespielte Bühne Deutschlands.
Standbilder am Rheinsteig
Künstler: Xaver Reich (*1815 - †1881) und Hans Baur (*1829 - †1897)
Baujahr: 1863
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: Am Rheinsteig zwischen Rheintorturm und Pulverturm (Altstadt)
Die vier Statuen, jeweils knapp 3 m hoch, zeigen die Bischöfe von Konstanz, Konrad († 975) und Gebhard II. († 995) geschaffen von Xaver Reich. Außerdem noch Berthold I., Herzog von Zähringen († 1078) und Leopold, Großherzog von Baden († 1852), geschaffen von Hans Bauer. Die Statuen standen ursprünglich auf den Brückenpfeilern der 1861 eröffneten Eisenbahnbrücke. Die Standbilder waren paarweise angeordnet und am südlichen sowie nördlichen Brückenkopf aufgestellt. Dabei standen die zwei Geistlichen im Süden und die beiden weltlichen Herrscher im Norden der Brücke. In den 1930ern wurde die Rheinbrücke durch eine neue, tragfähigere Brücke ersetzt und sich gegen eine erneute Aufstellung der Statuen entschieden. Die hohen Kosten und der Stil der Standbilder wurden nicht mehr als zeitgemäß angesehen. Seit 1938 stehen die Standbilder an ihrem heutigen Standort auf der Ufermauer am Rheinsteig.
Sonnenjüngling
Künstler: Stadelhofer, Emil (*1872 - †1961)
Baujahr: 1910
Eigentümer: Stadt Konstanz
Standort: hinterer Innenhof des Rathauses (Altstadt)
Der Sonnenjüngling erinnert nicht zufällig an Michelangelos David. Der Schöpfer des Jünglings, der aus Wollmatingen stammende Emil Stadelhofer, reiste 1902 nach seinem Studium wie viele KünstlerInnen seiner Zeit nach Rom. Dabei besuchte er auch Florenz, wo Michelangelos David zu sehen ist. Der Sonnenjüngling wird in einer ähnlichen Körperhaltung dargestellt, ist allerdings mit einer Größe von 1,70 m deutlich kleiner. Stadelhofer verbrachte insgesamt acht Jahre in Italien. In dieser Zeit entstand auch der Sonnenjüngling. Ein weiteres Kunstwerk des Künstlers ist der Löwenbrunnen in Wollmatingen.
Urban-Art
Neugestaltung Bärengraben Unterführung
Künstler: Emin Hasirci (*1982)
Baujahr: 2017
Standort: Bärengraben Unterführung bei der Alten Rheinbrücke (Altstadt)
Um den Besucher bereits am Eingang zur Unterführung auf die atemberaubende BodenSeeSicht einzustimmen, wurde die Unterführung entsprechend neu gestaltet. Dazu übersetzte Designstudio Eminent Farbe, Inhalt und Standortfaktor in eine inspirierende Raumgestaltung. Im Herzen der Gestaltung stehen illustrative, wandfüllende und typisch Konstanzer Motive.
Mit der Neugestaltung der Unterführung hat der Konstanzer Kommunikationsdesigner und Illustrator Emin Hasirci von Designstudio Eminent im Auftrag des Hochbauamtes der Stadt Konstanz eine konzeptionelle und erlebnisreiche Fassadengestaltung entwickelt. Beauftragt mit der Produktion der Raumgrafik, Entwicklung eines Farb- & Bildkonzeptes sowie Künstlerauswahl, wurde in der neu gestalteten Unterführung ein lebendiger Farbraum mit klarem Erlebnis-Effekt, hoher Aufenthaltsqualität und Sicherheitsgefühl sowie einem hohen Maß an Individualität realisiert. Und dabei selbstverständlich vorrausschauend auf langfristige Einsparung von Reinigungskosten.
Wetterfahne
Wetterblätz
Künstler: Eugen Hotz (*13.2.1917 Baar - †29.3.2000 Baar)
Baujahr: 1979
Standort: Schnetztor (Altstadt)
Die Wetterfahne aus Kupfer wurde von Eugen Hotz entworfen und war eine Spende der Ostschweizer Räbezunft. Bei Westwind schaut der Wetterblätz in Richtung Baar, dem Heimatdorf von Hotz und dem Sitz der Räbezunft.















































