Gemeinsam Bauen in Konstanz

2. Konstanzer Baugemeinschafts-Forum informierte über den aktuellen Stand verschiedener Projekte des Handlungsprogramms Wohnen und führte eine Interessensabfrage durch.

Für die Interessensabfrage können Fragebögen ausgefüllt und noch bis 18. Oktober abgegeben werden

Im 2. Konstanzer Baugemeinschafts-Forum am 7. Oktober 2019 informierte die Verwaltung über den aktuellen Stand in der Entwicklung befindlicher Projekte und die Rahmenbedingungen für die Vergabe entsprechender Grundstücke. Rund 100 Teilnehmende kamen an diesem Abend in den Wolkensteinsaal des Kulturzentrums. Damit jeder gleich wusste, woran er ist, konnte man sich bereits am Eingang per Farbketikett als „Interessierte noch ohne feste Gruppe“, „bereits einer Baugruppe oder Genossenschaft zugehörig“ bzw. als „Projektsteuerer“ zu erkennen geben.
 
Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn stellte bei seiner Begrüßung der Anwesenden das gemeinsame Bauen für private Bauherrinnen und Bauherren als zentrale Organisationsform heraus, um maßgeschneiderte Lösungen für die individuellen Wohn- und Lebensbedürfnisse vergleichsweise kostensparend zu verwirklichen. „Darum haben wir Baugemeinschaften als elementarer Bestandteil im Handlungsprogramm Wohnen verankert!“, so Langensteiner-Schönborn.
 
Marion Klose, Leiterin des Amtes für Stadtplanung und Umwelt, ging daraufhin detaillierter auf das Handlungsprogramm ein und stellte den aktuellen Stand des Modellprojektes „Zukunftsstadt“ beim Christiani-Quartier vor. Klose betonte „Durch Nachjustierung des Handlungsprogramms Wohnen im Januar 2018 wurde die Anzahl an Wohnungen mit Zielgruppenbindung auf 3.700 ausgeweitet, was einen wesentlichen Schritt zur Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum darstellt“. Neben den 54% für den geförderten Wohnungsbau inklusive der Haushalte mit besonderen Schwierigkeiten am Wohnungsmarkt, sind davon nun auch 46 % für Baugemeinschaften, Genossenschaften und Modellprojekte im mittleren Segment (Miete und Eigentum) im Rahmen von Konzeptvergaben vorgesehen.
 
Einen Überblick über die Projektstände in weiteren zehn Gebieten des Handlungsprogramms Wohnen gab Mechthild Kreis von der Abteilung Stadtplanung in ihrem Werkbericht. Im Anschluss stellte Herr Kratz von der Projektgruppe „Gemeinsam Bauen“ die Abfrage bei den Initiativen und Interessierten vor und hob hervor, damit die zahlreichen Planungen besser auf deren Bedürfnisse ausrichten zu können. Hierfür lagen vor Ort Fragebögen aus, die auch unter konstanz.de/baugemeinschaften heruntergeladen und noch bis 18. Oktober abgegeben werden können. Auf der städtischen Internetseite ist ebenfalls das Handout mit den Steckbriefen zu den vorgestellten Gebieten zu finden.
 
In der anschließenden Diskussion in den Gruppen vor den jeweiligen Gebietsplakaten mit den städtischen Projektleitenden wurde deutlich, dass sowohl bei den Baugemeinschaften als auch bei Familien bzw. Einzelpersonen sehr großes Interesse am Christiani-Quartier besteht. Ansonsten wird das Döbele-Areal vor allem von größeren Baugemeinschaften stark nachgefragt und das Gebiet beim Fohrenbühlweg vor allem von Familien bzw. Einzelpersonen.
 
Die Stadt Konstanz hat mit dem Handlungsprogramm Wohnen besondere Rahmenbedingungen für das gemeinschaftliche Bauen geschaffen: Auf allen geeigneten städtischen Flächen werden Grundstücke für Baugemeinschaften vorgehalten und anhand eines vom Gemeinderat beschlossenen Vergabeverfahrens zum Festpreis vergeben. Ausschlaggebend ist dabei die Konzeptqualität der Projekte, die anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs geprüft wird. Ziel ist eine langfristige Sicherung bezahlbaren Wohnraums für breite Bevölkerungsschichten, um die Spirale des Preiswettbewerbs zu unterbrechen und Wohnraum der Spekulation zu entziehen.

(Erstellt am 11. Oktober 2019)