Gedenkstelen in Konstanz eingeweiht

Erinnerung an die Konstanzer Opfer von NS-Medizinverbrechen

Eine der fünf Gedenkstelen steht an der Marktstätte 22. Von links: Oberbürgermeister Uli Burchardt, Prof. Dr. Michael von Cranach (Hochschule München), Sabine Bade (Initiative Stolpersteine Konstanz), Philipp Gärtner (Erster Landesbeamter, Landratsamt Konstanz), Katrin Brüggemann (Initiative Stolpersteine Konstanz) und Prof. Dr. Aleida Assmann (Universität Konstanz).

Am 15. Juni 2026 wurden auf der Marktstätte die neuen Gedenkstelen zur Erinnerung an die Konstanzer Opfer von Zwangssterilisationen und der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde eingeweiht.
Die Stelen machen sichtbar, dass die NS-Medizinverbrechen nicht an anonymen Orten geschahen, sondern auch in Konstanz geplant, unterstützt und vollzogen wurden.
 
Die Einweihung fand an der Marktstätte 22 statt, dem Standort des ehemaligen staatlichen Gesundheitsamts Konstanz. Von hier aus wurden während der NS-Zeit Menschen erfasst, begutachtet und den nationalsozialistischen Unrechtsstrukturen ausgeliefert. Nach aktuellem Forschungsstand wurden mindestens 291 Menschen aus Konstanz zwangssterilisiert.
Das Projekt umfasst insgesamt fünf Gedenkstelen im Stadtgebiet. Die Stelen enthalten Texte, Bilder und QR-Codes mit weiterführenden Informationen:
Marktstätte 22 – ehemaliges Gesundheitsamt, Obere Laube 12 – ehemaliges Erbgesundheitsgericht, Goebelbeckerstraße/Friedrichstraße – ehemalige Frauenklinik, Klinikum Konstanz, Gemeinschaftsgrab, Hauptfriedhof.
 
Initiiert wurde das Projekt von der Initiative Stolpersteine für Konstanz. Ermöglicht wurde die Umsetzung durch das Bürgerbudget der Stadt Konstanz.

(Erstellt am 25. Juni 2026 15:31 Uhr / geändert am 29. Juni 2026 10:13 Uhr)