Bezahlbar wohnen in Petershausen

WOBAK baut 198 Wohnungen am Bücklepark

Die Karte zeigt auf sehr grüner Fläche vier rot eingezeichnete Flächen.

Am Bücklepark entstehen Wohnungen und Gewerbeflächen. Es handelt sich um das größte Einzelprojekt der WOBAK seit über fünfzig Jahren. Gleichzeitig liefert die Wohnungsbaugesellschaft mit der Bebauung eine Antwort auf die Frage, wie eine Stadt mit knappen Flächen und anspruchsvollen Klimazielen bezahlbaren Wohnraum schaffen kann.

Die vier geplanten Gebäude auf Cluster D gruppieren sich um einen grünen Innenhof. Auf insgesamt 14.500 Quadratmetern Wohnfläche entstehen 198 Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Dazu kommen zwei Gewerbeeinheiten. Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen circa 70 Millionen Euro. 169 Wohnungen werden mit Mitteln der L-Bank aus dem Programm „Wohnungsbau BW“ öffentlich gefördert.

Wohnungen für niedrige bis mittlere Einkommen

Die Zielgruppe für das Bauprojekt sind Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Dazu gehören beispielsweise die Gehälter von ErzieherInnen, BusfahrerInnen oder KassiererInnen. Diese Gruppen haben es auf dem angespannten Konstanzer Wohnungsmarkt schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden – spätestens, wenn es Familienzuwachs gibt. In der Folge ziehen viele Menschen, die eigentlich in Konstanz bleiben möchten, ins Umland oder sie kommen gar nicht erst in die Stadt. So bleiben in Konstanz auch zahlreiche Arbeitsstellen unbesetzt. Mit dem Bau am Bücklepark wirkt die WOBAK dem Fachkräftemangel in Konstanz entgegen.

Effiziente Gebäudetechnik

Durch intelligente Grundrissplanung wird ein kostensparender Serieneffekt erzielt. Alle Gebäude werden im ambitionierten Effizienzhausstandard KfW-40 errichtet. Heizung und Warmwasser werden mit Luft-Wärmepumpen bereitgestellt. Der Bau soll von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit dem Zertifikat in Silber ausgezeichnet werden. Die Bebauung besticht auch durch ihren sparsamen Umgang mit dem knappen Gut Fläche: Auf einem 1,5 Hektar großen Grundstück entstehen ca. 14.500 Quadratmeter neuer Wohnraum. Möglich macht das die urbandichte Bebauung: Die vier Gebäude sind sieben bis zehn Stockwerke hoch.

Mobilität im Fokus

Unter den Gebäuden wird eine Tiefgarage mit 122 Kfz- und über 400 Fahrradstellplätzen gebaut. Zum Teil werden die Fahrradstellplätze auch oberirdisch installiert, sodass sie ebenerdig zugänglich sind. Die hervorragende Anbindung an den ÖPNV rundet das Mobilitätskonzept ab: Unmittelbare Nachbarschaft zum Seehas-Haltepunkt Konstanz-Fürstenberg, die Bushaltestelle Taborweg und vier Carsharingstellplätze.

Park statt Parkplatz

Für den neuen Wohnraum muss keine Fläche versiegelt werden, da Cluster D zuvor bereits als Parkplatz genutzt wurde. Statt Parkplätzen  gibt es künftig einen Park: Im Süden und Osten werden zahlreiche Bäume gepflanzt, Spielmöglichkeiten für Kinder geschaffen und großzügige Grünflächen angelegt. Die Grünflächen werden öffentlich zugänglich sein, sodass diese Innenentwicklungsmaßnahme auch für die AnwohnerInnen der benachbarten Quartiere Vorteile bietet.

Ausblick: Ein lebendiges Quartier

Die 198 Wohnungen der WOBAK auf dem Cluster D sind dabei nur der Startschuss für das Gesamtquartier: Insgesamt besteht das Bücklepark-Gelände aus vier Clustern. Östlich vom WOBAK-Cluster D befinden sich die Cluster A bis C, die im Eigentum der Vorarlberger i+R-Gruppe sind. Insgesamt sind auf dem Bücklepark 760 Wohnungen geplant. Auf dem Cluster A sind auch Büro- und Gewerbeflächen, Gastronomie und eine Kindertagesstätte vorgesehen. So soll auf dem Bücklepark ein lebendiges urbanes Quartier entstehen.

Bezug ab 2029

Der Grundstein für die Bebauung wurde am 10. Juni 2026 gelegt. Es folgen der Roh- und Innenausbau. Die Fertigstellung der vier WOBAKGebäude ist für 2029 geplant, sodass die ersten MieterInnen dann dort ihr neues Zuhause finden können.

Rückblick und Hintergrund

Auf dem Bücklepark waren die Konstanzer Standorte der Firmen Telefonica/ AEG sowie Siemens angesiedelt – daher auch der alternative Name „Siemensareal“. Nach dem Ende dieser gewerblichen Nutzung lagen weite Teile des Areals brach. Die Vorarlberger Gruppe i+R erwarb das Gesamtareal 2017 von der Stadt und begann mit der Planung für ein neues urbanes Quartier. Dabei galt es einige planerische Hürden zu überwinden – beispielsweise musste für das Energiekonzept eine Alternative zur Geothermie gefunden werden. Der Grund ist, dass das Grundwasser unter Konstanz zwischen zwei wasserundurchlässigen Gesteinsschichten eingeschlossen ist. So fiel die Wahl auf die Luft Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser.

Parallel zu den Planungen verhandelten i+R und WOBAK über einen Kauf eines Teils des Grundstücks durch die WOBAK. Diese erwarb 2024 den Cluster D von i+R. Im selben Jahr wurde auch der Bebauungsplan für das Areal beschlossen. Aufgrund der schon weit fortgeschrittenen Planung konnte noch 2024 auch der Bauantrag eingereicht werden. Die WOBAK beantragte im selben Jahr auch die Förderung aus dem Programm
„Wohnungsbau BW“.

Mit der 2025 erteilten Baugenehmigung schrieb die WOBAK die Umsetzung des Bauvorhabens aus. Die Ausschreibung gewann die i+RB Gewerbe- und Industriebau mit Sitz in Konstanz – ein Unternehmen der i+R-Gruppe. Der Bauvertrag zwischen WOBAK und i+RB Gewerbe- und Industriebau wurde im Februar 2026 geschlossen. i+RB setzt nun als Generalunternehmer das Bauprojekt auf dem Cluster D um. Die Gruppe beauftragt vor allem regionale Nachunternehmen, sodass das Großprojekt zur regionalen Wertschöpfung beiträgt.

Geförderter Wohnungsbau

Die Wohnraumförderung in Baden- Württemberg beruht auf dem Prinzip der „doppelten Bindung“: Miet- und Belegungsbindung.

Die Mietbindung schreibt vor, dass der geförderte Wohnraum zu einer niedrigeren Miete als die ortsübliche Vergleichsmiete angeboten werden muss. Üblich sind Absenkungen um 33 % oder 40 %. Die Förderung (in Form eines zinsverbilligten Kredits oder eines Zuschusses) gleicht die niedrigeren Mieteinnahmen aus.

Die Belegungsbindung regelt, wer in die geförderte Wohnung einziehen darf: Nur Haushalte mit Wohnberechtigungsschein (WBS) kommen in Frage. Dafür darf eine gewisse Brutto-Einkommensgrenze nicht überschritten werden, die von der Haushaltsgröße abhängt:

1 Person 60.350 €
2 Personen 60.350 €
3 Personen 69.350 €
4 Personen 78.350 €
5 Personen 87.350 €

Für jede weitere Person steigt die Einkommensgrenze um 9.000 €.  Für schwerbehinderte Personen gibt es Zuschläge.

Etwa die Hälfte der Konstanzer Haushalte kann also einen WBS beantragen. Beantragt werden kann der WBS bei der Abteilung Wohngeld im Sozial- und Jugendamt der Stadt Konstanz. Da es viel mehr WBS-Berechtigte als geförderte Wohnungen gibt, ist der WBS keine Garantie dafür, ein Wohnungsangebot zu erhalten.

Die WOBAK

Die WOBAK ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft von Konstanz. Seit der Gründung 1924 ist es ihr Auftrag, breite Schichten der Bevölkerung mit Wohnraum zu versorgen. Heute vermietet sie ca. 4.500 eigene Wohnungen – 95 % davon zu Mieten von weniger als neun Euro pro Quadratmeter.

Wohnungsbewerbung bei der WOBAK

Wer sich um eine Wohnung bei der WOBAK bewerben möchte, kann während der Öffnungszeiten (Montag bis Freitag von 8-12 Uhr und Mittwoch von 14-16 Uhr) im Dienstleistungszentrum am Benediktinerplatz 7 vorbeikommen und Kontaktdaten hinterlegen. Über einen Link können dann alle weiteren Daten zur gewünschten Wohnung (Größe, Lage, mögliche Miete…) eingetragen werden.

Weitere Projekte der WOBAK

Neben dem Bücklepark baut die WOBAK gegenwärtig auch an der Dresdener Straße. Dort entstehen 16 Wohnungen für Haushalte mit besonderen Schwierigkeiten bei der Wohnraumversorgung. Bald soll auch beim Azubiwohnheim an der Schwaketenstraße (30 Apartments) und der Wohnbebauung Marienweg Litzelstetten der Baubeginn erfolgen. Der Baustart hängt bei beiden Projekten von der Zusage der öffentlichen Fördermittel ab.

In verschiedenen Stadien der Planung befinden sich auch die Neubauprojekte Brühläcker (Dettingen), das Modellprojekt aus der Holzbau-Offensive Jungerhalde West, die Bebauung des Döbele und die Aufstockung der Wohngebäude am Bulachweg.

(Erstellt am 10. Juni 2026 16:14 Uhr / geändert am 12. Juni 2026 11:00 Uhr)