Diese beiden Wohnhäuser, erbaut zu Konzilszeiten, wurden von Grund auf saniert. Dabei wurden zum einen denkmalpflegerische Aspekte berücksichtigt, um das historische Bild der Konstanzer Niederburg zu erhalten. Diese gleichzeitig mit modernen Gestaltungsaspekten zu verbinden, war den beiden Bauherren ein Anliegen. Zum anderen wurden hohe energetische und ökologische Standards umgesetzt, um Umwelt und künftigen Generationen gerecht zu werden.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt nun die frühere Gastherme. Ein Kamin mit Wassertasche liefert warmes Brauch- und Heizwasser (Fußbodenheizung). Die PV-Anlage auf dem Dach produziert Strom für beide Häuser. Übriger Strom wird, sofern die Batterie ihn nicht aufnehmen kann, ins Netz eingespeist. Für das Dach wurden terracottafarbene, nicht spiegelnde Sondersolarmodule gewählt, wodurch die Solarenergie-Erzeugung vorbildlich in den Gebäudebestand integriert werden konnte und die Dachlandschaft der Niederburg nicht stört.
Fassaden, Fenster, Türen sowie das Dach des großen Hauses wurden bestmöglich energetisch saniert, die Gebäude innen und außen auf den neuesten Stand gebracht. Die historische Bestandsfenster wurden restauriert (3-fach- bzw. Vakuumverglasung). Außerdem wurde das Balkenwerk im gesamten Haus dekontaminiert; dort war das Lindan-haltige, gesundheitsgefährdende Holzschutzgift Xylamon gefunden worden. Lehmanstrich, heimische Lärche und recycelte Baustoffe unterstreichen den ökologischen Anspruch.
Der historische Garten wurde erhalten. Eine alte Zisterne wurde für Regenwasser reaktiviert. Die Fassade zur Gasse hin wird künftig noch begrünt.
Mit der Förderung der Stadt Konstanz wurde die Entscheidung der Bauherren für die gestalterisch hochwertige PV-Anlage gewürdigt.
So ein Haus mit sechshundertjähriger Geschichte ist kein Immobilienprojekt, sondern eine Herzensangelegenheit und einfach ein wunderbares Zuhause! Zwischendurch gab es durchaus Zeiten, da wollten wir nur noch davonlaufen, so unerwartet umfangreich waren die Probleme, die sich auf der Baustelle ergaben. Doch das Durchhalten hat sich gelohnt! Dieses Haus wird uns hoffentlich lange, lange überleben und nicht nur uns, sondern auch NachbarInnen, Passanten und Besuchern Freude machen.
Judith Borowski und David Schleiermacher

