Innovatives hybrides Heizsystem (solarelektrisch) im denkmalgeschützten Gebäude

Gebäude: Wohnhaus mit zwei Wohneinheiten
Baujahr: circa 1355
Beheizte Fläche: 166 m²
Standort: Konradigasse 12
Ausgangslage: Gasheizung
Umges. Maßnahmen: Abluft-Grundlast-Wärmepumpe;
Infrarotheizung;
Terracottafarbene PV-Dachanlage mit Batteriespeicher;
Sanierung und Dämmung der zweiten Dachhälfte.
In 2025: Speichererweiterung auf nun 13,8 kWh;
Einbau eines Smart Meters und Nutzung eines dynamischen Ökostromtarifs

Das "Haus zum Kampf", das seit 1355 in der Konstanzer Niederburg steht, ist in (fast) ganz Baden-Württemberg bekannt: Es wurde 2025 aufgrund seines solarelektrischen hybriden Heizsystems mit dem Innovationspreis „Denkmal – Energie – Zukunft“ ausgezeichnet, verliehen vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen. Dieses Heizsystem kann nicht nur als Vorlage für ähnliche Gebäude in der denkmalgeschützten Niederburg, sondern für Bestandgebäude mit beschränktem Platzangebot schlechthin dienen, ohne dass aufwendige Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle notwendig sind.

Die 28 Jahre alte Gastherme wurde durch eine Abluft-Grundlast-Wärmepumpe ersetzt, die inmitten der Wohnung (im WC/Wäscheraum) integriert wurde. Sie liefert ca. 75 % des Wärmebedarfs. Die restlichen 25 % Raumwärme werden durch eine elektrische Infrarotheizung (in Verbindung mit Präsenzmeldern) bedarfsorientiert und raumweise abgedeckt.

Für die Stromversorgung wurde eine PV-Anlage (11,4 kWp) mit terracottafarbenen Modulen entsprechend den Vorgaben des Denkmalschutzes auf dem Dach installiert. Die so gewonnene Energie wird mithilfe eines solarelektrischen Hybridsystems zuallererst für den Eigenverbrauch genutzt.

Die Warmwasserbereitung erfolgt mit Wärme aus dem integrierten Pufferspeicher der Wärmepumpe, der als thermische Batterie mit dem Speicher der Solaranlage kommuniziert und gezielt PV-Überschuss oder sonstigen EE-Überschuss aus dem Netz nutzt.

Ein Monitoring, durchgeführt vom Amt für Klimaschutz Konstanz über die Heizperioden 2024/25 und 2025/26 hinweg, konnte zeigen, dass das System im Realbetrieb funktioniert und erfolgreich ist. Der spezifische Endenergieverbrauch für Heizung und Warmwasser hat sich von 131 kWh/m² Gas auf 42 kWh/m² Strom reduziert.

Dass mit überschaubarem finanziellem Aufwand, ein spätmittelalterliches Gebäude mit modernster Technik ausgestattet und damit zukunftsfest gemacht werden kann, bei gleichzeitig minimalinvasiver baulicher Veränderung (einzig ein Fortluftkanal musste geschaffen werden), begeistert uns täglich! Unsere Gesamtenergiekosten konnten wir um mehr als die Hälfte senken, wir haben keine Lüftungswärmeverluste mehr, stets frische Raumluft und unnötiges Heizen ist ausgeschlossen. Die Bewerbung für den Innovationspreis erfolgte mit dem Ziel, unser Erfolgsprojekt auch auf Landesebene publik zu machen, um möglichst viele Menschen zur Nachahmung zu animieren: Es lohnt sich auch wirtschaftlich, diesen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten; lassen Sie sich nicht durch Zaudernde oder Fehlberatung davon abhalten!

Maria Ruf-Fritz