Dieses Gebäude im Lorettowald wurde 1964 errichtet und bislang mit Gas beheizt. Fast 60 Jahre wurde es von der DJK als Vereinsheim genutzt. Die lange Zeit hat jedoch Spuren hinterlassen und ein Update war dringend notwendig.
Bei der Erweiterung und energetischen Sanierung haben sich die FußballerInnen für die Umsetzung des KFW 55 EE Standards entschieden. Dieser Standard geht deutlich über die gesetzlichen Mindestanforderungen nach GEG hinaus und zeigt das Engagement des Vereins für den Klimaschutz.
Der KFW 55 EE Standard wurde durch die gedämmte Gebäudehülle sowie den Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach erreicht. „EE“ bedeutet, dass durch die neu eingebaute Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien mindestens 65 % des Wärmebedarfs des Gebäudes gedeckt werden. Zusätzlich wurde die Flächenversiegelung trotz Vergrößerung der Grundrissfläche um 30 % insgesamt reduziert.
Ausschlaggebend für die Entscheidung zur Förderung war, dass das Projekt von einem gemeinnützigen Verein mit geringen finanziellen Mitteln umgesetzt wurde und der Verein sich dennoch für den hohen KFW 55 EE Standard entschieden hat. Auch die Größe der PV-Anlage übersteigt die Mindestanforderungen, die sich aus der PV-Pflicht ergeben.
Die Sanierung führte zu einer erheblichen Reduktion des Energieverbrauchs und einer hohen Deckung des Verbrauchs über lokal erzeugte erneuerbare Energie. Die Jury geht zudem davon aus, dass die FußballerInnen als Multiplikatoren in die Konstanzer Stadtgesellschaft hineinwirken und andere Vereine zur Nachahmung inspirieren.
Es war bemerkenswert, wie die DJK Konstanz von Anfang an daran interessiert war, ihr Zuhause nicht nur zu sanieren, sondern in ein Energieeffizienzgebäude zu wandeln. Da das Vereinsheim im Naturschutzgebiet liegt, mussten nicht unerhebliche Teuerungsfaktoren, auch hinsichtlich der Baustellenlogistik, mitbetrachtet werden. Der Einsatz hat sich aber gelohnt, da die sanierten Räumlichkeiten nun wieder gerne genutzt werden. Mein Rat an andere: möglichst früh die passenden Experten (u.a. zu Finanzierung und Förderung sowie Bauen und Sanierung) mit ins Boot holen!
Tommy Staiger, Architekt




