Vom »worst performance building« zu einem Gebäude mit vorbildlich energetischem Standard

Gebäude: Mehrfamilienhaus mit zwei Wohneinheiten
Baujahr: 1886
Beheizte Fläche: 300 m² Wohnfläche
Standort: Buchnerstraße 8
Ausgangslage: Gasheizung
Umges. Maßnahmen: Luft-/ Wasser-Wärmepumpe;
PV-Indachanlage;
12 kWh Batteriespeicher;
Fassaden-, Fenster- und Dachsanierung mit ökologischen Baustoffen;
Wohnraumverkleinerung

Dieses Haus aus der Gründerzeit in Petershausen-Ost wurde zuletzt nur noch von einer Person bewohnt. Die Fassade ist zwar sehr schön anzusehen, aber energetisch gesehen handelt es sich bei dem Haus um ein »worst performing building«, es gehört zu den schlechtesten 25 Prozent aller Gebäude in Deutschland. Zudem bräuchte die Eigentümerin eigentlich weniger Wohnfläche, die gepflegt werden muss, und vor allem ein altersgerechtes Haus… Was also tun?

Die Eigentümerin verkaufte das Haus an eine Familie mit zwei Kindern. Die Bedingung: Das Haus wird sowohl energetisch saniert als auch altersgerecht umgebaut. Nach dem Umbau zieht sie dann zusammen mit der Familie wieder ein − fünf Personen unter einem Dach, aber in getrennten Wohnungen. Platz dafür gibt es auf den 300 m² genug.

Vormals erfolgte die Wärmeversorgung über Etagengasthermen. Nun wird über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und eine Fußbodenheizung geheizt. Den Strom dafür liefert eine PV-Indachanlage; der PV-Strom wird in einem 12 kWh Batteriespeicher gespeichert. Insgesamt wurde das Haus auf KFW 70 EE Standard gebracht. Vormals »worst performance building«, jetzt absolut vorbildlich!

Das Haus aus Baujahr 1886 unterliegt dem Ensembleschutz. Da der komplette Straßenzug als eine Gesamtanlage gesehen wird, durfte die Straßenansicht mit den Steingewändern und den prägenden Gauben am Mansardendach nicht verändert werden. Die Gebäudehülle wurde daher von innen mit einem natürlichen Material gedämmt. Um die Dachansicht homogen zu halten, wurde das Mansardendach mit einem Stehfalzblech verkleidet und dachflächenebene Sonnenkollektoren auf dem Satteldach eingebaut.

Denkmalschutz, Wohnraumverkleinerung und Umbau zum altersgerechten Wohnen: Ein Vorbild für viele weitere Sanierungen dieser Art von Gebäude!

Ein Haus das einst Vergangenheit trug, lernt nun neu zu atmen. Wenn Wärme nicht nur Wände füllt, sondern Generationen verbindet, lohnt sich all der Schweiß und die schlaflosen Nächte. Wo Alt und Jung sich begegnen, wächst Zukunft aus Geschichte – und jedes Zimmer erzählt von gestern, heute und morgen zugleich!

Markus Binder