Energieverbrauch sinkt, Solarstrom nimmt zu

Stadtverwaltung zieht Bilanz beim Klimaschutz in eigenen Gebäuden

PV-Anlage auf einem Flachdach

Die Stadt Konstanz kommt beim Klimaschutz in ihren eigenen Liegenschaften voran – mit messbaren Erfolgen bei Energieeinsparung und Gebäudesanierung. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Energiebericht 2024/25, der dem Technischen und Umweltausschuss am 7. Mai vorgelegt wurde: Der Ausbau von Solarenergie muss im Stadtgebiet Konstanz noch deutlich erhöht werden.
 
Energieverbrauch sinkt – trotz wachsender Gebäudefläche
Seit 2021 ist der Gesamtenergieverbrauch der rund 180 städtischen Liegenschaften um etwa 11 Prozent gesunken – auf 22,8 Millionen Kilowattstunden im Jahr 2024. Das ist umso bemerkenswerter, weil die von der Stadt verwaltete Gebäudefläche im selben Zeitraum weiter gewachsen ist. Der Wärmeverbrauch pro Quadratmeter ging witterungsbereinigt um rund 19 Prozent zurück – ein deutlicher Hinweis, dass die energetischen Sanierungsmaßnahmen wirken.
Die CO2-Emissionen der städtischen Gebäude liegen 2024 rund 3 Prozent unter dem Wert von 2021, stiegen zuletzt aber leicht an – vor allem wegen eines gestiegenen Stromverbrauchs und der wachsenden Gebäudefläche. Die größten Verursacher sind Schulen und Kindertagesstätten mit zusammen mehr als der Hälfte der Gesamtemissionen.
 
Vorzeigeprojekt Berchen: 60 Prozent weniger Heizenergie
Ein konkretes Beispiel für den Erfolg energetischer Sanierung ist die Grund- und Werkrealschule Berchen. Nach einer umfassenden Generalsanierung – mit neuer Dämmung, Fenstern und Lüftungsanlage – liegt der witterungsbereinigte Wärmeverbrauch heute durchschnittlich 60 Prozent unter dem Wert vor der Sanierung. Jährlich werden damit 56 Tonnen CO2 eingespart. Die Kosten beliefen sich auf ca. 2,4 Mio. €.
 
PV-Ausbau: Rekordtempo – aber noch nicht schnell genug
Beim Ausbau der Photovoltaik verzeichnet Konstanz zwar Rekordzuwächse: In den Jahren 2023 und 2024 wurden jeweils rund 6 Megawattpeak neu installiert – mehr als je zuvor. Insgesamt sind im Stadtgebiet nun 32,4 Megawattpeak installiert. Doch das reicht noch nicht: Um das Klimaschutzziel von 150 Megawattpeak bis 2035 zu erreichen, wären jährlich rund 10 Megawattpeak Zuwachs nötig. Aktuell fehlen gegenüber dem Zielpfad noch rund 17 Megawattpeak.
Auf städtischen Gebäuden sind inzwischen 39 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.650 Kilowattpeak installiert. Sie produzieren jährlich rund 1,5 Millionen Kilowattstunden – gut ein Drittel des Strombedarfs der städtischen Liegenschaften. Die einfach zu belegenden Dächer sind dabei weitgehend ausgeschöpft: Ende 2026 werden 71 Prozent der geeigneten Dachflächen mit PV-Anlagen belegt sein. Ab 2027 sind für den weiteren Ausbau zunächst Dachsanierungen erforderlich.
 
Ölheizungen ade – Wärmepumpen und Nahwärme kommen
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Hochbauamts: der Abschied von fossilen Heizsystemen. Ölheizungen sind nur noch in drei städtischen Gebäuden vorhanden. In der Max-Stromeyer-Straße 120 wurde 2025 die letzte große Ölheizung durch eine Kombination aus Wärmepumpe und Pelletkessel ersetzt – Investitionsvolumen rund 600.000 Euro. Sieben städtische Gebäude sollen zudem bald an das neue Nahwärmenetz Dingelsdorf-Wallhausen angeschlossen werden, dessen Bauarbeiten gerade begonnen haben.
 
Was 2026 noch kommt
Für das laufende Jahr sind weitere Maßnahmen geplant: Im Kulturzentrum werden ca. 900 Leuchten auf energiesparende LED-Technik umgerüstet. An der Geschwister-Scholl-Schule entsteht eine neue PV-Anlage mit 205 Kilowatt Leistung. Und mit einem Pilotprojekt in Stadelhofen erarbeitet die Stadt erstmals einen Leitfaden dafür, wie Solaranlagen auch auf denkmalgeschützten Gebäuden realisiert werden können.

(Erstellt am 08. Mai 2026 08:47 Uhr / geändert am 08. Mai 2026 10:21 Uhr)