Ein Ruderverein macht Welle für den Klimaschutz

Gebäude: Vereinsgebäude
Baujahr: 1956 /2020
Beheizte Fläche: ca. 400 – 500 m2
Standort: Spanierstraße 1
Ausgangslage: Gasheizung
Umges. Maßnahmen: 10 kWp PV-Dachanlage;
9,2 kWh Batteriespeicher;
Thermische Solaranlage

Der Rudervein Neptun e.V. hat sein zuhause direkt am Seerhein in der Nähe der Alten Rheinbrücke. Das Bestandsgebäude stammt aus dem Jahr 1956 und steht unter Denkmalschutz. Im Jahr 2016 wurde es nach Norden hin erweitert. Bislang erfolgte die Wärmeversorgung über eine Gastherme.

Auf dem Dach des neu errichteten Funktionsgebäudes wurde eine Photovoltaik- und thermische Solaranlage errichtet, inklusive 9,2 kWh Batteriespeicher. Zudem wurden die Heizungs- und Warmwasserrohre isoliert, ein Wärmemengenzähler eingebaut und ein Energiemonitoring durchgeführt, um weitere detaillierte Maßnahmen ableiten zu können. Umgesetzt wurde das Projekt durch Firmen sowie durch Unterstützung sachkundiger Vereinsmitglieder.

Die Maßnahmen ermöglichen es dem Verein, den Warmwasserbedarf in den Sommermonaten April bis September anteilig, in den Monaten Oktober bis März bei Sonnenschein auch anteilig über die Anlage abzudecken. Der Gasverbrauch für die Warmwasserbereitsteilung konnte deutlich reduziert werden (Gasverbrauch gesamt ca. 140'000 kWh/Jahr). Die PV-Anlage inklusive des geplanten Batteriespeichers sind so konzipiert, dass der Eigenbedarf des Vereins bestmöglich abgedeckt wird. Die Peak-Leistung der PV-Anlage mit insgesamt 24 PV-Modulen beträgt 10.000 W.

Mit der Förderung unterstützte die Stadt Konstanz den Ruderverein Neptun e.V. dabei, seinen CO²-Ausstoß zu senken und durch die reduzierten Energiekosten auch den Vereinsbetrieb langfristig sicherzustellen. Die Förderung eines Vereins bringt zudem eine gewisse Verbreitung energetischer Überlegungen und evtl. Nachahmungen bei den Mitgliedern und bei anderen Vereinen mit sich.

Die Initiative war von unseren Vereinsmitgliedern getrieben und wurde hauptsächlich in Eigenleistung umgesetzt. Nun sind wir, was den Strom angeht, zu 80% autark! Wir hätten gerne den Gasbetrag noch weiter gesenkt, mussten aber lernen, dass einen Solarthermieanlage für so einen großen Betrieb (Verein & Restaurant) nicht ausreichend ist. Deshalb haben wir nun einen smarten Heizstab eingebaut, der den Energieüberschuss der PV-Anlage zum Aufheizen unserer Wasserspeichers nutzt und somit die Solarthermie unterstützt. Die Anlage geht nun in Betrieb, wir sind auf die Ergebnisse gespannt!

Sebastian Ahlhelm