Ausbau von Photovoltaikanlagen

Stadt Konstanz prüft Potenziale für Solarenergie auf Freiflächen

Photovoltaik-Module

Die Stadt Konstanz kommt beim Ausbau von Photovoltaik auf Freiflächen voran. Gleichzeitig zeigt sich: Die Umsetzung ist anspruchsvoll und hängt von vielen Voraussetzungen ab. Der Technische und Umweltausschuss befasste sich am 7. Mai 2026 mit einem umfassenden Sachstandsbericht. Darin wird deutlich, welche Chancen Freiflächen-Photovoltaik für die klimaneutrale Energieversorgung bietet – und welche Hürden noch zu bewältigen sind.
 
Freiflächen-Photovoltaik als wichtiger Baustein
Bis 2035 will Konstanz weitgehend klimaneutral sein. Die Versorgung mit erneuerbarer Energie ist dabei ein zentraler Baustein. Solaranlagen auf Dächern allein werden dafür jedoch nicht reichen, und die Gewinnung von Windenergie ist auf Konstanzer Gemarkung kaum möglich. Rund ein Drittel des städtischen Strombedarfs müsste daher künftig über Freiflächen-PV gedeckt werden. Berücksichtigt man regionale und landesweite Vorgaben für den Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik, ergibt sich für Konstanz, dass etwa ein Prozent der gesamten Gemarkungsfläche für Freiflächen-PV genutzt werden müssten.
 
Zwei konkrete Projekte laufen bereits
In Dingelsdorf entsteht derzeit ein Nahwärmenetz für fast 380 Haushalte. Begleitend dazu läuft das Bebauungsplanverfahren für eine Freiflächen-PV-Anlage mit rund 3,1 Megawatt Leistung auf drei Hektar – der Satzungsbeschluss ist für Ende 2026 geplant.
Im neuen Stadtteil Hafner ist ebenfalls Freiflächen-PV vorgesehen: Auf etwa 1,2 Hektar soll eine Anlage mit rund 1,25 Megawatt entstehen, die direkt mit der Energiezentrale des dortigen Wärmenetzes verbunden wird. Der erzeugte Strom soll intelligent gesteuert zur Wärmeproduktion genutzt werden.
 
Stadt setzt auf Austausch mit der Landwirtschaft
Seit Ende 2024 bringt die Stadt Konstanz Landwirte, Stadtwerke und Behörden an einem „Runden Tisch" zusammen. Drei Treffen haben stattgefunden – mit erkennbaren Ergebnissen, aber auch klaren Hemmnissen: Viele Flächen sind zu klein oder topographisch ungeeignet. Pachtverhältnisse erschweren Investitionsentscheidungen. Und der Netzanschluss ist für mittlere Anlagen oft wirtschaftlich nicht darstellbar.
Dennoch gibt es Bewegung: Einzelne Landwirte sind bereit, Dachflächen und hofnahe Freiflächen für PV zur Verfügung zu stellen – sofern wirtschaftliche Rahmenbedingungen stimmen. Die Stadtwerke Konstanz erarbeiten dafür eigene Modelle.
 
Agri-PV bietet Chancen, ist aber anspruchsvoll
Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Agri-Photovoltaik. Dabei werden landwirtschaftliche Nutzung und Stromerzeugung auf derselben Fläche kombiniert. Diese Technik gilt als vielversprechend, ist in der Praxis aber insbesondere in Konstanz mit hohen Anforderungen verbunden.
Zu den Herausforderungen zählen hohe Investitionskosten, bislang noch begrenzte Langzeiterfahrungen und ein teilweise unzureichend ausgebautes Stromnetz. In Konstanz kommt hinzu, dass viele Flächen aufgrund von Schutzgebieten nur eingeschränkt nutzbar sind. Geeignete Flächen müssen groß genug, gut erreichbar und topografisch geeignet sein. Zudem gehören sie häufig nicht den landwirtschaftlichen Betrieben selbst, was die Umsetzung zusätzlich erschwert.
 
Wie geht es weiter?
Die Stadtverwaltung arbeitet parallel an mehreren Aufgaben: Bebauungsplanverfahren werden weitergeführt, Gespräche mit Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern laufen, und neue gesetzliche Erleichterungen werden geprüft und genutzt, wo dies möglich ist.
Klar ist: Der Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik kann nur gemeinsam mit Landwirtschaft, Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern sowie weiteren Beteiligten gelingen. Die Stadt Konstanz setzt deshalb weiterhin auf Dialog, Kooperation und konkrete Angebote.

(Erstellt am 11. Mai 2026 10:22 Uhr / geändert am 11. Mai 2026 10:26 Uhr)