Archiv 2020: Meldungen der EBK

14.12.2020: Neue Klärschlammfaulung: Video online

Der Bau zur neuen Klärschlammfaulung auf dem Gelände der Kläranlage ist in vollem Gange. Die Fortschritte am Bau werden unter anderem mit einer Baudokumentation filmisch festgehalten. Die Aufnahmen vom ersten Bauabschnitt, der Gründung mit 31 Bohrpfählen, sind jetzt fertig geschnitten und auf der Seite zur Neuen Klärschlammfaulung veröffentlicht.
Dort sind alle Informationen rund um den Neubau gesammelt. Der Film wird selbstverständlich mit Fortschreiten der Bauarbeiten kontinuierlich verlängert und erweitert.

07.12.2020: Neu ab 2021: Gelbe Tonnen zu vermieten

Restmüll-, Papier-, Bio- und Gelbe Tonne

Neue Farbe im Mülltonnen-Sortiment: Gelb

Ab Januar 2021 vermieten die EBK Gelbe Tonnen für die Sammlung und Abfuhr von Verpackungsabfällen. Ein Angebot für all diejenigen, die vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne umsteigen wollen. Der Mietpreis von 24 Euro im Jahr (zzgl. MwSt.) für die Gelbe Tonne wird unabhängig von den Müllgebühren jährlich in Rechnung gestellt. Die Tonnen werden übrigens ganz bequem von den EBK an die Haustüre geliefert.
Hier finden Sie alle Infos zu den Gelben Tonnen und den Bestellmöglichkeiten.

28.10.2020: Ein echtes Organisationstalent (Amtsblatt)

Aus der Serie „Das sind wir“

Jörg Zimmermann
Jörg Zimmermann, Leiter des Sachgebiets „Betrieb Abfallwirtschaft“

„Sauberer isch’s Konstanzerischer“ – der alte Werbeslogan, der früher auf Müllbehältern prangte, könnte auch das Motto von Jörg Zimmermann sein. „Unsere Hauptaufgabe ist, die Abholung des gesamten Mülls in Konstanz samt Ortsteilen sicherzustellen“, erklärt der Sachgebietsleiter, der bei den EBK zusammen mit seinen Mitarbeitern die Müllabfuhr organisiert. Wenn krankheitsbedingt Touren nicht mit eigenen Leuten oder Leihpersonal besetzt werden können, fährt er sogar selbst ein paar Stunden im Müllwagen mit und hilft aus. „Das Schlimmste wäre es, wenn der Müll liegen bleiben würde“, betont Jörg Zimmermann.

Der Konstanzer arbeitet schon über 25 Jahre für die Stadt, im Bereich Abfallwirtschaft ist er seit 20 Jahren tätig. Ursprünglich wollte Zimmermann Förster werden. „Nach meiner Forstwirtschaftslehre bei der Stadt ging ich zur Bundeswehr. Als ich fertig war, gab es im Forstbereich keine Arbeit. Mit meinem Bundeswehrführerschein habe ich dann bei der EBK als Fahrer der Müllfahrzeuge angefangen.“ Da Jörg Zimmermann auch eine Ausbildung als Industrie- und Bürokaufmann vorweisen konnte, wurde er Vertreter des Disponenten und schließlich dessen Nachfolger. Vor drei Jahren hat er bei der IHK zusätzlich eine Prüfung als Verkehrsleiter absolviert. Eine notwendige Qualifikation, da die Müllabfuhr auch für das Duale System sammelt und somit im gewerblichen Güterkraftverkehr unterwegs ist.

Jörg Zimmermanns Hauptaufgabe sind das Planen der Mülltouren durch die verschiedenen Stadtbezirke und die Betreuung der Wertstoffhöfe. 42 Mitarbeiter muss er koordinieren. Auf einer Pinnwand notiert der 52-Jährige immer einen Tag im Voraus, wie sich Fahrer und Beifahrer auf die Fahrzeuge aufteilen und wohin es geht. Die Fahrer bleiben meist fest auf einem Fahrzeug, nur die Beifahrer wechseln. „Morgens kann sich immer noch einiges ändern, zum Beispiel, wenn jemand krank ist. Dann müssen wir kurzfristig umstellen, oder auch andere Teams zum Helfen hinzuziehen, was prima funktioniert. Wir haben eine super Mannschaft.“ Die Touren werden immer wieder neu verteilt, damit die Arbeit abwechslungsreich bleibt.

Bei der Planung muss Jörg Zimmermann auch wechselnde Baustellen berücksichtigen. „Das Bürgeramt informiert uns über geplante Baustellen und fragt zum Beispiel nach, ob die Straßenbreite bei Absperrungen noch für die Müllfahrzeuge ausreicht. Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir eine neue Abholungsstelle für die Müllbehälter festlegen“, erklärt der 52-Jährige. Vielen unbekannt sei, dass das Rückwärtsfahren für Müllfahrzeuge verboten ist. „Ausnahmen gibt es noch bei Altbeständen in der Innenstadt. Bei Erneuerungen oder Erschließungen muss für uns eine Wendeanlage geschaffen werden, oder die Durchfahrt möglich sein. Wir prüfen immer, was wir noch rückwärts anfahren müssen. Man darf nicht vergessen, dass in Deutschland im Jahr zwei bis drei Müllwerker verunglücken.“ Was Zimmermann und seinen Kollegen im Alltag zusätzlich zu schaffen macht, sind Falschparker, die Zugänge zu Containern oder Einfahrten versperren. Der kommunale Ordnungsdienst wird dann informiert, die Falschparker abgeschleppt.

Auch für die Organisation der vier Wertstoffhöfe ist Jörg Zimmermann zuständig. Ob Urlaubsvertretung oder Abwesenheit durch Lehrgänge – der Disponent muss stets die personelle Besetzung sowie die Leerung der verschiedenen Container in den Wertstoffhöfen sowie der Grünabfallplätze sicherstellen. Damit alles läuft, werden die Fahrzeuge regelmäßig gepflegt. Als Fahrzeugverantwortlicher kontrolliert Jörg Zimmermann beispielsweise, ob die Fahrer ihren Pflegeauftrag leisten, der TÜV fällig ist, die Reifen in Ordnung sind oder eine Inspektion in der Werkstatt ansteht. Zweimal im Jahr finden auch Sonderprüfungen bei Bremsen und Reifen statt. Neun Müllwagen, vier Abrollkipper, ein Absetzkipper und zwei Radlader, zwei Verladebagger sowie mehrere Transporter und Poolfahrzeuge müssen einsatzbereit sein. Die Fuhrparkorganisation spricht er mit dem Werkstattmeister Ralf Richter ab.

Jörg Zimmermann ist auch Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger. Dankbar ist er über Anrufe, die Mängel melden, wie überlaufende Glascontainer. Beschwerden über nicht geleerte Müllbehälter geht er akribisch nach. Oft ist das Problem, dass Müllbehälter falsch befüllt werden. „Was die Leute unterschätzen, ist eine saubere Mülltrennung, denn damit könnten sie höhere Müllgebühren vermeiden helfen“, rät der Disponent.

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26.10.2020: Studie zu Coronaviren im Abwasser beginnt

Corona-Nachweis im Abwasser als Frühwarnsystem?

Kläranlage Konstanz

Teilnahme der Konstanzer Kläranlage an bundesweiter Studie
Die Entsorgungsbetriebe Stadt Konstanz (EBK) beteiligen sich mit ihrer Zentralkläranlage seit Montag den 26.10.2020 an einer bundesweiten Studie des Helmholtz Instituts für Umweltforschung und der TU Dresden.

Aus dem Konstanzer Abwasser werden während der vierwöchigen Studienphase regelmäßig verschiedene Proben entnommen, die anschließend auf SARS-CoV-2 Viren untersucht werden. Neben Abwasserproben aus dem Zulauf der Kläranlage werden auch Proben des Klärschlamms aus der mechanischen Reinigung nach Leipzig ins studienführende Labor geschickt. Die Methodik wurde bereits im Frühjahr entwickelt, konnte aufgrund des eingedämmten Infektionsgeschehens jedoch nicht mehr überprüft werden. Nun, da die Infektionszahlen auch in Konstanz wieder steigen, ist der Zeitpunkt gekommen, die Studie mit Abwasserproben aus Konstanz und zahlreichen weiteren deutschen Kläranlagen zu beginnen.

Durch einen zuverlässigen Nachweis von SARS-CoV-2 Viren im Abwasser wäre ein mögliches Frühwarnsystem für lokale Corona-Ausbrüche geschaffen. Das Abwasser erfasst schließlich die gesamte Virenlast des Einzugsgebiets, nicht nur die Zahl der positiv getesteten Personen und damit dem Gesundheitsamt bekannten Infektionen. Das im Abwasser erkannte Infektionsgeschehen könnte sogar auf einzelne Ortsteile eingegrenzt werden, zumindest im Konstanzer Abwassersystem. Doch um diese großen Fragen zu beantworten, müssen auch die EBK und damit die Konstanzer auf die Auswertung der letzten Studienphase warten.

Hier (146 KB) geht's zum Amtsblatt-Artikel vom 11.11.2020.

01.04.2020: Arbeiten im Konstanzer Untergrund (Amtsblatt)

Aus der Serie „Das sind wir“

Uwe Giermann

Uwe Giermann ist Vorarbeiter im Kanalbetrieb. Gemeinsam mit seinen Kollegen ist er für die Reinigung und die Instandhaltung des Kanalnetzes, der Pumpwerke und Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken verantwortlich.
Eine funktionierende Kanalisation ist für die Lebensqualität in einer Stadt entscheidend. Damit alles im Fluss bleibt, muss das Kanalnetz regelmäßig gereinigt und instand gehalten werden. Für diese Aufgaben ist der Kanalbetrieb der Entsorgungsbetriebe der Stadt Konstanz (EBK) zuständig. Hier sorgen Uwe Giermann, Vorarbeiter und Kanalfachkraft, und seine sechs Kollegen unter der Leitung von Lothar Blasi dafür, dass das Abwasser abläuft, die Kanaldeckel fest sitzen oder die Ratten nicht überhandnehmen. „Es ist eine stressige, schmutzige Arbeit“, erklärt Giermann unverblümt. Und mit Sicherheit auch eine der gefährlichsten Tätigkeiten, die innerhalb der städtischen Betriebe anfallen. Fast täglich wird Giermann mit Fäkalien, Bakterien, Viren, Schmutz und Ungeziefer konfrontiert. „Wir sind alle gegen Hepatitis A und B geimpft und werden regelmäßig untersucht. Der Kot und der Urin der Ratten sind das Schlimmste. Wenn es notwendig ist, verwenden wir in den Abwasserkanälen und -bauwerken einen schweren Atemschutz und tragen Schutzkleidung“, berichtet Uwe Giermann und ergänzt: „Man kommt unten schon ins Schwitzen, es ist dunkel, feucht und stinkt. Man muss abgebrüht sein.“

Hinzu kommt Explosionsgefahr durch Gase, die sich zum Beispiel durch Fäulnis bilden können. „Wir haben immer den Selbstretter dabei, der uns Atemschutz für eine Viertelstunde liefert.“ Pflicht ist auch das Mitführen eines Gaswarn- und Messgerätes. Zuerst findet eine zweiminütige Freimessung statt, bevor die Mitarbeiter hinuntersteigen. Das Gaswarngerät zeigt mit akustischen und optischen Signalen an, ob Gefahr besteht. „Wenn es durchgehend piepst, dann ist Gas im Kanal und wir müssen sofort raus. Aber wir sind ein gut eingespieltes Team, das sich aufeinander verlässt“, sagt Giermann. Die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften steht an erster Stelle, kontinuierlich werden die Mitarbeiter geschult. Unterirdische Einsätze bedürfen der Erlaubnis. Und auch bei Austausch oder Reparatur von Kanaldeckeln lassen Giermann und seine Kollegen Vorsicht walten.
Und dennoch: Der geschulte Handwerker geht seit 30 Jahren gerne zur Arbeit, denn er weiß, seine Arbeit ist unverzichtbar. Als Vorarbeiter ist er zuständig für die Kanalreinigung und die Kanalinstandsetzung im öffentlichen Netz. Der Bau- und der Spültrupp arbeiten separat. Die turnusmäßige Kanalreinigung wird in ganz Konstanz einschließlich Litzelstetten, Wallhausen, Dingelsdorf und Dettingen durchgeführt. Hinzu kommt die Reinigung der 30 Pumpwerke, des Zulaufpumpwerks der Kläranlage und der Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken. Kleinere Stationen werden in 120 und 180-Tages-Intervallen gesäubert. „Wir haben relativ saubere Kanäle in Konstanz, außer wenn es Großbaustellen gibt, wie zum Beispiel am Sternenplatz. Dann müssen wir öfter reinigen“, sagt Giermann.

Modernstes Gerät steht dem Kanalbetrieb dafür zur Verfügung. Das neue Hochdruckspül- und Saugfahrzeug arbeitet mit Wasserrückgewinnung. Wenn der Spültrupp morgens um 7 Uhr das Fahrzeug mit Wasser befüllt, reicht das fast den ganzen Tag. „Wir fangen dann an, von Schacht zu Schacht zu spülen, das kann je nach Verunreinigung auch schon mal einen halben Tag dauern.“ Mittels eines bis zu 280 Meter langen Spülschlauches und einer Reinigungsdüse wird mit Wasser und Hochdruck der Kanal gereinigt. Ein neun Meter langer Saugschlauch nimmt gleichzeitig wie ein Riesenstaubsauger Wasser und Schmutzstoffe auf, die im Fahrzeug mehrmals gefiltert werden. Das gesammelte Kanalräumgut wird recycelt und u.a. in Baustellen und im Straßenbau wiederverwendet.
Kleinere Schäden werden dem Bautrupp gemeldet. „Kleinere Schacht- und Bauwerkssanierungen fallen in unseren Bereich. Um so schnell wie möglich Schäden beheben zu können, benutzen wir zum Beispiel schnell härtenden Betonmörtel“, erklärt Uwe Giermann. Der Bautrupp säubert Schmutzfänger und ersetzt Steigeisen. Bei wackelnden Kanaldeckeln reicht es oft, einen Antiklapperring hineinzusetzen, manchmal muss aber auch der gesamte Rahmen ausgetauscht werden. Jeden Freitag findet die Streckenkontrolle statt, auf der Gräben und Gitter geprüft werden. Nach Starkregen werden zusätzliche Kontrollen gefahren. „In früheren Zeiten hat man nicht mit der Klimaänderung und dem Wachstum der Stadt gerechnet. So kann es vorkommen, dass die Abwasserkanäle bei Starkregen überlastet sind und Gullys zum Teil überlaufen.“

Eine weitere Aufgabe des Kanalbetriebs ist die Rattenbekämpfung. „Man sagt, auf jeden Einwohner kommen ein bis drei Ratten“, erzählt Uwe Giermann. In Gebieten wie der Altstadt – wo mehr gastronomischer Müll anfällt – werden regelmäßig Köder ausgelegt. Auch Bürger melden Sichtungen. Wenn Fraßspuren vorhanden sind, legen die Rattenbekämpfer nochmals Köder nach. „Wenn wir nicht handeln würden, dann würden wir der Lage nicht mehr Herr“, betont Uwe Giermann.

Hier (122 KB) geht's zum Artikel.

Der Kanalbetrieb EBK

  • 7 Mitarbeiter, 1 Sachgebietsleiter
  • 291 km Kanalnetz in Konstanz + Vororten,
    davon 12 km Druckleitungen
  • Kleinster Rohrdurchmesser: 15 cm
    Größter Rohrdurchmesser: 2,4 m
  • rund 9.000 Kanaldeckel:
    66 bis 80 kg Gewicht einer Kanalabdeckung (plus Rahmen)