Archiv: Ältere Meldungen

2021

03.02.2021: Was passiert eigentlich mit dem Konstanzer Biomüll? (Amtsblatt)

In Singen wird aus Biomüll Strom & Kompost

Täglich fahren LKWs mit Containern voller Konstanzer Biomüll von dem Gelände der Entsorgungsbetriebe Konstanz (EBK) ins Kompostwerk nach Singen. Im Kompostwerk werden mit einem raffinierten System aus Sieben, Magneten und gezielten Luftstößen Metall- und Plastikteile so gut wie möglich aus dem Biomüll aussortiert. Anschließend landet er in der Vergärung. Die dort entstehenden Gase betreiben zwei Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme produzieren. Aus der produzierten Menge an Strom können rund 5.000 bis 6.000 Haushalte versorgt werden.

Biomüllauto wird geleert

Nach der Vergärung folgt die Tunnelkompostierung: In einer abgeschlossenen, kontrollierten Atmosphäre, bei Temperaturen zwischen 60 und 80 Grad zersetzen Millionen von Mikroorganismen die Biomüll-Masse. Nach drei bis vier Wochen sind Kartoffel- und Bananenschalen, Apfelbutzen, Rasenschnitt und Laub nicht mehr zu erkennen. Sie bilden nun den sogenannten Frischkompost. Der nährstoffreiche Kompost wird von der Landwirtschaft in der Region gerne als Dünger und Humuslieferant eingesetzt.
Ein großes Ärgernis bei der Biomüllverwertung sind Biomülltüten aus Plastik. Auch die mit den Zusätzen „biologisch abbaubar“ oder „Biokunststoff“ verkauften Biomülltüten werden zum Problem. In Konstanz sind sie nicht für die Sammlung von Biomüll erlaubt!

Denn einerseits erfüllen die Anforderungen an „biologisch abbaubare“ Plastiktüten nicht die Bedingungen des Kompostwerks in Singen. Die Biomülltüten können dort, wie in den meisten Anlagen, nicht vollständig abgebaut werden und müssen aufwändig aus dem Kompost gesiebt werden. Andererseits kann die Sortiermaschine Plastik oft zwar erkennen, aber nicht unterscheiden: Sie sortiert Plastiktüten, egal ob „biologisch abbaubar“ oder „Bioplastik“, so gut als möglich aus. Diese Sortierung kostet Energie. Anstatt mit den scheinbar grünen Tüten also einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, erreicht man das Gegenteil. Nur wer den Biomüll lose, in Zeitungspapier gewickelt oder in Papiertüten in die braune Tonne wirft, kann sicher gehen, dass dieser dem Nährstoff-Kreislauf erhalten bleibt.

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Hier gibt's weitere Infos zum Thema: Abfallwege: Biomüll.

26.01.2021: Zwei E-Lastenräder für die Kläranlage

E-Lastenräder auf der Kläranlage

Dank Landesförderung: EBK E-Fuhrpark verzeichnet Zuwachs

Seit Ende Januar sind zwei E-Lastenräder bei den Entsorgungsbetrieben Stadt Konstanz (EBK) im Einsatz. Orangefarben und blau stehen die Lasten-Draht-Esel für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Elektrowerkstatt und Schlosserei bereit. In den praktischen Kisten können Werkzeuge und Ersatzsteile flott auf dem weitläufigen Gelände der Kläranlage transportiert werden. Nicht nur auf der Kläranlage, sondern auch für Außeneinsätze, wie Kontroll- und Wartungsarbeiten in den Pumpwerken, sind die E-Lastenräder bereits eingeplant. Allesamt Fahrten, die bisher mit PKWs unternommen wurden. Mit den E-Lastenrädern gibt es nun eine klimafreundliche, angenehme Alternative im EBK Fuhrpark. Dank der elektrischen Unterstützung sind Anstiege und Lasten dabei keine Hindernisse.
Die Anschaffung der E-Lastenräder wurde mit rund 1500 Euro pro Rad vom Landesprogramm zur Förderung der Elektromobilität unterstützt. Die Entsorgungsbetriebe sind in Konstanz Vorreiter in Sachen Elektromobilität: Neben E-PKWs, einem E-Streetscooter und normalen E-Bikes wurde 2020 bereits ein E-Müllwagen getestet.

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20.01.2021: Änderung der Abwassersatzung (Amtsblatt)

Im Pumpwerk

Leichte Anpassung der Gebühren

Am 17. Dezember 2020 hat der Konstanzer Gemeinderat Anpassungen der Abwassersatzung (255 KB) der Stadt beschlossen. Damit geht eine leichte Anpassung der Gebühren einher. Die Gebühr für Schmutzwasser, das ist unter anderem das Abwasser aus Küche, Bad und Toilette, sinkt um 1 Cent auf 1,61 Euro pro Quadratmeter. Die Niederschlagswassergebühr wird um 6 Cent auf 0,70 Euro pro Quadratmeter erhöht.
Die Niederschlagswassergebühr ist von Grundstücksbesitzern auf versiegelten Flächen zu entrichten. Denn auf versiegelten Flächen kann Regenwasser nicht in das Erdreich eindringen, sondern wird über die Kanalisation in die Kläranlage geleitet und dort gereinigt.
Die Gebührenanpassung ist kaum spürbar: Trotz dieser leichten Erhöhung liegen die Gebühren für den vierköpfigen Musterhaushalt noch deutlich unter den Gebühren von 2018.

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20.01.2021: Neues auf den Wertstoffhöfen 2021 (Amtsblatt)

Wertstoffhof

Neu: Sammlung von Flachglas und Nachtspeicheröfen

Auf den vier Konstanzer Wertstoffhöfen können seit dem Jahreswechsel noch mehr Wertstoffe fachgerecht entsorgt werden. Seit dem 01. Januar stehen Container für sogenanntes Flachglas bereit. Das ist Glas, was aufgrund von Größe und Beschaffenheit nicht in den normalen Altglascontainern gesammelt werden kann. Dazu zählen unter anderem Glas aus Möbelstücken, Spiegel- und Bilderrahmenglas (ohne Rahmen), Trinkgläser und Aquarien.
Neu ist auch die kostenfreie Annahme von Nachtspeicheröfen auf dem Wertstoffhof Dorfweiher. In Nachtspeicheröfen sind oftmals giftige Problemstoffe verbaut, deswegen gelten für die Annahme besondere Regeln: Sie können nur nach telefonischer Anmeldung mit einer ausgefüllten Erzeugererklärung und ordnungsgemäß vorverpackt auf dem Wertstoffhof Dorfweiher abgegeben werden. Die Anforderungen an Verpackung und die Erzeugererklärung sind hier zu finden. Für die telefonische Anmeldung und Auskünfte steht die Abfallberatung der EBK gerne zur Verfügung: 07531/996-188 und -189.
Wie bereits bekannt ist, können Gelbe Säcke seit dem Jahreswechsel nicht mehr auf den Wertstoffhöfen abgegeben werden. Gelbe Säcke werden bis auf Weiteres ausschließlich im Rahmen der 14-tägigen Abfuhr von den Entsorgungsbetrieben abgeholt.

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Korrektur: Im Amtsblatt-Artikel sind leider die falschen Telefonnummern zur Anmeldung der Abgabe von Nachtspeicheröfen genannt. Korrekter Ansprechpartner ist die Abfallberatung, die unter der 07531/996-188 und -189 zu erreichen ist.

20.01.2021: EBK versenden Abfallgebühren-Bescheide 2021 (Amtsblatt)

Gebührenbescheid mit Abfuhrdaten
Gebührenbescheid mit Abfuhrdaten

Bescheid kommt mit aktuellen Abfuhrterminen

Ab dem 26. Januar werden die Gebührenbescheide des Jahres 2021 für die Abfallentsorgung der Entsorgungsbetriebe Konstanz (EBK) mit der Post verschickt. Die Abfallgebühren bleiben 2021 unverändert.
Mit dem Abfallgebührenbescheid bekommt jeder Haushalt die individuellen Abfuhrtermine der Restmüll-, Biomüll- und Papiertonne sowie der Gelben Säcke für das aktuelle Jahr bis Januar 2022. Ebenso sind die Termine der Problemstoffsammlungen und der aufgestellten Grünabfallcontainer 2021 mit abgedruckt. Alle Termine und Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Abfallgebührenbescheid finden sich auf der Website der Entsorgungsbetriebe: Abfuhrtermine und Häufige Fragen zu den Abfallgebühren.
Bei speziellen Fragen hilft der Kundenservice der EBK per E-Mail und telefonisch gerne weiter.
Insgesamt werden rund 41.000 Bescheide versandt. Erfahrungsgemäß werden die Rückfragen, Meldungen und Änderungswünsche bei den EBK in den ersten Wochen nach dem Versand stark ansteigen und die Telefone dadurch sehr beansprucht sein.

Hier (190 KB) geht's zum Amtsblatt-Artikel.

Kundenservice EBK:
E-Mail kundenservice@ebk-tbk.de,
Tel.: 07531-996-113 und -114.
Die Servicezeiten sind von Montag bis Freitag von 08.00 bis 12.00 Uhr, Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 13.00 bis 16.00 Uhr.
Aufgrund der aktuellen Lage ist eine persönliche Beratung nur in Ausnahmefällen und mit vorheriger Terminabsprache möglich.

15.01.2021: EBK im Stadtrundgang Erneuerbare Energien

Team Stadtrundgang Erneuerbare Energien

Der Stadtrundgang von Studierenden der HTWG Konstanz führt zu verschiedenen Stationen in Konstanz, die allesamt mit erneuerbaren Energien arbeiten. Die Entsorgungsbetriebe Stadt Konstanz sind eine der neun Stationen und stellen im dazugehörigen Flyer ihre Arbeit mit nachhaltiger Energieerzeugung vor. Denn die gut sichtbaren Solarpanelen auf dem Betriebsgebäude sind nur eines von mehreren Projekten mit dem Ziel, die eigene Produktion von Strom und Wärme weiter auszubauen.
Der Stadtrundgang dauert etwa 1 bis 2 Stunden und wird am besten selbst mit dem Fahrrad abgefahren. Wer möchte, kann natürlich auch zu Fuß gehen. Die Route, den dazugehörigen Flyer mit den Informationen zu allen Stationen und noch mehr Hintergründe sind auf der dazugehörigen Website zu finden: https://energie-stadtrundgang-kn.carrd.co/

15.01.2021: Müllabfuhr witterungsbedingt eingestellt!

Papiertonnen im Schnee

Aufgrund des heftigen Schneefalls ist heute, am 15.01.2021, keine sichere Abfuhr im Stadtgebiet möglich. Daher musste der Betrieb der Müllabfuhr eingestellt werden. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie aller Straßenverkehrsteilnehmer steht immer an oberster Stelle.
Zu geplanten Nachholfahrten können im Moment noch keine gesicherten Auskünfte gegeben werden, da erst die weitere Entwicklung der Wetterverhältnisse abgewartet werden muss. Sobald es dazu Informationen gibt, werden sie hier veröffentlicht.
Die EBK bitten um Verständnis für entstehende Unannehmlichkeiten.

07.01.2021: Keine Annahme von Gelben Säcken auf den Konstanzer Wertstoffhöfen (Amtsblatt)

Das Jahr 2021 bringt hinsichtlich der Abholung der „Gelben Säcke“ zwar die Verbesserung, dass diese dann 14-täglich statt wie bisher 4-wöchentlich erfolgt, aber auch einen Nachteil:
Ab dem 01. Januar 2021 können bis auf weiteres keine „Gelben Säcke“ auf den Konstanzer Wertstoffhöfen abgegeben werden.
Die Säcke werden von den Entsorgungsbetrieben Konstanz (EBK) ausschließlich im Rahmen der zweiwöchentlichen Abfuhr gesammelt.

Der Grund dafür liegt in der privatrechtlichen Verantwortung für die Gelben Säcke. Vereinfacht: Verpackungsabfälle werden nicht über die Müllgebühr, sondern beim Einkauf mitbezahlt. Die Hersteller sind für Sammlung und Verwertung ihrer Verpackungen verantwortlich. Damit haben sie die „Dualen Systeme“ beauftragt. Die Dualen Systeme vergeben wiederum den Auftrag zur Abfuhr und Sammlung der Gelben Säcke als privatrechtlichen Auftrag an Entsorgungsbetriebe wie die EBK.
Der ab 01. Januar 2021 gültige Auftrag beinhaltet keine Mitbenutzung der Wertstoffhöfe. Die Dualen Systeme halten dies für nicht erforderlich und sind nicht bereit, sich an den Kosten der Sammlung auf den Wertstoffhöfen zu beteiligen. Die Stadt Konstanz ist der Auffassung, die Dualen Systeme aufgrund der Rechtslage auch gegen deren Willen zur Mitbenutzung der Wertstoffhöfe im Sinne der Bürgerinnen und Bürger verpflichten zu können.
Bis zur gerichtlichen Klärung des Sachverhalts können die EBK jedoch keine Gelben Säcke auf den Wertstoffhöfen annehmen. Würden sie es doch tun, würden die Konstanzerinnen und Konstanzer doppelt für die Verwertung bezahlen: Mit dem eingepreisten Aufschlag beim Einkauf und zusätzlich mit ihren jährlichen Müllgebühren. Das wäre nicht nur ungerecht, sondern im Umgang mit öffentlichen Geldern auch unzulässig.
„Es ist sehr schade, dass es zu dieser gerichtlichen Auseinandersetzung gekommen ist, deren Folgen nun die Konstanzerinnen und Konstanzer zu spüren bekommen“, bedauert Achim Lehle, Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft der EBK. „Wir hoffen, dass sich die Angelegenheit schnell klärt und das Gericht unsere Rechtsauffassung bestätigt.“

Mehr Hintergründe haben wir in unserem Infoblatt (50 KB) zusammengetragen

Hier (535 KB) geht's zum Amtsblatt Artikel vom 07.01.2021.

07.01.2021: Was passiert mit dem Konstanzer Restmüll? (Amtsblatt)

Anfallwege (1): Zwei 1000 Grad heiße Öfen in Weinfelden

Der Restmüll wird alle 14 Tage von den EBK Müllwerkern gesammelt. Erstes Ziel ist die Umlade auf dem Gelände der Entsorgungsbetriebe. Dort wird er in orangefarbene Container gepresst. Die vollen Container werden in Kreuzlingen direkt hinter dem Autobahnzoll auf den „Müllzug“ geladen. Zweimal wöchentlich fährt der Zug direkt zur Kehrichtverbrennungsanlage Weinfelden.
In der Verbrennungsanlage kommt der Müll in den sogenannten Restmüllbunker. Eine Krananlage mit großem Müllgreifer verteilt ihn von dort auf zwei Ofenlinien. So landet der Konstanzer Restmüll unweigerlich in einem der beiden 1000 Grad heißen Öfen. Die Verbrennungsöfen laufen ununterbrochen an sieben Tagen in der Woche.
Die dabei produzierte Wärme und Energie werden bestmöglich genutzt: In Form von Strom, der neben der Kehrichtverbrennungsanlage weitere 9.000 Haushalte versorgt, und als Fernwärme für eine Papierfabrik, ein Hallenbad und eine Schule. Damit so wenige Schadstoffe wie möglich freigesetzt werden, durchlaufen Rauch und Abgase aufwendige Filter- und Spülverfahren, bevor sie in die Atmosphäre entlassen werden.
Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben wird der Restmüll vor der Verbrennung nicht erneut sortiert. Was in der Restmülltonne landet, wird verbrannt und ist damit endgültig aus dem Wertstoffkreislauf genommen. Auch die Annahme, dass zusätzliches Plastik oder Öl im Restmüll den Verbrennungsprozess beschleunige, stimmt nicht. Durch die Verbrennung von Haushalts- und Gewerbemüll wird die Temperatur optimal gesteuert.
Die Entsorgung über die Restmülltonne ist also immer die Entscheidung, dass diese Abfälle endgültig aus dem Wertstoffkreislauf genommen werden. Viele der Rohstoffe, die in der Restmülltonne landen, sind dort falsch. Sie könnten stattdessen aufbereitet und wiederverwertet werden. Welche das sind, was in die Restmülltonne gehört und was nicht, ist in den Abfallinfos der Entsorgungsbetriebe beschrieben. Die Abfallinfos sind auf der Website und in gedruckter Form bei den EBK erhältlich. Denn: Mülltrennung ist Umweltschutz, Mülltrennung ist nachhaltig.

Hier (148 KB) geht's zum Amtsblatt-Atrikel.

Hier gibt's weitere Infos zum Thema Abfallwege: Restmüll.

2020

16.12.2020: Wertstoffhöfe weiter geöffnet – Hygienemaßnahmen beachten

Zufahrt Wertstoffhof Dorfweiher

Die Wertstoffhöfe der Entsorgungsbetriebe Konstanz (EBK) bleiben auch während der aktuellen Beschränkungen geöffnet.

Maskenpflicht und Abstandsgebot
Um die Wertstoffhöfe weiter für die Konstanzerinnen und Konstanzer öffnen zu können, ist die Umsetzung der geltenden Hygienevorschriften besonders wichtig – vor allem die konsequente Maskenpflicht und das Einhalten des Abstandgebots auf allen Wertstoffhöfen.

Wertstoffhof-Besuche reduzieren, Nachweis mitführen
Um Kontakte zu vermeiden, sollen Besuche auf den Wertstoffhöfen möglichst auf das Nötigste reduziert werden. Zur Kontaktvermeidung gehört es ebenso, den Wertstoffhof möglichst alleine zu besuchen, sofern keine zu schweren oder zu sperrigen Teile entladen werden müssen. EBK Mitarbeiter können beim Entladen nicht behilflich sein, da der Abstand jederzeit gewährt sein muss.
Damit das Abstandhalten immer möglich ist, wird der Zugang weiterhin auf eine bestimmte Anzahl an Anlieferern pro Hof beschränkt. Es wird weiter die Meldeadresse auf dem Personalausweis oder der aktuelle Müllgebührenbescheid kontrolliert, um nur berechtigten Personen der Zugang zu den Höfen zu gewähren.

Nur gemeinsam umzusetzen
Die EBK bitten alle Besucherinnen und Besucher der Wertstoffhöfe die Herausforderungen der Corona-Pandemie weiter gemeinsam zu meistern: Geduld mitzubringen, falls es durch die Umsetzung der Maßnahmen zu Wartezeiten kommt, die Arbeit der Wertstoffhof-Mitarbeiter zu schätzen und ungefragt die Hygienemaßnahmen umzusetzen: Masken tragen und Abstand halten.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Wertstoffhöfen (Adressen, Öffnungszeiten, Annahmekriterien,...)

14.12.2020: Neue Klärschlammfaulung: Video online

Der Bau zur neuen Klärschlammfaulung auf dem Gelände der Kläranlage ist in vollem Gange. Die Fortschritte am Bau werden unter anderem mit einer Baudokumentation filmisch festgehalten. Die Aufnahmen vom ersten Bauabschnitt, der Gründung mit 31 Bohrpfählen, sind jetzt fertig geschnitten und auf der Seite zur Neuen Klärschlammfaulung veröffentlicht.
Dort sind alle Informationen rund um den Neubau gesammelt. Der Film wird selbstverständlich mit Fortschreiten der Bauarbeiten kontinuierlich verlängert und erweitert.

07.12.2020: Neu ab 2021: Gelbe Tonnen zu vermieten

Restmüll-, Papier-, Bio- und Gelbe Tonne

Neue Farbe im Mülltonnen-Sortiment: Gelb

Ab Januar 2021 vermieten die EBK Gelbe Tonnen für die Sammlung und Abfuhr von Verpackungsabfällen. Ein Angebot für all diejenigen, die vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne umsteigen wollen. Der Mietpreis von 24 Euro im Jahr (zzgl. MwSt.) für die Gelbe Tonne wird unabhängig von den Müllgebühren jährlich in Rechnung gestellt. Die Tonnen werden übrigens ganz bequem von den EBK an die Haustüre geliefert.
Hier finden Sie alle Infos zu den Gelben Tonnen und den Bestellmöglichkeiten.

25.11.2020: Abfuhrtermine 2021 (Amtsblatt)

PDF Abfuhrkalender

Daten im Web und in den Apps veröffentlicht

Dass der Gelbe Sack ab 2021 alle 14 Tage abgeholt wird, ist mittlerweile bekannt. Nun können Konstanzerinnen und Konstanzer auch nachschauen, an welchen Tagen die Müllabfuhr kommt, um Rest-, Bio- und Papiermülltonnen zu leeren sowie die Gelben Säcke abzuholen.
Denn die Abfuhrtermine für das Jahr 2021 sind mittlerweile auf allen gängigen Plattformen veröffentlicht. Modern und mit praktischer Erinnerungsfunktion finden sich die Abfuhrtermine in den beiden Apps: Der Mein Konstanz App ebenso wie in der Müllmann App. Beide stehen in den gängigen App-Portalen kostenfrei zum Download bereit.
Der beliebte Abfuhrkalender für die eigene Wohnadresse ist im Web unter www.ebk-konstanz.de zu finden: Ganz einfach die Abfuhrtermine und den Online Kalender auswählen. Im nun angezeigten alphabetischen Verzeichnis lässt sich die eigene Adresse auswählen und schon werden einem die Abfuhrdaten für die verschiedenen Müllarten angezeigt. Natürlich lassen sich diese Daten auch in einen elektronischen Kalender übertragen.
Wer es noch übersichtlicher mag, kann die Abfalldaten als PDF-Datei herunterladen. In dieser PDF sind die persönlichen Abfuhrdaten direkt im Kalender 2021 eingetragen und können ganz einfach ausgedruckt werden.

28.10.2020: Ein echtes Organisationstalent (Amtsblatt)

Aus der Serie „Das sind wir“

Jörg Zimmermann
Jörg Zimmermann, Leiter des Sachgebiets „Betrieb Abfallwirtschaft“

„Sauberer isch’s Konstanzerischer“ – der alte Werbeslogan, der früher auf Müllbehältern prangte, könnte auch das Motto von Jörg Zimmermann sein. „Unsere Hauptaufgabe ist, die Abholung des gesamten Mülls in Konstanz samt Ortsteilen sicherzustellen“, erklärt der Sachgebietsleiter, der bei den EBK zusammen mit seinen Mitarbeitern die Müllabfuhr organisiert. Wenn krankheitsbedingt Touren nicht mit eigenen Leuten oder Leihpersonal besetzt werden können, fährt er sogar selbst ein paar Stunden im Müllwagen mit und hilft aus. „Das Schlimmste wäre es, wenn der Müll liegen bleiben würde“, betont Jörg Zimmermann.

Der Konstanzer arbeitet schon über 25 Jahre für die Stadt, im Bereich Abfallwirtschaft ist er seit 20 Jahren tätig. Ursprünglich wollte Zimmermann Förster werden. „Nach meiner Forstwirtschaftslehre bei der Stadt ging ich zur Bundeswehr. Als ich fertig war, gab es im Forstbereich keine Arbeit. Mit meinem Bundeswehrführerschein habe ich dann bei der EBK als Fahrer der Müllfahrzeuge angefangen.“ Da Jörg Zimmermann auch eine Ausbildung als Industrie- und Bürokaufmann vorweisen konnte, wurde er Vertreter des Disponenten und schließlich dessen Nachfolger. Vor drei Jahren hat er bei der IHK zusätzlich eine Prüfung als Verkehrsleiter absolviert. Eine notwendige Qualifikation, da die Müllabfuhr auch für das Duale System sammelt und somit im gewerblichen Güterkraftverkehr unterwegs ist.

Jörg Zimmermanns Hauptaufgabe sind das Planen der Mülltouren durch die verschiedenen Stadtbezirke und die Betreuung der Wertstoffhöfe. 42 Mitarbeiter muss er koordinieren. Auf einer Pinnwand notiert der 52-Jährige immer einen Tag im Voraus, wie sich Fahrer und Beifahrer auf die Fahrzeuge aufteilen und wohin es geht. Die Fahrer bleiben meist fest auf einem Fahrzeug, nur die Beifahrer wechseln. „Morgens kann sich immer noch einiges ändern, zum Beispiel, wenn jemand krank ist. Dann müssen wir kurzfristig umstellen, oder auch andere Teams zum Helfen hinzuziehen, was prima funktioniert. Wir haben eine super Mannschaft.“ Die Touren werden immer wieder neu verteilt, damit die Arbeit abwechslungsreich bleibt.

Bei der Planung muss Jörg Zimmermann auch wechselnde Baustellen berücksichtigen. „Das Bürgeramt informiert uns über geplante Baustellen und fragt zum Beispiel nach, ob die Straßenbreite bei Absperrungen noch für die Müllfahrzeuge ausreicht. Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir eine neue Abholungsstelle für die Müllbehälter festlegen“, erklärt der 52-Jährige. Vielen unbekannt sei, dass das Rückwärtsfahren für Müllfahrzeuge verboten ist. „Ausnahmen gibt es noch bei Altbeständen in der Innenstadt. Bei Erneuerungen oder Erschließungen muss für uns eine Wendeanlage geschaffen werden, oder die Durchfahrt möglich sein. Wir prüfen immer, was wir noch rückwärts anfahren müssen. Man darf nicht vergessen, dass in Deutschland im Jahr zwei bis drei Müllwerker verunglücken.“ Was Zimmermann und seinen Kollegen im Alltag zusätzlich zu schaffen macht, sind Falschparker, die Zugänge zu Containern oder Einfahrten versperren. Der kommunale Ordnungsdienst wird dann informiert, die Falschparker abgeschleppt.

Auch für die Organisation der vier Wertstoffhöfe ist Jörg Zimmermann zuständig. Ob Urlaubsvertretung oder Abwesenheit durch Lehrgänge – der Disponent muss stets die personelle Besetzung sowie die Leerung der verschiedenen Container in den Wertstoffhöfen sowie der Grünabfallplätze sicherstellen. Damit alles läuft, werden die Fahrzeuge regelmäßig gepflegt. Als Fahrzeugverantwortlicher kontrolliert Jörg Zimmermann beispielsweise, ob die Fahrer ihren Pflegeauftrag leisten, der TÜV fällig ist, die Reifen in Ordnung sind oder eine Inspektion in der Werkstatt ansteht. Zweimal im Jahr finden auch Sonderprüfungen bei Bremsen und Reifen statt. Neun Müllwagen, vier Abrollkipper, ein Absetzkipper und zwei Radlader, zwei Verladebagger sowie mehrere Transporter und Poolfahrzeuge müssen einsatzbereit sein. Die Fuhrparkorganisation spricht er mit dem Werkstattmeister Ralf Richter ab.

Jörg Zimmermann ist auch Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger. Dankbar ist er über Anrufe, die Mängel melden, wie überlaufende Glascontainer. Beschwerden über nicht geleerte Müllbehälter geht er akribisch nach. Oft ist das Problem, dass Müllbehälter falsch befüllt werden. „Was die Leute unterschätzen, ist eine saubere Mülltrennung, denn damit könnten sie höhere Müllgebühren vermeiden helfen“, rät der Disponent.

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26.10.2020: Studie zu Coronaviren im Abwasser beginnt

Corona-Nachweis im Abwasser als Frühwarnsystem?

Kläranlage Konstanz

Teilnahme der Konstanzer Kläranlage an bundesweiter Studie
Die Entsorgungsbetriebe Stadt Konstanz (EBK) beteiligen sich mit ihrer Zentralkläranlage seit Montag den 26.10.2020 an einer bundesweiten Studie des Helmholtz Instituts für Umweltforschung und der TU Dresden.

Aus dem Konstanzer Abwasser werden während der vierwöchigen Studienphase regelmäßig verschiedene Proben entnommen, die anschließend auf SARS-CoV-2 Viren untersucht werden. Neben Abwasserproben aus dem Zulauf der Kläranlage werden auch Proben des Klärschlamms aus der mechanischen Reinigung nach Leipzig ins studienführende Labor geschickt. Die Methodik wurde bereits im Frühjahr entwickelt, konnte aufgrund des eingedämmten Infektionsgeschehens jedoch nicht mehr überprüft werden. Nun, da die Infektionszahlen auch in Konstanz wieder steigen, ist der Zeitpunkt gekommen, die Studie mit Abwasserproben aus Konstanz und zahlreichen weiteren deutschen Kläranlagen zu beginnen.

Durch einen zuverlässigen Nachweis von SARS-CoV-2 Viren im Abwasser wäre ein mögliches Frühwarnsystem für lokale Corona-Ausbrüche geschaffen. Das Abwasser erfasst schließlich die gesamte Virenlast des Einzugsgebiets, nicht nur die Zahl der positiv getesteten Personen und damit dem Gesundheitsamt bekannten Infektionen. Das im Abwasser erkannte Infektionsgeschehen könnte sogar auf einzelne Ortsteile eingegrenzt werden, zumindest im Konstanzer Abwassersystem. Doch um diese großen Fragen zu beantworten, müssen auch die EBK und damit die Konstanzer auf die Auswertung der letzten Studienphase warten.

Hier (146 KB) geht's zum Amtsblatt-Artikel vom 11.11.2020.

01.04.2020: Arbeiten im Konstanzer Untergrund (Amtsblatt)

Aus der Serie „Das sind wir“

Uwe Giermann

Uwe Giermann ist Vorarbeiter im Kanalbetrieb. Gemeinsam mit seinen Kollegen ist er für die Reinigung und die Instandhaltung des Kanalnetzes, der Pumpwerke und Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken verantwortlich.
Eine funktionierende Kanalisation ist für die Lebensqualität in einer Stadt entscheidend. Damit alles im Fluss bleibt, muss das Kanalnetz regelmäßig gereinigt und instand gehalten werden. Für diese Aufgaben ist der Kanalbetrieb der Entsorgungsbetriebe der Stadt Konstanz (EBK) zuständig. Hier sorgen Uwe Giermann, Vorarbeiter und Kanalfachkraft, und seine sechs Kollegen unter der Leitung von Lothar Blasi dafür, dass das Abwasser abläuft, die Kanaldeckel fest sitzen oder die Ratten nicht überhandnehmen. „Es ist eine stressige, schmutzige Arbeit“, erklärt Giermann unverblümt. Und mit Sicherheit auch eine der gefährlichsten Tätigkeiten, die innerhalb der städtischen Betriebe anfallen. Fast täglich wird Giermann mit Fäkalien, Bakterien, Viren, Schmutz und Ungeziefer konfrontiert. „Wir sind alle gegen Hepatitis A und B geimpft und werden regelmäßig untersucht. Der Kot und der Urin der Ratten sind das Schlimmste. Wenn es notwendig ist, verwenden wir in den Abwasserkanälen und -bauwerken einen schweren Atemschutz und tragen Schutzkleidung“, berichtet Uwe Giermann und ergänzt: „Man kommt unten schon ins Schwitzen, es ist dunkel, feucht und stinkt. Man muss abgebrüht sein.“

Hinzu kommt Explosionsgefahr durch Gase, die sich zum Beispiel durch Fäulnis bilden können. „Wir haben immer den Selbstretter dabei, der uns Atemschutz für eine Viertelstunde liefert.“ Pflicht ist auch das Mitführen eines Gaswarn- und Messgerätes. Zuerst findet eine zweiminütige Freimessung statt, bevor die Mitarbeiter hinuntersteigen. Das Gaswarngerät zeigt mit akustischen und optischen Signalen an, ob Gefahr besteht. „Wenn es durchgehend piepst, dann ist Gas im Kanal und wir müssen sofort raus. Aber wir sind ein gut eingespieltes Team, das sich aufeinander verlässt“, sagt Giermann. Die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften steht an erster Stelle, kontinuierlich werden die Mitarbeiter geschult. Unterirdische Einsätze bedürfen der Erlaubnis. Und auch bei Austausch oder Reparatur von Kanaldeckeln lassen Giermann und seine Kollegen Vorsicht walten.
Und dennoch: Der geschulte Handwerker geht seit 30 Jahren gerne zur Arbeit, denn er weiß, seine Arbeit ist unverzichtbar. Als Vorarbeiter ist er zuständig für die Kanalreinigung und die Kanalinstandsetzung im öffentlichen Netz. Der Bau- und der Spültrupp arbeiten separat. Die turnusmäßige Kanalreinigung wird in ganz Konstanz einschließlich Litzelstetten, Wallhausen, Dingelsdorf und Dettingen durchgeführt. Hinzu kommt die Reinigung der 30 Pumpwerke, des Zulaufpumpwerks der Kläranlage und der Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken. Kleinere Stationen werden in 120 und 180-Tages-Intervallen gesäubert. „Wir haben relativ saubere Kanäle in Konstanz, außer wenn es Großbaustellen gibt, wie zum Beispiel am Sternenplatz. Dann müssen wir öfter reinigen“, sagt Giermann.

Modernstes Gerät steht dem Kanalbetrieb dafür zur Verfügung. Das neue Hochdruckspül- und Saugfahrzeug arbeitet mit Wasserrückgewinnung. Wenn der Spültrupp morgens um 7 Uhr das Fahrzeug mit Wasser befüllt, reicht das fast den ganzen Tag. „Wir fangen dann an, von Schacht zu Schacht zu spülen, das kann je nach Verunreinigung auch schon mal einen halben Tag dauern.“ Mittels eines bis zu 280 Meter langen Spülschlauches und einer Reinigungsdüse wird mit Wasser und Hochdruck der Kanal gereinigt. Ein neun Meter langer Saugschlauch nimmt gleichzeitig wie ein Riesenstaubsauger Wasser und Schmutzstoffe auf, die im Fahrzeug mehrmals gefiltert werden. Das gesammelte Kanalräumgut wird recycelt und u.a. in Baustellen und im Straßenbau wiederverwendet.
Kleinere Schäden werden dem Bautrupp gemeldet. „Kleinere Schacht- und Bauwerkssanierungen fallen in unseren Bereich. Um so schnell wie möglich Schäden beheben zu können, benutzen wir zum Beispiel schnell härtenden Betonmörtel“, erklärt Uwe Giermann. Der Bautrupp säubert Schmutzfänger und ersetzt Steigeisen. Bei wackelnden Kanaldeckeln reicht es oft, einen Antiklapperring hineinzusetzen, manchmal muss aber auch der gesamte Rahmen ausgetauscht werden. Jeden Freitag findet die Streckenkontrolle statt, auf der Gräben und Gitter geprüft werden. Nach Starkregen werden zusätzliche Kontrollen gefahren. „In früheren Zeiten hat man nicht mit der Klimaänderung und dem Wachstum der Stadt gerechnet. So kann es vorkommen, dass die Abwasserkanäle bei Starkregen überlastet sind und Gullys zum Teil überlaufen.“

Eine weitere Aufgabe des Kanalbetriebs ist die Rattenbekämpfung. „Man sagt, auf jeden Einwohner kommen ein bis drei Ratten“, erzählt Uwe Giermann. In Gebieten wie der Altstadt – wo mehr gastronomischer Müll anfällt – werden regelmäßig Köder ausgelegt. Auch Bürger melden Sichtungen. Wenn Fraßspuren vorhanden sind, legen die Rattenbekämpfer nochmals Köder nach. „Wenn wir nicht handeln würden, dann würden wir der Lage nicht mehr Herr“, betont Uwe Giermann.

Hier (122 KB) geht's zum Artikel.

Der Kanalbetrieb EBK

  • 7 Mitarbeiter, 1 Sachgebietsleiter
  • 291 km Kanalnetz in Konstanz + Vororten,
    davon 12 km Druckleitungen
  • Kleinster Rohrdurchmesser: 15 cm
    Größter Rohrdurchmesser: 2,4 m
  • rund 9.000 Kanaldeckel:
    66 bis 80 kg Gewicht einer Kanalabdeckung (plus Rahmen)

2019

16.10.2019: Der Fachmann für Abwasserreinigung (Amtsblatt)

Aus der Serie „Das sind wir“

Mann in Pumpwerk

Die Zentralkläranlage der EBK ist die größte Abwasserreinigungsanlage am Bodensee. Seit drei Jahren kümmert sich Mirco Ebeling als Abteilungsleiter des Bereichs „Betrieb Kläranlage und Pumpwerke“ um die anfallenden Abwässer aus der Stadt Konstanz, den Bodanrückgemeinden Allensbach und Reichenau sowie der Schweizer Stadt Kreuzlingen und der Gemeinden Tägerwilen und Gottlieben.

„Ich sehe mich vor allem als Umweltschützer“, sagt Mirco Ebeling. Zu Recht. Denn gemeinsam mit seinem 23-köpfigen Team sorgt er dafür, dass das Abwasser der Haushalte und der Industrie gereinigt wird. „Wasser ist ein kostbares Gut, das man nicht verschwenden sollte. Verunreinigtes Wasser schadet Mensch und Umwelt“, betont Ebeling.

Die Komplexität der Institution Kläranlage und die Vielfalt der Herausforderungen begeistern Ebeling auch noch nach über 20 Jahren in der Abwasserwirtschaft. Angefangen hat er als Auszubildender zum Ver- und Entsorger (heute: Fachkraft für Abwassertechnik). Nach der Weiterbildung zum Abwassermeister setzte er noch ein Ingenieurstudium auf. „Die Arbeit ist unheimlich abwechslungsreich, und man kann es mit Ehrgeiz vom Facharbeiter bis zum Ingenieur bringen.“

Ebeling ist mit seinem Team aus Elektrikern, Schlossern, Meistern, Ingenieuren und Laborassistenten zuständig für den reibungslosen Ablauf der Anlagentechnik von der Zentralkläranlage, 26 Pumpwerken und 17 Regenwasserbehandlungsanlagen. „Über meinen Schreibtisch laufen unter anderem alle Monats- und Jahresauswertungen sowie der Umweltbericht“, erzählt der 38-Jährige. Personalführung und Prozessoptimierung machen den größten Anteil seiner Tätigkeit aus. „Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Reinigungsleistung zu verbessern und dabei Ressourcen einzusparen. Zwar ist unser Hauptgeschäft die Abwasserableitung und -reinigung, aber auch die Energieeffizienz der einzelnen Anlagenteile wird immer wichtiger.“ Da selbst die besten Anlagen einmal in die Jahre kommen, beschäftigt sich Ebeling regelmäßig mit Sanierungskonzepten für die Pumpwerke, Regenwasserbehandlungsanlagen und die Kläranlage. So wird beispielsweise ab Ende 2020 der Faulturm ersetzt und durch einen weiteren ergänzt. „Damit sind wir für die nächsten 40 Jahre wieder gut aufgestellt. Der Erhalt der Kläranlage und alles, was damit zusammenhängt, ist ein Generationenprojekt“, berichtet Mirco Ebeling begeistert. Auch Ausschreibungen werden von ihm angefertigt, wie zum Beispiel für die Klärschlammentsorgung. Hier konnten die EBK kürzlich auf einen Ostschweizer Anbieter wechseln. „Die kürzeren Transportwege sind auch noch klimafreundlicher“, freut sich Ebeling.

Die Leistung der Kläranlage beeindruckt: Bei Trockenwetter werden 40 Millionen Liter Abwasser am Tag gereinigt, bei Regenwetter sind es 100 bis 120 Millionen Liter am Tag, die anschließend in den Seerhein geleitet werden. Die derzeitige Auslastung der Anlage liegt bei 170.000 Einwohnerwerten, während ihre Kapazitätsgrenze bei 215.000 erreicht ist. Denn eine Tatsache verändert sich nie: Abwasser kommt immer, rund um die Uhr, jeden Tag. „Stillstand kennen wir nicht und darf auch nicht sein,“ betont der Kläranlagen-Leiter. Ausfälle und Störungen in den Pumpwerken oder der Kläranlage werden von einem Bereitschaftsdienst rund um die Uhr behoben. „Bei größeren Störungen werde ich auch nachts informiert.“ Denn wenn die Anlagen versagen, muss verhindert werden, dass Abwasser ungeklärt in den See strömt. „Wir haben alle Systeme redundant angelegt, so dass bei einem Ausfall das Back-up einspringt,“ erklärt Ebeling. Im Notfall kommen auch mobile Pumpen zum Einsatz. Ein weiteres Sicherheitssystem ist die in den Regenwasserbehandlungsanlagen installierte Fernwirktechnik, die auf das Kläranlagen-Leitsystem aufgeschaltet ist. „Wenn etwas verstopft ist oder ausfällt, werden wir sofort gewarnt.“ Zusätzlich inspiziert ein Mitarbeiter einmal pro Woche sämtliche Außenanlagen.

Große Herausforderungen sieht Mirco Ebeling für die Zukunft in zwei Bereichen: die Phosphorelimination und die Reinigung des Wassers von Spurenstoffen, Mikroplastik, Pestiziden und ähnlichem. Phosphorverbindungen wirken in Gewässern als Düngemittel und sind die Hauptursache für eine Eutrophierung (menschlich bedingte Nährstoffanreicherung in Gewässern mit nachteiligen Folgen für Ökologie und Nutzbarkeit). Die Phosphorelimination findet in der Konstanzer Kläranlage mittels einer so genannten Zwei-Punkt-Fällung statt. Zwei verschiedene Eisensalze werden im Zulauf der Biologie und im Zulauf der Nachklärung in den Reinigungsstufen zugeführt. „Da Phosphor aber ein wichtiger und begrenzter Rohstoff ist, hat die neue Klärschlammverordnung die Rückgewinnung von Phosphat aus dem Abwasser oder Klärschlamm gesetzlich festgeschrieben,“ so Ebeling. Als Mitglied im Beirat für Phosphorrückgewinnung der Deutschen Vereinigung für Wasser- und Abwasserwirtschaft beschäftigt er sich bereits seit längerem intensiv mit diesem Thema. „In naher Zukunft werden wir eine vierte Reinigungsstufe einführen müssen, die Spurenstoffe, wie zum Beispiel Pflanzenschutzmittel, Medikamente und Industriechemikalien aus dem Abwasser entfernt.“ Momentan laufen in Baden-Württemberg dazu 15 Pilotprojekte. „Das ist das Fantastische an meinem Beruf: man lernt nie aus, und es bleibt spannend“.