Abfallwege: Biomüll

Biomüll-Umlade

Konstanzer Biomüll in Zahlen

  • 7.349 Tonnen Biomüll im Jahr 2020
  • 87 kg pro Person im Jahr 2020
  • 3 Müllfahrzeuge für die Biomüll-Abfuhr im Einsatz

Was ist Biomüll?

Zum Beispiel:

  • Kompostierbare Küchenabfälle
  • Gartenabfälle
  • Obst- und Gemüsereste, auch von Zitrusfrüchten
  • Speisereste, auch Gekochtes

Was ist kein Biomüll?

Unter anderem:

Keine Plastiktüten im Biomüll
  • Katzenstreu und tierische Exkremente: Restmüll
  • Bioplastik: Restmüll
  • Kompostierbares/abbaubares Plastik: Restmüll
  • Beschichtetes Papier: Restmüll
  • Speiseabfälle aus der Gastronomie: Speiseabfalltonne
  • Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen (Bambus, Palmblätter): Gelber Sack

Diese und weitere Infos finden sich im Abfall ABC.

Was passiert mit dem Konstanzer Biomüll?

In Singen wird aus Biomüll Strom & Kompost

Täglich fahren LKWs mit Containern voller Konstanzer Biomüll von dem Gelände der Entsorgungsbetriebe Konstanz (EBK) ins Kompostwerk nach Singen. Im Kompostwerk werden mit einem raffinierten System aus Sieben, Magneten und gezielten Luftstößen Metall- und Plastikteile so gut wie möglich aus dem Biomüll aussortiert. Anschließend landet er in der Vergärung. Die dort entstehenden Gase betreiben zwei Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme produzieren. Aus der produzierten Menge an Strom können rund 5.000 bis 6.000 Haushalte versorgt werden.
Nach der Vergärung folgt die Tunnelkompostierung: In einer abgeschlossenen, kontrollierten Atmosphäre, bei Temperaturen zwischen 60 und 80 Grad zersetzen Millionen von Mikroorganismen die Biomüll-Masse. Nach drei bis vier Wochen sind Kartoffel- und Bananenschalen, Apfelbutzen, Rasenschnitt und Laub nicht mehr zu erkennen. Sie bilden nun den sogenannten Frischkompost. Der nährstoffreiche Kompost wird von der Landwirtschaft in der Region gerne als Dünger und Humuslieferant eingesetzt.

Kein Plastik im Biomüll, auch kein biologisch abbaubares!

Ein großes Ärgernis bei der Biomüllverwertung sind Biomülltüten aus Plastik. Auch die mit den Zusätzen „biologisch abbaubar“ oder „Biokunststoff“ verkauften Biomülltüten werden zum Problem. In Konstanz sind sie nicht für die Sammlung von Biomüll erlaubt!
Denn einerseits erfüllen die Anforderungen an „biologisch abbaubare“ Plastiktüten nicht die Bedingungen des Kompostwerks in Singen. Die Biomülltüten können dort, wie in den meisten Anlagen, nicht vollständig abgebaut werden und müssen aufwändig aus dem Kompost gesiebt werden. Andererseits kann die Sortiermaschine Plastik oft zwar erkennen, aber nicht unterscheiden: Sie sortiert Plastiktüten, egal ob „biologisch abbaubar“ oder „Bioplastik“, so gut als möglich aus. Diese Sortierung kostet Energie. Anstatt mit den scheinbar grünen Tüten also einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, erreicht man das Gegenteil. Nur wer den Biomüll lose, in Zeitungspapier gewickelt oder in Papiertüten in die braune Tonne wirft, kann sicher gehen, dass dieser dem Nährstoff-Kreislauf erhalten bleibt.

Die drei häufigsten Biomüll-Irrtümer:

1. Irrtum: Biologisch abbaubare Plastiktüten.

Richtig: Biomüll lose oder in Papier entsorgen

Angeblich biologisch abbaubare Plastiktüten, die grün eingefärbt für die Sammlung von Biomüll verkauft werden, sind in Konstanz nicht für die Entsorgung von Biomüll zugelassen. Der Abbau dieser Art von Plastik dauert sehr viel länger, als es das Kompostwerk in Singen ermöglicht. Außerdem verbleiben Rückstände der Plastiktüten im Kompost. Zudem kommt es meist gar nicht soweit, dass diese Tüten mit in der Kompostierung landen. Schließlich wird Plastik, egal welcher Art, rigoros aussortiert.
Darum den Biomüll entweder lose, in Papiertüten oder in Zeitungspapier sammeln und in der Biotonne entsorgen.

2. Irrtum: An Zeitungspapier haftet giftige Druckerschwärze.

Richtig: Zeitungspapier kann bedenkenlos zur Sammlung von Biomüll benutzt werden.

Druckerpapier und  moderne Druckschwärze von Zeitungen weisen keine Gifstoffe auf, die den Kompost oder den Nährstoffkreislauf negativ beeinflussen würden. Der eigene Biomüll kann also bestens in Papier, auch Zeitungspapier gewickelt in der Biomülltonne entsorgt werden.

3. Irrtum: Einweggeschirr aus Bambus darf auf den Biomüll

Richtig: Bambusteller gehören wie anderes Einweggeschirr in die Restmülltonne.

Einweggeschirr gibt es mittlerweile aus unterschiedlichen, nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus, Palmblättern oder Zuckerrohr. Sie werden gerne damit beworben, dass sie biologisch abbaubar seien und damit in der Biomülltonne entsorgt werden könnten. Das ist nicht der Fall. Ebenso wie die Bioplastik-Tüten zersetzen sie sich zu langsam für die Verarbeitung im Kompostwerk. Zudem können sie giftige Klebstoffe enthalten.
Darum: In den Biomüll darf nur die Essens-"verpackung", die auch tatsächlich gegessen werden könnte, wie die heruntergefallene Eiswaffel oder das übrig gebliebene Brötchen der Currywurst.

Kompostierung: Das älteste Recyclingverfahren der Welt

Organische Abfälle werden zu Erde, der Kreislauf ist geschlossen

Der eigene Komposthaufen im Garten ist das beste Beispiel: Dort werden unbehandelte, natürliche Abfälle wieder zu nährstoffreicher Erde. Der Konstanzer Biomüll erfährt das Verfahren im Schnell- und Hochdruckdurchlauf. Unter optimalen Bedingungen werden die Biomüllabfälle zu Kompost und Dünger, die in der Landwirtschaft und Gartenbau der Region eingesetzt werden.
Biomüll ist also ein wertvoller Rohstoff und wichtiger Bestandteil des Nährstoffkreislaufes. Nur sortenreiner Biomüll, möglichst frei von Fremdstoffen wie Plastik, ermöglicht dabei einen nährstoffreichen Kompost und Dünger.

Mehr Infos zum Biomüll

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