Werden Sie Pflegefamilie!

Kinder in Konstanz brauchen ein zweites Zuhause

Symbolbild buntes Spielzeugauto

Die Stadt Konstanz sucht dringend Pflegefamilien für Kinder, die vorübergehend oder langfristig nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können. Das Sozial- und Jugendamt Konstanz appelliert an Familien, Paare und auch alleinstehende Personen, sich für die Vollzeitpflege zu öffnen und damit einem Kind ein liebevolles Zuhause zu schenken.
 
Bedarf ist groß – hinter jeder Zahl steht ein Schicksal
 
Im Durchschnitt leben rund 45 Pflegekinder in Konstanz. Jedes Jahr werden Pflegefamilien für sechs bis sieben Kinder neu gesucht. Die Gründe, warum Kinder nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, sind vielfältig: Überforderung junger Eltern, schwerwiegende Erkrankungen, Trennungen oder der Verlust eines Elternteils. Manche dieser Kinder haben in ihrer bisherigen Lebensgeschichte Phasen der Vernachlässigung erfahren. Sie alle brauchen einen sicheren Ort, an dem sie zur Ruhe kommen und aufwachsen können.
 
Der Mangel an Pflegefamilien ist dabei kein lokales Problem – er betrifft ganz Deutschland. Veränderte Lebensmodelle, in denen beide Elternteile berufstätig sind, machen es schwieriger, die notwendige Zeit und den Raum für ein Pflegekind aufzubringen. Dennoch: Die Stadt Konstanz ist überzeugt, dass es Familien gibt, die diesen Schritt wagen möchten – und möchte sie dabei bestmöglich unterstützen.
 
Vollzeitpflege – was bedeutet das?
 
Vollzeitpflege bedeutet, dass ein Kind vollständig in einer Pflegefamilie lebt. Anders als bei einer Adoption bleibt die Beziehung zu den leiblichen Eltern bestehen: In der Regel findet ein- bis zweimal im Monat ein begleiteter Umgangskontakt statt. Ob die Pflege befristet oder langfristig angelegt ist, klärt sich meist innerhalb der ersten zwei Jahre. Tatsächlich bleiben die meisten Pflegekinder bis ins junge Erwachsenenalter bei ihrer Pflegefamilie.


Die Kinder, für die aktuell Pflegefamilien gesucht werden, sind überwiegend im Säuglings- bis Grundschulalter.
 
Wer kann Pflegeeltern werden?
 
Pflegefamilien müssen kein bestimmtes Modell erfüllen. Ob Paare – gleichgeschlechtlich oder verschiedengeschlechtlich –, Alleinstehende oder Familien mit eigenen Kindern: Entscheidend sind nicht die äußeren Umstände, sondern die innere Haltung. Pflegeeltern sollten mitbringen:
 
·Zeit und die Bereitschaft, ein Kind in den Familienalltag aufzunehmen
·Freude am Zusammenleben mit Kindern Geduld, Empathie und Belastbarkeit – auch in schwierigen Situationen
·Offenheit, fachliche Unterstützung anzunehmen und neue Erfahrungen zuzulassen
 
Pflegekinder bringen häufig Verhaltensweisen mit, die zunächst rätselhaft erscheinen und erst verstanden werden wollen. Eine gelassene, einfühlsame Reaktion und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Fachkräften sind dabei besonders wertvoll.
 
Unterstützung durch die Stadt Konstanz
 
Pflegefamilien stehen nicht allein. Das Sozial- und Jugendamt Konstanz begleitet sie während der gesamten Zeit der Pflege. Darüber hinaus erhalten Pflegefamilien finanzielle Unterstützung:
 
·Monatliches Pflegegeld zur Deckung der Kosten für das Pflegekind
·Einmalige Beihilfen für besondere Ausgaben
·Pflegefamilienpass mit weiteren finanziellen Vorteilen
·Elternzeit auch für Pflegeeltern möglich
 
Jetzt informieren – unverbindlich und kostenlos
 
Wer Interesse hat oder einfach mehr erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, sich unverbindlich beraten zu lassen. Das Sozial- und Jugendamt sendet auf Wunsch auch Informationsunterlagen zu.
 
Anlaufstelle für Vollzeitpflege – Fachdienst Pflegekinder:
Christine Fischer, Tel. + 49 7531 900-2648, christine.fischer@konstanz.de
Judith Bećirović, Tel. + 49 7531 900-2441, judith.becirovic@konstanz.de

(Erstellt am 27. Februar 2026 14:02 Uhr / geändert am 27. Februar 2026 14:05 Uhr)