Konstanzer Vereine am Puls der Zeit
Die DJK Konstanz konnte 2026 ihr „neues“ Vereinsheim einweihen. Fast 60 Jahre wurde das Gebäude im Lorettowald vom Verein als Vereinsheim genutzt. Die lange Zeit hatte jedoch Spuren hinterlassen und ein Update war dringend notwendig. Bei der Erweiterung und energetischen Sanierung haben sich die FußballerInnen für die Umsetzung des KFW 55 EE Standards entschieden. Dieser Standard geht deutlich über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus – die DJK kann nicht nur Fußball, sondern auch Energiewende.
„Uns war es wichtig, dass wir nachhaltig und unabhängig sind, deshalb haben wir uns für den Einsatz erneuerbarer Energien entschieden“, sagt Gordon Hügel, Vorsitzender der DJK Konstanz. Der KFW 55 EE Standard wurde durch den Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit einer PV-Anlage auf dem Dach erreicht. „EE“ bedeutet, dass durch die neu eingebaute Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien mindestens 65 % des Wärmebedarfs des Gebäudes gedeckt werden. Zusätzlich wurde die Flächenversiegelung trotz Vergrößerung der Grundrissfläche um insgesamt 30 % reduziert.
Auch der Ruderverein Neptun zeigt, dass Konstanzer Vereine Energiewende können. Der Verein hat sein Zuhause in der Nähe der Alten Rheinbrücke, direkt am Rheinkilometer Null. Das Vereinsheim wurde bisher ausschließlich mit einer Gasheizung betrieben. Nun haben die Vereinsmitglieder auf dem Dach des Vereinsheims eine PV-Anlage und eine Solarthermie-Anlage installieren lassen, inklusive 9,2 kWh Batteriespeicher im Keller. Zudem wurden die Heizungs- und Warmwasserrohre isoliert, ein Wärmemengenzähler eingebaut und ein Energiemonitoring durchgeführt.
All diese Maßnahmen zeigen Wirkung: Geduscht wird nun deutlich klimafreundlicher, der Gasverbrauch für die Warmwasserbereitstellung konnte drastisch reduziert werden. Was den Stromverbrauch angeht, so ist der Verein nun zu 80 % autark, da er seinen eigenen Strom direkt via PV-Anlage produziert. „Wir möchten diese wunderschöne Landschaft hier am See an unsere Kinder und Enkelkinder weitergeben und fühlen uns daher auch verantwortlich, etwas zu tun“, sagt Anja Sens, Finanzverantwortliche beim Ruderverein Neptun e.V. Außerdem lohnt sich die Umstellung von fossil auf erneuerbar. Der Verein schätzt, dass sich die Kosten innerhalb von sieben Jahren amortisiert haben werden.
Sowohl die DJK Konstanz als auch der Ruderverein Neptun wurden mit der Leuchtturmförderung der Stadt Konstanz gefördert, mit einer Summe von jeweils 10.000 Euro. Ausführliche Porträts der umgesetzten Maßnahmen an den Vereinsheimen finden sicher unter konstanz.de/leuchtturmprojekte. Wer sich als Verein oder Privatperson fördern lassen möchte, findet das vollständige Förderprogramm zur energetischen Bestandssanierung unter konstanz.de/stadtwandel/foerderprogramme.

