Spitzenreiter bei nachhaltiger Mobilität in Baden-Württemberg

KonstanzerInnen sind landesweit am häufigsten klimafreundlich unterwegs

Balkendiagramm, das darstellt, wie die Konstanzerinnen und Konstanzer ihre Wege jeweils in den Jahren 2007, 2018 und 2023 zurückgelegt haben (mit dem Auto, mit dem Öffentlichen Verkehr, mit dem Fahrrad oder zu Fuß)
Die KonstanzerInnen legten ihre Wege im Jahr 2023 bereits zu 77,5 % zu Fuß, mit dem Rad oder dem öffentlichen Verkehr zurück.

Konstanz ist die Stadt in Baden-Württemberg, in der die Menschen am häufigsten zu Fuß gehen, Rad fahren oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen – und überholt dabei Städte wie Freiburg, Tübingen und Karlsruhe. Das zeigt der Statusbericht Nachhaltige Mobilität der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW), der regelmäßig aktualisierte Kennzahlen zur Verkehrsentwicklung in Kreisen, Städten und Gemeinden des Landes erfasst.
 
Platz 1 beim Umweltverbund
Beim Anteil aller zurückgelegten Wege, die umweltfreundlich – also zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn – absolviert werden, belegt Konstanz den ersten Platz unter allen Städten in Baden-Württemberg. Der sogenannte Umweltverbund fasst alle nachhaltigen Fortbewegungsarten zusammen, die gemeinsam das Rückgrat klimafreundlicher Mobilität bilden – ergänzt durch geteilte Angebote wie Car- und Bikesharing.
Bei den zu Fuß zurückgelegten Kilometern sowie bei den Fahrrad-Kilometern landet Konstanz jeweils auf Platz 2. Besonders die aktive Mobilität – also Gehen und Radfahren – macht die Stärke der Stadt im Vergleich aus.
 
Vorn auch bei Fachkonzepten und Bewohnerparken
Keine andere Stadt in Baden-Württemberg hat durch das Verkehrsministerium des Landes mehr qualifizierte Fachkonzepte gefördert bekommen als Konstanz. Die Stadt nutzt die Unterstützung des Landes gezielt, um ihre Mobilitätsstrategie weiterzuentwickeln. Beim Bewohnerparken – gemessen an der Anzahl der Bewohnerparkausweise je 1.000 zugelassene Pkw – gehört Konstanz mit Platz 8 ebenfalls zur landesweiten Spitzengruppe.
 
Kontinuierliche Verbesserung – und ehrlicher Blick auf Potenziale
Konstanz verbessert sich beim umweltfreundlichen Mobilitätsverhalten kontinuierlich. Gleichzeitig zeigt der Statusbericht, wo die Stadt noch zulegen kann.
Bei den Ausgaben für Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur liegt Konstanz gemessen an der Einwohnerzahl unter dem Schnitt vergleichbarer Städte.
Beim Klimamobilitätsplan (KMP) – einem strategischen Gesamtkonzept für klimafreundliche Mobilität – ist die Bearbeitung abgeschlossen; der Beschluss durch den Gemeinderat ist für Herbst 2026 geplant.
Beim Lärmschutz stand Konstanz zum Zeitpunkt der KEA-Auswertung im Jahr 2024 auf Platz 204, da mehrere Straßen die gesundheitsbezogenen Lärmgrenzwerte noch überschritten. Durch den Lärmaktionsplan Stufe 3, dessen Maßnahmen 2025 umgesetzt wurden, hat sich die Situation inzwischen verbessert.
Die Elektrifizierung des Verkehrs liegt leicht unter dem Landesschnitt, und beim Carsharing belegt Konstanz derzeit Platz 35. Beides wird gezielt ausgebaut: Das vom Land Baden-Württemberg geförderte Projekt „Emissionsarmer Stadtteil" (E-Zone) setzt hier an, ebenso wie eine für 2028 geplante Neuausschreibung von Carsharing-Stellplätzen im öffentlichen Raum.
Bei der Zahl der zugelassenen Pkw je EinwohnerIn liegt Konstanz landesweit auf Platz 3 – ein weiteres Indiz dafür, dass viele Wege hier bereits ohne Auto zurückgelegt werden.
 
Einordnung
Der Verkehrssektor ist in Baden-Württemberg für rund ein Drittel aller CO2-Emissionen verantwortlich. Neben dem Klimaschutz stehen dabei weitere Belastungen im Blick: Lärm, Luftverschmutzung, Verkehrsunfälle und Flächenverbrauch. Der Statusbericht der KEA-BW soll Kommunen dabei helfen, ihren Stand einzuordnen, Stärken sichtbar zu machen und die Entwicklung über die Zeit nachzuvollziehen.
Die vollständige Übersicht der Kennzahlen für Konstanz ist abrufbar unter: www.kea-bw.de/statusbericht-nachhaltige-mobilitaet/stadt-konstanz

(Erstellt am 23. Juli 2026 14:43 Uhr / geändert am 23. Juli 2026 17:14 Uhr)