Konstanzer Erklärung - Wir sind dabei!
Konstanz für Demokratie – Klare Kante gegen rechts

Was hat Sie dazu bewogen die Konstanzer Erklärung zu unterzeichnen?
Die Konstanzer Erklärung deckt sich in weiten Teilen mit dem Leitbild und den Zielen des Bündnisses „Konstanz für Demokratie – klare Kante gegen rechts“. Rechtsradikale versuchen auch in unserer Region ein völkisches Weltbild zu etablieren und Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft auszugrenzen und zu diskriminieren. Die Konstanzer Erklärung macht klar, wofür wir als Stadtgesellschaft stehen. Konstanz ist und bleibt eine offene und vielfältige Stadt in der Remigrations-Phantasien und Angriffe auf die Demokratie keine Basis haben.
Wie leben Sie die Werte der Konstanzer Erklärung konkret in Ihrem (Arbeits-)Alltag/Ihrer Organisation? Können Sie uns ein Beispiel nennen?
Wir setzen uns aktiv gegen Diskriminierung ein. Durch eine Vielzahl von Veranstaltungen, Begegnungsräumen und Meinungsäußerungen bekennen wir uns zur Vielfalt der Stadt und geben demokratischen Werten ein Forum. Jede und jeder der Toleranz und Teilhabe lebt, kann sich im Bündnis einbringen und eine demokratische und offene Stadtgesellschaft sichtbar machen.
Welche Bedeutung hat Vielfalt für Sie persönlich bzw. für Ihre Organisation?
Unsere lebendige Stadtgesellschaft mit dem Reichtum migrantischer Wurzeln und vieler Sprachen, religiöser Toleranz und kultureller Vielfalt, sexueller Selbstbestimmung und solidarischem Miteinander ist gelebte Realität. Für diese Werte stehen wir ein und sind bereit die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft und die Demokratie gemeinsam über Parteigrenzen hinweg als Zivilgesellschaft zu verteidigen.
Warum ist es wichtig aktiv gegen Diskriminierung einzustehen?
Betrachten wir den Aspekt rassistische Diskriminierung näher: Wir müssen den völkischen Blick auf unsere Gesellschaft klar zurückweisen. Unsere vielfältige Gesellschaft hat sich entwickelt, dennoch gibt es Alltagsrassismus und institutionellen Rassismus. Das spüren viele Deutsche und Nicht-Deutsche mit Migrationsgeschichte tagtäglich. Diskriminierungen schon aufgrund äußerlicher Merkmale, religiöser Ausübung oder schlicht wegen ihres Namens.
So viele Menschen in allen Bereichen unserer Stadtgesellschaft haben direkt oder in zweiter oder dritter Generation Migrationsgeschichte. Das „Wir“ sind wir alle. Niemand ist aus dem Stadtleben wegzudenken. Wir möchten nicht in einem völkischen Stadtbild leben.
Was möchten Sie anderen Organisationen oder Personen mit auf den Weg geben, die noch überlegen, die Konstanzer Erklärung zu unterzeichnen?
Es gibt keinen Grund diese nicht zu unterzeichnen.
Wenn Sie an die Zukunft denken: Wie stellen Sie sich ein vielfältiges und diskriminierungsfreies Konstanz vor?
Wir müssen zusammenstehen. Volk war gestern. Heute sind wir eine starke Gesellschaft inmitten Europas. Eine Gesellschaft die vom Miteinander lebt. Lasst uns gemeinsam nach vorne blicken und das Gestern nicht vergessen. Lasst uns eine solidarische Gemeinschaft bauen. Lasst niemand allein. Lassen wir die Menschen global in Gerechtigkeit und Frieden leben. Lasst uns wehrhaft gegen alte und neue Nazis kämpfen, hier und überall auf der Welt. Lasst uns Grund- und Menschenrechte durchsetzen und die Demokratie verteidigen. Lasst uns den Vermögensstrom von oben nach unten umkehren. Lasst uns für eine Stadtgesellschaft ohne Diskriminierung eintreten und schaffen wir die Voraussetzungen für ein gutes Leben für alle. Das ist unsere Vision.