Literatur macht Begegnung – Tolle Lesung mit Monika Taubitz und Batoul Marandi
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „Literatur an erlesenen Orten“ des Internationalen Bodensee-Clubs (IBC) statt. Kooperationspartner waren die Stabsstelle Konstanz International der Stadt Konstanz, der BUND Konstanz und der Freundeskreis des Palmenhausareals e. V.
Eröffnet wurde der Abend von Manuela Müller-Windisch, Vorsitzende des IBC. Anschließend übergab sie das Wort an David Tchakoura, Leiter der Stabsstelle Konstanz International, der die Gäste im Namen der Stadt Konstanz begrüßte. In seinem Grußwort betonte er die besondere Kraft des Abends. „Literatur macht Begegnung möglich. Sie hilft uns, genauer hinzuhören, vorschnelle Bilder zu hinterfragen und einen Menschen nicht auf seine Fluchtgeschichte zu reduzieren“, so David Tchakoura.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Lebensgeschichte von Batoul Marandi. In Aleppo geboren, erlebte sie zunächst eine unbeschwerte Kindheit, wurde Lehrerin, heiratete und gründete eine Familie. Mit dem Ausbruch des Krieges verlor sie ihren Bruder, ihr Elternhaus wurde zerstört und ihr Vater unter den Trümmern verschüttet. Auch ihr Mann kam ums Leben. Schließlich floh Batoul mit ihren drei kleinen Kindern aus Syrien. Die gefährliche Flucht führte durch syrische Wälder und über das Mittelmeer, wo sie und ihre Kinder in letzter Minute von der griechischen Wasserschutzpolizei aus einem sinkenden Schlauchboot gerettet wurden.
Die Lesung war als eindrucksvolle Begegnung zwischen Autorin und Protagonistin gestaltet. Monika Taubitz las aus ihrem Buch und gab der Geschichte eine literarische Form. Batoul Marandi ergänzte die Passagen durch lebendige Erzählungen und persönliche Erinnerungen.
Gerade diese Verbindung von gelesenen Texten und persönlichen Schilderungen machte den Abend besonders eindringlich. Batoul Marandis Geschichte zeigte nicht nur die Schrecken von Krieg und Flucht, sondern auch ihren Mut, ihre Kraft und den erfolgreichen Weg der Integration mit ihren Kindern in der Region.
Der Abend machte spürbar, wie aus Literatur Begegnung werden kann. Wo Menschen einander zuhören, entstehen Verständnis und Empathie. Damit leistete die Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zu einer offenen Gesellschaft und zu einem respektvollen Miteinander in Konstanz.