Konstanzer Erklärung - Wir sind dabei!

Im Portrait:

Universität Konstanz

(v. l. n. r.) Andrea Beeken (Referentin für Studieren im Asyl), Dr. Theodoros Marinis (Ansprechperson für Antidiskriminierung), Prof. Dr. Isabell Otto (Prorektorin für Diversität und Karriereentwicklung) und Marion Woelki (Leiterin Referat für Gleichstellung, Familienförderung und Diversity) mit der unterzeichneten Konstanzer Erklärung

Was hat Sie dazu bewogen die Konstanzer Erklärung zu unterzeichnen?

Die Universität hat sich in intern seit Jahren verpflichtet, Gleichstellung und Diversity zu fördern und etliche Dokumente und Maßnahmen institutionalisiert. Daher war es für uns selbstverständlich diese Erklärung mitzutragen. Als größter Arbeitergeber und größte Bildungseinrichtung in Konstanz unterstützen wir ein diskriminierungssensibles, inklusives und internationales Umfeld und Klima in unserer Stadt.

Wie leben Sie die Werte der Konstanzer Erklärung konkret in Ihrem (Arbeits-)Alltag/Ihrer Organisation? Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Die Universität Konstanz setzt sich in allen ihren Handlungsfeldern – wie Forschung, Lehre, Personalmanagement und Organisationsentwicklung – dafür ein, ihre Werte umzusetzen. Es gibt z.B. Erhebungen, die das Diversityklima messen, sowie Partizipationsformate, die zeigen, welche Gruppen sich weniger wertgeschätzt und gefördert fühlen. Auf Basis dieser Ergebnisse werden Maßnahmen entwickelt, aktuell z.B. ein Aktionsplan Inklusion. Es gibt konkrete Unterstützungen durch strukturelle Angebote (z.B. Leitfäden, Empfehlungen und Schulungen für Führungskräfte und Lehrende) und individuelle Unterstützungen, z.B. für Studierende mit Beeinträchtigungen.

Welche Bedeutung hat Vielfalt für Sie persönlich bzw. für Ihre Organisation?

Eine sehr hohe, denn mit Diversity werden demokratische Werte und der Verfassungsauftrag umgesetzt. Vielfalt ist die Grundlage für gute Forschung, denn nur eine Perspektiven- und Erfahrungsvielfalt erlaubt, die wichtigen Herausforderungen unserer Zeit zu untersuchen und Fragen und Lösungen aufzuzeigen. 

Warum ist es wichtig aktiv gegen Diskriminierung einzustehen?

Unser Bildungsauftrag gebietet es, dass alle Mitglieder ein diskriminierungssensibles Arbeits- und Studienumfeld haben. Nur wer sich sicher, respektiert und gefördert fühlt, kann Leistung erbringen und sich weiterentwickeln. Das Leben in der Stadt mit vielfältigen und inklusiven Angeboten und einer diversitygerechten Haltung der Serviceeinrichtungen gehört fest dazu. 

Was möchten Sie anderen Organisationen oder Personen mit auf den Weg geben, die noch überlegen, die Konstanzer Erklärung zu unterzeichnen?

Nicht zögern, hier geht es um das Einstehen ohne Wenn und Aber für eine offene und lebenswerte Stadt für Alle.

Wenn Sie an die Zukunft denken: Wie stellen Sie sich ein vielfältiges und diskriminierungsfreies Konstanz vor?

Es gibt immer noch marginalisierte Gruppen, für die eine Teilhabe am öffentlichen, also politischen, kulturellen und sozialen Leben, noch nicht ausreichend gegeben oder zu wenig sichtbar ist. Es bedarf mehr Veranstaltungsformate, die auch Vorurteile, Stereotypen und Zuschreibungen thematisieren und Gemeinsamkeiten betonen, um Diskriminierungen abzubauen. Auf der anderen Seite kann die Vielfalt der Migrationsgeschichten, kulturellen, geschlechtlichen und religiösen Zugehörigkeiten genutzt werden, um die Lebendigkeit, Schönheit und Offenheit der Stadt weiterzuentwickeln.