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Luftaufnahme von Konstanz (Foto: Peter Allgaier)
Bild: bodenseebilder.de

Vorbereitende Untersuchungen

Bevor eine städtebauliche Sanierungsmaßnahme in Gang kommen kann, müssen vorbereitende Untersuchungen (VU) durchgeführt werden, um Beurteilungsgrundlagen über die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Sanierung zu gewinnen.

Die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge werden festgestellt. BewohnerInnen, Haus- und GrundstückseigentümerInnen und Gewerbetreibende werden befragt, auch um etwas über die Bereitschaft zur Mitwirkung bei der Sanierung zu erfahren. Auch die Träger öffentlicher Aufgaben werden zu ihrer Einschätzung der Sanierung und ihrer Bereitschaft sich zu beteiligen befragt. Der Ergebnisbericht wird den kommunalen Gremien vorgelegt. Er enthält Feststellungen über den baulichen Zustand und das Ausmaß der städtebaulichen Missstände und Vorschläge, wie diese mit einer Sanierung zu beheben wären. Es werden konkrete Maßnahmen empfohlen, ein Vorschlag für die Gebietsabgrenzung und den benötigten Förderrahmen sowie die Wahl des Verfahrens abgegeben.

Rechtswirkungen des Beschlusses zur vorbereitenden Untersuchung

  • beteiligen und mitwirken der Sanierungsbetroffenen an der Vorbereitung der Sanierung nach § 137 BauGB („Die Sanierung soll mit den Eigentümern, Mietern, Pächtern und sonstigen Betroffenen möglichst frühzeitig erörtert werden. Die Betroffenen sollen zur Mitwirkung bei der Sanierung und zur Durchführung der erforderlichen baulichen Maßnahmen angeregt und hierbei im Rahmen des Möglichen beraten werden").
  • Auskunftspflicht der Beteiligten nach § 138 BauGB
  • beteiligen und mitwirken der öffentlichen Aufgabenträger nach § 139 BauGB
  • im Baurecht: Zurückstellungen nach § 141 Abs. 4 BauGB

Aktuelle Vorbereitende Untersuchungen in Konstanz:

Stadelhofen

Durchführung der Vorbereitenden Untersuchungen (VU) nach dem Baugesetzbuch und Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes für das Gebiet „Stadelhofen“ in Konstanz

Die Stadt Konstanz folgt den Leitbildern der kompakten Stadt und Urban Wohnen in der grünen Stadt und der Innenentwicklung. Dies bedeutet nicht nur, brachgefallene Flächen einer Wiedernutzung zuzuführen, um Landschaftsverbrauch zu vermeiden, sondern auch, die Veränderungsprozesse bestehender und weitgehend bebauter Stadtteile planerisch zu begleiten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Stadt ihre Qualität als Wohn- und Arbeitsort erhält. Das Dichtemodell stellt ein wirksames Planungsinstrument dar, um innerstädtische Reserveflächen und Potenziale zu erkennen und gezielt zu aktivieren. Durch eine verträgliche Innenentwicklung der Siedlungsgebiete wird die vorhandene Infrastruktur ausgelastet und langfristig gesichert. Urbane Dichte und qualitätsvolle Freiräume schließen sich dabei nicht aus.
Für die linksrheinischen Stadtteile Altstadt und Paradies sind bereits in den 90er Jahren Rahmenpläne mit dem Anspruch erstellt worden, die vorhandenen Qualitäten weiterzuentwickeln und Fehlentwicklungen zu korrigieren. Vom Gemeinderat beschlossen, dienen sie als Leitlinie für Bürger, Bauherren und die Verwaltung.

Stadelhofen als südlichster Teil der Altstadt ist nicht Teil dieser Rahmenplanungen geworden. Die letzten Jahre rückte der Stadtteil durch große Einzelhandelsansiedlungen wie das Lago-Center oder das Kaufhaus an der Bodanstraße und durch den erleichterten Grenzübertritt in die Schweiz wieder stärker an die gefühlte Mitte der Stadt Konstanz heran. Schon vor dem Abriss des Grenzzauns auf Klein-Venedig und an der Wiesenstraße in den Jahren 2007 - 2009 war er mit 3 Grenzübergängen speziell für Rad- und Fußgängerverkehr ein wichtiger Übergangspunkt in der Agglomeration Konstanz-Kreuzlingen.

In einem zentralen, weitgehend bebauten gemischt genutzten Viertel wie Stadelhofen sind die Nutzungsanforderungen an einen im Kern jahrhundertealten, beständig um- und ausgebauten Gebäude- und Wegebestand hoch und konfliktträchtig. Einerseits erfüllt Stadelhofen eine vielfältige Rolle im Stadtgefüge - es ist Standort für Wohnen, Gastronomie, Handel, Dienstleistung und Vergnügung. Anderseits ist sein Potential vorgeprägt durch einen in Teilen sehr heterogenen Bestand an Gebäuden und uneindeutigen, „gewachsenen" städtebaulichen Situationen. Beim Umbau des Bestandes, bei Nachverdichtungen und bei benachbarten Entwicklungen können bestehende Qualitäten verlorengehen und Potenzale ungenutzt bleiben, wenn es nicht gelingt, den Kontext im Blick zu halten.

Die letzten Jahre rückte der Stadtteil durch große Einzelhandelsansiedlungen wie das Lago-Center oder das Kaufhaus an der Bodanstraße und durch den erleichterten Grenzübertritt in die Schweiz wieder stärker an die gefühlte Mitte der Stadt Konstanz heran. Schon vor dem Abriss des Grenzzauns auf Klein-Venedig und an der Wiesenstraße in den Jahren 2007 - 2009 war er mit 3 Grenzübergängen speziell für Rad- und Fußgängerverkehr ein wichtiger Übergangspunkt in der Agglomeration Konstanz- Kreuzlingen.
Städtebauförderung findet nur innerhalb von Sanierungsgebieten statt. Bevor ein städtebauliches Sanierungsgebiet förmlich festgelegt werden kann, sind von der Gemeinde vorbereitende Untersuchungen (VU) durchzuführen. Durch sie werden umfassende Beurteilungsunterlagen gewonnen, u.a. über die Notwendigkeit der Sanierung, die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge, sowie die anzustrebenden allgemeinen Ziele und die Durchführbarkeit der Sanierung im Allgemeinen.

Die Anträge auf Aufnahme in ein Programm der Städtebauförderung müssen die Gemeinden bis 30. Oktober jährlich beim Regierungspräsidium einreichen. Um diese Chance nutzen zu können, sind bis zur Antragstellung folgende grundsätzliche Voraussetzungen für ein Sanierungsgebiet durch die VU darzulegen:

  • Begründung der Erforderlichkeit von Sanierungsmaßnahmen
  • Vorschlag zur Abgrenzung eines förmlich festgelegten Sanierungsgebiets
  • die zu wählende Verfahrensart
  • Nachweis der städtebaulichen Missstände im Gebiet (strukturell und funktional)
  • Maßnahmenkonzept
  • Kosten- und Finanzierungsübersicht


Der Gemeinderat der Stadt Konstanz hat daher am 10.07.2018 den Beschluss zur Durchführung der erforderlichen VU gefasst und zwischenzeitlich wurde von der Verwaltung eine Bürogemeinschaft mit deren Durchführung beauftragt.
Die Beantragung für das Gebiet Stadelhofen ist zum 30.10.2020 vorgesehen.

Bekanntmachung Beginn der vorbereitenden Untersuchungen für das Gebiet "Stadelhofen" (338 KB)

Verfahrens- und Maßnahmenübersicht

Beschluss GR über den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen und öffentliche Bekanntmachung GR:       10.07.2018

ÖB:       24.07.2018
Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Stadelhofen im Kinderhaus Hl. Dreifaltigkeit 26.01.2019
Erste Bürgerinformationsveranstaltung der Stadt Konstanz in der Kindertagesstätte die Arche 15.05.2019

Bürgerveranstaltung am Mittwoch, den 15. Mai 2019, von 19 bis 21 Uhr

in der Kindertagesstätte „Die Arche“, Schwedenschanze 8

Die Veranstaltung bietet Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, in diesem Prozess für Stadelhofen aktiv mitzuwirken.

  • Welche Themen sind Ihnen wichtig?
  • Welche Ideen und Wünsche haben Sie für das Untersuchungsgebiet?
  • Gibt es Besonderheiten, die Politik und Planung unbedingt beachten sollten?