Fragen dazu?

Anja Deschler
Geschäftsstelle Europa

Vergangene Preisverleihungen

Der Konstanzer Konzilspreis. Preis für europäische Begegnungen und Dialog wird seit 2015 alle zwei Jahre verliehen. Dabei ehrt ein prominenter Pate einen Preisträger, der sich für Austausch und Dialog in Europa stark macht und dessen Engagement in der Öffentlichkeit größere Anerkennung finden soll.

Konstanzer Konzilspreis 2015

Schriftsteller Adolf Muschg zeichnet Theatermacher Milo Rau aus.

Der Konstanzer Konzilspreis. Preis für Europäische Begegnungen und Dialog ging 2015 erstmalig an den Schweizer Regisseur, Theaterautor, Journalisten und Essayisten Milo Rau.

Übergeben wurde der Konzilspreis am 05. November 2015 im Konstanzer Konzilgebäude. Die Laudatio hielt der Schriftsteller Adolf Muschg, der vom Kuratorium des Konstanzer Konzilspreises zum Paten benannt worden war.

Milo Rau, geboren 1977 in Bern, prägt mit aufsehenerregenden Inszenierungen das politische Theater in Europa. Fragen unserer Zeit verarbeitet er zu europaweit debattierten Theaterstücken, Aktionen und Filmen und zwingt die Zuschauer, Stellung zu beziehen. Die Spannweite seiner Themen reicht dabei von den politischen Umwälzungen der letzten 25 Jahre in Europa, über den norwegischen Terroristen Anders Breivik bis zu den Moskauer Prozessen um Pussy Riot. Die NZZ urteilte: „Wo das Verstehen aufhört, da beginnt Milo Raus Theaterarbeit.“ In den Jahren nach der Verleihung des Konstanzer Konzilspreises erhielt Milo Rau eine Reihe weiterer Auszeichnungen für sein Werk. Für die Saison 2018/2019 wurde er zum Intendanten des Nationaltheaters Gent berufen.

Adolf Muschg, geboren 1934 in Zürich, ist ein leidenschaftlicher Verfechter eines gemeinsamen Europas. Dabei scheut er sich nicht, unbequeme Themen anzusprechen. So warf Adolf Muschg beim Friedensgespräch in Osnabrück 2015 der europäischen Wertegemeinschaft Versagen im menschenwürdigen Umgang mit den Flüchtlingsströmen vor. Er bescheinigte Europa ein Fehlen „politisch wirksamer Erinnerung.“

Konstanzer Konzilspreis 2017

Reinhard Kardinal Marx zeichnet Prälat Dr. Peter Klasvogt aus.

Der Konstanzer Konzilspreis. Preis für Europäische Begegnungen und Dialog ging 2017 an Prälat Dr. Peter Klasvogt. Damit würdigte das Kuratorium Konstanzer Konzilspreis auf Vorschlag von Reinhard Kardinal Marx das umfassende europäische Engagement von Prälat Klasvogt und sein Wirken mit der Stiftung „beneVolens“ sowie mit dem europäischen Jugendnetzwerk „socioMovens“.
 
Über die Auszeichnung seiner sozialethischen Arbeit für Europa zeigte sich Prälat Dr. Peter Klasvogt hocherfreut und dankte dem Kuratorium für die große Ehre. Dass der Preis ausgerechnet mit dem Konstanzer Konzil verbunden sei, auf dem vor 600 Jahren das Abendländische Schisma überwunden und der Boden für die Einheit Europas bereitet worden ist, berühre ihn tief, so Klasvogt.
 
Prälat Dr. Peter Klasvogt ist seit 2006 Direktor des Sozialinstituts Kommende Dortmund sowie Direktor der Katholischen Akademie Schwerte. 2009 initiierte er die Stiftung „beneVolens. Jugend fördern. Zukunft gestalten“, die unter anderem jährlich ein deutsch-polnisches Seminar gestaltet. Das 2014 von Klasvogt gegründete internationale Netzwerk „socioMovens. Giving Europe a Soul e.V.“ führt Jugendliche aus Mittel- und Osteuropa in Projektwochen zusammen.
 
Reinhard Kardinal Marx ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und zugleich Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union COMECE. „Es ist Zeit über Europa zu sprechen, vielleicht neu, intensiver. […] Die nächste Generation ist vielleicht von anderen Erfahrungen geprägt, aber die Erzählung, heute sagt man Narrativ, über Europa muss immer wieder neu erzählt werden. […] Es geht nicht darum, einen Schatz zu verteidigen. Es geht nicht darum, eine Mauer zu bauen und sie dann defensiv zu verteidigen. Es geht darum, einen Prozess in Gang zu bringen, immer neu.“ So Marx in seiner Laudatio.
 
Im Rahmen der Preisverleihung am 5. November 2017 übergaben außerdem junge Teilnehmer des Europakonzils, das vom 2.-6. November mit 100 Jugendlichen aus Konstanz und seinen vier europäischen Partnerstädten stattfand, ihre Visionen für die Zukunft Europas und der Städtepartnerschaften an die Politik.