Sanierung der Geschwister Scholl Schule verlängert sich

Gefundene Schadstoffe bedingen neuen Zeit- und Kostenplan

Schulflur der Geschwister Scholl Schule
Blick in einen Flur der Geschwister-Scholl-Schule mit den Wandmodulen, die die asbesthaltige Bitumenschicht aufweisen.  (Bild: Stadt Konstanz)

Nach dem Projektbeschluss des Gemeinderats vom 26. Februar 2019 wird die Geschwister Scholl Schule grundlegend saniert. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten wurden bei Untersuchungen in den Innenräumen asbesthaltige Baumaterialien in den Trennwänden gefunden. Im aktuellen gebundenen Zustand der Schadstoffe besteht allerdings keine Gefährdung für die Schüler und die Lehrer.
 
„Es ist uns wichtig, die Eltern und die Öffentlichkeit über die Situation an der Geschwister Scholl Schule umfassend zu informieren. Es besteht aktuell keine gesundheitliche Gefährdung. Das gilt auch für die Vergangenheit“, erklärt Bürgermeister Dr. Andreas Osner. Die Räume der Geschwister-Scholl-Schule wurden in den vergangenen Jahren hinsichtlich von Schadstoffen wiederholt untersucht. Bei den Raumluft- und Materialproben wurden keine auffallenden Befunde festgestellt.
 
Im Rahmen der aktuell geplanten Sanierung wurde die geopro GmbH beauftragt, im Gebäude weitere Raumluftmessungen bezüglich Holzschutzmittel (PCP, Lindan, und DDT), Formaldehyd, PCB und Mineralfasern (Asbest, KMF) vorzunehmen. Die Ergebnisse des Berichts vom 27.02.2019 zeigen keine Belastungen durch die untersuchten Parameter.
 
Zusätzlich führte die geopro GmbH Materialuntersuchungen im Innenraum an einem typischen Abschnitt des Gebäudes durch, um die bauliche Situation beurteilen zu können. Die Ergebnisse liegen im Bericht vom 17.06.2019 vor. In den nicht tragendenden Innenwänden wurden bei Bitumenschichten auf Spanplatten sowie an Flanschdichtungen schwach gebundene Asbestprodukte festgestellt.
 
Das Schadstoffgutachten der Firma geopro GmbH weist darauf hin, „dass von den asbesthaltigen Bitumenschichten der Trennwände im derzeitigen eingebauten Zustand keine Gefährdung ausgeht“. Oberbürgermeister Burchardt und Bürgermeister Osner schlagen dennoch vor, die Wände zu entfernen und schadstofffreie Materialien zu verwenden. Eine Sanierung könnte abschnittsweise erfolgen. Sie würde begleitet von fortlaufenden Messungen der Schadstoffgutachter. Eine Entscheidung erfolgt durch die entsprechenden Gremien nach der Sommerpause.
 
Schadstoffe wurden auch auf den Dachflächen der Geschwister Scholl Schule gefunden. Bei diesen Schadstoffen im Außenbereich schlägt die Verwaltung vor, auf die frei gelegte Folienabdichtung eine zusätzliche Dämmung sowie eine neue bituminöse Dachabdichtung inklusive Gründachaufbau aufzubauen. Diese Vorgehensweise verhindert die flächendeckende Verletzung oder Zerstörung der schadstoffhaltigen Dachschichten. Die Schadstoffe bleiben auf diese Weise gebunden. Dadurch kann eine Gefährdung weiterhin ausgeschlossen werden.
 
Durch die Schadstofffunde verändern sich der Zeit- und der Kostenplan für die Sanierung der Schule. Für das Entfernen der Trennwände in den Innenräumen entstehen nach bisherigen Schätzungen zusätzliche Kosten von rund 3 bis 4 Millionen Euro. Die Kosten des Sanierungsprojektes laut Projektbeschluss beliefen sich bisher auf 24 Millionen Euro. Die Fertigstellung der Sanierung erfolgt jedoch weiterhin innerhalb der ursprünglich veranschlagten acht Jahre Gesamtbauzeit.
 
„So bedauerlich die Mehrkosten und die Verlängerung der Sanierungsmaßnahmen sind, so bietet die komplette Entfernung der Innenwände auch eine Chance. Wir können nun ein neues Raumkonzept erarbeiten und dieses optimal auf das pädagogische Konzept abstimmen. Das ist gut für die Schule und für die Schüler“, erklärt Oberstudiendirektor Thomas Adam.