Buddy-Sportabzeichen zum ersten Mal in Konstanz

Gemeinsam zum Deutschen Sportabzeichen

Andrea Fuchs, Petra Leising, Nikol Conrad, Annika Moosmann (v.l.n.r.) freuen sich über das Deutsche Sportabzeichen (Foto:Stadt Konstanz/ Koellner)

Für rund 50 Personen spielte das Deutsche Sportabzeichen im Juli eine besondere Rolle. Ihr Ziel: Gemeinsam für das „Buddy-Sportabzeichen“ zu kämpfen. Das Besondere: Personen ohne und mit einer körperlichen oder kognitiven Herausforderung trafen sich an drei Dienstagen und trainierten vier Sportarten: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. Im Einzelnen bedeutete dies beispielsweise Radfahren oder Dauerlauf oder Dauer-Rollstuhlfahren, Standweitsprung, Zielwerfen. „Buddy“ bezeichnet im Englischen einen Partner oder Freund, mit dem man „an einem Strang zieht“. Für das Erreichen des Deutschen Sportabzeichens ist ein Buddy ein Trainingspartner. Stephan Grumbt, Behinderten-Beauftragter der Stadt Konstanz, organisierte die Veranstaltung. Geplant hatten sie auch der Turnverein Konstanz, das Amt für Bildung und Sport und der Stadtsportverband. Uli Schiepe kümmerte sich um die sportliche Organisation. Er ist berechtigt, das Sportabzeichen abzunehmen und er war es auch, der die Idee zum Buddy-Sportabzeichen nach Konstanz gebracht hatte. Schiepe betonte, es sei sein Ziel, Menschen ohne und Menschen mit Behinderung zusammenzubringen. „Sport hilft dabei“. meinte er. Das Buddy-Sportabzeichen fand in Deutschland bisher nur in München und Bochum statt und noch nie in Baden-Württemberg. Die Landesregierung war dies eine satte Förderung wert: Stephan Grumbt beantragte rund 9.000 Euro und erhielt außerdem vom Konstanzer Gemeinderat die Zusicherung, sollten die finanziellen Mittel des Landes nicht ausreichen, den Rest in Höhe von 2.000 Euro zu tragen, damit die Veranstaltung auf jeden Fall stattfinden konnte.
 
Buddies sind gefragt
Der ehemalige Gemeinderat Roland Wallisch, an dieser Stelle noch in Vertretung des Oberbürgermeisters, meinte bei der Siegerehrung: „Seitens der Stadt finden wir das eine super Sache. So wird das Thema auch in der Gesellschaft präsenter. Ich bin sicher, die Veranstaltung wird nochmals in Konstanz durchgeführt. Wenn es bekannter wird, wird es auch leichter, einen Buddy zu finden.“ Als Buddy hatte sich auch Petra Leising angemeldet. Sie half gleich drei jungen Frauen, das Sportabzeichen zu schaffen: „Ich habe sehr gerne mitgemacht, um die engagierten, beeinträchtigten Sportlerinnen zu unterstützen. Die drei in meiner Gruppe haben alles gegeben.“ Auch Stephan Grumbt war freudig gerührt: „Was wir alles umsetzen können, haben wir gezeigt“, so Grumbt, „Manche hatten sogar das Sportabzeichen in Gold gemacht. Ich bin unglaublich stolz, dass wir das erstmalig in Konstanz durchgeführt haben. Ich werde die strahlenden Gesichter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mein Leben lang nicht vergessen.“ Er bezeichnete es als Kernaufgabe seines Ehrenamtes, Menschen mit körperlichen und kognitiven Herausforderungen als ganz normal im Stadtbild zu etablieren und ihnen zu ermöglichen an der Gesellschaft teilzunehmen. Sie gehörten schließlich auch zu unserer Gesellschaft, nur sehen würde man das viel zu selten. Dies will er auch durch das Buddy-Sportabzeichen ändern.

Sichtlichen Spaß hatten Felix Fischer und Simone Schenk. Schenk erklärte, dass es schon immer ihr Ziel gewesen sei, das Deutsche Sportabzeichen zu machen. Da sie noch nie mit jemanden zu tun hatte, der kognitiv herausgefordert ist, sagte sie darum begeistert zu, als sie die Rundmail „Buddies gesucht“ von ihrer Chefin bei der Arbeit erhielt. „Den Dienstag, für das Training der letzten Wochen reserviert war, werde sie bestimmt vermissen. Das Buddy-Sportabzeichen sei eine schöne Erfahrung gewesen. Felix Fischer war ebenso sehr zufrieden. „Mir hat es super Spaß gemacht. Simone war auch voll krass!“, sagte er und meinte das auf sehr positive Weise.